Stauprognose für morgen und das Wochenende: Hier wird es voll!
In weiteren Bundesländern beginnen die Sommerferien – das sorgt am Wochenende vom 10. bis 12. Juli 2026 für noch mehr Verkehr auf Deutschlands Autobahnen. Wann und wo es besonders voll wird, verrät unsere Stauprognose!
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Staumelder: Die Verkehrslage morgen und am Wochenende, 10. bis 12. Juli 2026
Am kommenden Wochenende, 10. bis 12. Juli 2026 wird es auf Deutschlands Autobahnen noch einmal deutlich voller. Mit Hamburg, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern starten weitere Bundesländer in die Sommerferien. Damit haben mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bayern nahezu alle Schüler:innen in Deutschland Schulfrei. Gleichzeitig haben in vielen europäischen Nachbarländern die Ferien begonnen oder laufen bereits. Entsprechend nimmt neben dem inländischen Urlauberverkehr auch der internationale Transitverkehr spürbar zu.
Die Verkehrslage in der tagesaktuellen Übersicht
Freitag: Die größte Staugefahr besteht am Freitagnachmittag und -abend, wenn Berufspendelnde und Urlaubsreisende gleichzeitig unterwegs sind. Vor allem auf den Hauptachsen in Richtung Küsten, Alpen und Mittelmeer sowie in den Ballungsräumen ist mit langen Verzögerungen zu rechnen. Zusätzlich bremsen bundesweit mehr als 1000 Autobahnbaustellen den Verkehr aus.
Samstag: Auch am Samstag bleibt das Verkehrsaufkommen hoch. Besonders am Vormittag sind die klassischen Reiserouten sowie die Strecken in Richtung der Naherholungsgebiete stark belastet. Im weiteren Tagesverlauf ist auf vielen Fernstraßen mit zäh fließendem Verkehr und längeren Staus zu rechnen.
Sonntag: Am Sonntag verläuft der Verkehr zunächst überwiegend ruhig. Am Nachmittag und Abend nimmt der Rückreiseverkehr aus den Urlaubs- und Ausflugsregionen jedoch deutlich zu. Trotz des Lkw-Fahrverbots sind auf den wichtigsten Rückreiserouten längere Verzögerungen möglich.
Tipps für die Reiseplanung
Wer seinen Reisetermin flexibel wählen kann, sollte besser unter der Woche am Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs losfahren. Wer am Wochenende unterwegs ist, sollte nach Möglichkeit früh am Morgen starten oder den Sonntag als Reisetag wählen. Der Freitag bleibt aufgrund der Kombination aus Berufs- und Reiseverkehr am stauanfälligsten.
Bei hochsommerlichen Temperaturen empfiehlt es sich außerdem, ausreichend Getränke mitzunehmen und regelmäßige Pausen einzuplanen. Im Stau sollte der Innenraum des Fahrzeugs möglichst kühl gehalten werden. Kinder und Tiere dürfen auch für kurze Zeit niemals im abgestellten Fahrzeug zurückgelassen werden.
