Formel 1 2020: Termine, Teams, WM-Stand Hamilton gewinnt F1-Rennen in Mugello

von Tim Neumann 14.09.2020
Inhalt
  1. News zur Formel 1 2020: Hamilton siegt, Vettel zu Aston Martin, Williams verabschiedet sich
  2. Die Termine der Formel 1 2020 (Kalender): Diese Strecken sind neu (Tabelle)
  3. Formel 1 2020: Die Teams & Fahrer
  4. WM-Stand in der Formel 1 2020: Punkte der Fahrer & Teams (Tabelle)
  5. Aktuelle Regeln zur Formel 1 2020
  6. Die Zukunft der Formel 1: Autos, Fahrer & Reglement für 2022
  7. Wo ist die Formel 1 2020 live zu sehen?

Formel 1 2020: Hamilton gewinnt Chaos-Rennen in Mugello, derweil gibt Sebastian Vettel seinen Wechsel zu Aston Martin bekannt. Alle News zu kommenden Terminen und dem Kalender sowie allen Teams und Fahrern. Das ist die aktuelle Tabelle zum WM-Stand (Punkte)!

 

News zur Formel 1 2020: Hamilton siegt, Vettel zu Aston Martin, Williams verabschiedet sich

News zur Formel 1 2020: Sebastian Vettel bleibt der Königsklasse erhalten. Der Heppenheimer heuert ab 2021 bei Racing Point an, das ab der kommenden Saison 2021 als Aston Martin an den Start gehen wird. Hier geht es zur Meldung. Weitere News: Die Coronakrise betrifft längst nicht nur die Termine in der Formel 1-Saison 2020, sondern nagt seit Monaten an den Geldreserven der Teams. Williams war der erste Rennstall, der in ernste Geldnöte geriet: Deshalb suchte Chefin Claire Williams nach neuen Investoren und stellte sogar einen Verkauf des Familienunternehmens in Aussicht. Nachdem Dorilton Capital im August 2020 neuer Besitzer von Williams Racing wurde, verließen Claire und Gründer Frank Willliams den Rennstall nach dem Grand Prix in Monza. Wer die Nachfolge als Teamchef antritt, ist bislang noch unklar. Die amerikanische Investmentfirma plant weder den Teamnamen zu ändern, noch die Zentrale des Rennstalls im britischen Grove zu verlassen. Dorilton Capital wird nun forschen, in welchen Bereichen die größten Investitionssummen benötigt werden und dort entsprechend nachbessern. Das erklärte Ziel der Amerikaner ist nämlich nicht nur die Rettung des Traditionsteams, sondern auch eine neue Wettbewerbsfähigkeit. Nachdem die weiß-blauen Renner in den vergangenen zwei Saisons nur hinterherfuhren, zeigte sich in der Formel 1-Saison 2020 bereits Potenzial: Fahrer George Russell konnte schon mehrfach die zweite Qualifikationsrunde erreichen und war nur wenige Zähler von den Ferrari entfernt. Im Geschäftsjahr 2019 machte Williams dagegen 14,5 Millionen Euro Verlust. Und zu allem Übel kündigte das Team seinen Sponsorenvertrag mit Hauptsponsor ROKiT noch vor dem Start der Saison. Mehr zum Thema: Welche Rennserien werden das Coronavirus überleben?

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Max Verstappen weiht die neue Formel 1 Strecke in Zandvoort ein (Video):

 
 

Die Termine der Formel 1 2020 (Kalender): Diese Strecken sind neu (Tabelle)

  • Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat die aktuelle Saison einen vollständigen Kalender vorzuweisen. Die Verantwortlichen veröffentlichten die vier letzten Grand Prix-Termine, um die Saison zu komplettieren: Vom 13. bis 15. November 2020 wird die Formel 1 in der Türkei auf dem Intercity Istanbul Park fahren. Darauf folgen zwei Termine in Sakhir, Bahrain vom 27. bis zum 29. November und vom 4. bis 6. Dezember 2020. Der Gastgeber für das Saisonfinale macht, wie schon in den vergangenen Jahren, Abu Dhabi vom 11. bis zum 13. Dezember 2020. Der türkische Grand Prix war zuletzt 2011 Teil des Formel 1-Kalenders, während zumindest ein Nachtrennen in Bahrain auch in der ursprünglichen Saisonplanung stand. Damit fasst der endgültige Kalender der Formel 1 2020 17 statt der ursprünglich geplanten 22 Rennen. Der große Preis von China, der bis vor Kurzem noch auf der Kippe stand, fällt damit aus.
     
