Aktueller Benzinpreis (April 2019): Steuererhöhung Kraftstoffpreise steigen weiter an

von Max Sonnenburg 24.04.2019
Aktueller Benzinpreis (März 2019)
Foto: AUTO ZEITUNG
Inhalt
  1. Aktueller Benzinpreis im April 2019
  2. Darum war der Benzinpreis so hoch: Spritknappheit
  3. Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis und CO2-Abgabe?
  4. Benzinpreis: So kann man sparen 
  5. Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet
  6. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Der aktuelle Benzinpreis steigt zum Ende des April 2019 weiter an. Außerdem: Der Bundesrechnungshof bringt eine höhere Diesel-Besteuerung ins Spiel. Dieser Artikel wurde am 24.04.2019 aktualisiert!

Der aktuelle Benzinpreis steigt auch Ende April 2019 weiter an. Im Bundesdurchschnitt verteuerte sich der Preis für einen Liter Super E10 um 1,7 Cent auf 1,468 Euro. Ein Liter Diesel kostet durchschnittlich 1,294 Euro und verteuerte sich im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls um 1,7 Cent. Damit setzt sich der Aufwärtstrend des Benzinpreises weiter fort. Seit seinem Tiefstand im Januar 2019 ist der Benzinpreis um mehr als 16 Cent pro Liter gestiegen. Der Grund für den Anstieg ist unter anderem auf die strengeren US-Sanktionen gegen den Iran zurückzuführen, Ein Barrel der Rohölsorte Brent kostet derzeit auf über 74 Dollar. Ein weiterer Grund für die Verteuerung des aktuellen Benzinpreises im April 2019 ist der Euro, der im Vergleich zum US-Dollar leicht nachlässt. Mehr zum Thema: EU fordert einheitliche Kraftstoff-Kennzeichnung

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Aktueller Benzinpreis im April 2019

Der Benzinpreis im Ländervergleich
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Darum war der Benzinpreis so hoch: Spritknappheit

Grund für die Verteuerung des Benzinpreises bis November 2018 war vor allem die Spritknappheit in einigen Bundesländern, die auf die niedrigen Wasserstände des Rheins und seiner Nebenflüsse zurückzuführen ist. Entlang des Rheins sind besonders viele Raffinerien angesiedelt. Von dort gelangt der Kraftstoff per Schiff in die Tanklager und die Tankstellen. Aufgrund der niedrigen Pegelstände können die Binnenschiffer aber deutlich weniger laden, sodass die Schiffe teilweise nur die Hälfte der Ladung transportieren. Alternativ wird der Kraftstoff nun über die Straße und die Schiene zum Endverbraucher geliefert. Das führt dazu, dass die beförderte Menge sinkt und die Transportkosten steigen. Das zuständige Wirtschaftsministerium hat bereits größere Mengen Benzin, Diesel und Kerosin aus der nationalen Ölreserve freigegeben, um die Situation zu entspannen. Aber auch diese Reserve hat die Mineralölwirtschaft mittlerweile weitestgehend abgerufen. Zur Lösung des Problems haben die Landesregierungen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Tankwagen ausgesetzt. Bis zum 31. Mai 2019 müssen Benzin- und Heizöl-Transporte keine Ausnahmegenehmigung beantragen. Zusätzliche Transportfahrzeuge sollen aber nicht fahren. Weitere Gründe für den hohen Benzinpreis in 2018 waren Unsicherheiten am Rohölmarkt und das die Fördermenge innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zurückging. Der Opec-Staat Venezuela machte eine schwere Wirtschaftskrise durch, die für enorme Produktionsausfälle sorgte. So wurde deutlich weniger Rohöl gefördert als benötigt. Venezuela gilt als Land mit den angeblich höchsten Ölreserven der Welt. 

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Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis und CO2-Abgabe?

Steuererhöhung auf den aktuellen Benzinpreis? Die Arbeitsgruppe "Klimaschutz im Verkehr", die der Regierungskommission "Nationale Plattform Zukunft der Mobilität" angehört, empfiehlt der Bundesregierung in einem Zwischenbericht im März 2019, die Einführung einer CO2-Steuer zu prüfen. Das hätte zur Folge, dass sich Benzin und Diesel verteuern würden. Davon erhofft sich die Arbeitsgruppe zukünftig weniger Individualverkehr und die damit einhergehende Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Vorherige Entwürfe sahen konkreter vor, die Literpreise für Benzin- oder Dieselkraftstoffe bis 2030 mit je 52 Cent mehr als heute zu besteuern. Auch der Vorschlag, die Kfz-Steuer komplett auf den CO2-Ausstoß von Benzin- und Dieselmotoren umzustellen, stand zur Diskussion. Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulz hatte im Oktober 2018 bereits eine neue CO2-Abgabe für diejenigen ins Spiel gebracht, die schädliches Treibhausgas ausstoßen. Diese Sonderabgabe solle auf die Benzin- und Heizölpreise aufgeschlagen werden. Entlastet werden sollen hingegen diejenigen, die zum Beispiel ein Elektroauto fahren. Zuvor plädierte auch schon das Bundesumweltministerium für eine Steuererhöhung auf den Benzin- und Dieselpreis. "Bei der Besteuerung von Energien muss nachjustiert werden", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth im Oktober 2018 im ARD-Mittagsmagazin. "Es kann doch nicht sein, dass wir den Strom, der immer erneuerbarer wird, höher besteuern, während wir die Energieträger Heizöl und Sprit relativ niedrig besteuern." Derzeit werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent.

CO2-Abgabe auf den Benzin- und Heizölpreis (Video):

 
 

Benzinpreis: So kann man sparen 

Angesichts des aktuellen Benzinpreises im Oktober 2018 betont der ADAC, dass Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten. Kartellamtschef Andreas Mundt rät zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle.

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Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet

ADAC-Mitglieder sparen beim Benzinpreis schon seit 2005 an ausgewählten Tankstellen, indem sie ihre Mitgliedskarte vorlegen. Dazu zählten bislang alle Shell- und Agip-Stationen in Deutschland. Mitglieder erhalten auf einen Liter Kraftstoff einen Rabatt von einem Cent. 2017 wurde der Bonus 40 Millionen mal genutzt. Ab Juli 2018 gilt die Rabattaktion auch an allen star-Stationen bundesweit. Damit haben ADAC-Mitglieder an jeder fünften Tanstelle des Landes die Möglichkeit des günstigeren Tankens – in Zeiten steigender Benzinpreise eine durchaus sinnvolle Rabattierung. Dennoch sollten ADAC-Mitglieder die Benzinpreise im Auge behalten: Zur falschen Uhrzeit tanken und der Bonus egalisiert sich wegen des teureren Benzinpreises.

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So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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