Formel 1 2020: WM-Stand, Punkte, Teamwertung Vettel mit Chance bei Aston Martin?

von Tim Neumann 27.05.2020
Inhalt
  1. Formel 1 2020: Sebastian Vettel nach Ferrari-Aus zu Aston Martin?
  2. Corona-Ersatzrennen: So realistisch ist ein Formel 1 Rennnen 2020 in Hockenheim
  3. Corona-Krise: Formel 1 2020 soll mit Doppelstart in Österreich beginnen
  4. Formel 1 2020 in der Corona-Krise: Neue Diskussionen über Budgetobergrenze
  5. Formel 1: Streamingspiele als Alternative zu echten Rennen
  6. WM-Stand, Punkte, Teamwertung der Formel 1 (Tabelle)
  7. Die Fahrer der Formel-1-Saison 2020
  8. Welche Teams und Autobauer sind dabei?
  9. Wo fährt die Formel 1?
  10. Termine & Strecken der Formel 1-Saison 2020 (Tabelle)
  11. Wie funktioniert die Formel 1?
  12. Was ändert sich am Regelwerk?
  13. Wo ist die Formel 1 zu sehen?
  14. Formel 1 unterzeichnet UN-Klimapaket

Nach Vettels Aus bei Ferrari beginnt die Spekulation um seine Zukunft. Und: Wegen des Coronavirus stehen viele Renntermine auf der Kippe. Außerdem besteht die Möglichkeit eines GP-Comebacks in Hockenheim. Alle Informationen zum WM-Stand 2020, den Punkten, Teams und Terminen!

 

Formel 1 2020: Sebastian Vettel nach Ferrari-Aus zu Aston Martin?

Sebastian Vettel wird Ferrari nach der Formel 1-Saison 2020 nach sechs Jahren verlassen. Während die Wechsel von Carlos Sainz und Daniel Ricciardo zu Ferrari beziehungsweise McLaren über die Bühne sind, sucht Vettel aber weiter nach einem neuen Cockpit. Die Situation ist für den 32-Jährigen in vielerlei Hinsicht kompliziert: Viele Rennställe setzen ihre Hoffnungen in eine jüngere Fahrer-Generation und können sich Vettel – selbst wenn er beim Gehalt Abstriche machen würde – ohnehin kaum leisten. So hat Mercedes-Teamchef Toto Wolff Vertragsverhandlungen mit dem viermaligen Weltmeister vorerst ausgeschlossen: "Wir stehen loyal zu unseren jetzigen Fahrern und wollen nicht in Verhandlungen treten zu einem Zeitpunkt, in dem die Saison noch nicht mal losgegangen ist", sagte er im Interview der Fernsehsender RTL und ntv. "Erst dann wird man über den Tellerrand schauen und bewerten, was gibt es noch für Möglichkeiten." In der Tat laufen bei Mercedes die Verträge von Weltmeister Lewis Hamilton und Vize Valtteri Bottas aus. Zunächst solle mit beiden Piloten gesprochen werden. Auch für McLaren-Boss Zak Brown hat Vettel keine ernsthafte Rolle gespielt, wie der Amerikaner nach der Verpflichtung Ricciardos bekannt gab. "Das nächstbeste wäre dann Renault", erklärt Brown, "Will Seb wirklich zu einem Team, dass 2021 wahrscheinlich nicht gewinnen wird?" Deshalb könnte sich der McLaren-Boss durchaus vorstellen, dass der Heppenheimer seine Karriere nach der Formel-1-Saison 2020 beendet. Auch Red-Bull-Motorsport-Berater Helmut Marko vertritt diesen Ansatz: "Unglücklicherweise für ihn sind bei den Topteams die Plätze besetzt. Wenn sich für ihn nicht irgendwo eine Perspektive ergibt, dass er ein Team findet, das mittelfristig, also in ein zwei Jahren, an der Spitze mitfahren kann, glaube ich, dann tut er sich das nicht an in einem Mittelfeldteam und wird aufhören." Nachdem der ehemalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone Vettel zuerst empfahl, mit einem kleinen Team einen Neustart zu wagen, steht er jetzt voll hinter einem Wechsel zu Mercedes: "Ich würde ihn gerne im Mercedes sehen, gegen Lewis Hamilton. Das wäre gut für die Formel 1." Eine weitere Option könnte sich für Vettel beim künftigen Aston-Martin-Rennstall auftun: Toto Wolff wird seit dem Kauf von Aston-Aktien immer häufiger mit den Briten assoziiert. Zudem übernimmt der bisherige Mercedes-AMG-Chef Tobias Moers die Chefposition der britischen Nobelmarke. Dank der Investitionen der Stroll-Familie wäre jedenfalls genug Geld da, um Vettel zu verpflichten und ihm ein wettbewerbsfähiges Auto auf die Räder zu stellen. Einen Wechsel in eine andere Rennserie halten viele dagegen für unwahrscheinlich: Die Formel-E hatte Vettel öffentlich als "Käse" bezeichnet, in vielen anderen Kategorien ist dem Puristen vermutlich der Speed zu gering und die Technik zu komplex. Unter diesen Umständen käme höchtens noch die Indycar-Serie infrage, doch ein Wechsel in die USA wäre für den Wahl-Schweizer wohl keine Option. Vettel hatte zuletzt aber immer wieder angedeutet, dass er gerne in der Königsklasse bleiben würde. Mehr zum Thema: Max Verstappen will mit Red Bull um den Titel kämpfen