  • Es ist offiziell: Für den 9. bis 11. Oktober steht der Große Preis der Eifel am Nürburgring im Kalender der Formel 1 2020. Die GP-Strecke der grünen Hölle kommt damit zu einer unverhofftem Rückkehr in den Königsklassen-Kalender. Und sogar eine begrenzte Zahl an Zuschauern könnte die Tribünen bevölkern, wenn die Corona-Lage Lockerungen bis dahin zulässt. "Natürlich sind wir voller Vorfreude auf das Event und auch ein wenig stolz darauf, dass wir die Formel 1 an den Nürburgring zurückholen konnten", erklärt Mirco Markfort, Nürburgring-Geschäftsführer. Ein Formel-1-Rennen in der Eifel sei immer wahrscheinlicher geworden, weil die Gespräche sehr gut liefen und auch für den Nürburgring ein wirtschaftlich darstellbare Einigung lieferten. Der Formel-1-CEO und -Vorsitzende Chase Carey betont: "Wir freuen uns, dass wir bei der Fertigstellung unserer Pläne für die Saison 2020 weiterhin große Fortschritte machen und freuen uns, den Nürburgring in den überarbeiteten Terminen begrüßen zu dürfen." Neben dem Nürburgring bestätigte die Formel 1 noch zwei weitere neue Rennen für die Formel 1-Saison 2020: Portimao in Portugal am 23. bis 25. Oktober 2020 sowie das italienische Imola vom 31. Oktober bis 1. November 2020. Der Nürburgring war zuletzt 2013 Gastgeber der Formel 1. Damals hatte Sebastian Vettel das Rennen gewinnen können. Ob er den Erfolg 2020 mit dem unterlegenen Ferrari wiederholen könnte, ist mehr als fraglich.
     
  • Vor der Corona-Krise sollte der Rennkalender der Formel 1 2020 um ein Rennen auf 22 Grands Prix aufgestockt werden. Vorgesehen war ein Comeback des Kurses im niederländischen Zandvoort, der letztmals 1985 im Kalender der Formel 1 zu finden war. Ein Rennen in Hanoi (Vietnam) hätte es zum ersten Mal gegeben. Der Straßenkurs wurde von Streckenarchitekt Hermann Tilke entworfen. Beide Strecken wird die Formel 1 wohl erst 2021 befahren. Von den übrigen 20 Kursen, die allesamt auch schon 2019 Teil der WM waren, mussten zehn im Laufe der Formel 1-Saison 2020 abgesagt werden.

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StreckeTerminSieger
Österreich (Spielberg)3.-5. JuliV. Bottas
Österreich (Spielberg)10.-12. JuliL. Hamilton
Ungarn (Hungaroring)17.-19. JuliL. Hamilton
Großbritannien (Silverstone)31. Juli-2. AugustL. Hamilton
Großbritannien (Silverstone)7.-9. AugustM. Verstappen
Spanien (Barcelona)14.-16. AugustL. Hamilton
Belgien (Spa)28.-30. AugustL. Hamilton
Italien (Monza)4.-6. SeptemberP. Gasly
Italien (Mugello)11.-13. SeptemberL. Hamilton
Russland (Sochi)25.-27. September-
Deutschland (Nürburgring)9.-11. Oktober-
Portugal (Portimao)23.-25. Oktober-
Italien (Imola)31. Oktober-1. November-
Türkei (Istanbul)13.-15. November-
Bahrain (Sakhir)27.-29. November-
Bahrain (Sakhir)4.-6. Dezember-
VAE (Abu Dhabi)11.-13. Dezember-

