Ratgeber

Stauprognose für morgen und das Wochenende: Hier wird es voll!

In mehreren Bundesländern enden die Sommerferien, NRW startet in die letzte Ferienwoche. Am Wochenende, 21. bis 23. August 2026, rollt daher die Rückreisewelle und es drohen auf zahlreichen Autobahnen lange Verzögerungen. Welche Strecken betroffen sind und wann die Reise vergleichsweise entspannt verläuft, zeigt die aktuelle Stauprognose.

Symbolbild zeigt eine Autobahn mit Stau.Auf Pinterest merken
Wie voll es am kommenden Wochenende auf den Straßen hierzulande wird, sagt die AUTO ZEITUNG. Foto: Imago

Staumelder: Die Verkehrslage morgen und am Wochenende, 21. bis 23. August

Wer am kommenden Wochenende, 21. bis 23. August 2026, auf die Autobahn fährt, muss sich auf spürbar mehr Verkehr einstellen. In vielen Regionen laufen die Sommerferien noch, zugleich setzt in mehreren Bundesländern bereits die Rückreisewelle ein. Die Ferien enden in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen startet in die letzte Ferienwoche. ADAC und ACE rechnen daher mit erhöhtem Staurisiko – vor allem auf den klassischen Nord‑Süd‑Routen, in Richtung Alpen sowie rund um Ballungsräume und Baustellen.

Witterungseinflüsse spielen im August meist eine Nebenrolle, lokale Gewittern und Starkregen können aber immer wieder kurzfristig zu Unfällen und zähfließendem Verkehr führen. Baustellen bleiben ein zentraler Staufaktor, denn rund 1000 Baustellen und einzelne Sperrungen bremsen den Reiseverkehr ein. Für die aktuelle Routenplanung verweist die Autobahn GmbH auf ihre laufend aktualisierte Baustellenkarte. Punktuelle Grenzkontrollen insbesondere auf den Transitachsen Richtung Österreich und Schweiz Zeit kosten können.

Die Verkehrslage in der tagesaktuellen Übersicht

  • Freitag: Je nach Ferienlage in den Bundesländern ist bereits am Freitag mit der ersten Reisewelle des Wochenendes zu rechnen, Ende August aber insbesondere mit Ferienrückkehrer:innen. Besonders stauanfällig sind die Zeitfenster zwischen zehn und 14 Uhr. Am Nachmittag und frühen Abend kann der Verkehr auf den Hauptachsen ebenfalls dicht bleiben. Für eine tagesaktuelle Übersicht zu Staus, Baustellen und Sperrungen empfiehlt sich die Echtzeit-„Aktuelle Verkehrslage“ der Autobahn GmbH sowie die interaktive Baustellenkarte

  • Samstag: Der Samstag gilt als Hauptreisetag, daher wird ab dem Vormittag erneut mit einer ausgeprägten Rückreisewelle gerechnet. Mit starkem Verkehr ist auf den klassischen Urlaubsachsen Richtung Küsten und Alpen zu rechnen, zugleich nimmt der Rückreiseverkehr weiter zu. Entlastung kann es am sehr frühen Morgen oder in den Abendstunden geben, tagsüber bleibt die Staugefahr hoch.

  • Sonntag: Am Sonntag ist ab spätem Vormittag bis in den Abend hinein mit Rückreiseverkehr zu rechnen, häufig mit den längsten Verzögerungen am Nachmittag. Die Verkehrswelle rollt aber generell in Richtung Norden, bzw. von Nord- und Ostsee in Richtung Süden. In Richtung Transitrouten nach Italien oder den Balkan kann es zeitweise ebenfalls stocken, insgesamt aber weniger stark als an den staureichsten Wochenenden zuvor. Da das Sonntagsfahrverbot für Lkw aufgrund der niedrigen Pegelstände auf wichtigen Binnenfrachtschiffrouten in einigen Bundesländern – darunter Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz – ausgesetzt wurde, ist auch mit deutlich mehr Lkw auf den stark belasteten Verkehrsrouten zu rechnen. Hinzu kommt Ausflugsverkehr, der auch das nachgeordnete Straßennetz belasten kann.