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Corona-Ersatzrennen: So realistisch ist ein Formel 1 Rennnen 2020 in Hockenheim

Corona macht es möglich: Nachdem in der Formel-1-Saison 2020 ursprünglich kein Großer Preis von Deutschland im Rennkalender der Formel 1 vorgesehen war, könnte es im Sommer 2020 sogar zu zwei Geister-Rennen auf dem Hockenheimring kommen."Wir befinden uns in konkreten Gesprächen mit dem Formel-1-Management", bestätigt Hockenheimring-Geschäftsführer Jörn Teske im Gepräch mit der AUTO ZEITUNG. 2019 verliefen die Verhandlungen im Sande: Mit dem Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media kam es zu keiner Einigung. Die Hockenheimring GmbH hätte das finanzielle Risiko der Veranstaltung bei einem Antrittsgeld der Formel 1 im zweistelligen Millionenbereich alleine tragen müssen. Nun stellt sich die Situation anders dar. Bevor am 5. Juli 2020 auf dem Red Bull-Ring endlich die Formel-1-Saison gestartet werden soll, sind schon zehn Läufe ausgefallen. Doch die Serie muss mindestens 15 der ursprünglich 22 geplanten Rennen austragen, damit Verträge ihre Gültigkeit bekommen. "Der TV-Aspekt ist der elementare Grund", bestätigt Teske. Einige der geplanten Rennen werden sich nicht nachholen lassen – allen voran die Stadtrennen in Australien, Aserbaidschan und Monaco, aber auch das Comeback von Zandvoort wackelt. "Derzeit klopfen wir gemeinsam ab, ob die Austragung eines Rennens bei uns eine realistische Option ist", sagte Teske. Daten dazu gäbe es noch keine. Die Verhandlungen der Rechteinhaber laufen derzeit parallel zu den Veranstaltern, die ohnehin im Rennkalender Optionen besitzen. Der Hockenheimring sieht sich als Retter in der Not, der gerne einspringt. Allerdings muss die Kasse stimmen: "Wir müssen sehen, wie wir da zusammenkommen können", sagt Teske, "denn ein finanzielles Risiko können wir nicht aufnehmen. Und in diesem Jahr erst recht nicht." Heißt: Bislang war in Hockenheim eine schwarze Null in den Büchern immer das große Credo. "Nun aber müssen wir mit jedem belegbaren Tag Geld verdienen. Wegen Corona haben wir sehr schmerzhafte Verluste erlitten." Wie das im Falle eines Grand Prix erzielt werden könnte, ob mit einer Streckengebühr oder einer Organisations-Pauschale, sei noch offen. Teske verweist auf die nicht unerheblichen Organisationskosten: "Streckenpräparation, Security, Bereitstellung von Feuerwehr und Rotes Kreuz und so weiter erzeugt operative Kosten, auf denen wir nicht sitzenbleiben dürfen." Teske weiß: "Die Formel 1 verhandelt sicher nicht nur mit uns. Aber wir reden sehr offen miteinander. Mittlerweile ist die Genehmigungslage in Silverstone besser. Dort sollen wie zuvor in Österreich (5. und 12. Juli 2020) zwei Rennen an aufeinanderfolgenden Wochenenden abgehalten werden. Doch die britische Regierung hält an zweiwöchiger Quarantäne für alle Menschen, die ins Land kommen fest. Für die Mitglieder des Formel 1-Zirkus wird an einer Ausnahmegenehmigung gearbeitet. Gerade für die sieben in England ansässigen Formel-1-Teams ist die Lage besonders schwierig. Zurück zum Hockenheimring: "Wir können nicht auf ewig auf eine Zusage warten, die Uhr tickt. Je länger die Zeit vergeht, umso schwieriger wird es", sagte Geschäftsführer Teske. "Aber die Streckenvorbereitungen funktionieren bei uns sehr schnell. Wir haben eben große Erfahrung im gesamten Ablauf solch einer Veranstaltung. Das heißt aber nicht, dass wir auch zum Zuge kommen." Und sogar zwei aufeinanderfolgende Veranstaltungen, wie am Red Bull Ring und in Silverstone geplant, hält Teske nicht für ausgeschlossen: "Na klar. Aber auch hier muss man erst sehen, wie das wirtschaftlich und organisatorisch verantwortbar wäre."

