Stauprognose: Aktuelle Verkehrslage zum Wochenende Zweite Reisewelle am Wochenende 20. bis 22. Juli

von Alexander Koch 16.07.2018
Inhalt
  1. ADAC-Stauprognose: Aktuelle Verkehrslage am Wochenende
  2. Staumelder 2018: Weitere Staus durch Bauarbeiten
  3. Viele Alpenpässe wieder offen
  4. Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
  5. Richtiges Verhalten im Stau
  6. Kolonnenspringer gewinnen keine Zeit
  7. Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
  8. Darf im Stau rechts überholt werden?
  9. Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
  10. Darf im Stau gewendet werden?
  11. Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
  12. Dürfen sich Motorradfahrer durchschlängeln?
  13. Dürfen Autofahrer im Stau aussteigen?
  14. Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Stauprognose: Die aktuelle Verkehrslage spitzt sich am kommenden Wochenende, 20. bis 22. Juli 2018, noch einmal zu. Die zweite Reisewelle trifft auf den ersten Rückreiseverkehr. Der Staumelder verrät, wo es zwickt!

Die aktuelle Verkehrslage: Am kommenden Wochenende, 20. bis 22. Juli 2018, nimmt der Reiseverkehr der Stauprognose des ADAC zufolge noch einmal zu. Im Norden der Niederlande beginnen die Ferien, aus Nordrhein-Westfalen rollt die zweite Reisewelle. In Deutschland müssen nur noch die Kinder in Bayern und Baden-Württemberg die Schulbank drücken. Auf den Rückreiserouten ist die Staugefahr inzwischen ebenfalls sehr groß. Viele Urlauber, vor allem aus Skandinavien, sind bereits auf dem Rückweg. Wer nicht im Dauerstau stehen möchte, dem empfiehlt der Autoclub für das kommende Wochenende, 20. bis 22. Juli 2018, über einen alternativen Reisetermin unter der Woche – zum Beispiel Dienstag oder Mittwoch – nachdenken. Für etwas Entspannung der aktuellen Verkehrslage sorgt lediglich das seit 7. Juli bis Ende August geltende, erweiterte Lkw-Fahrverbot, das nicht nur sonntags, sondern auch samstags zwischen 7 und 20 Uhr gilt.

ADAC-Stauprognose im Video:

 
 

ADAC-Stauprognose: Aktuelle Verkehrslage am Wochenende

  • Fernstraßen zur und von der Nord- und Ostsee
  • A 1 Köln - Dortmund - Bremen - Puttgarden
  • A 1 / A 3 / A 4 Kölner Ring
  • A 2 Dortmund - Hannover - Braunschweig - Berlin
  • A 3 Oberhausen - Köln - Frankfurt - Würzburg - Nürnberg - Passau
  • A 5 Hattenbacher Dreieck - Karlsruhe - Basel
  • A 6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
  • A 7 Hamburg - Flensburg
  • A 7 Hamburg - Hannover - Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte
  • A 8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg
  • A 9 München - Nürnberg - Berlin
  • A 10 Berliner Ring
  • A 11 Berlin - Dreieck Uckermark
  • A 19 Dreieck Wittstock/Dosse - Rostock
  • A 24 Berlin - Hamburg
  • A 45 Dortmund - Hagen - Gießen - Aschaffenburg
  • A 61 Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen
  • A 93 Inntaldreieck - Kufstein
  • A 95 / B 2 München - Garmisch-Partenkirchen
  • A 99 Umfahrung München

Stauprognose für das kommende Wochenende, 20. bis 22. Juli 2018, im benachbarten Ausland: Die Stauprognose reichnet auch dort mit noch volleren Straßen und Autobahnen. Zu den Problemstrecken zählen Tauern-, Brenner- und Gotthard-Route und die Fernstraßen zu den kroatischen Küsten. Staugefahr besteht bei der Einreise nach Deutschland an den drei Autobahnübergängen Suben (A 3 Linz - Passau), Walserberg (A 8 Salzburg - München) und Kiefersfelden (A 93 Kufstein - Rosenheim). Hier zur ADAC-Übersicht Staustrecken im Ausland.

 

Staumelder 2018: Weitere Staus durch Bauarbeiten

Im Frühjahr 2018 herrscht auf Deutschlands Autobahnen Baustellen-Hochsaison. Bereits jetzt melden die Behörden 430 Projekte, Tendenz steigend. Im Vordergrund stehen dabei Brückensanierungen und Fahrstreifenerweiterungen. Die meisten Baustellen sind in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen (28 Prozent). Bayern (16 Prozent) und Hessen (12 Prozent) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Auf den klassischen fünf Fernreiserouten A 1, A 3, A 7, A 8 und A 9 müssen sich Autofahrer an mindestens 126 Stellen in Geduld üben. Allein 35 entfallen auf die A 1. Eine der längsten Baustellen befindet sich auf der A 7 Kassel - Fulda zwischen Homberg (Efze)  und Bad Hersfeld-West (rund 14 Kilometer). Groß ist die Dichte auch auf den Abschnitten A 1 Köln - Dortmund und Münster - Osnabrück, A 3 Köln - Bonn, A 7 Fulda - Würzburg,  A 9 Berlin - Halle/Leipzig und A 46 Düsseldorf - Wuppertal. Zu den Langzeitprojekten zählen unter anderem der mehrstreifige Ausbau der A3 Frankfurt - Würzburg - Nürnberg,  A 7 Flensburg - Hamburg, A 8 Stuttgart - Ulm und A 45 Hagen - Gießen. Hohe Staugefahr besteht bei Straßenarbeiten, bei denen Fahrstreifen wegfallen oder diese erheblich temporeduziert sind. Auch auf diesen Streckenabschnitten sind aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen mindestens bis zur Sommerreisezeit größere Engpässe zu erwarten:

  • A 1 Osnabrück Richtung Bremen zwischen Groß Ippener und Bremen-Arsten
  • A 5 Darmstadt - Frankfurt in beiden Richtungen zwischen Frankfurter Kreuz und Frankfurt am Main-Flughafen-Nord
  • A 6 Heilbronn - Nürnberg in beiden Richtungen zwischen Schwabach-West und Kreuz München-Süd
  • A 7 Hannover Richtung Hamburg zwischen Westenholz und Dorfmark
  • A 9 Berlin - Halle/Leipzig in beiden Richtungen zwischen Beelitz-Heilstätten und Beelitz
  • A 14 Halle - Magdeburg in beiden Richtungen zwischen Rastplatz Petersberg und Löbejün
  • A 72 Chemnitz - Leipzig in beiden Richtungen zwischen Borna-Süd und Borna-Nord
 

Viele Alpenpässe wieder offen

Viele Alpenpässe sind wieder für den Auto- und Motorradverkehr geöffnet. In der Schweiz sind Oberalp und Splügen bereits offen, der Flüelapass wurde am 1. Mai 2018 auf der Nordseite freigegeben, meldet der ADAC. Mitte Mai 2018 folgte der Klausenpass, Ende des gleichen Monats sind Albula, Gotthard, San Bernardino und Umbrail an der Reihe gewesen, im Juni 2018 dann auch Furka und Susten. In Österreich sind die Großglockner Hochalpenstraße und die Nockalmstraße wieder befahrbar. Am Großglockner waren die beiden Stichstraßen zur Edelweißspitze und Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aber noch länger geschlossen. In der ersten Maihälfte wurden auch die Maltatal Hochalmstraße und das Hahntennjoch wieder geöffnet. Ende Mai 2018 wurde die Strecke über das Timmelsjoch geöffnet, der Sölkpass in der Steiermark bleibt sogar bis mindestens Juli dicht. In Italien steht das Stilfserjoch seit Mitte Mai 2018 zur Verfügung. Der bei Motorradfahrern beliebte Gaviapass bleibt noch bis Anfang Juli 2018 geschlossen. In Frankreich durften die meisten Passstraßen bis Ende Mai 2018 öffnen, bei Agnel, Iseran und Lombarde könnte es bis zum Juni 2018 dauern.

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Mit intelligenten Apps Staus vermeiden

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps oder Apple Karten, gibt es viele spezialisierte Varianten. Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Wichtig: Die Verkehrslage-Funktion muss meist manuell aktiviert werden! Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation nutzen, bei der die aktuelle Stau-Situation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden. Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Autofahrer-Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen!

 

Richtiges Verhalten im Stau

Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrer immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen. Weitere Tipps zum richtigen Verhalten im Stau!

 

Kolonnenspringer gewinnen keine Zeit

Wer bei stockendem Verkehr auf der Autobahn häufig zwischen den Spuren wechselt, gewinnt keine messbare Zeit, erklärt der TÜV Thüringen. Vielmehr erhöhen solche Kolonnenspringer das Unfallrisiko. Und oftmals verlängerten sich die Staus aufgrund von Folgeunfällen.

 

Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind denkbar einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der äußerst linken Spur und dem Fahrstreifen rechts daneben. Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro rechnen.

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Darf im Stau rechts überholt werden?

Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbei fahren. Rollt die linke Spur, darf der Autofahrer auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h Differenzgeschwindigkeit überholen. Allerhöchstens sind 80 km/h erlaubt! Wer schneller fährt, riskiert ein Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt.

 

Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?

Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert demzufolge eine Strafe in Höhe von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.

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Darf im Stau gewendet werden?

Nein! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert die Autofahrer dazu auf und leitet den Verkehr von der Autobahn ab. Bei eigenmächtigen Aktionen drohen empfindliche Straßen von bis zu 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

 

Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?

Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: Autofahrer sollen bis zum Hindernis vorfahren und sich dann in der anderen Spur einfädeln. Wer dabei Lücken absichtlich verschließt, muss mit 20 Euro Strafe rechnen.

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Dürfen sich Motorradfahrer durchschlängeln?

Nein, das dürfen sie nicht. Wenn sich Motorradfahrer im Stau dennoch zwischen Wagenreihen durchschlängeln, riskieren sie ein Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg. Es ist ihnen aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.

 

Dürfen Autofahrer im Stau aussteigen?

Die klare Antwort lautet: nein! Das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Rettungsweste tragen.

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Telefonieren statt Panne

 

Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Telefonieren, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe von 60 Euro und einem Punkt.

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