Tipps für die Reiseplanung

Deutlich entspannter reist es sich am Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb des Berufsverkehrs. Der Freitag ist als Reisetag besonders ungünstig, da Berufs- und Ferienverkehr aufeinandertreffen und bis in den späten Abend für Behinderungen sorgen können.

Wer am Wochenende starten muss, sollte möglichst früh am Morgen oder in der Nacht aufbrechen. Nachtfahrten erfordern jedoch hohe Konzentration, eine realistische Selbsteinschätzung und regelmäßige Pausen. Der Sonntag gilt noch als günstigster Reisetag, sofern die Fahrt am frühen Morgen beginnt.

Staugefährdete Autobahnen

  • A1 Köln – Dortmund – Münster – Bremen – Hamburg – Lübeck

  • A2 Oberhausen – Dortmund – Hannover – Berlin

  • A3 Arnheim – Oberhausen – Köln – Frankfurt/Main – Würzburg – Nürnberg – Passau

  • A4 Heerlen/Aachen – Köln – Olpe sowie Chemnitz – Dresden – Görlitz

  • A5 Hattenbacher Dreieck – Frankfurt/Main – Karlsruhe – Basel

  • A6 Kaiserslautern – Mannheim – Heilbronn – Nürnberg

  • A7 Flensburg – Hamburg – Hannover – Kassel – Würzburg – Ulm – Füssen/Reutte

  • A8 Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – München – Salzburg

  • A9 Berlin – Leipzig – Nürnberg – München

  • A10 Berliner Ring

  • A11 Berliner Ring – Kreuz Uckermark – Stettin

  • A12 Berliner Ring – Frankfurt/Oder

  • A40 Venlo – Essen – Dortmund

  • A45 Dortmund – Gießen – Aschaffenburg

  • A61 Ludwigshafen – Koblenz – Mönchengladbach

  • A81 Würzburg – Heilbronn – Stuttgart – Singen

  • A93 Kiefersfelden – Rosenheim

  • A95 München – Garmisch-Partenkirchen

  • A96 München – Lindau

  • A99 Autobahnring München

Vollsperrungen​

  • A2 Hannover Richtung Dortmund zwischen Hamm und Kamener Kreuz von Freitag, 21. August, 21 Uhr, bis Montag, 24. August, 5 Uhr

  • A30 Amsterdam – Rheine in beiden Richtungen zwischen Nordhorn/Bad Bentheim und Schüttorf-Nord am Sonntag, 23. August, von 5 bis 15 Uhr

  • A40 Dortmund Richtung Essen in Höhe Kreuz Bochum von Freitag, 21. August, 20 Uhr, bis Montag, 24. August, 5 Uhr

  • A52 Düsseldorf Richtung Essen zwischen Dreieck Breitscheid und Essen-Kettwig von Freitag, 21. August, 21 Uhr, bis Montag, 24. August, 5 Uhr

  • A61 Ludwigshafen – Koblenz in beiden Richtungen zwischen Emmelshausen und Koblenz/Waldesch von Freitag, 21. August, 21 Uhr, bis Montag, 24. August, 5 Uhr

  • A93 Weiden – Regensburg in beiden Richtungen zwischen Pfreimd und Nabburg von Samstag, 22. August, 20 Uhr, bis Sonntag, 23. August, 6 Uhr

Langfristige Sperrungen

  • A27 Bremerhaven – Bremen in beiden Richtungen, zwischen Bremen-Horn/Lehe und Bremen-Vahr, bis 28. Oktober 2027, Mittwoch bis Donnerstag zwischen 22 und 5 Uhr

  • A44 Essen Richtung Düsseldorf zwischen Velbert-Nord und Hetterscheidt, Tunnel Birth von Dienstag, 21. Juli, 8 Uhr, bis Montag, 12. Oktober, 20 Uhr

