Staumelder: Verkehrslage zum Wochenende Staus aufgrund von Ausflügen und Baustellen

von AUTO ZEITUNG 17.09.2021
Inhalt
  1. Staumelder: Aktuelle Verkehrslage am kommenden Wochenende, 17. bis 19. September 2021
  2. Corona-Krise: Übersicht der Reiseauflagen in Europa & länderspezifische Regelungen (interaktive Karte)
  3. Bayern & Baden-Württemberg: Corona-Teststationen für heimkehrende Urlauber
  4. ADAC-Stauprognose: Baustellen-Schwerpunkte 2021
  5. Staus durch Bauarbeiten: Online-Übersicht der Bundesanstalt für Straßenwesen 
  6. Staubilanz 2020: Corona-Pandemie führt zu Rückgang der Staus
  7. Elektronisches Leitsystem soll Staus künftig verringern
  8. Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
  9. Richtiges Verhalten im Stau
  10. Kolonnenspringer gewinnen keine Zeit
  11. Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
  12. Darf im Stau rechts überholt werden?
  13. Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
  14. Darf im Stau gewendet werden?
  15. Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
  16. Dürfen sich Motorradfahrer:innen durchschlängeln?
  17. Darf man im Stau aussteigen?
  18. Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?
  19. Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Staumelder für das kommende Wochenende, 17. bis 19. September 2021: Die Verkehrsclubs rechnen wegen Tagesausflügen und vielen Baustellen mit teils verstopften Autobahnen und Nebenstrecken. Zudem: Sperrungen wegen Hochwasserschäden. Die Stauprognose verrät, wie sich die aktuelle Verkehrslage gestaltet.

 

Staumelder: Aktuelle Verkehrslage am kommenden Wochenende, 17. bis 19. September 2021

Die aktuelle Verkehrslage am kommenden Wochenende, 17. bis 19. September 2021, wird von Spätsommerurlauber:innen und Tagesausflügler:innen geprägt, die die Staugefahr erhöhen, meldet der Verkehrsclub ADAC. Der Grund: Mit gut 960 Baustellen deutschlandweit ist das Risiko von stockendem Verkehr hoch. Der Verkehrsclub AEC rechnet gerade in der Alpenregion bei gutem Wetter mit zähem Verkehr. Dazu kommt, dass die Kühe ins Tal zurückkehren und einige Straßen gesperrt werden. Klassische Urlaubsrouten wie Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken-, Rheintal und Gotthard-Route sind gerade in den Mittagsstunden staugefährdet. Kritisch ist es weiterhin in den Überschwemmungsgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aufgrund der Hochwasserschäden. Hier sollte man sich über die aktuelle Lage auf den Fernstraßen und Sperrungen informieren. Die Verkehrsclubs ADAC und AEC verweisen für die Reiseplanung auf Mobilitätsapps. Diese können ein frühes Umfahren von Staus ermöglichen. Zudem lässt sich damit ermessen, wann sich ein Umfahren auf einer Ausweichstrecke lohnen kann. Innerhalb Deutschlands empfiehlt der ACE, sich vor der Abfahrt über die unterschiedlichen Corona-Bestimmungen der jeweiligen Bundesländer zu informieren. Das gelte unbedingt auch für Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln bei Auslandsreisen. Informationen dazu gibt unter anderem das Auswärtige Amt. ACE-Tipp für den Gotthard-Tunnel: Wer länger als eine Stunde warten müsste, kann auch über die Ausweichroute Chur - San Bernardino (A 13) nachdenken. Über die Wartezeiten an den deutsch-österreichischen Grenzübergängen Walserberg, Kiefersfelden und Suben informiert die österreichische Infrastrukturgesellschaft Asfinag online. Wie die aktuelle Verkehrslage am kommenden Wochenende, 17. bis 19. September 2021, ausfällt, erläutert der Staumelder unten.