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Corona-Krise: Formel 1 2020 soll mit Doppelstart in Österreich beginnen

Obwohl die Folgen des Coronavirus für die Formel 1 2020 weiterhin nicht absehbar sind, plant CEO Chase Carey mit dem Große Preis von England wie ursprünglich angedacht am 19. Juli 2020 – allerdings ohne Zuschauer. Vorgesehen sind sogar zwei Rennen im Wochenabstand – ähnlich wie auf dem Red Bull-Ring in der Steiermark, wo am 5. Juli und 12. Juli die Formel 1 2020 ebenfalls mit einer Doppelveranstaltung vor leeren Rängen beginnen soll. Wegen der Corona-Krise abgesagt wurde unterdessen der Große Preis von Frankreich, der für Ende Juni 2020 eingeplant war. "Wir müssen davon ausgehen, dass wir die ersten Rennen nur ohne Zuschauer austragen können", erklärte Formel-1-Boss Chase Carey, "hoffen aber, dass wir bei späteren Rennen wieder Fans dabei sind." Die Organisatoren und örtlichen Veranstalter hätten noch Vieles auszuarbeiten, wie das Prozedere in punkto Sicherheit für die Teams und anderen Partnern vor Ort laufen könnte. Die Sicherheit aller Beteiligten hätte nach wie vor oberste Priorität. Nur wenn diese gewährleistet sei, wäre an eine Austragung in den jeweiligen Veranstaltungsländern zu denken, betonte Carey. De facto würden bei den ersten Rennen weder Gäste noch Medienvertreter zugelassen werden, wohl aber die TV-Partner der Formel 1. "Obwohl am 27. April verkündet wurde, dass der GP Frankreich nicht stattfinden kann, sind wir zusehends zuversichtlich mit dem Fortschritt der Pläne, diesen Sommer noch mit der F1-Saison zu beginnen", gab Carey bekannt. Nun geht die Formel-1-Organisation davon aus, dass in Europa im Juli, August und Anfang September 2020 gefahren wird, bevor der Formel-1-Tross dann in den eurasischen, asiatischen und amerikanischen Raum übersiedelt, um dann die Weltmeisterschaft in der Golf-Region zu beenden. Das Ziel ist, nach wie vor 15 bis 18 der ursprünglich 21 geplanten Rennen auszutragen. Die Formel 1 will den aktualisierten Terminkalender 2020 so schnell wie möglich veröffentlichen.