  • A565 Bonn Richtung Meckenheim in beiden Richtungen zwischen Dreieck Bonn-Nordost und Kreuz Bonn-Nord (Nordbrücke) bis auf Weiteres

Baustellen-Schwerpunkte (Übersicht)

Der ADAC meldet aktuell rund 1000 Dauerbaustellen auf den Fernstraßen. Hinzu kommen kurzfristig eingerichtete Baustellen, die für zusätzliche Engpässe sorgen können. Eine Übersicht aktueller und geplanter Bauabschnitte bietet die interaktive Karte der Autobahn GmbH und der BaustellenCheck der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), wo Nutzende nach Strecke, Land und Baustellenart filtern können. Hier geht es zur interaktiven Baustellen-Übersicht der Autobahn GmbH.

Verkehr in Österreich & Schweiz

Verkehr in Österreich

Auf den österreichischen Transitachsen bleibt die Lage am Wochenende 21. bis 23. August 2026 vor allem vom Ferienreiseverkehr geprägt. Insbesondere am Samstagvormittag ist mit mehr Verkehr in Richtung Süden (Italien/Kroatien) und am Sonntagnachmittag durch Ferienrückkehrer:innen in Richtung Norden zu rechnen.

Besonders stark belastet sind:

  • A1 Westautobahn Salzburg – Wien

  • A2 Südautobahn Wien – Graz – Klagenfurt

  • A4 Ostautobahn Wien – Richtung Budapest

  • A9 Pyhrnautobahn Graz – Spielfeld

  • A10 Tauernautobahn Salzburg – Villach

  • A11 Karawankenautobahn Villach – Slowenien

  • A12 Inntalautobahn Kufstein – Innsbruck

  • A13 Brennerautobahn Innsbruck – Brenner

  • A14 Rheintalautobahn Staatsgrenze Deutschland – Feldkirch

Ebenfalls staugefährdet sind die Fernpassstraße B179 zwischen Füssen, Reutte und Nassereith sowie die Arlberg-Bundesstraße B197.

Auf der Brennerautobahn sorgen die Arbeiten im Zuge der mehrjährigen Generalsanierung der Luegbrücke weiterhin für Einschränkungen. Auch auf der Reschenpassstraße B180 ist kurz vor Nauders wegen Bauarbeiten mit Verzögerungen zu rechnen. Dort entsteht ein überdachter Straßenabschnitt zum Schutz vor Steinschlag.

In Tirol gelten seit dem 1. Mai an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Abfahrtssperren und Lkw-Fahrverbote für den Transitverkehr. Betroffen sind Ausweichstrecken rund um Reutte, Kufstein und Innsbruck. Die Maßnahmen sollen verhindern, dass Reisende bei Stau auf Nebenstrecken durch Ortschaften ausweichen.

Verkehr in der Schweiz

Auch in der Schweiz macht sich der starke Transitverkehr bereits ab Freitagnachmittag bemerkbar. Neben der A1 zwischen Bern, Zürich und St. Gallen sowie der A3 zwischen Basel, Zürich und Chur ist besonders die Gotthardroute A2 betroffen.

Besonders stark belastet sind:

  • A1 Bern – Zürich – St. Gallen

  • A2 Gotthardroute Lugano – Luzern – Basel

  • A3 Basel – Zürich – Chur

  • A13 San-Bernardino-Route Bellinzona – Chur

Die Gotthardroute A2 bleibt der zentrale Stauschwerpunkt im August. Der Touring Club Schweiz (TCS) rechnet im August mit starkem Rückreiseverkehr Richtung Norden ab Mitte August – entsprechend ist auch am Wochenende 21. bis 23. August mit längeren Wartezeiten vor allem am Sonntag zu rechnen, wenn viele Rückreisen gebündelt stattfinden. Dabei verlagern sich die Staus typischerweise vom Nordportal des Gotthard‑Straßentunnels im Juli zum Südportal im August. Der TCS empfiehlt für eine möglichst staufreie Rückreise vor allem Fahrten zwischen Montag und Donnerstag sowie Abfahrten früh morgens oder spät abends. An allen drei Tagen werden Wartezeiten zwischen eineinhalb und drei Stunden erwartet.