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  • A 1 Köln - Bremen - Hamburg - Lübeck
  • A 3 Frankfurt/Main - Nürnberg - Passau
  • A 5 Basel - Karlsruhe - Frankfurt/Main
  • A 6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
  • A 7 Füssen/Reutte - Ulm - Würzburg
  • A 8 Salzburg - München - Karlsruhe - Stuttgart
  • A 9 München - Nürnberg
  • A 61 Koblenz - Ludwigshafen
  • A 61 Mönchengladbach - Koblenz
  • A 81 Singen - Stuttgart - Heilbronn
  • A 93 Kufstein - Kiefersfelden - Inntaldreieck
  • A 95 Garmisch-Partenkirchen - München
  • A 96 Lindau - München
  • A 99 Umfahrung München

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Corona-Krise: Übersicht der Reiseauflagen in Europa & länderspezifische Regelungen (interaktive Karte)

Corona-Krise: Wer sich auf den Weg ins Auslang macht, sollte unbedingt die länderspezifischen Regelungen zur Corona-Epidemie beachten. Entsprechende Informationen finden sich etwa auf den Seiten der Bundesregierung und des Auswärtigen Amts. Darüber hinaus rät der Automobilclub von Deutschland (AvD) dazu, einen ausreichenden Vorrat an Mundschutz mit auf die Reise zu nehmen und auch Desinfektionsmittel im Reisegepäck mitzuführen. Um Urlauber:innen oder Geschäftsreisenden die Planung zu erleichtern, stellt die EU auf einer interaktiven Plattform jegliche Informationen für Reisen in Europa zusammen. So soll der Schutz der öffentlichen Gesundheit auch weiterhin gewahrt werden. Reisende müssen hierbei lediglich das gewünschte Zielland auswählen, um Informationen zu Einreisebestimmungen/-voraussetzungen, Quarantäne-Bedingungen, eventuellen Durchreisen und zur Bewegungsfreiheit im jeweiligen Land zu erhalten. Dabei werden sowohl Reisen mit dem Auto, als auch mit dem Bus, dem Motorrad, dem Zug, dem Flugzeug oder dem Schiff berücksichtigt. Die Informationen stehen in 24 Sprachen zur Verfügung und werden regelmäßig aktualisiert. >> Hier geht es zur Plattform Re-open EU

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Bayern & Baden-Württemberg: Corona-Teststationen für heimkehrende Urlauber

An mehreren grenznahen Fernstraßen in Bayern und Baden-Württemberg können sich heimkehrende Urlauber:innen seit August 2020 an Corona-Teststationen auf das Virus testen lassen. Der Test ist kostenlos – vorausgesetzt man nimmt innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft in Deutschland teil. Bislang sind acht Zentren auf Autobahn-Parkplätzen und Rastanlagen in Betrieb (Stand: 04. August 2020), an denen Abstriche genommen werden. Das Testergebnis soll dann nach 24 bis 48 Stunden vorliegen. So lange müssen sich vor allem Reiserückkehrer:innen aus Risiko-Gebieten in häusliche Quarantäne begeben. Je nach Auslastung sollen weitere Kapazitäten geschaffen werden können. Noch sind die Tests wie auch an Flughäfen und Bahnhöfen freiwillig, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat aber bereits angekündigt, dass sie für Rückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend werden sollen. Die Corona-Testzentren in der Übersicht:

  • A3 Rastanlage Donautal Ost
  • A 5 Parkplatz Brachfeld
  • A 5 Parkplatz Neuenburg
  • A 7 Parkplatz St. Jakob
  • A 8 Parkplatz Kemmental
  • A 8 Rastanlage Hochfelln Nord
  • A 81 Parkplatz Räthisgraben
  • A 93 Rastanlage Heuberg

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ADAC-Stauprognose: Baustellen-Schwerpunkte 2021

Der ADAC rechnet 2021 wieder mit Staus durch laufende oder geplante Großbaustellen. Der Autoclub nahm die ohnehin sehr stauträchtigen Hauptstrecken genauer unter die Lupe und listete jene auf, wo 2021 teilweise mehrere Dauerbaustellen hintereinander den Verkehr ausbremsen werden:

  • A1 Hagen - Köln
  • A1/A46 rund um das Kreuz Hilden
  • A3 Nürnberg - Würzburg
  • A3 südlich Regensburg
  • A3 Grenze Niederlande - Bottrop
  • A4 Hermsdorf - Pulsnitz
  • A6 Kreuz Weinsberg - Bad Rappenau
  • A7 Bad Hersfeld -  Kreuz Feuchtwangen/Crailsheim
  • A7 Göttingen - Hannover
  • A9 Dreieck Holledau - Ingolstadt
  • A10 nördlicher Berliner Ring
  • A45 Hagen - Gießen

Wenig von Staus betroffen sind alle Autobahnen, die eine Nummerierung mit drei Stellen haben. Ausdrücklich nannte der ADAC die A542 (Verbindung zwischen A59 und A3 bei Langenfeld im Rheinland), A659 (Verbindung zwischen A6 und A5 bei Mannheim) und A952 (Verbindung von der A95 nach Starnberg). Auf diesen Strecken zählte der ADAC 2020 nur eine Handvoll Staus. Unter den am stärksten belasteten Fernstraßen ganz vorn ist dagegen die A40 im Ruhrgebiet, weil ein Lkw-Brand eine Brücke beschädigt hatte und dies wochenlange Sperrungen und Bauarbeiten nach sich zog. Auf der A40 von Essen nach Duisburg zählte der ADAC 2020 6470 Staus.

 

Staus durch Bauarbeiten: Online-Übersicht der Bundesanstalt für Straßenwesen 

Eine neue Website zeigt Autofahrer:innen Dauerbaustellen auf der deutschen Autobahnen an. Über das Angebot lassen sich Informationen zu allen gemeldeten Dauerbaustellen grafisch abrufen, erklärt die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Filtereinstellungen ermöglichen, sich Baustellen zum Beispiel nur für bestimmte Bundesländer oder Straßen anzeigen zu lassen. Auch sind Kategorien wie "Baustellentyp", "Sperrungen" oder "Baustellenlänge" einstellbar. Die Nutzer können auch ein Feedback geben, zu den Baustellen selbst oder zur Meldung, wenn diese zum Beispiel fehlerhaft sein sollte, so die BASt. Auch eine Bewertung etwa zur Baustellenlänge sei möglich. >> Hier geht es zur Online-Baustellen-Übersicht

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Staubilanz 2020: Corona-Pandemie führt zu Rückgang der Staus

Die Corona-Pandemie hat zu einem drastischen Rückgang der Staus auf den deutschen Autobahnen geführt, wie aus der Staubilanz 2020 des ADAC hervorgeht. So registrierte der Automobilclub 2020 rund 513.500 Staus, etwa 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Außerdem waren die Staus der Auswertung zufolge auch deutlich kürzer als 2019: Die Gesamtdauer der Störungen ging um 51 Prozent zurück, die Zahl der Staukilometer reduzierte sich um 52 Prozent. Bereits mit Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 zählte der ADAC nur halb so viele Staukilometer wie im Februar. Im April lagen die registrierten Staukilometer dann nochmals um etwa 70 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Insgesamt registrierte der Club im April 2020 mit nur knapp 12.000 Staukilometern das geringste Stauaufkommen des Jahres. Mit den Corona-Lockerungen nahm der Verkehr wieder zu und die Staus wurden mehr. Staureichster Monat war 2020 der September mit rund 67.500 Staumeldungen bei einer Gesamtlänge von 103.000 Kilometern. Ab Oktober nahm das Stauaufkommen wieder spürbar ab, was an der Gesamtlänge der Staus von rund 73.000 Kilometern abzulesen ist. Mit den verschärften Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung ab November 2020 gingen die Zahlen weiter zurück. Im November und Dezember 2020 zählte der ADAC nur mehr rund 34.000 bzw. 33.000 Staukilometer. Der Rückgang beim Stauaufkommen ist übrigens sehr viel stärker als beim Verkehrsaufkommen. Weniger Dienstreisen und Homeoffice sowie coronabedingte Einschränkungen der Mobilität sorgten dort nur für eine Abnahme um rund ein Achtel im Jahresschnitt. Ebenso ist erkennbar, dass die Staubelastung in der Lockerungsphase wieder deutlich stärker zugenommen hat als es der Zuwachs des Verkehrsaufkommens vermuten lässt. Insbesondere auf hoch belasteten Autobahnen genügt demnach schon ein relativ geringer Rückgang des Verkehrs, um die Stausituation deutlich zu entschärfen. Deshalb ist laut ADAC das Verkehrs- und Baustellenmanagement für einen möglichst reibungslosen Verkehr weiter zu verbessern. Hier setzt der Automobilclub große Hoffnungen in die neue Autobahn GmbH des Bundes.

