Aktueller Benzinpreis/Dieselpreis: Billiger tanken Der Benzinpreis fällt um zwei Cent

von Sven Kötter 26.11.2021
Tanken (Symbolbild)
Ende November 2021 fällt der Benzinpreis nach langer Zeit erstmals wieder, die Differenz zum Dieselpreis wird geringer. Wir nennen Möglichkeiten, beim Tanken zu sparen. Foto: BauerStock
Inhalt
  1. Aktueller Benzinpreis & Dieselpreis im November 2021
  2. Tipps & Tricks: So günstig tanken
  3. So setzt sich der Benzin- und Dieselpreis zusammen
  4. Ampel-Koalition prüft Steuerangleichung von Benzin & Diesel
  5. CO2-Preis erhöht Benzin- und Dieselpreis

Ende November 2021 haben sich Benzinpreis und Dieselpreis angenähert, Benzin und Diesel ist sogar leicht günstiger geworden. Wir verraten simple Tricks, wie man billiger tanken kann.

 

Aktueller Benzinpreis & Dieselpreis im November 2021

Autofahrer:innen müssen sich auch Ende November 2021 weiterhin mit einem hohen Benzinpreis sowie Dieselpreis beschäftigen. Doch erstmals seit Monaten fällt der Benzinpreis wieder. Wie die Auswertung des ADAC ergeben hat, werden Ende November 2021 pro Liter E10 durchschnittlich 1,671 Euro fällig, das sind 2,1 Cent weniger als in der Vorwoche. Das Erreichen des absoluten Höchststands vom 13. September 2012 (1,709 Euro) in naher Zukunft könnte wegen der sinkenden Rohölpreise also nochmal abgewendet werden. Der Dieselpreis lag Ende November 2021 im bundesweiten Mittel bei 1,551 Euro pro Liter, kostet also 0,6 Cent weniger als in der Vorwoche. Der Preis liegt allerdings immer noch höher als der bisherige Höchststand von 2012 (1,555 Euro pro Liter Diesel), der erstmals Mitte Oktober 2021 übertroffen wurde. Die Differenz zwischen Benzin- und Dieselpreis schrumpft demnach und liegt aktuell bei zwölf Cent. Der Ölpreis ist Ende November 2021 gefallen: Ein Barrel der Sorte Brent kostet Ende November 2021 rund 78 US-Dollar. Für Unruhe könnte allerdings die Maßnahme der USA und von weiteren Ländern sorgen, die eigenen Ölreserven anzuzapfen, um die Preise zu drücken. Laut ADAC seien die Spritpreisniveaus an Tankstellen jedoch auch im Vergleich zu den Rohölnotierungen noch hoch. Autofahrer:innen sollen deshalb ihre Marktmacht zur Stärkung des Wettbewerbs gezielt einsetzen und beim Tanken möglichst preiswerte Tankstellen nutzen, empfiehlt der ADAC. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Tipps & Tricks: So günstig tanken

  • Ungeachtet der Preisentwicklungen an den Tankstellen empfiehlt der ADAC Fahrer:innen von Benzin-Autos nach Möglichkeit auf Super E10 umzusteigen. Das zahlt sich laut den Expert:innen gleich doppelt aus: Wenn alle Pkw, die E10 technisch vertragen, auch damit betankt würden, könnten in Deutschland bis zu drei Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Und auch finanziell lohnt sich E10 für die Autofahrer:innen. So kostet ein Liter Benzin mit dem bis zu zehnprozentigen Bio-Ethanol-Anteil im Schnitt fünf Cent weniger als Superbenzin, das bis zu fünf Prozent Bio-Ethanol enthält. Der deutliche Preisanstieg beim Tanken zum Jahreswechsel aufgrund der neuen CO2-Abgabe könne damit zu einem Gutteil aufgefangen werden.

  • Der ADAC betont, dass Autofahrer:innen Einfluss auf die Spritpreise haben können und billig(er) tanken können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen – etwa durch entsprechende Tank-Apps – und die günstigste Tankstelle anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an, um günstig tanken zu können: Aktuelle Auswertungen des ADAC zeigen, dass Tanken in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten ist. Wer am Wochenende sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Zwischen 18 und 22 Uhr sei der Benzinpreis und der Dieselpreis im Schnitt am günstigsten. Kartellamtschef Andreas Mundt rät zu Preisvergleichen bei den günstigsten Tankstellen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Tank-Apps oder Internet-Portale die aktuellen Preise abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle.