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Formel 1 2020: Die Teams & Fahrer

  • Am Rennwochenende in Monza (italien) wurde die Umbenennung des Renault-Werksteams in Alpine ab der Saison 2021 offiziell. Mit frischem Schwung, den französischen Nationalfarben und Fernando Alonso als Fahrer gehen die Franzosen in der kommenden Saison runderneuert an den Start. Auf den Motoren wird aber weiterhin das Renault-Logo prangen. Hintergrund ist die Neustrukturierung des Konzerns durch den neuen Vorstandschef Luca de Meo. Alpine wird zu einer von vier tragenden Säulen und in Zukunft von Cyril Abiteboul, dem Teamchef des Rennstalls, geleitet.
     
  • Sebastian Vettel wird Ferrari nach der Formel 1 2020 nach sechs Jahren verlassen. Während die Wechsel von Carlos Sainz und Daniel Ricciardo zu Ferrari beziehungsweise McLaren über die Bühne sind, sucht Vettel aber weiter nach einem neuen Cockpit. Das durch den Ricciardo-Wechsel bei Renault frei werdende Cockpit sicherte sich ein alter Bekannter: Fernando Alonso kehrt 2021 "für die nächsten Saisons" als Fahrer in die Königsklasse zurück, wie die Franzosen am 8. Juli 2020 mitteilten. Der Spanier wurde 2005 und 2006 mit Renault Weltmeister. Andere Rennställe setzen ihre Hoffnungen in eine jüngere Fahrer-Generation und können sich Vettel – selbst wenn er beim Gehalt Abstriche machen würde – ohnehin kaum leisten. So hat Mercedes-Teamchef Toto Wolff Vertragsverhandlungen mit dem viermaligen Weltmeister vorerst ausgeschlossen: "Wir stehen loyal zu unseren jetzigen Fahrern und wollen nicht in Verhandlungen treten zu einem Zeitpunkt, in dem die Saison noch nicht mal losgegangen ist", sagte er im Interview der Fernsehsender RTL und ntv. "Erst dann wird man über den Tellerrand schauen und bewerten, was gibt es noch für Möglichkeiten." Während Valtteri Bottas seinen Kontrakt kürzlich verlängerte, gilt Weltmeister Lewis Hamilton trotz auslaufenden Vertrags als gesetzt. Noch deutlicher äußerte sich Mercedes-Chef Källenius, der im Rahmen des ersten Rennens 2020 in Österreich bei RTL: "Wir stehen zu unseren zwei Fahrern, die wir jetzt haben." Auch für McLaren-Boss Zak Brown hat Vettel keine ernsthafte Rolle gespielt, wie der Amerikaner nach der Verpflichtung Ricciardos bekannt gab. Der McLaren-Boss kann sich durchaus vorstellen, dass der Heppenheimer seine Karriere nach der Formel 1-Saison 2020 beendet. Auch Red-Bull-Motorsport-Berater Helmut Marko vertritt diesen Ansatz: "Unglücklicherweise für ihn sind bei den Topteams die Plätze besetzt. Wenn sich für ihn nicht irgendwo eine Perspektive ergibt, dass er ein Team findet, das mittelfristig, also in ein zwei Jahren, an der Spitze mitfahren kann, glaube ich, dann tut er sich das nicht an in einem Mittelfeldteam und wird aufhören." Eine weitere Option könnte sich für Vettel beim künftigen Aston-Martin-Rennstall auftun: Toto Wolff wird seit dem Kauf von Aston-Aktien immer häufiger mit den Briten assoziiert. Zudem übernimmt der bisherige Mercedes-AMG-Chef Tobias Moers die Chefposition der britischen Nobelmarke. Dank der Investitionen der Stroll-Familie wäre jedenfalls genug Geld da, um Vettel zu verpflichten und ihm ein wettbewerbsfähiges Auto auf die Räder zu stellen. Aber auch die aktuellen Fahrer Perez und Stroll gelten bei Racing Point als sicher. Einen Wechsel in eine andere Rennserie halten viele dagegen für unwahrscheinlich: Die Formel E hatte Vettel öffentlich als "Käse" bezeichnet, in vielen anderen Kategorien ist dem Puristen vermutlich der Speed zu gering und die Technik zu komplex. Unter diesen Umständen käme höchtens noch die Indycar-Serie infrage, doch ein Wechsel in die USA wäre für den Wahl-Schweizer wohl keine Option. Vettel hatte zuletzt aber immer wieder angedeutet, dass er gerne in der Formel 1 bleiben würde.
     