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Elektronisches Leitsystem soll Staus künftig verringern

Ein elektronisches Leitsystem soll künftig für weniger Staus und mehr Sicherheit auf Deutschlands Fernstraßen sorgen. 189 Autobahnmeisterein und je rund 40 Verkehrsleitzentralen und Außenstellen sollen so digital miteinander vernetzt werden. Zwei Schaltzentralen für die "intelligente Autobahn" entstehen dabei in Dresden und Frankfurt am Main. Das gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Anfang Juli 2020 bekannt. Der Verkehr soll künftig über die Landesgrenzen hinaus aus einer Hand gesteuert werden und etwa bei Unfällen frühzeitig umgeleitet werden können. Ab Ende September 2020 soll das Netz betriebsbereit sein und dann am 1. Januar 2021 offiziell an den Start gehen. Bis dahin fließen rund 35 Millionen Euro in den Aufbau. Grundlage für das elektronische Leitsystem ist ein bundesweites Glasfasernetz, das enorme Mengen von Daten gleichzeitig übertragen kann.

 

Mit intelligenten Apps Staus vermeiden

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps oder Apple Karten, gibt es viele spezialisierte Varianten. Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Wichtig: Die Verkehrslage-Funktion muss meist manuell aktiviert werden. Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation nutzen, bei der die aktuelle Verkehrssituation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden. Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen!

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Richtiges Verhalten im Stau

Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrer:innen immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen.

 

Kolonnenspringer gewinnen keine Zeit

Wer bei stockendem Verkehr häufig zwischen den Spuren wechselt, gewinnt keine messbare Zeit, erklärt der TÜV Thüringen. Vielmehr erhöhen solche Kolonnenspringer das Unfallrisiko. Und oftmals verlängerten sich die Staus aufgrund von Folgeunfällen.

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Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind denkbar einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der äußerst linken Spur und dem Fahrstreifen rechts daneben.

 

Darf im Stau rechts überholt werden?

Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbei fahren. Rollt die linke Spur, dürfen Autofahrer:innen auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h Differenzgeschwindigkeit überholen. Allerhöchstens sind 80 km/h erlaubt.

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Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?

Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert eine Strafe. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.

 

Darf im Stau gewendet werden?

Nein! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert dazu auf und leitet den Verkehr von der Fernstraße ab.

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Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?

Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: bis zum Hindernis vorfahren und sich dann in der anderen Spur einfädeln.

 

Dürfen sich Motorradfahrer:innen durchschlängeln?

Nein, das dürfen sie nicht. Es ist ihnen aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.

Ratgeber Motorrad: Überholen im Stau erlaubt?
Motorrad: Überholen im Stau erlaubt? Dürfen Motorradfahrer im Stau durch die Mitte fahren?

 

Darf man im Stau aussteigen?

Die klare Antwort lautet: nein! Das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Rettungsweste tragen.

 

Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?

Wer kennt die Situation nicht: Kaum ist Stau, drängt die Toilettenpause – ohne ein Rastplatz in Sicht. Ist also eine Pinkelpause am Böschungsrand der Autobahn eine Alternative? "Das Betreten der Fahrbahn ist generell verboten. Die Straßenverkehrsordnung macht hier keinerlei Ausnahmen", sagt Verkehrsexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen. Deshalb rät er generell davon ab, auszusteigen – geschweige denn, eine Pinkelpause einzulegen. Wer eine schwache Blase hat, sollte deshalb über die Anschaffung sogenannter Notfall- oder Taschen-WC nachdenken.

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Ratgeber: Seitenstreifen zum Telefonieren Telefonieren statt Panne

 

Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Telefonieren, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe.

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