Aktueller Benzinpreis (November 2019): So sparen! Spritpreise gehen weiter zurück

von Alexander Koch 04.11.2019
Tanken (Symbolbild)
Foto: BauerStock
Inhalt
  1. Aktueller Benzinpreis im November 2019
  2. Autobahntankstellen durchschnittlich 20 Cent teurer
  3. Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis und CO2-Abgabe?
  4. So beim aktuellen Benzinpreis sparen
  5. Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet
  6. So setzt sich der Benzin- und Dieselpreis zusammen

Der aktuelle Benzinpreis geht auch Anfang November 2019 weiter zurück. Das ist der Grund! Und: An Autobahntankstellen zahlen Autofahrer rund 20 Cent mehr – Tipps zum Sparen!

 

Aktueller Benzinpreis im November 2019

Der Preistrend der Vormonate setzte sich beim aktuellen Benzinpreis auch Anfang November 2019 fort. Laut der monatlichen Marktauswertung des ADAC kostete ein Liter Super E10 kurz vor Beginn des November im Bundesdurchschnitt 1,384 Euro, das sind 1,3 Cent weniger als im September und ist zum fünften Mal in Folge weniger als im jeweiligen Vormonat. Diesel hingegen verteuerte sich gegenüber September um 0,3 Cent auf durchschnittlich 1,263 Euro je Liter. Das ist der zweite Preisanstieg in Folge. Die Preisdifferenz zwischen Super E10 und Diesel hat sich im Bundesmittel somit weiter verringert. Sie lag im Oktober bei 12,1 Cent je Liter, das ist der niedrigste Wert seit März. Dies liegt vor allem an der im Herbst starken Nachfrage nach Heizöl, die sich auf den Dieselpreis auswirkt. Demgegenüber blieb der Weltrohölmarkt im Vormonat ruhig. Die Notierungen für ein Barrel der Sorte Brent haben sich bei rund 60 Dollar eingependelt. Am preiswertesten konnte man zuletzt am 24. Oktober tanken. An diesem Tag mussten Autofahrer für einen Liter Super E10 durchschnittlich 1,370 Euro und für einen Liter Diesel 1,255 Euro bezahlen. Am teuersten war Super E10 im bundesweiten Mittel mit 1,398 Euro je Liter am 6. Oktober, bei Diesel wurde der Monatshöchststand mit 1,271 Euro je Liter am 1. Oktober erreicht. Mehr zum Thema: EU fordert einheitliche Kraftstoff-Kennzeichnung

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Autobahntankstellen durchschnittlich 20 Cent teurer

Wer an Autobahntankstellen tankt, zahlt durchschnittlich rund 20 Cent pro Liter mehr als an übrigen Zapfsäulen, wie eine deutschlandweite Preisanalyse des ADAC zeigt. Super E10 ist dabei an Autobahnen im Mittel um 21,4 Cent teurer als im übrigen Straßennetz, für Diesel wird durchschnittlich 23,8 Cent mehr berechnet. Als Gründe dafür nennt Tank & Rast die "strukturellen Rahmenbedingungen von Verkehrsknoten" wie Raststätten entlang der Autobahn, die in der Regel von Franchisepartner betrieben werden. Das Unternehmen hatte im Zuge der Privatisierung vor mehr als 20 Jahren fast alle Konzessionen für den Betrieb erhalten. Zu den besonderen Rahmenbedingungen zählten etwa, dass Autobahntankstellen in der Regel an 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet sein müssten. Tankstellen jenseit der Autobahn dürfen hingegen schließen, wenn wenig los ist – was Kosten spart. "Dementsprechend weisen die Raststätten auch eine andere Kosten- und Preissturktur auf als andere Dienstleistungskonzepte", erklärte Tank & Rast und verweis zudem auf die Mineralkonzerne. Diese allein legten die Preise für den Kraftstoff fest und spielen dan Schwarzen Peter wiederum zurück an Tank & Rast: Denn das Unternehmen versteigere seine Konzessionen schließlich an den Höchstbietenden. Das habe in den vergangenen Jahren "zu einer deutlich höheren finanziellen Grundlast für die Mineralölgesellschaften geführt", wie der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) erklärt. "Der Preisabstand zu Straßenstankstellen hat sich durch die Versteigerungen somit vergrößert." Der ADAC empfiehlt, vor längeren Autobahnreisen schon am Abfahrtsort zu tanken. Autofahrer könnten demnach so eine Menge Geld sparen: Nach einer 50-Liter-Tankfüllung verbleiben bei Super E10 im Schnitt 10,70 Euro mehr im Geldbeutel, bei Diesel sogar 11,90 Euro. An Tankstellen, die sich im Umkreis von Autobahnausfahrten befinden, liegen die Kraftstoffpreise der Preisanalyse zufolge immer noch gut zwei Cent höher als im restlichen Straßennetz abseits der Schnellstraßen. Für Autofahrer, die während einer Autobahnreise tanken müssen oder wollen, können die oft nur weniger Hundert Meter neben der Ausfahrt liegenden Stationen daher eine preisgünstige Alternative sein. Preisunterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen fallen dem ADAC zufolge dabei eher gering aus und auch die Differenz zwischen Tankstellen im Autobahnnetzt und denen im übrigen Straßennetz ist an allen Wochentagen ähnlich. 

