Staumelder: Aktuelle Verkehrslage zum Wochenende Staus durch Herbstausflügler

von Alexander Koch 17.09.2018
Inhalt
  1. Staumelder: ADAC zur aktuellen Verkehrslage am Wochenende
  2. Stauprognose 2018: Weitere Staus durch Bauarbeiten
  3. Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
  4. Richtiges Verhalten im Stau
  5. Kolonnenspringer gewinnen keine Zeit
  6. Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
  7. Darf im Stau rechts überholt werden?
  8. Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
  9. Darf im Stau gewendet werden?
  10. Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
  11. Dürfen sich Motorradfahrer durchschlängeln?
  12. Dürfen Autofahrer im Stau aussteigen?
  13. Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?
  14. Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Staumelder: Die aktuelle Verkehrslage wird am kommende Wochenende, 21. bis 23. September 2018, durch Herbstausflügler beeinflusst. Wo mit Staus zu rechnen ist, verrät die Stauprognose!

Zum Herbstanfang am kommenden Wochenende, 21. bis 23. September 2018, erwartet Autofahrer vielerorts nicht nur spätsommerliches Wetter, sondern auch Staus auf den Autobahnen. Das verrät der Staumelder von Auto Club Europa (ACE) und ADAC. Die prognostizierten Staus betreffen insbesondere Süddeutschland, die Strecken zu den Mittelgebirgen und denen zu den Küsten von Nord- und Ostsee. Zusätzlich tragen zahlreiche Baustellen und der übliche Pendlerverkehr am Freitag, 21. September 2018, zur Verkehrsdichte bei und stellen die Geduld der Autofahrer auf die Probe. Trotz des zunehmenden Verkehrs am kommenden Wochenende, 21. bis 23. September 2018, prognostiziert der ACE ein mittleres Staurisiko. Lokal rechnet der ADAC aufgrund des beginnenden Oktoberfestes (ab 22. September 2018) im Großraum München mit Störungen.  Mehr zum Thema: Auf diesen Autobahnen gilt Tempo 80

 

Staumelder: ADAC zur aktuellen Verkehrslage am Wochenende

Auf folgenden Strecken kann es am kommenden Wochenende, 21. bis 23. September 2018, zu Staus oder Behinderungen kommen:

  • A 1  Bremen - Hamburg und Köln - Bremen; beide Richtungen und Wittlich - Saarbrücken
  • A 2  Herten - Dortmund - Hannover - Berlin
  • A 3  Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt/Main - Köln - Oberhausen; beide Richtungen und Oberhausen -  Arnheim
  • A 4  Chemnitz - Dresden - Görlitz
  • A 5  Basel - Karlsruhe - Frankfurt/Main - Hattenbacher Dreieck; beide Richtungen
  • A 6  Kaiserslautern - Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
  • A 7  Flensburg - Hamburg; beide Richtungen und Hamburg - Hannover - Kassel - Würzburg - Ulm -Füssen/Reutte
  • A 8  Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg
  • A 9  München - Nürnberg - Berlin und Berlin - Halle/Leipzig und Hof - Nürnberg
  • A 10 Berliner Ring
  • A 11 Berliner Ring - Joachimsthal
  • A 13 Schönefelder Kreuz - Dresden
  • A 14 Magdeburg - Leipzig
  • A 24 Berliner Ring - Wittstock/Dosse
  • A 31 Emden - Leer - Lingen/Ems
  • A 43 Wuppertal - Recklinghausen; Vollsperrung zwischen Recklinghausen und Recklinghausen/Herten in beiden Fahrtrichtungen von Freitag, 21. September (20 Uhr) und  Montag, 24. September (5 Uhr)
  • A 45 Gambacher Kreuz - Siegen
  • A 61 Koblenz - Mönchengladbach
  • A 93 Inntaldreieck - Kufstein; beide Richtungen
  • A 95 München - Garmisch-Partenkirchen
  • A 96 München - Lindau
  • A 99 Umfahrung München  

Staus in den Nachbarländern Österreich & Schweiz: 

  • Österreich: Für Österreich rechnen die Autoclubs vor allem auf den Transitstrecken und den Zufahrten zu den Urlaubsgebieten der Alpen mit mehr Verkehr - besonders am Samstag und Sonntag, 22. und 23. September 2018. Allerdings dürften die Autofahrer besser durchkommen als zu Ferienzeiten. Dennoch gilt, sich auf Verzögerungen, etwa auch wegen Baustellen einzustellen. Als Staustrecken nennen die Clubs unter anderem die Autobahnen A 1 (West), A 9 (Pyhrn), A 10 (Tauern), A 12 (Inntal) und A 13 (Brenner).
  • Schweiz: Der Ausflugsverkehr wirkt sich auch auf den Schweizer Transitrouten und in den Urlaubsgebieten aus. Schwerpunkt ist neben der A 1 (St. Gallen - Zürich - Bern) die Gotthardautobahn (A 2), für die der ACE bei Bedarf die San-Bernardino-Route (A 13) als störungsfreiere Alternative nennt.