  • Der ADAC empfiehlt, vor längeren Autobahnreisen schon am Abfahrtsort zu tanken. Autofahrer:innen könnten demnach billiger tanken sparen: Nach einer 50-Liter-Tankfüllung verbleiben beim günstigeren Benzinpreis im Schnitt 10,70 Euro mehr im Geldbeutel, beim Dieselpreis sogar 11,90 Euro. An Tankstellen, die sich im Umkreis von Autobahnausfahrten befinden, liegen die Kraftstoffpreise der Preisanalyse zufolge immer noch gut zwei Cent höher als im restlichen Straßennetz abseits der Schnellstraßen. Für Autofahrer:innen, die während einer Autobahnreise tanken müssen oder wollen, können die oft nur weniger Hundert Meter neben der Ausfahrt liegenden Autohöfen daher eine preisgünstige Alternative sein. Preisunterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen fallen dem ADAC zufolge dabei eher gering aus und auch die Differenz zwischen Tankstellen im Autobahnnetz und denen im übrigen Straßennetz ist an allen Wochentagen ähnlich. 

  • Wer an Autobahntankstellen tankt, zahlt einen durchschnittlich rund 20 Cent teureren Benzinpreis oder Dieselpreis, wie eine deutschlandweite Preisanalyse des ADAC zeigt. Super E10 ist dabei an Autobahnen im Mittel um 21,4 Cent teurer als im übrigen Straßennetz, für Diesel wird durchschnittlich 23,8 Cent mhr berechnet. Gründe dafür sind unter anderem, dass Autobahntankstellen in der Regel an 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet sein müssen. Tankstellen jenseits der Autobahn dürfen hingegen schließen, wenn wenig los ist – was Kosten spart.

 

So setzt sich der Benzin- und Dieselpreis zusammen

Steuern machen beim aktuellen Benzinpreis und Dieselpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zugute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab. Mehr zum Thema: Einheitliche Kraftstoff-Kennzeichnung in der EU

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CO2-Abgabe auf den Benzin- und Heizölpreis (Video):

 
 

Ampel-Koalition prüft Steuerangleichung von Benzin & Diesel

Im Ende November 2021 vorgestellten Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP befindet sich auf Seite 162 eine interessante Passage: "Mit der Umsetzung der EU-Energiesteuerrichtlinie, die u. a. die steuerliche Angleichung von Dieselkraftstoff und Benzin vorsieht, werden wir die steuerliche Behandlung von Dieselfahrzeugen in der Kfz-Steuer überprüfen." Sollte auf die Überprüfung eine Umsetzung folgen, könnte sich der Dieselpreis stark verteuern. Auf Benzin werden momentan 65,4 Cent Energiesteuer erhoben, während es bei Diesel nur 47 Cent sind – eine Anhebung auf Benzin-Niveau könnte also eine Dieselpreis-Verteuerung von aktuell (November 2021) 18,4 Cent bedeuten.

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CO2-Preis erhöht Benzin- und Dieselpreis

Die Koalitionsspitzen von Union und SPD haben im September 2019 die Einführung eines CO2-Preises für den Ausstoß von Treibhausgasen beschlossen. Kabinett und Bundestag stimmten dem Gesetzentwurf zu. Das bedeutet für den Autofahrer:innen einen höheren Benzinpreis und Dieselpreis sowie für den Staatshaushalt Einnahmen in Höhe von 18,8 Milliarden Euro bis 2023. Expert:innen gehen davon aus, dass ein CO2-Preis von 35 Euro pro Tonne CO2 zum Beispiel Diesel an der Tankstelle um etwa elf Cent pro Liter verteuert, der Benzinpreis würde um nicht ganz zehn Cent ansteigen. Außerdem hat die große Koalition beschlossen, dass Benzin und Diesel ab 2021 um drei Cent teurer werden sollen, bis 2026 ist in einem zweiten Schritt die Erhöhung der Kraftstoffpreise um neun bis 15 Cent vorgesehen.

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