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Formel 1 2020 in der Corona-Krise: Neue Diskussionen über Budgetobergrenze

Das Coronavirus stellt nicht nur die Formel-1-Saison 2020 infrage, sondern die gesamte Zukunft der Königsklasse des Motorsports. Ferrari liebäugelt mit Einsätzen in weiteren Rennserien, sollte die Budgetobergrenze der Teams weiter verringert werden. In der britischen Zeitung "The Guardian" erklärt Teamchef Mattia Binotto, dass weitere Einsparungen in der Formel 1 bei Ferrari zum Stellenabbau führen würden, was in seinen Augen keine Option wäre. "Sollte es noch weiter runtergehen, wollen wir nicht in eine Position gebracht werden, nach anderen Optionen schauen zu müssen, wo wir unsere Renn-DNA entfalten können", erklärt der 50-Jährige. Demnach könnten zum Beispiel die Indycar-Serie sowie die Langstreckenmeisterschaft für die Scuderia interessant sein. Wegen der Corona-Krise war eine neue Diskussion über eine niedrigere Budgetgrenze in der Formel 1 entflammt. Die Teams hatten sich auf ein Limit von 138 Millionen Euro statt 161 geeinigt, was aber weder den kleineren Rennställen noch der FIA genug ist. Im Gespräch sind nun 110 Millionen Euro. Neben Ferrari hatte sich auch Red Bull gegen eine weitere Senkung der Kostenobergrenze ausgesprochen. Die Darstellung über eine angebliche Ausstiegsdrohung aus der Formel 1, wie ursprünglich auch an dieser Stelle berichtet, hat Ferrari hingegen zurückgewiesen. Teamchef Mattia Binotto habe in einem Interview "niemals erwähnt", dass die Scuderia die Königsklasse des Motorsports in der Debatte um die Budgetgrenze verlassen wolle.

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Formel 1: Streamingspiele als Alternative zu echten Rennen

Da die Formel 1 Saison 2020 wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres aussetzt, hat sich das eSport Team Veloce Esports für Formel-1-Fans etwas ausgedacht: An den Sonntagen, an denen eigentlich die Grand Prix hätten stattfinden sollen, organisierten ein Online-Rennen auf der jeweiligen Strecke auf Basis des "F1 2019"-Spiels. Das wird über verschiedene Kanäle live übertragen und erlebt sehr gute Resonanzen vonseiten der Zuschauer, weil unter den 20 Fahrern viele bekannte Persönlichkeiten aus der Rennsport-Szene vertreten waren. Neben den aktuellen F1-Piloten wie Charles Leclerc, Antonio Giovinazzi, Lando Norris, Carlos Sainz, George Russell und Nicholas Latifi sowie den Ex-Fahrern Nico Hülkenberg, Esteban Gutierrrez und Stoffel Vandoorne duellieren sich Spieler aus der eSport-Serie und weitere Persönlichkeiten aus Sport und Internet. Am 3. Mai – der ursprüngliche Termin für das Formel-1-Rennen in Zandvoort – wird voraussichtlich das nächste virtuelle Rennen stattfinden.

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WM-Stand, Punkte, Teamwertung der Formel 1 (Tabelle)

FahrerwertungTeamwertung
FahrerPunkteTeamPunkte
Lewis Hamilton (44) Mercedes-AMG 
Valtteri Bottas (77)   
Sebastian Vettel (5) Ferrari 
Charles Leclerc (16)   
Max Verstappen (33) Red Bull Racing 
Alexander Albon (23)   
Carlos Sainz (55) McLaren F1 
Lando Norris (4)   
Daniel Ricciardo (3) Renault F1 
Esteban Ocon (31)   
Daniil Kwjat (26) AlphaTauri Honda 
Pierre Gasly (10)   
Sergio Pérez (11) Racing Point 
Lance Stroll (18)   
Kimi Räikkonen (7) Alfa Romeo Racing 
Antonio Giovinazzi (99)   
Romain Grosjean (8) Haas F1 
Kevin Magnussen (20)   
George Russell (63) Williams Racing 
Nicholas Latifi (6)   