Staugefährdete Autobahnen
A1 Hamburg – Bremen – Osnabrück – Dortmund – Köln
A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Berliner Ring
A3 Oberhausen – Köln – Frankfurt – Passau
A4 Aachen – Köln – Olpe sowie Dresden – Görlitz
A5 Kassel – Frankfurt – Karlsruhe – Basel
A6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
A7 Hamburg – Hannover – Kassel sowie Ulm – Füssen/Reutte
A8 Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
A9 Berlin – Halle/Leipzig – Nürnberg – München
A10 Berliner Ring
A20 Lübeck – Rostock
A23 Hamburg – Heide
A24 Hamburg – Schwerin – Berliner Ring
A81 Singen – Stuttgart – Heilbronn
A95 München – Garmisch-Partenkirchen
A96 Lindau – München
A99 Autobahnring München
Vollsperrungen
A7 Hamburg in Richtung Hannover zwischen Maschener Kreuz/A39 und Horster Dreieck, bis 17. Juli 2026
A44 Düsseldorf Richtung Essen zwischen Hetterscheidt und Velbert-Nord, bis 20. Juli, 10 Uhr (ab 20. Juli die Gegenrichtung bis 25. September)
A27 Bremerhaven – Bremen in beiden Richtungen, zwischen Bremen-Horn/Lehe und Bremen-Vahr, bis 28. Oktober 2027, Mittwoch bis Donnerstag zwischen 22 und 5 Uhr
A59 Düsseldorf Richtung Köln zwischen Dreieck Düsseldorf-Süd und Monheim, bis 30. September 2026
A565 Bonn Richtung Meckenheim zwischen Dreieck Bonn-Nordost und Kreuz Bonn-Nord bis auf Weiteres
A565 Meckenheim Richtung Bonn zwischen Kreuz Bonn-Nord und Bonn-Beuel bis auf Weiteres
Baustellen-Schwerpunkte (Übersicht)
Der ADAC meldet aktuell mehr als 1000 Baustellen auf den Fernstraßen. Eine Übersicht aktueller und geplanter Bauabschnitte bietet die interaktive Karte der Autobahn GmbH und der BaustellenCheck der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), wo Nutzer:innen nach Strecke, Land und Baustellenart filtern können. Hier geht es zur interaktiven Baustellen-Übersicht der Autobahn GmbH.
Verkehr in Österreich & Schweiz
Verkehr in Österreich
Auch auf den wichtigsten Reiserouten in Österreich müssen Urlauber Geduld mitbringen. Besonders staugefährdet sind:
A1 Westautobahn
A9 Pyhrn-Autobahn
A10 Tauern-Autobahn
A12 Inntal-Autobahn
A13 Brennerautobahn
Letztere bleibt aufgrund der Sanierungsarbeiten an der Luegbrücke besonders belastet. Ebenfalls stark frequentiert sind die Rheintal- und Walgauautobahn (A14), die Fernpassstraße (B179) sowie die Arlbergstraße (B197).
In Tirol startet zudem am Montag, 13. Juli, erneut die Blockabfertigung. Um den Ausweichverkehr durch Ortschaften zu verhindern, bleiben an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen zahlreiche Landes- und Gemeindestraßen in den Bezirken Innsbruck, Innsbruck-Land, Kufstein, Imst und Reutte für den Durchgangsverkehr gesperrt.
Verkehr in der Schweiz
In der Schweiz muss insbesondere auf der Gotthard-Route (A2) zwischen Basel und Chiasso mit langen Wartezeiten gerechnet werden. Auch die A1 zwischen Bern und St. Margrethen, die A3 von Basel nach Chur sowie die A13 über den San-Bernardino-Pass sind stark frequentiert.
Auch in Italien bleibt die Brennerautobahn A22 in Richtung Gardasee und Adria staugefährdet. Ebenso ist auf der Strecke von der Schweizer Grenze über Mailand bis Genua mit dichtem Reiseverkehr zu rechnen.
Grenzkontrollen
An den deutschen Grenzen ist weiterhin mit Wartezeiten durch bestehende Grenzkontrollen zu rechnen. Insbesondere an stark frequentierten Grenzübergängen kann sich die Einreise nach Deutschland verzögern. Für die aktuelle Verkehrslage empfiehlt sich ein Blick in die Verkehrsmeldungen kurz vor der Abfahrt.

Mit intelligenten Apps Staus vermeiden
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht, in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps (Funktionen und Tipps wie Tricks hier) oder Apple Karten gibt es viele spezialisierte Varianten.
Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation (Nützliche Apps in der Übersicht) nutzen, bei der die aktuelle Verkehrssituation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden.
Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen.
Regeln auf der Autobahn: Richtiges Verhalten im Stau
Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrende immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen.
Wie reagiere ich richtig auf ein Stauende?
Sobald der Verkehr dichter wird, sollten Autofahrende den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unbedingt vergrößern und die Geschwindigkeit rechtzeitig sowie gleichmäßig verringern. Bei unübersichtlichen Situationen ist es im Zweifel besser, einmal zu viel als einmal zu wenig abzubremsen. Keinesfalls sollte zu forsch an ein Stauende (Diese Gefahren drohen hier) herangefahren werden. Auch von sofortigem, rabiaten Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus ist abzuraten. Und nicht zuletzt: Wer an ein Stauende heranfährt, sollte schnellstmöglich die Warnblinker anstellen und so gut es geht behutsam abbremsen. Schon wenn der Verkehr stockt, muss die Rettungsgasse gebildet werden (siehe nächster Absatz).
Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?
Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der Spur ganz links und dem Fahrstreifen rechts daneben.
Gilt der Sicherheitsabstand auch im Stau?
Grundsätzlich wird bei Staugefahr generell dazu geraten, das Tempo zu drosseln und den Abstand zum Vorausfahrenden etwas größer werden zu lassen. Normalerweise ist der halbe Tachowert in Metern richtig – also bei Tempo 100 mindestens 50 m Abstand. Nun gern etwas mehr. Zur Orientierung können Leitpfosten dienen, die im Abstand von 50 m stehen. Auch bei geringen Geschwindigkeiten oder Stop-and-Go-Verkehr muss genügend Abstand zum vorausfahrenden Wagen da sein. Hier sollte man je nach Tempo etwa drei Wagenlängen Distanz halten, um rechtzeitig auf einen plötzlichen Stillstand reagieren zu können, rät der TÜV Thüringen.
Spart stetiger Spurwechsel im Stau Zeit?
Klar, jeder hat es eilig, auch auf dem Weg in den Urlaub. Und gerade rollt die Kolonne auf der anderen Spur etwas schneller. Rasch den Blinker gesetzt und ab nach links und so schneller durch Stop-and-go und Stau? Nein, denn unnötige Spurwechsel bringen keinen messbaren Zeitgewinn. Sie erhöhen nur das Unfallrisiko, so die Sicherheitsexperten des TÜV Thüringen. Daher raten sie klar von solchem Kolonnenspringen ab. Zudem seien viele Autofahrende bei Stau schnell abgelenkt und bemerken den Lückenspringer möglicherweise zu spät, was das Risiko für Auffahrunfälle deutlich erhöht. Denn die Spurwechsel zwingen die Hinterherfahrenden immer wieder zum Bremsen, und auch das ständige Durchkreuzen der Rettungsgasse sei gefährlich.
Darf im Stau rechts überholt werden?
Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Rollt die linke Spur, dürfen Autofahrer:innen auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h höherer Geschwindigkeit überholen, aber nicht schneller als 80 km/h.
Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?
Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert eine Strafe. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.
Darf im Stau gewendet werden?
Nein, im Stau darf nicht gewendet werden! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert dazu auf und leitet den Verkehr von der Fernstraße ab.
Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?
Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: bis zum Hindernis vorfahren und dann in die andere Spur einfädeln.
Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?
Telefonieren am Steuer, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist und das Fahrzeug steht. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe.
Dürfen sich Motorradfahrende durchschlängeln?
Nein, Motorradfahrende dürfen sich im Stau nicht durch die Rettungsgasse durchschlängeln. Es ist Motorradfahrenden aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.
Darf man im Stau aussteigen?
Nein, das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Warnweste tragen.
Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?
Ausgerechnet im Stau drückt der halbe Liter Limonade von vorhin. Wohin aber austreten? Einfach mal kurz raus aus dem Auto und hinter der Leitplanke verschwinden? Erlaubt ist das laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht, informiert der Auto Club Europa (ACE). Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht. Daher auch nicht für einen kurzen Toilettengang. Auch das Anhalten auf dem Pannenstreifen außer eben bei Pannen, nach Unfällen ist tabu. Im Notfall darf man hier zwar halten. Etwa, wenn Motorradfahrer:innen im Sommer ein Hitzschlag droht. Ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall. Was aber soll und darf man nun tun? In der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend vorzubeugen: Dazu gibt es sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nehmen nicht viel Platz weg und es gibt verschiedene Exemplare – für Männer, Frauen und Kinder.
Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen. Aber nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Und: rollt der Verkehr wieder an, müssen alle Insass:innen wieder auf ihren Plätzen sein. Anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette ist nicht zu benutzen, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.
Tipp: Mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 km eine mindestens 15-minütige Erholungspause machen, die dann auch für einen Toilettengang genutzt werden kann. Mobilitäts-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die Blase einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.