  • Die Formel 1 2020 ist eine Saison der Kontinuität. Fast alle Fahrerpaarungen bleiben bestehen. Besonders die Top-Teams setzen auf Erfahrung. Hamilton und Bottas gehen für Mercedes an den Start, Sebastian Vettel und Charles Leclerc für Ferrari. Red Bull wechselte letztmals im Sommer 2019 einen Fahrer aus, als Pierre Gasly durch Alexander Albon ersetzt wurde. McLaren setzt auf das Duo Carlos Sainz jr. und Lando Norris. Renault stellt Daniel Ricciardo den Franzosen Esteban Ocon zur Seite, für den Nico Hülkenberg weichen musste. Der Deutsche konnte für die Formel 1-Saison 2020 auch bei der Konkurrenz kein neues Cockpit ergattern, aber bei Racing Point immerhin den an Corona erkrankten Sergio Perez für zwei Rennen vertreten. ToroRosso bekommt mit "AlphaTauri" lediglich einen neuen Namen. Racing Point mit seinen bekannten Fahrern Sergio Pérez und Lance Stroll wechselt selbigen erst kommende Saison und wird dann unter dem Namen "Aston Martin" firmieren. Auch Alfa Romeo und Haas vertrauen auf die Fahrer der vergangenen Saison. Robert Kubica, der 2019 sein Formel 1-Comeback feierte, verlässt dagegen Williams und wird zur Formel 1-Saison 2020 von Nicholas Latifi, dem einzigen Rookie im Fahrerfeld, ersetzt.
     
  • Die Teams und Autobauer der Formel 1 2020 kennt man allesamt schon aus der Vorsaison. Mercedes, Ferrari und Renault haben nicht nur eigene Teams, sondern beliefern auch weiterhin andere Rennställe mit Kundenmotoren. So gehen auch Racing Point und Williams mit Mercedes-Motoren an den Start, Alfa Romeo und Haas setzen auf Ferrari-Antriebe. McLaren vertraut wie schon in der Vorsaison auf Renault-Aggregate, wird jedoch ab 2021 auf den Mercedes-Antrieb umrüsten. Honda beliefert neben AlphaTauri (ehemals ToroRosso) auch den Red Bull-Rennstall.
     
  • Seit dem Start der Formel 1-Saison 2020 in Österreich am 5. Juli fährt Mercedes in einer neuen Farbkombination. Inspiriert von der "Black Lives Matter"-Bewegung ist der Silberpfeil nun schwarz lackiert. Die Boliden von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas werden am Halo außerdem den Aufruf "End Racism" tragen, um auf die ungerechte Behandlung farbiger Mitbürger aufmerksam zu machen. Im Zuge dieser Veränderungen will das Mercedes-Formel 1-Team in Zukunft verstärkt darauf achten, Minderheiten zu fördern und einzustellen. Der sechsfache Weltmeister Lewis Hamilton hatte sich im Vorfeld der Formel 1-Saison 2020 immer wieder für die Anti-Rassismus-Bewegung stark gemacht und ist nun stolz darauf, dass sein Arbeitgeber nachzieht: "Wenn wir die Richtung vorgeben und damit beginnen, für mehr Vielfalt innerhalb unseres Unternehmens zu sorgen, dann senden wir damit eine starke Botschaft und geben anderen das Selbstvertrauen, selbst den Dialog aufzunehmen, um zu sehen, wie sie Veränderungen herbeiführen können."