Zusätzlich können geplante nächtliche Sperrungen des Gotthard‑Straßentunnels für Unterhaltsarbeiten im August (unter der Woche, jeweils zwischen 23 und 5 Uhr) den Verkehr zeitweise auf Ausweichrouten wie den Pass verlagern und die Situation in den Randstunden beeinflussen.

Ab einer Wartezeit von etwa einer Stunde kommt die San-Bernardino-Route A13 als Alternative infrage. Allerdings ist auch dort mit hohem Verkehrsaufkommen und Verzögerungen zu rechnen.

Grenzkontrollen

Wegen der stichprobenartigen Einreisekontrollen an der deutschen Grenze und des zunehmenden Rückreiseverkehrs sind weiterhin Wartezeiten möglich. Besonders betroffen sein können die Übergänge aus Österreich bei Suben an der A3, Walserberg an der A8 und Kiefersfelden an der A93.

Aktuelle Reisezeiten auf den wichtigen österreichischen Transitkorridoren lassen sich in Echtzeit auf der Internetseite der ASFINAG einsehen. Zusätzlich empfiehlt sich vor der Abfahrt ein Blick auf die aktuellen Verkehrsmeldungen.

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Mit intelligenten Apps Staus vermeiden

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Apps für Mobilgeräte, die in Echtzeit Informationen über die Verkehrslage bieten und frühzeitig warnen, wenn man droht, in stehenden Verkehr zu geraten. Neben klassischen Karten-Apps wie Google Maps (Funktionen und Tipps wie Tricks hier) oder Apple Karten gibt es viele spezialisierte Varianten.

Die beiden Platzhirsche geben ein ziemlich gutes Echtzeitbild der Verkehrslage wieder. Sogar Staus vor Ampeln kann man erkennen. Verschiedene Farbtöne geben an, wie stark der Verkehr stockt. Besonders gut: Beide Apps lassen sich zur Navigation (Nützliche Apps in der Übersicht) nutzen, bei der die aktuelle Verkehrssituation mit einberechnet und bei Bedarf Bereiche mit erhöhtem Verkehrsaufkommen intelligent umfahren werden.

Ähnliche Funktionen bieten auch andere Anbieter wie Inrix, Here und Waze. Inrix punktet mit einer Prognose-Funktion und informiert mit einem Abfahrt-Alarm zum prognostiziert günstigsten Abfahrt-Zeitpunkt. Waze bietet ähnliche Funktionen, legt aber seinen Fokus verstärkt auf Vernetzung durch Anmeldung in der eigenen Community. Blitzer.de bietet ebenfalls eine gut funktionierende Warnung vor Staus und Baustellen. Immer zu beachten ist, dass alle genannten Programme nur online funktionieren und entsprechend Datenvolumen verbrauchen.

Regeln auf der Autobahn: Richtiges Verhalten im Stau

Staus sind lästig, bei längeren Fahrten aber kaum zu vermeiden. Deshalb sollten Autofahrende immer mit stockendem oder gar stehendem Verkehr rechnen, entsprechend mehr Zeit einkalkulieren und für den Fall einer Vollsperrung ausreichend Getränke oder Essen an Bord haben. Ist das Auto für den Urlaub vollgepackt, sollten zudem Warnweste und -dreieck griffbereit liegen und nicht erst aus den Untiefen des Kofferraums herausgeholt werden müssen.

Wie reagiere ich richtig auf ein Stauende?

