Stauprognose für morgen und das Wochenende: Hier wird es voll!
Die Sommerferien sind nun auch in den letzten zwei Bundesländern vorbei, das Wochenende 25. bis 27. September 2026 dürfte also wieder etwas ruhiger sein, Verzögerungen drohen wegen Nachsaison-Reisenden, einzelnen Vollsperrungen oder dem Oktoberfest dennoch. Welche Strecken betroffen sind und wann die Reise vergleichsweise entspannt verläuft, zeigt die aktuelle Stauprognose.
Staumelder: Die Verkehrslage morgen und am Wochenende, 25. bis 27. September
Wer am Wochenende, 25. bis 27. September 2026, auf die Autobahn fährt, trifft auf eine typische Herbstlage: Insgesamt ist das Verkehrsaufkommen meist moderat, doch Baustellen und kurzfristige Engpässe können die Fahrtzeiten deutlich verlängern. Der ADAC rechnet vor allem bei freundlichem Wetter mit zusätzlichem Ausflugsverkehr. In der Nachsaison starten zudem nicht an Ferienzeiten gebundene Personen noch einmal Richtung Küsten, Berge oder zu einem spätsommerlichen Kurzurlaub.
Hinzu kommen nach der Hauptreisesaison auch wieder vermehrte Vollsperrungen einzelner Strecken. Ein zusätzlicher Treiber ist regionaler Großraumverkehr: Laut ADAC sorgt das Oktoberfest für zusätzliche Belastung rund um München – damit rücken neben der A99 auch die Zulaufstrecken im süddeutschen Raum stärker in den Fokus. Herbsttypische Risiken sind Nebel in den Morgenstunden, nasse Fahrbahnen, rutschiges Laub sowie früher einsetzende Dunkelheit – das erhöht die Unfallgefahr und kann bei Zwischenfällen schnell zu Staus führen.
Baustellen bleiben ein zentraler Staufaktor: Rund 1000 Baustellen und geplante Vollsperrungen sorgen deutschlandweit für zusätzliche Verzögerungen. Besonders beachten sollten Reisende eine Sperrung der A1 zwischen Bramsche und Neuenkirchen/Vörden oder auf der A7 zwischen Hamburg-Heimfeld und Hamburg-Stellingen je in beiden Richtungen. Beide Strecke sind in von Freitag, 25. September ab 22 Uhr, bis Montag, 28. September, 5 Uhr, vollständig gesperrt.
Die Verkehrslage in der tagesaktuellen Übersicht
Freitag: Am Freitagnachmittag und frühen Abend ist mit dem höchsten Verkehrsaufkommen des Wochenendes zu rechnen. Denn dann trifft der Pendelverkehr auf Kurzurlauber:innen und Wochenend-Reisende. Besonders stauanfällig sind die Ballungsräume sowie die klassischen Nord‑Süd‑Achsen und Autobahnen mit vielen Baustellen.
Samstag: Am Samstag bleibt das Verkehrsaufkommen meist moderat, kann aber auf den Anreiserouten in Richtung Ausflugsregionen zeitweise deutlich anziehen. Der ACE rechnet für Mitte September eine „Nachsaison“-Reisewelle und damit verstärktem Verkehr in Richtung Küsten oder Berge, entsprechend werden vor allem die Zufahrten Richtung Nord- und Ostsee sowie die Süd-Routen in Richtung Alpenrand stärker belastet sein. Verzögerungen entstehen vor allem an Baustellen und an bekannten Engpässen.
Sonntag: Am Sonntag nimmt der Rückreiseverkehr ab den Nachmittagsstunden zu. Dann wird es vor allem auf den Rückreiserouten Richtung Ballungsräume und auf stark belasteten Fernstrecken zähfließend. Bei gutem Wetter kommt zusätzlicher Ausflugsverkehr hinzu.
Tipps für die Reiseplanung
Deutlich entspannter reist es sich am Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs. Der Freitag ist als Reisetag besonders ungünstig, da Berufs- und Ferienverkehr aufeinandertreffen und bis in den späten Abend für Behinderungen sorgen können.