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Wenn die Fahrt zur Nervenpobe wird

 

Stauprognose 2018: Weitere Staus durch Bauarbeiten

Auf Deutschlands Autobahnen herrscht Baustellen-Hochsaison. Die Behörden melden 430 Projekte, Tendenz steigend. Im Vordergrund stehen dabei Brückensanierungen und Fahrstreifenerweiterungen. Die meisten Baustellen sind in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen (28 Prozent). Bayern (16 Prozent) und Hessen (12 Prozent) folgen auf den Plätzen zwei und drei. Auf den klassischen fünf Fernreiserouten A 1, A 3, A 7, A 8 und A 9 müssen sich Autofahrer an mindestens 126 Stellen in Geduld üben. Allein 35 entfallen auf die A 1. Eine der längsten Baustellen befindet sich auf der A 7 Kassel - Fulda zwischen Homberg (Efze)  und Bad Hersfeld-West (rund 14 Kilometer). Groß ist die Dichte auch auf den Abschnitten A 1 Köln - Dortmund und Münster - Osnabrück, A 3 Köln - Bonn, A 7 Fulda - Würzburg,  A 9 Berlin - Halle/Leipzig und A 46 Düsseldorf - Wuppertal. Zu den Langzeitprojekten zählen unter anderem der mehrstreifige Ausbau der A3 Frankfurt - Würzburg - Nürnberg,  A 7 Flensburg - Hamburg, A 8 Stuttgart - Ulm und A 45 Hagen - Gießen. Hohe Staugefahr besteht bei Straßenarbeiten, bei denen Fahrstreifen wegfallen oder diese erheblich temporeduziert sind. Auch auf diesen Streckenabschnitten sind aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen mindestens bis zur Sommerreisezeit größere Engpässe zu erwarten.

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Baustellen-Sommer auf Autobahnen

  • A 1 Osnabrück Richtung Bremen zwischen Groß Ippener und Bremen-Arsten
  • A 5 Darmstadt - Frankfurt in beiden Richtungen zwischen Frankfurter Kreuz und Frankfurt am Main-Flughafen-Nord
  • A 6 Heilbronn - Nürnberg in beiden Richtungen zwischen Schwabach-West und Kreuz München-Süd
  • A 7 Hannover Richtung Hamburg zwischen Westenholz und Dorfmark
  • A 9 Berlin - Halle/Leipzig in beiden Richtungen zwischen Beelitz-Heilstätten und Beelitz
  • A 14 Halle - Magdeburg in beiden Richtungen zwischen Rastplatz Petersberg und Löbejün
  • A 72 Chemnitz - Leipzig in beiden Richtungen zwischen Borna-Süd und Borna-Nord
 

Mit intelligenten Apps Staus vermeiden

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps oder Apple Karten, gibt es viele spezialisierte Varianten. Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Wichtig: Die Verkehrslage-Funktion muss meist manuell aktiviert werden! Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation nutzen, bei der die aktuelle Stau-Situation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden. Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Autofahrer-Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen!

 

Richtiges Verhalten im Stau

Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrer immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen. Weitere Tipps zum richtigen Verhalten im Stau!

 

Kolonnenspringer gewinnen keine Zeit

Wer bei stockendem Verkehr auf der Autobahn häufig zwischen den Spuren wechselt, gewinnt keine messbare Zeit, erklärt der TÜV Thüringen. Vielmehr erhöhen solche Kolonnenspringer das Unfallrisiko. Und oftmals verlängerten sich die Staus aufgrund von Folgeunfällen.

 

Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind denkbar einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der äußerst linken Spur und dem Fahrstreifen rechts daneben. Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro rechnen.

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Darf im Stau rechts überholt werden?

Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbei fahren. Rollt die linke Spur, darf der Autofahrer auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h Differenzgeschwindigkeit überholen. Allerhöchstens sind 80 km/h erlaubt! Wer schneller fährt, riskiert ein Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt.

 

Den Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?

Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert demzufolge eine Strafe in Höhe von 75 Euro und einem Punkt in Flensburg. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.

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Darf im Stau gewendet werden?

Nein! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert die Autofahrer dazu auf und leitet den Verkehr von der Autobahn ab. Bei eigenmächtigen Aktionen drohen empfindliche Straßen von bis zu 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

 

Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?

Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: Autofahrer sollen bis zum Hindernis vorfahren und sich dann in der anderen Spur einfädeln. Wer dabei Lücken absichtlich verschließt, muss mit 20 Euro Strafe rechnen.

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Dürfen sich Motorradfahrer durchschlängeln?

Nein, das dürfen sie nicht. Wenn sich Motorradfahrer im Stau dennoch zwischen Wagenreihen durchschlängeln, riskieren sie ein Bußgeld von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg. Es ist ihnen aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.

 

Dürfen Autofahrer im Stau aussteigen?

Die klare Antwort lautet: nein! Das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Rettungsweste tragen.

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Telefonieren statt Panne

 

Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?

Wer kennt die Situation nicht: Kaum ist Stau, drängt die Toilettenpause – ohne ein Rastplatz in Sicht. Ist also eine Pinkelpause am Böschungsrand der Autobahn eine Alternative? "Das Betreten von Autobahnen ist generell verboten. Die Straßenverkehrsordnung macht hier keinerlei Ausnahmen"», sagt Verkehrsexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen. Deshalb rät er generell davon ab, im Stau auszusteigen – geschweige denn, eine Pinkelpause einzulegen. Das könne mit einem Bußgeld von zehn Euro geahndet werden. Wer mit seiner Pinkelpause im Stau den Nachfolgeverkehr blockiert, dem drohen laut Bußgeldkatalog 30 Euro wegen eines Halts auf der Autobahn. Dauert das Geschäft länger und das Auto blockiert mehr als drei Minuten den Verkehr, gilt das als Parken auf der Autobahn – und wird mit einem Bußgeld von 70 Euro belegt. Obendrein ist in Deutschland das Urinieren in der Öffentlichkeit untersagt und wird von Städten und Kommunen unterschiedlich hart geahndet. Wer eine schwache Blase hat, sollte deshalb über die Anschaffung sogenannter Notfall- oder Taschen-WC nachdenken.

 

Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Telefonieren, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe von 60 Euro und einem Punkt.

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