Lewis Hamilton startet als Titelverteidiger in die Formel 1-Saison 2020, die wegen des Coronavirus im Chaos zu versinken droht. Sein neuer Mercedes-Renner wurde am 14. Februar beim Shakedown in Silverstone vorgestellt. Dauerrivale Ferrari hat seinen Boliden bereits am 11. Februar 2020 in der italienischen Heimat enthüllt. Auch in diesem Jahr werden Sebastian Vettel und Charles Leclerc versuchen, die Dominanz der Silberpfeile zu durchbrechen. Gleiches gilt für Red Bull und Max Verstappen. Sein Teamkollege ist seit Mitte letzter Saison Alexander Albon. Hinter den drei Top-Teams lauern McLaren und Renault. Esteban Ocon übernimmt das zweite Cockpit der Franzosen von Nico Hülkenberg, der aus der Formel 1 ausscheidet. Die Fahrerpaarungen sind in diesem Jahr erstaunlich stabil, mit Nicholas Latifi wird es nur einen einzigen Newcomer geben. Der Kanadier ersetzt Robert Kubica bei Williams. Der Pole wird mit Start der Formel 1-Saison 2020 Testfahrer bei Alfa Romeo. Mehr zum Thema: Wer holt Michael Schumacher ein?

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Die Fahrer der Formel-1-Saison 2020

Die Formel 1-Saison 2020 ist eine Saison der Kontinuität. Fast alle Fahrerpaarungen bleiben bestehen. Besonders die Top-Teams setzen auf Erfahrung. Hamilton und Bottas gehen für Mercedes an den Start, Sebastian Vettel und Charles Leclerc für Ferrari. Red Bull wechselte letztmals im Sommer 2019 einen Fahrer aus, als Pierre Gasly durch Alexander Albon ersetzt wurde. McLaren setzt auf das britische Duo Carlos Sainz jr. und Lando Norris. Renault stellt Daniel Ricciardo den Franzosen Esteban Ocon zur Seite, für den Nico Hülkenberg weichen musste. Der Deutsche konnte für die Formel 1-Saison 2020 auch bei der Konkurrenz kein neues Cockpit ergattern. ToroRosso bekommt mit "AlphaTauri" lediglich einen neuen Namen. Racing Point mit seinen bekannten Fahrern Sergio Pérez und Lance Stroll wechselt selbigen erst kommende Saison und wird dann unter dem Namen "Aston Martin" firmieren. Auch Alfa Romeo und Haas vertrauen auf die Fahrer der vergangenen Saison. Robert Kubica, der 2019 sein Formel 1-Comeback feierte, verlässt dagegen Williams und wird zur Formel 1-Saison 2020 von Nicholas Latifi, dem einzigen Rookie im Fahrerfeld, ersetzt.

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Welche Teams und Autobauer sind dabei?

Die Teams und Autobauer der Formel 1-Saison 2020 kennt man allesamt schon aus der Vorsaison. Mercedes, Ferrari und Renault haben nicht nur eigene Teams, sondern beliefern auch weiterhin andere Rennställe mit Kundenmotoren. So gehen auch Racing Point und Williams mit Mercedes-Motoren an den Start, Alfa Romeo und Haas setzen auf Ferrari-Antriebe und McLaren vertraut wie schon in der Vorsaison auf Renault-Aggregate. Honda beliefert neben AlphaTauri (ehemals ToroRosso) auch den Red Bull-Rennstall.

 

Wo fährt die Formel 1?

Der Rennkalender der Formel 1-Saison 2020 wurde um ein Rennen auf nun 22 Grands Prix aufgestockt. In Deutschland findet 2020 kein Rennen statt. Ein Comeback feiert der Kurs im niederländischen Zandvoort, der letztmals 1985 im Rennkalender der Formel 1 zu finden war. Erstmals wird es ein Rennen in Hanoi (Vietnam) geben. Der Straßenkurs wurde von Streckenarchitekt Hermann Tilke entworfen. Die übrigen Strecken entsprechen denen der Vorsaison. Während der Saisonstart traditionell in Australien steigt, ist das Finale wie in letztem Jahr in Abu Dhabi (VAE).