Wer am Wochenende starten muss, sollte möglichst früh am Morgen oder in der Nacht aufbrechen. Nachtfahrten erfordern jedoch hohe Konzentration, eine realistische Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Der Sonntag gilt noch als günstigster Reisetag, sofern die Fahrt am frühen Morgen beginnt.
Staugefährdete Autobahnen
A1 Köln – Dortmund – Münster – Bremen – Hamburg – Lübeck
A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Braunschweig – Magdeburg
A3 Oberhausen – Köln – Frankfurt/Main – Würzburg – Nürnberg – Passau
A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe und Dresden – Görlitz
A5 Basel – Karlsruhe – Frankfurt/Main
A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel – Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte
A8 Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – München – Salzburg
A9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München
A10 Berliner Ring
A95 München – Garmisch-Partenkirchen
A99 Autobahnring München
Vollsperrungen
A1 Osnabrück – Bremen in beiden Richtungen zwischen Bramsche und Neuenkirchen/Vörden von Freitag, 25. September, 22 Uhr, bis Montag, 28. September, 5 Uhr
A3 Frankfurt – Nürnberg in beiden Richtungen zwischen Würzburg-Heidingsfeld und Würzburg/Randersacker von Samstag, 26. September, 21 Uhr, bis Sonntag, 27. September, 4 Uhr
A7 Hannover – Flensburg in beiden Richtungen zwischen Hamburg-Heimfeld und Hamburg-Stellingen von Freitag, 25. September, 22 Uhr, bis Montag, 28. September, 5 Uhr
A8 Saarlouis – Luxemburg in beiden Richtungen zwischen Merzig-Wellingen und Perl-Borg von Freitag, 25. September, 19 Uhr, bis Sonntag, 27. September, 6 Uhr, täglich zwischen 19 Uhr und 6 Uhr
A42 Dortmund – Kamp-Lintfort in beiden Richtungen zwischen Herne-Baukau und Herne-Crange von Freitag, 25. September, 22 Uhr, bis Dienstag, 29. September, 11 Uhr
A44 Kassel – Eisenach, in beiden Richtungen zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West am Samstag, 26. September, von 8 bis 16 Uhr
A48 Koblenz – Dernbach in beiden Richtungen zwischen Bendorf/Neuwied und Dreieck Dernbach von Freitag, 25. September, 20 Uhr, bis Montag, 28. September, 5 Uhr
A52 Mönchengladbach Richtung Düsseldorf zwischen Kreuz Neersen und Kreuz Kaarst, von Freitag, 25. September, 20 Uhr, bis Donnerstag, 1. Oktober, 5 Uhr
Langfristige Sperrungen
A7 Hamburg Richtung Hannover zwischen Maschener Kreuz/A39 und Horster Dreieck bis Freitag, 27. November, 17 Uhr
A27 Bremerhaven – Bremen in beiden Richtungen, zwischen Bremen-Horn/Lehe und Bremen-Vahr, bis 28. Oktober 2027, Mittwoch bis Donnerstag zwischen 22 und 5 Uhr
A40 Essen – Duisburg in beiden Richtungen zwischen Duisburg-Kaiserberg und Kreuz Duisburg von Donnerstag, 24. September, 21 Uhr, bis Montag, 5. Oktober, 5 Uhr
A44 Essen Richtung Düsseldorf zwischen Velbert-Nord und Hetterscheidt, Tunnel Birth, bis Montag, 12. Oktober, 20 Uhr
Baustellen-Schwerpunkte (Übersicht)
Der ADAC meldet aktuell rund 1000 Dauerbaustellen auf den Fernstraßen. Hinzu kommen kurzfristig eingerichtete Baustellen, die für zusätzliche Engpässe sorgen können. Eine Übersicht aktueller und geplanter Bauabschnitte bietet die interaktive Karte der Autobahn GmbH und der Baustellen-Check der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), wo Nutzende nach Strecke, Land und Baustellenart filtern können. Hier geht es zur interaktiven Baustellen-Übersicht der Autobahn GmbH.
