Stauprognose: Aktuelle Verkehrslage am Wochenende Staugefahr auch nach Pfingsten

von Alexander Koch 22.05.2018
Inhalt
  1. ADAC-Stauprognose: Aktuelle Verkehrslage am Wochenende
  2. Verkehrslage 2018: Weitere Staus durch Bauarbeiten
  3. Viele Alpenpässe wieder offen
  4. Richtiges Verhalten im Stau
  5. Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
  6. Darf im Stau rechts überholt werden?
  7. Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
  8. Darf im Stau gewendet werden?
  9. Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
  10. Dürfen sich Motorradfahrer durchschlängeln?
  11. Dürfen Autofahrer im Stau aussteigen?
  12. Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

In der Stauprognose für das Wochenende nach Pfingsten, 25. bis 27. Mai 2018, rechnen ADAC und ACE weiterhin mit erheblichem Verkehr auf Deutschlands Fernstraßen. Das ist die aktuelle Verkehrslage am Wochenende!

Auch nach dem langen Pfingstwochenende müssen Autofahrer der neuesten Stauprognose zufolge mit Verzögerungen rechnen. Am kommenden Wochenende, 25. bis 27. Mai 2018, gehen in NRW die Ferien zu Ende, weshalb eine Rückreisewelle zu erwarten ist. Auch im Süden kann es laut ADAC zu unfreiwilligen Stopps kommen. Da in Bayern und Baden-Württemberg die Schulferien erst am 3. Juni 2018 enden, starten noch viele in den Urlaub, andere kehren dafür schon zurück. Der Auto Club Europa (ACE) geht davon aus, dass der Freitagnachmittag, 25. Mai 2018, ein Stauschwerpunkt wird. Pendler müssen sich dann wieder auf Verzögerungen einstellen. Aber auch am Samstag und Sonntag, 26. und 27. Mai 2018, kann Rückreiseverkehr die Fahrtzeiten verlängern. Zudem kann es auf den Fernstrecken in Richtung Küste und von Nord- und Ostsee Staus geben. Mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und Staus ist nach Angaben der Verkehrsclubs in den Großräumen Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Hamburg, Stuttgart und München sowie den Fernstraßen von und zur Nord- und Ostsee zu rechnen.

Aktuelle Stauprognose im Video:

 
 

ADAC-Stauprognose: Aktuelle Verkehrslage am Wochenende

  • A 1  Lübeck - Hamburg - Bremen - Dortmund - Köln
  • A 2  Berlin - Hannover - Dortmund
  • A 3  Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt/Main - Köln
  • A 5  Frankfurt/Main - Karlsruhe - Basel; beide Richtungen
  • A 6  Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - Nürnberg; beide Richtungen
  • A 7  Hamburg - Hannover - Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte; beide Richtungen
  • A 8  Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg; beide Richtungen
  • A 9  Nürnberg - München;  beide Richtungen
  • A 10 Berliner Ring
  • A 13 Dresden - Schönefelder Kreuz
  • A 19 Dreieck Wittstock/Dosse - Rostock
  • A 61 Ludwigshafen - Koblenz - Mönchengladbach
  • A 81 Würzburg - Heilbronn - Stuttgart - Singen; beide Richtungen
  • A 93 Kiefersfelden - Rosenheim; beide Richtungen
  • A 95 München - Garmisch-Partenkirchen; beide Richtungen
  • A 96 München - Lindau; beide Richtungen
  • A 99 Autobahnring München                      

In Österreich und in der Schweiz erwarten die Verkehrsclubs neben den Pendlerstaus auf den Transitrouten Stauungen – besonders an den Grenzen in Richtung Deutschland kann es zu Wartezeiten kommen. Besonders am Samstagvormittag, 26. Mai 2018, kann es sich laut ACE auf den Transitrouten stauen, genauso am Sonntag (27. Mai 2018) ab der Mittagszeit.

 