 

Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis und CO2-Abgabe?

Steuererhöhung auf den aktuellen Benzinpreis? Ein erneuter Vorstoß kommt diesmal von der Präsidentin des Umweltbundesamtes. Maria Krautzberger schlägt vor, die Energiesteuer um einen CO2-Aufschlag zu ergänzen, aber im Umkehrschlugg beispielsweise die Ökostrom-Umlage (EEG) zu senken. "Wichtig ist, dass wir schnell damit beginnen, CO2 einen Preis zu geben", sagte die Behörden-Chefin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" am 30. Juni 2019. Zuletzt hatte die Arbeitsgruppe "Klimaschutz im Verkehr", die der Regierungskommission "Nationale Plattform Zukunft der Mobilität" angehört, der Bundesregierung im März 2019 in einem Zwischenbericht empfohlen, die Einführung einer CO2-Steuer zu prüfen. Das hätte zur Folge, dass sich Benzin und Diesel verteuern würden. Davon erhofft sich die Arbeitsgruppe zukünftig weniger Individualverkehr und die damit einhergehende Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Vorherige Entwürfe sahen konkreter vor, die Literpreise für Benzin- oder Dieselkraftstoffe bis 2030 mit je 52 Cent zusätzlich zu besteuern. Auch der Vorschlag, die Kfz-Steuer komplett auf den CO2-Ausstoß von Benzin- und Dieselmotoren umzustellen, stand zur Diskussion. Bundesumweltministerin Svenja Schulz wiederum hatte im Oktober 2018 eine neue CO2-Abgabe für diejenigen ins Spiel gebracht, die schädliches Treibhausgas ausstoßen. Diese Sonderabgabe solle auf die Benzin- und Heizölpreise aufgeschlagen werden. Entlastet werden sollen hingegen diejenigen, die zum Beispiel ein Elektroauto fahren. Zuvor plädierte auch schon das Bundesumweltministerium für eine Steuererhöhung auf den Benzin- und Dieselpreis. "Bei der Besteuerung von Energien muss nachjustiert werden", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth im Oktober 2018 im ARD-Mittagsmagazin. "Es kann doch nicht sein, dass wir den Strom, der immer erneuerbarer wird, höher besteuern, während wir die Energieträger Heizöl und Sprit relativ niedrig besteuern." Derzeit werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent.

CO2-Abgabe auf den Benzin- und Heizölpreis (Video):

 
 

So beim aktuellen Benzinpreis sparen

Angesichts des aktuellen Benzinpreises im Oktober 2018 betont der ADAC, dass Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten. Kartellamtschef Andreas Mundt rät zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle.

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Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet

ADAC-Mitglieder sparen beim Benzinpreis schon seit 2005 an ausgewählten Tankstellen, indem sie ihre Mitgliedskarte vorlegen. Dazu zählten bislang alle Shell- und Agip-Stationen in Deutschland. Mitglieder erhalten auf einen Liter Kraftstoff einen Rabatt von einem Cent. 2017 wurde der Bonus 40 Millionen mal genutzt. Ab Juli 2018 gilt die Rabattaktion auch an allen star-Stationen bundesweit. Damit haben ADAC-Mitglieder an jeder fünften Tanstelle des Landes die Möglichkeit des günstigeren Tankens – in Zeiten steigender Benzinpreise eine durchaus sinnvolle Rabattierung. Dennoch sollten ADAC-Mitglieder die Benzinpreise im Auge behalten: Zur falschen Uhrzeit tanken und der Bonus egalisiert sich wegen des teureren Benzinpreises.

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So setzt sich der Benzin- und Dieselpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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