Verkehr in Österreich & Schweiz
Verkehr in Österreich
In Österreich bleibt das Wochenende 25. bis 27. September 2026 vor allem auf den Nord-Süd-Transitstrecken stauanfällig. Der ADAC nennt als typische Problemkorridore weiterhin die Routen Richtung Italien und Slowenien – besonders rund um Tirol und Salzburg.
Ein zentraler Engpass ist die A13 Brennerautobahn: Hier sorgen die Arbeiten im Zuge der mehrjährigen Generalsanierung der Luegbrücke weiterhin für Einschränkungen. Auch auf der Reschenpassstraße B180 ist kurz vor Nauders wegen Bauarbeiten mit Verzögerungen zu rechnen. Dort entsteht ein überdachter Straßenabschnitt zum Schutz vor Steinschlag.
Besonders stark belastet sind:
A1 Westautobahn
A10 Tauernautobahn
A11 Karawankenautobahn von und nach Slowenien
A12 Inntalautobahn
A13 Brennerautobahn von und nach Italien
In Tirol gelten seit dem 1. Mai und noch bis einschließlich dem 1. November an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Abfahrtssperren und Lkw-Fahrverbote für den Transitverkehr. Betroffen sind Ausweichstrecken rund um Reutte, Kufstein und Innsbruck. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Reisende bei Stau auf Nebenstrecken durch Ortschaften ausweichen.
Verkehr in der Schweiz
In der Schweiz ist am Wochenende 25. bis 27. September 2026 eher mit moderatem Reiseverkehr zu rechnen, vor allem die Alpenquerungen bleiben aber stauanfällig. Die stärksten Belastungen treten typischerweise am Samstag tagsüber (Anreiseverkehr) sowie am Sonntag ab dem späten Vormittag bis in den Abend (Rückreise) auf.
Die Gotthardroute A2 bleibt der zentrale Stauschwerpunkt im September. Auch in der Nebensaison ist mit spürbarem Rückreiseverkehr Richtung Norden zu rechnen.
Besonders stark belastet sind:
A1 Bern – Zürich – St. Gallen
A2 Gotthardroute Lugano – Luzern – Basel
A3 Basel – Zürich – Chur
A13 San-Bernardino-Route Bellinzona – Chur
Grenzkontrollen
Wegen der stichprobenartigen Einreisekontrollen an der deutschen Grenze und des zunehmenden Rückreiseverkehrs sind weiterhin Wartezeiten möglich. Besonders betroffen sein können die Übergänge aus Österreich bei Suben an der A3, Walserberg an der A8 und Kiefersfelden an der A93.
Aktuelle Reisezeiten auf den wichtigen österreichischen Transitkorridoren lassen sich in Echtzeit auf der Internetseite der ASFINAG einsehen. Zusätzlich empfiehlt sich vor der Abfahrt ein Blick auf die aktuellen Verkehrsmeldungen.

Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht, in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps (Funktionen und Tipps wie Tricks hier) oder Apple Karten gibt es viele spezialisierte Varianten.
Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation (Nützliche Apps in der Übersicht) nutzen, bei der die aktuelle Verkehrssituation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden.
Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen, wenn man im Auto unterwegs ist.
Regeln auf der Autobahn: Richtiges Verhalten im Stau
Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrende immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen.
Wie reagiere ich richtig auf ein Stauende?
Sobald der Verkehr dichter wird, sollten Autofahrende den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unbedingt vergrößern und die Geschwindigkeit rechtzeitig sowie gleichmäßig verringern. Bei unübersichtlichen Situationen ist es im Zweifel besser, einmal zu viel als einmal zu wenig abzubremsen. Keinesfalls sollte zu forsch an ein Stauende (Diese Gefahren drohen hier) herangefahren werden. Auch von sofortigem, rabiaten Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus ist abzuraten. Und nicht zuletzt: Wer an ein Stauende heranfährt, sollte schnellstmöglich die Warnblinker anstellen und so gut es geht behutsam abbremsen. Schon wenn der Verkehr stockt, muss die Rettungsgasse gebildet werden (siehe nächster Absatz).
Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der Spur ganz links und dem Fahrstreifen rechts daneben.
Gilt der Sicherheitsabstand auch im Stau?
Grundsätzlich wird bei Staugefahr generell dazu geraten, das Tempo zu drosseln und den Abstand zum Vorausfahrenden etwas größer werden zu lassen. Normalerweise ist der halbe Tachowert in Metern richtig – also bei Tempo 100 mindestens 50 m Abstand. Nun gern etwas mehr. Zur Orientierung können Leitpfosten dienen, die im Abstand von 50 m stehen. Auch bei geringen Geschwindigkeiten oder Stop-and-Go-Verkehr muss genügend Abstand zum vorausfahrenden Wagen da sein. Hier sollte man je nach Tempo etwa drei Wagenlängen Distanz halten, um rechtzeitig auf einen plötzlichen Stillstand reagieren zu können, rät der TÜV Thüringen.
Spart stetiger Spurwechsel im Stau Zeit?
Klar, jeder hat es eilig, auch auf dem Weg in den Urlaub. Und gerade rollt die Kolonne auf der anderen Spur etwas schneller. Rasch den Blinker gesetzt und ab nach links und so schneller durch Stop-and-go und Stau? Nein, denn unnötige Spurwechsel bringen keinen messbaren Zeitgewinn. Sie erhöhen nur das Unfallrisiko, so die Sicherheitsexperten des TÜV Thüringen. Daher raten sie klar von solchem Kolonnenspringen ab. Zudem seien viele Autofahrende bei Stau schnell abgelenkt und bemerken den Lückenspringer möglicherweise zu spät, was das Risiko für Auffahrunfälle deutlich erhöht. Denn die Spurwechsel zwingen die Hinterherfahrenden immer wieder zum Bremsen, und auch das ständige Durchkreuzen der Rettungsgasse sei gefährlich.
Darf im Stau rechts überholt werden?
Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Rollt die linke Spur, dürfen Autofahrer:innen auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h höherer Geschwindigkeit überholen, aber nicht schneller als 80 km/h.
Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert eine Strafe. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.
Darf im Stau gewendet werden?
Nein, im Stau darf nicht gewendet werden! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert dazu auf und leitet den Verkehr von der Fernstraße ab.
Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: bis zum Hindernis vorfahren und dann in die andere Spur einfädeln.
Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?
Telefonieren am Steuer, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist und das Fahrzeug steht. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe.
Dürfen sich Motorradfahrende durchschlängeln?
Nein, Motorradfahrende dürfen sich im Stau nicht durch die Rettungsgasse durchschlängeln. Es ist Motorradfahrenden aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.
Darf man im Stau aussteigen?
Nein, das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Warnweste tragen.
Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?
Ausgerechnet im Stau drückt der halbe Liter Limonade von vorhin. Wohin aber austreten? Einfach mal kurz raus aus dem Auto und hinter der Leitplanke verschwinden? Erlaubt ist das laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht, informiert der Auto Club Europa (ACE). Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht. Daher auch nicht für einen kurzen Toilettengang. Auch das Anhalten auf dem Pannenstreifen außer eben bei Pannen, nach Unfällen ist tabu. Im Notfall darf man hier zwar halten. Etwa, wenn Motorradfahrer:innen im Sommer ein Hitzschlag droht. Ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall. Was aber soll und darf man nun tun? In der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend vorzubeugen: Dazu gibt es sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nehmen nicht viel Platz weg und es gibt verschiedene Exemplare – für Männer, Frauen und Kinder.
Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen. Aber nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Und: rollt der Verkehr wieder an, müssen alle Insass:innen wieder auf ihren Plätzen sein. Anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette ist nicht zu benutzen, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.
Tipp: Mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 km eine mindestens 15-minütige Erholungspause machen, die dann auch für einen Toilettengang genutzt werden kann. Mobilitäts-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die Blase einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.
ADAC
Automobil Club Europa (ACE)
ASFINAG
Touring Club Schweiz (TCS)
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
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