Verkehrslage 2018: Weitere Staus durch Bauarbeiten

Im Frühjahr 2018 herrscht auf Deutschlands Autobahnen Baustellen-Hochsaison. Bereits jetzt melden die Behörden 430 Projekte, Tendenz steigend. Im Vordergrund stehen dabei Brückensanierungen und Fahrstreifenerweiterungen. Die meisten Baustellen sind in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen (28 Prozent). Bayern (16 Prozent) und Hessen (12 Prozent) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Auf den klassischen fünf Fernreiserouten A 1, A 3, A 7, A 8 und A 9 müssen sich Autofahrer an mindestens 126 Stellen in Geduld üben. Allein 35 entfallen auf die A 1. Eine der längsten Baustellen befindet sich auf der A 7 Kassel - Fulda zwischen Homberg (Efze)  und Bad Hersfeld-West (rund 14 Kilometer). Groß ist die Dichte auch auf den Abschnitten A 1 Köln - Dortmund und Münster - Osnabrück, A 3 Köln - Bonn, A 7 Fulda - Würzburg,  A 9 Berlin - Halle/Leipzig und A 46 Düsseldorf - Wuppertal. Zu den Langzeitprojekten zählen unter anderem der mehrstreifige Ausbau der A3 Frankfurt - Würzburg - Nürnberg,  A 7 Flensburg - Hamburg, A 8 Stuttgart - Ulm und A 45 Hagen - Gießen. Hohe Staugefahr besteht bei Straßenarbeiten, bei denen Fahrstreifen wegfallen oder diese erheblich temporeduziert sind. Auch auf diesen Streckenabschnitten sind aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen mindestens bis zur Sommerreisezeit größere Engpässe zu erwarten:

  • A 1 Osnabrück Richtung Bremen zwischen Groß Ippener und Bremen-Arsten
  • A 5 Darmstadt - Frankfurt in beiden Richtungen zwischen Frankfurter Kreuz und Frankfurt am Main-Flughafen-Nord
  • A 6 Heilbronn - Nürnberg in beiden Richtungen zwischen Schwabach-West und Kreuz München-Süd
  • A 7 Hannover Richtung Hamburg zwischen Westenholz und Dorfmark
  • A 9 Berlin - Halle/Leipzig in beiden Richtungen zwischen Beelitz-Heilstätten und Beelitz
  • A 14 Halle - Magdeburg in beiden Richtungen zwischen Rastplatz Petersberg und Löbejün
  • A 72 Chemnitz - Leipzig in beiden Richtungen zwischen Borna-Süd und Borna-Nord
 

Viele Alpenpässe wieder offen

Viele Alpenpässe sind wieder für den Auto- und Motorradverkehr geöffnet. In der Schweiz sind Oberalp und Splügen bereits offen, der Flüelapass wird am 1. Mai 2018 auf der Nordseite freigegeben, meldet der ADAC. Mitte Mai 2018 folgt der Klausenpass, Ende des gleichen Monats sind Albula, Gotthard, San Bernardino und Umbrail an der Reihe, im Juni 2018 erst Furka und Susten. In Österreich sind die Großglockner Hochalpenstraße und die Nockalmstraße wieder befahrbar. Am Großglockner bleiben die beiden Stichstraßen zur Edelweißspitze und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aber noch geschlossen. In der ersten Maihälfte dürften auch die Maltatal Hochalmstraße und das Hahntennjoch wieder offen sein. Frühestens Ende Mai 2018 wird die Strecke über das Timmelsjoch geöffnet, der Sölkpass in der Steiermark bleibt sogar bis mindestens Juli dicht. In Italien steht das Stilfserjoch voraussichtlich ab Mitte Mai 2018 zur Verfügung. Der bei Motorradfahrern beliebte Gaviapass bleibt noch bis Anfang Juli 2018 geschlossen. In Frankreich dürften die meisten Passstraßen bis Ende Mai 2018 öffnen, bei Agnel, Iseran und Lombarde könnte es bis zum Juni 2018 dauern.

 

Richtiges Verhalten im Stau

Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrer immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen. Weitere Tipps zum richtigen Verhalten im Stau!

 

Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind denkbar einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der äußerst linken Spur und dem Fahrstreifen rechts daneben. Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro rechnen.

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Darf im Stau rechts überholt werden?

Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbei fahren. Rollt die linke Spur, darf der Autofahrer auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h Differenzgeschwindigkeit überholen. Allerhöchstens sind 80 km/h erlaubt! Wer schneller fährt, riskiert ein Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt.

 

Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?

Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert demzufolge eine Strafe in Höhe von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.

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Darf im Stau gewendet werden?

Nein! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert die Autofahrer dazu auf und leitet den Verkehr von der Autobahn ab. Bei eigenmächtigen Aktionen drohen empfindliche Straßen von bis zu 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

 

Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?

Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: Autofahrer sollen bis zum Hindernis vorfahren und sich dann in der anderen Spur einfädeln. Wer dabei Lücken absichtlich verschließt, muss mit 20 Euro Strafe rechnen.

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Dürfen sich Motorradfahrer durchschlängeln?

Nein, das dürfen sie nicht. Wenn sich Motorradfahrer im Stau dennoch zwischen Wagenreihen durchschlängeln, riskieren sie ein Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg. Es ist ihnen aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.

 

Dürfen Autofahrer im Stau aussteigen?

Die klare Antwort lautet: nein! Das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Rettungsweste tragen.

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Telefonieren statt Panne

 

Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Telefonieren, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe von 60 Euro und einem Punkt.

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