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WM-Stand in der Formel 1 2020: Punkte der Fahrer & Teams (Tabelle)

FahrerwertungTeamwertung
FahrerPunkteTeamPunkte
Lewis Hamilton (44)190Mercedes-AMG325
Valtteri Bottas (77)135  
Sebastian Vettel (5)17Ferrari66
Charles Leclerc (16)49  
Max Verstappen (33)110Red Bull Racing173
Alexander Albon (23)63  
Carlos Sainz (55)41McLaren F1106
Lando Norris (4)65  
Daniel Ricciardo (3)53Renault F183
Esteban Ocon (31)30  
Daniil Kwjat (26)10AlphaTauri Honda53
Pierre Gasly (10)43  
Sergio Pérez (11)44Racing Point92
Nico Hülkenberg (27)6  
Lance Stroll (18)57  
Kimi Räikkonen (7)2Alfa Romeo Racing4
Antonio Giovinazzi (99)2  
Romain Grosjean (8)0Haas F11
Kevin Magnussen (20)1  
George Russell (63)0Williams Racing0
Nicholas Latifi (6)0  

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Aktuelle Regeln zur Formel 1 2020

An der Formel 1 2020 nehmen zehn Teams teil, die bis zu vier Fahrer je Saison einsetzen dürfen. Bei jedem Grand Prix werden laut der aktuellen Regeln so viele Runden gefahren, dass eine Distanz von 305 Kilometern überschritten wird. Die Formel 1-Boliden müssen einschließlich Fahrer und Betriebsflüssigkeiten mindestens 745 Kilogramm wiegen. Für Bauteile gibt es ebenfalls Regeln: So darf das Energierückgewinnungssystem MGU-K maximal sieben, der zugehörige Motorgenerator MGU-H maximal vier Kilogramm wiegen. Pro Saison stehen den Teams pro Fahrzeug nur drei Exemplare aller Motorkomponenten zur Verfügung, bei der Energierückgewinnung oder der Batterie nur noch zwei. Der Sprit darf beim Rennstart höchstens 110 Kilogramm ausmachen, fünf Kilogramm mehr als bislang. Ab 2020 dürfen nur noch 0,25 statt der bisher erlaubten zwei Liter außerhalb des Monocoques gespeichert werden. Nachtanken ist nicht erlaubt. Zudem ist nur eine Spezifikation Motoröl je Rennwochenende erlaubt, die Füllmenge des Öltanks wird überwacht. Ab 2020 ist nur noch ein weiterer Zusatztank erlaubt, der inklusive aller Zuleitungen maximal 2,5 Liter groß sein darf. Weil der Rennkalender in der Saison 2020 ein Rennen ursprünglich ein Rennen mehr aufgewiesen hätte, dürfen die Teams eine zusätzliche MGU-K (Motor-Generator-United-Kinetic) einsetzen. Pirelli ist weiterhin der Reifenausstatter aller Teams und bietet Trocken-, Intermediates- und Regenreifen an. Pro Rennwochenende stehen verschiedene Mischungen bereit: P Zero Hard, P Zero Medium und P Zero Soft. Zwei der drei Mischungen müssen im Rennen mindestens eine Runde gefahren werden. Am Freitag des jeweiligen Rennwochenendes ist Training, am Samstag startet das Qualifying. Hier müssen die langsamsten Fahrer (Platz 16 bis 20) nach den ersten 18 Minuten von der Strecke. Nach der zweiten Qualifying-Einheit scheiden erneut die fünf langsamsten aus und die verbliebenen zehn Autos machen die Startpositionen unter sich aus. Pro Rennwochenende dürfen nur zwei Autos und pro Saison maximal drei Antriebsstränge verwendet werden. Das Getriebe darf zudem erst nach fünf Rennen mit Schadensnachweis getauscht werden. Die Zielflagge wurde erst 2019 durch ein LED-Signal ersetzt, kommt 2020 allerdings wieder zurück, nachdem auch die LED-Variante in Japan fehlerhaft war. Eine spannende Regeländerung ist das Verbot von Stellwänden bei den Testfahrten. Fans und Journalisten wäre so schon frühzeitig ein Einblick in die Technik der Formel 1-Saison 2020 ermöglicht worden – wären die Beschränkungen für die Personen wegen des Coronavirus aktuell nicht so streng. Mit dem Grand Prix in Monza greift eine neue Regelung, dass die Teams nur noch mit einer Motoreinstellung in der Qualifikation und im Rennen fahren dürfen. Der "Party-Modus", der für eine schnelle Quali-Runde zusätzliche Motorleistung freisetzt, fällt weg. Die erhoffte Eindämmung der dominierenden Silberpfeile konnte dadurch jedoch nicht erreicht werden.

