Aktueller Benzinpreis (Oktober 2018): Steuererhöhung Höhere Steuer auf den Spritpreis?

von Alexander Koch 08.10.2018
Aktueller Benzinpreis im September 2018
© ADAC
Inhalt
  1. Steuererhöhung auf Benzin- und Dieselpreis?
  2. Aktueller Benzinpreis im Oktober 2018
  3. Darum ist der aktuelle Benzinpreis so hoch
  4. Benzinpreis: So kann man sparen 
  5. Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet
  6. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Der aktuelle Benzinpreis knackt im Oktober 2018 den Jahresrekord. Grund für die stetig kletternden Preise sind Unsicherheiten am Rohölmarkt. Außerdem: Das Bundesumweltministerium überlegt eine Steuerhöhung für den Benzin- und Dieselpreis!

Das Bundesumweltministerium plädiert für eine Steuererhöhung auf den aktuellen Benzin- und Dieselpreis. "Bei der Besteuerung von Energien muss nachjustiert werden", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth am Montag, 8. Oktober 2018, im ARD-Mittagsmagazin. "Es kann doch nicht sein, dass wir den Strom, der immer erneuerbarer wird, höher besteuern, während wir die Energieträger Heizöl und Sprit relativ niedrig besteuern."  Es gebe deswegen beispielsweise zu wenig Anreize, beim Antrieb von Bussen von Diesel auf E-Motoren umzusteigen. Der Ausstieg aus den fossilen Energien müsse "schneller kommen, als wir das bisher gedacht haben, als das mancher wahrhaben wollte", sagte Flasbarth weiter. "Die Politik hinkt in den Entscheidungsprozessen hinterher, weil die Veränderungen in vielen Regionen auch nicht leicht sind." Derzeit werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent.

So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Steuererhöhung auf Benzin- und Dieselpreis?

Auch im Oktober 2018 klettert der aktuelle Benzinpreis auf den Jahresrekord: Wie die monatliche Marktauswertung des ADAC zeigt, kostete im Vormonat ein Liter Super E10 zuletzt 1,500 Euro und damit 3,2 Cent mehr als noch im August. Für einen Liter Diesel mussten Autofahrer im Schnitt 1,337 Euro bezahlen, zuvor waren es noch 4,1 Cent weniger. Am teuersten war Super E10 mit durchschnittlich 1,512 Euro Mitte September 2018. Dieses Tagesmittel wurde zuletzt vor fast vier Jahren im Oktober 2014 mit 1,519 Euro je Liter überschritten. Diesel erreichte seinen Höchststand mit 1,350 Euro Ende September. Höher war der Tagesdurchschnittspreis zuletzt ebenfalls am 5. Oktober 2014 mit 1,357 Euro je Liter. Im direkten ADAC-Bundesländer-Vergleich stellte sich heraus, dass sich die regionalen Preisunterschiede immer weiter vergrößern. Beim Dieselpreis lagen zwischen dem Durchschnittspreis des günstigsten und teuersten Bundeslands mehr als zehn Cent.

 

Aktueller Benzinpreis im Oktober 2018

Aktueller Benzinpreis im Bundesländer-Vergleich im September 2018
Der Benzin- und Dieselpreis im Bundesländer-Vergleich! © ADAC
 

Darum ist der aktuelle Benzinpreis so hoch

Grund für die teuren Spritkosten sind Unsicherheiten am Rohölmarkt, der zuletzt starke Schwankungen zeigte. Außerdem ging die Fördermenge innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zurück. Der Opec-Staat Venezuela macht aktuell eine schwere Wirtschaftskrise durch, die für enorme Produktionsausfälle sorgt. So werde deutlich weniger Rohöl gefördert als benötigt. Venezuela gilt als Land mit den angeblich höchsten Ölreserven der Welt. Experten zufolge könnte sich die Lage und somit der aktuelle Benzinpreis im August 2018 erst wieder entspannen, wenn eine Ausweitung der Ölproduktion über Saudi-Arabien und Russland erfolge. Die Situation könnte sich allerdings auch noch zuspitzen: US-Präsident Donald Trump kündigte im Mai 2018 den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran an, wodurch höhere Ölpreise hervorgingen. Durch den Ausstieg drohen dem Förderland amerikanische Sanktionen, was zum Rückgang der Öllieferungen aus dem Iran führen könnte. Auch Trump äußerte bereits seinen Unmut über die hohen Benzinpreise.

Autozubehör Benzinkanister kaufen
Alternative zum Pannendienst  

Benzinkanister – im Notfall unverzichtbar

 

Benzinpreis: So kann man sparen 

Angesichts des aktuellen Benzinpreises im Oktober 2018 betont der ADAC, dass Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten. Kartellamtschef Andreas Mundt rät zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle.

News Tempo 30 auf Hauptstraßen
Tempo 30 in der Stadt: Berlin macht ernst  

Berlin führt Tempo 30 ein

 

Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet

ADAC-Mitglieder sparen beim Benzinpreis schon seit 2005 an ausgewählten Tankstellen, indem sie ihre Mitgliedskarte vorlegen. Dazu zählten bislang alle Shell- und Agip-Stationen in Deutschland. Mitglieder erhalten auf einen Liter Kraftstoff einen Rabatt von einem Cent. 2017 wurde der Bonus 40 Millionen mal genutzt. Ab Juli 2018 gilt die Rabattaktion auch an allen star-Stationen bundesweit. Damit haben ADAC-Mitglieder an jeder fünften Tanstelle des Landes die Möglichkeit des günstigeren Tankens – in Zeiten steigender Benzinpreise eine durchaus sinnvolle Rabattierung. Dennoch sollten ADAC-Mitglieder die Benzinpreise im Auge behalten: Zur falschen Uhrzeit tanken und der Bonus egalisiert sich wegen des teureren Benzinpreises.

Video Dynamische PKW-Maut
Dynamische Pkw-Maut Deutschland  

Dynamische Pkw-Maut als Lösung?

 

So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

Tags:
Copyright 2018 autozeitung.de. All rights reserved.