 

Termine & Strecken der Formel 1-Saison 2020 (Tabelle)

StreckeTerminSieger
Australien (Melbourne)- 
Bahrain (as-Sachir)- 
Vietnam (Hanoi)- 
China (Shanghai)- 
Niederlande (Zandvoort)03.05.2020 
Spanien (Barcelona)10.05.2020 
Monaco (Monte Carlo)24.05.2020 
Aserbaidschan (Baku)07.06.2020 
Kanada (Montreal)14.06.2020 
Frankreich (Le Castellet)28.06.2020 
Österreich (Spielberg)05.07.2020 
Großbritannien (Silverstone)19.07.2020 
Ungarn (Budapest)02.08.2020 
Belgien (Spa-Francorchamps)30.08.2020 
Italien (Monza)06.09.2020 
Singapur (Singapur)20.09.2020 
Russland (Sotschi)27.09.2020 
Japan (Suzuka)11.10.2020 
USA (Austin)25.10.2020 
Mexiko (Mexiko-Stadt)01.11.2020 
Brasilien (Sao Paulo)15.11.2020 
VAE (Abu Dhabi)29.11.2020 
 

Wie funktioniert die Formel 1?

An der Formel-1-Saison 2020 nehmen zehn Teams teil, die bis zu vier Fahrer je Saison einsetzen dürfen. Bei jedem Grand Prix werden so viele Runden gefahren, dass eine Distanz von 305 Kilometern überschritten wird. Die Formel 1-Boliden müssen einschließlich Fahrer und Betriebsflüssigkeiten mindestens 745 Kilogramm wiegen. Für Bauteile gibt es ebenfalls Regeln: So darf das Energierückgewinnungssystem MGU-K maximal sieben, der zugehörige Motorgenerator MGU-H maximal vier Kilogramm wiegen. Pro Saison stehen den Teams pro Fahrzeug nur drei Exemplare aller Motorkomponenten zur Verfügung, bei der Energierückgewinnung oder der Batterie nur noch zwei. Der Sprit darf beim Rennstart höchstens 110 Kilogramm ausmachen, fünf Kilogramm mehr als bislang. Ab 2020 dürfen nur noch 0,25 statt der bisher erlaubten zwei Liter außerhalb des Monocoques gespeichert werden. Nachtanken ist nicht erlaubt. Zudem ist nur eine Spezifikation Motoröl je Rennwochenende erlaubt, die Füllmenge des Öltanks wird überwacht. Ab 2020 ist nur noch ein weiterer Zusatztank erlaubt, der inklusive aller Zuleitungen maximal 2,5 Liter groß sein darf. Weil der Rennkalender in der Saison 2020 ein Rennen mehr aufweist, dürfen die Teams eine zusätzliche MGU-K (Motor-Generator-United-Kinetic) einsetzen. Pirelli ist weiterhin der Reifenausstatter aller Teams und bietet Trocken-, Intermediates- und Regenreifen an. Pro Rennwochenende stehen verschiedene Mischungen bereit: P Zero Hard, P Zero Medium und P Zero Soft. Zwei der drei Mischungen müssen im Rennen mindestens eine Runde gefahren werden. Am Freitag des jeweiligen Rennwochenendes ist Training, am Samstag startet das Qualifying. Hier müssen die langsamsten Fahrer (sieben von 24 Teilnehmern) nach den ersten 20 Minuten von der Strecke. Nach der zweiten Qualifying-Einheit scheiden erneut die sieben langsamsten aus und die verbliebenen zehn Autos machen die Startpositionen unter sich aus. Pro Rennwochenende dürfen nur zwei Autos und pro Saison maximal drei Antriebsstränge verwendet werden. Das Getriebe darf zudem erst nach fünf Rennen mit Schadensnachweis getauscht werden. Die Zielflagge wurde erst 2019 durch ein LED-Signal ersetzt, kommt 2020 allerdings wieder zurück, nachdem auch die LED-Variante in Japan fehlerhaft war. Eine spannende Regeländerung ist das Verbot von Stellwänden bei den Testfahrten. Fans und Journalisten wird so schon frühzeitig ein Einblick in die Technik der Formel 1-Saison 2020 ermöglicht – zum Leidwesen der Techniker und Teams.