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Die Zukunft der Formel 1: Autos, Fahrer & Reglement für 2022

  • Während die ersten Rennen der Formel 1 2020 nach der Coronakrise erfolgreich angelaufen sind, folgen weitere gute Nachrichten für alle Fans: Mit der Unterzeichnung des Concorde Agreements verpflichten sich alle zehn Teams, bis 2025 in der Königsklasse mitzufahren. Das garantiert den Organisatoren Planungssicherheit für die Zukunft der Formel 1, speziell für die geplanten Reglement-Änderungen ab 2022. Wegen der kostenintensiven Teilnahme an der Formel 1 hatten zuletzt Gerüchte von einem Ausstieg des Haas-Rennstalls gesprochen. Diese sind nun erst einmal aus dem Weg geräumt. Nicht zuletzt die Schritt für Schritt verringerte Budgetobergrenze und die Einführung von mehreren standardisierten Teilen sichert den kleineren Teams einen überschaubareren Kostenrahmen zu, damit sie auch über die Formel 1-Saison 2020 hinaus an der Königsklasse teilnehmen.
     
  • Das Coronavirus hat nicht nur Einfluss auf die Formel 1 2020, sondern auf die gesamte Zukunft der Königsklasse des Motorsports. Ferrari liebäugelt mit Einsätzen in weiteren Rennserien, sollte die Budgetobergrenze der Teams weiter verringert werden. In der britischen Zeitung "The Guardian" erklärt Teamchef Mattia Binotto, dass weitere Einsparungen in der Formel 1 bei Ferrari zum Stellenabbau führen würden, was in seinen Augen keine Option wäre. "Sollte es noch weiter runtergehen, wollen wir nicht in eine Position gebracht werden, nach anderen Optionen schauen zu müssen, wo wir unsere Renn-DNA entfalten können", erklärt der 50-Jährige. Demnach könnten zum Beispiel die Indycar-Serie sowie die Langstreckenmeisterschaft für die Scuderia interessant sein. Wegen der Corona-Krise war eine neue Diskussion über eine niedrigere Budgetgrenze in der Formel 1 entflammt. Die Teams hatten sich auf ein Limit von 138 Millionen Euro statt 161 geeinigt, was aber weder den kleineren Rennställen noch der FIA genug ist. Im Gespräch sind nun 110 Millionen Euro. Neben Ferrari hatte sich auch Red Bull gegen eine weitere Senkung der Kostenobergrenze ausgesprochen. Die Darstellung über eine angebliche Ausstiegsdrohung aus der Formel 1, wie ursprünglich auch an dieser Stelle berichtet, hat Ferrari hingegen zurückgewiesen. Teamchef Mattia Binotto habe in einem Interview "niemals erwähnt", dass die Scuderia die Königsklasse des Motorsports in der Debatte um die Budgetgrenze verlassen wolle.
     
  • Vor dem Großen Preis der USA 2019 hat die Formel 1 ihr Regelwerk zur Saison 2021 vorgestellt, die wegen der Corona-Krise nun jedoch erst 2022 in Kraft treten sollen. In diesem Zuge wurde unter anderem eine Kostenobergrenze von zunächst 175 Millionen Dollar (158 Millionen Euro) festgelegt, die dann in den Folgejahren kontinuierlich gesenkt werden soll. Davon ausgenommen sind die Reisekosten sowie die Gehälter der Fahrer und der drei Top-Mitarbeiter jedes Teams. Darüber hinaus werden die Rennwochenenden auf drei Tage verkürzt, indem der Medientag auf Freitag geschoben wird. So sollen künftig bis zu 25 Rennen pro Jahr möglich sein. Außerdem wird es ab 2022 ein neues Aerodynamik-Konzept geben, das durch eine Minimierung der Luftverwirbelungen für mehr Überholmanöver sorgen soll und es wird mehr stadardisierte Einheitsteile geben. Und: Das Minimalgewicht für die F1-Boliden soll von derzeit 743 auf 768 Kilogramm angehoben werden. Motorenseitig soll es bei den aktuellen V6-Hybrid-Motoren bleiben.
     