Sobald der Verkehr dichter wird, sollten Autofahrende den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unbedingt vergrößern und die Geschwindigkeit rechtzeitig sowie gleichmäßig verringern. Bei unübersichtlichen Situationen ist es im Zweifel besser, einmal zu viel als einmal zu wenig abzubremsen. Keinesfalls sollte zu forsch an ein Stauende (Diese Gefahren drohen hier) herangefahren werden. Auch von sofortigem, rabiaten Abbremsen bei ersten Anzeichen eines Staus ist abzuraten. Und nicht zuletzt: Wer an ein Stauende heranfährt, sollte schnellstmöglich die Warnblinker anstellen und so gut es geht behutsam abbremsen. Schon wenn der Verkehr stockt, muss die Rettungsgasse gebildet werden (siehe nächster Absatz).

Wann muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Bei einem (drohenden) Stau muss die Rettungsgasse sofort gebildet werden – und nicht erst dann, wenn ein Einsatzwagen in Sicht- oder Hörweite ist. Fehlverhalten kann dabei wertvolle Zeit und Menschenleben kosten. Die Regeln für eine Rettungsgasse sind einfach: Bei einer zweispurigen Autobahn ist sie zwischen der linken und der rechten Spur zu bilden. Bei drei oder mehr Spuren verläuft sie zwischen der Spur ganz links und dem Fahrstreifen rechts daneben.

Gilt der Sicherheitsabstand auch im Stau?

Grundsätzlich wird bei Staugefahr generell dazu geraten, das Tempo zu drosseln und den Abstand zum Vorausfahrenden etwas größer werden zu lassen. Normalerweise ist der halbe Tachowert in Metern richtig – also bei Tempo 100 mindestens 50 m Abstand. Nun gern etwas mehr. Zur Orientierung können Leitpfosten dienen, die im Abstand von 50 m stehen. Auch bei geringen Geschwindigkeiten oder Stop-and-Go-Verkehr muss genügend Abstand zum vorausfahrenden Wagen da sein. Hier sollte man je nach Tempo etwa drei Wagenlängen Distanz halten, um rechtzeitig auf einen plötzlichen Stillstand reagieren zu können, rät der TÜV Thüringen.

Spart stetiger Spurwechsel im Stau Zeit?

Klar, jeder hat es eilig, auch auf dem Weg in den Urlaub. Und gerade rollt die Kolonne auf der anderen Spur etwas schneller. Rasch den Blinker gesetzt und ab nach links und so schneller durch Stop-and-go und Stau? Nein, denn unnötige Spurwechsel bringen keinen messbaren Zeitgewinn. Sie erhöhen nur das Unfallrisiko, so die Sicherheitsexperten des TÜV Thüringen. Daher raten sie klar von solchem Kolonnenspringen ab. Zudem seien viele Autofahrende bei Stau schnell abgelenkt und bemerken den Lückenspringer möglicherweise zu spät, was das Risiko für Auffahrunfälle deutlich erhöht. Denn die Spurwechsel zwingen die Hinterherfahrenden immer wieder zum Bremsen, und auch das ständige Durchkreuzen der Rettungsgasse sei gefährlich. 

Darf im Stau rechts überholt werden?

Tatsächlich darf im Stau oder stockendem Verkehr auch auf der Autobahn rechts überholt werden. Allerdings gibt es dafür zwei Voraussetzungen: Der Verkehr auf der linken Spur muss entweder stehen oder aber darf maximal 60 km/h fahren. Bei stehenden Autos darf der Verkehr auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Rollt die linke Spur, dürfen Autofahrer:innen auf der rechten Spur mit maximal 20 km/h höherer Geschwindigkeit überholen, aber nicht schneller als 80 km/h.

Standstreifen bis zur nächsten Ausfahrt nutzen?

Der Standstreifen ist ausschließlich für Pannenfahrzeuge gedacht. Wer den Standstreifen nutzt, um einen Stau bis zur nächsten Ausfahrt zu umfahren, riskiert eine Strafe. Ausnahmen von der Regel sind übrigens durch grüne Pfeile (meist über der Spur) oder entsprechende Schilder am Straßenrand gekennzeichnet.