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Was ändert sich am Regelwerk?

Vor dem Großen Preis der USA 2019 hat die Formel 1 ihr Regelwerk zur Saison 2021 vorgestellt, die wegen der Corona-Krise nun jedoch erst 2022 in Kraft treten sollen. In diesem Zuge wurde unter anderem eine Kostenobergrenze von zunächst 175 Millionen Dollar (158 Millionen Euro) festgelegt, die dann in den Folgejahren kontinuierlich gesenkt werden soll. Davon ausgenommen sind die Reisekosten sowie die Gehälter der Fahrer und der drei Top-Mitarbeiter jedes Teams. Darüber hinaus werden die Rennwochenenden auf drei Tage verkürzt, indem der Medientag auf Freitag geschoben wird. So sollen künftig bis zu 25 Rennen pro Jahr möglich sein. Außerdem wird es ab 2021 ein neues Aerodynamik-Konzept geben, das durch eine Minimierung der Luftverwirbelungen für mehr Überholmanöver sorgen soll und es wird mehr stadardisierte Einheitsteile geben. Und: Das Minimalgewicht für die F1-Boliden soll von derzeit 743 auf 768 Kilogramm angehoben werden. Motorenseitig soll es bei den aktuellen V6-Hybrid-Motoren bleiben.

 

Wo ist die Formel 1 zu sehen?

RTL überträgt die Formel 1-Saison 2020 im deutschen Free-TV und im Stream über TVNow. Auch der Pay-TV-Sender Sky hält ein Rechte-Paket. Der Vertrag umfasst alle Rennwochenenden inklusive Trainings, Qualifyings und Rennen. Wer die Formel 1 bei TVNow oder Sky Go im Livestream sehen möchte, muss auf jeden Fall zahlen. Seit 2018 ist zudem das offizielle Streaming-Angebot der Formel 1 empfangbar. Wer von zuhause aus live dabei sein möchte, kann über F1.TV auf die Übertragung der Sessions, Live-Timings, Re-Lives, historische Rennen sowie Dokumentationen zugreifen. Das Angebot kostet im Monatsabo 7,99 Euro. Alternativ kann ein Jahresabo für 64,99 Euro abgeschlossen werden. Einzige Zahlmethode ist die Kreditkarte. Die günstigere Variante ist der Formel-1-TV-Access, der allerdings keine Live-Übertragung anbietet. F1-TV kann auch über die zugehörige App abgerufen werden.

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Formel 1 unterzeichnet UN-Klimapaket

Nach der Ankündigung der Formel 1, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen, hat die FIA und die F1 im Januar 2020 den UN-Klimapakt unterzeichnet. Mit dem Eintritt in die UN-Bewegung "Sports for Climate Action Framework" verpflichtete sich der Formel-1-Rennzirkus für einen umfangreicheren Einsatz beim Klimaschutz. Auch Formel E und Extreme E sind Mitglied der UN-Bewegung. Das Hauptziel sei eine tief greifende Optimierung von Reisen und Logistik. Medienberichten zufolge waren diese 2018 zu 73 Prozent für den jährlichen CO2-Ausstoß der Formel 1 von rund 256.000 Tonnen verantwortlich. Die Rennautos selbst fahren mit effizienten Hybridmotoren und sollen durch Rennen sowie alle Testfahrten lediglich einen Anteil von 0,7 Prozent zur Gesamtbilanz beitragen. Eine Erhöhung des vorgeschriebenen Anteils an Biokraftstoff auf zehn Prozent soll weiter CO2 einsparen. Der Betrieb der Veranstaltungsstandorte mit erneuerbarer Energie ist ebenfalls ein Ziel der Formel 1 auf ihrem Weg zur Klimaneutralität 2030.

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