  • Nach der Ankündigung der Formel 1, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen, hat die FIA und die F1 im Januar 2020 den UN-Klimapakt unterzeichnet. Mit dem Eintritt in die UN-Bewegung "Sports for Climate Action Framework" verpflichtete sich der Formel-1-Rennzirkus für einen umfangreicheren Einsatz beim Klimaschutz. Auch Formel E und Extreme E sind Mitglied der UN-Bewegung. Das Hauptziel sei eine tief greifende Optimierung von Reisen und Logistik. Medienberichten zufolge waren diese 2018 zu 73 Prozent für den jährlichen CO2-Ausstoß der Formel 1 von rund 256.000 Tonnen verantwortlich. Die Rennautos selbst fahren mit effizienten Hybridmotoren und sollen durch Rennen sowie alle Testfahrten lediglich einen Anteil von 0,7 Prozent zur Gesamtbilanz beitragen. Eine Erhöhung des vorgeschriebenen Anteils an Biokraftstoff auf zehn Prozent soll weiter CO2 einsparen. Der Betrieb der Veranstaltungsstandorte mit erneuerbarer Energie ist ebenfalls ein Ziel der Formel 1 auf ihrem Weg zur Klimaneutralität 2030.

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Wo ist die Formel 1 2020 live zu sehen?

  • RTL überträgt die Formel 1 2020 live im deutschen Free-TV und im Stream über TVNow. Auch der Pay-TV-Sender Sky hält ein Rechte-Paket. Der Vertrag umfasst alle Rennwochenenden inklusive Trainings, Qualifyings und Rennen. Wer die Formel 1 bei TVNow oder Sky Go im Livestream sehen möchte, muss auf jeden Fall zahlen. Seit 2018 ist zudem das offizielle Streaming-Angebot der Formel 1 empfangbar. Wer von zuhause aus live dabei sein möchte, kann über F1.TV auf die Übertragung der Sessions, Live-Timings, Re-Lives, historische Rennen sowie Dokumentationen zugreifen. Das Angebot kostet im Monatsabo 7,99 Euro. Alternativ kann ein Jahresabo für 64,99 Euro abgeschlossen werden. Einzige Zahlmethode ist die Kreditkarte. Die günstigere Variante ist der Formel-1-TV-Access, der allerdings keine Live-Übertragung anbietet. F1-TV kann auch über die zugehörige App abgerufen werden.
     
  • Weil RTL nach der Formel 1-Saison 2020 aus der Übertragung der Königsklasse aussteigt, erhält Sky die Exklusivrechte zur Berichterstattung ab 2021. Der Pay-TV-Sender plant eine langfristige Offensive im Motorsport, dafür startet das Programm "Sky Sport F1". Unter anderem soll sogar schon in dieser Saison das Rahmenprogramm um Formel 3, Formel 2 und Porsche Supercup live übertragen werden. Sky sieht vor, vier ausgewählte Rennen pro Saison kostenlos für Jedermann zu übertragen. Als Hauptgrund für den Ausstieg aus der Formel 1 gibt RTL den extremen Wettbewerb um die TV-Rechte an, der Bezahl-Modelle wie Sky bevorzugt. Ein weiterer Grund für den Ausstieg mag auch der Abschied Sebastian Vettels von Ferrari gewesen sein. Sollte der viermalige Champion kein Cockpit bei einem anderen Rennstall finden, wäre die Formel 1 erstmals seit 1981 ohne deutschen Fahrer. RTL gibt an, sich nach der Formel 1-Saison 2020 voll auf die umfangreicheren Fußball-Rechte konzentrieren zu wollen.

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