Darf im Stau gewendet werden?

Nein, im Stau darf nicht gewendet werden! Auf der Autobahn ist wenden oder rückwärts fahren strengstens verboten, außer die Polizei fordert dazu auf und leitet den Verkehr von der Fernstraße ab.

Spur gesperrt: Wie verhält man sich richtig?

Ist ein Fahrstreifen blockiert, gilt das Reißverschlussverfahren. Heißt: bis zum Hindernis vorfahren und dann in die andere Spur einfädeln.

Ist im Stau Telefonieren am Steuer erlaubt?

Telefonieren am Steuer, das besagt die Straßenverkehrsordnung ganz klar, ist nur erlaubt, wenn der Motor ausgeschaltet ist und das Fahrzeug steht. Diese Regelung gilt auch für den Stau. Sollte der Motor also noch laufen, muss eine Freisprechanlage aktiv sein. Andernfalls droht eine Strafe.

Dürfen sich Motorradfahrende durchschlängeln?

Nein, Motorradfahrende dürfen sich im Stau nicht durch die Rettungsgasse durchschlängeln. Es ist Motorradfahrenden aber erlaubt, bei ausreichend Seitenabstand links zu überholen.

Darf man im Stau aussteigen?

Nein, das Aussteigen ist nach der Straßenverkehrsordnung § 18 Absatz 9 Satz 1 eindeutig untersagt. Die einzige Ausnahme bildet die Sicherung einer Unfallstelle. Das Verbot gilt natürlich auch bei längeren Staus oder Vollsperrungen, selbst wenn die Polizei in solchen Fällen gerne mal ein Auge zudrückt. Wer in diesem Falle trotzdem aussteigen möchte, sollte unbedingt nahe am Auto bleiben und idealerweise eine Warnweste tragen.

Ist eine Pinkelpause auf der Autobahn erlaubt?

Ausgerechnet im Stau drückt der halbe Liter Limonade von vorhin. Wohin aber austreten? Einfach mal kurz raus aus dem Auto und hinter der Leitplanke verschwinden? Erlaubt ist das laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht, informiert der Auto Club Europa (ACE). Demnach dürfen Autobahnen nicht betreten werden, egal ob der Verkehr fließt oder steht. Daher auch nicht für einen kurzen Toilettengang. Auch das Anhalten auf dem Pannenstreifen außer eben bei Pannen, nach Unfällen ist tabu. Im Notfall darf man hier zwar halten. Etwa, wenn Motorradfahrer:innen im Sommer ein Hitzschlag droht. Ob zwei, vier oder mehr Räder: Der Toilettengang zählt generell nicht als Notfall. Was aber soll und darf man nun tun? In der Akut-Situation ist der Handlungsspielraum begrenzt. Deshalb rät der ACE dringend vorzubeugen: Dazu gibt es sogenannte Notfalltoiletten oder Taschen-WCs. Die nehmen nicht viel Platz weg und es gibt verschiedene Exemplare – für Männer, Frauen und Kinder.

Wer mit einem Wohnmobil im Stau steht und eine Toilette an Bord hat, darf diese benutzen. Aber nur im Stand und solange die Zündung aus ist. Und: rollt der Verkehr wieder an, müssen alle Insass:innen wieder auf ihren Plätzen sein. Anders verhält es sich mit einem Wohnanhänger mit WC: Dessen Toilette ist nicht zu benutzen, da dafür das Auto verlassen und die Autobahn betreten werden müsste.

Tipp: Mindestens alle zwei Stunden beziehungsweise alle 200 km eine mindestens 15-minütige Erholungspause machen, die dann auch für einen Toilettengang genutzt werden kann. Mobilitäts-Apps mit Echtzeitdaten können zudem verhindern helfen, dass man in einen langen Stau gerät und die Blase einer unnötigen Belastungsprobe ausgesetzt wird.