Aktueller Benzinpreis (Februar 2019): Steuererhöhung Tanken wird wieder teurer

von Alexander Koch 14.02.2019
Benzinpreis Februar 2019
Foto: ADAC
Inhalt
  1. Aktueller Benzinpreis im Februar 2019
  2. Darum war der Benzinpreis so hoch: Spritknappheit
  3. Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis?
  4. Benzinpreis: So kann man sparen 
  5. Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet
  6. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Nachdem der seit Monaten überhöhte Benzinpreis sich zuletzt wieder weitgehend normalisiert hatte, sind die Preise für an den Tankstellen zum Februar 2019 wieder leicht gestiegen. Die Differenz zwischen Benzin und Diesel bleibt dabei weiterhin gering. Dieser Artikel wurde am 14.02.2019 aktualisiert!

Nachdem sich Autofahrer seit November über sinkende und zuletzt stagnierende Kraftstoffpreise freuen durften, ist der Benzinpreis im Februar 2019 aktuell wieder leicht gestiegen. Im bundesweiten Durchschnitt kostet ein Liter Super E10 laut aktueller Auswertung des ADAC 1,317 Euro – und damit 0,6 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel-Kraftstoffe verteuerten sich ebenfalls leicht um 0,7 Cent auf 1,247 Euro pro Liter. Damit hat sich auch die durchschnittliche Preisspanne zwischen beiden Sorten nochmals verringert und beträgt nur noch 7,0 Cent. Ein Grund für den Anstieg ist die Enwicklung am Devisenmarkt: Während der Preis für Rohöl bei rund 63 Dollar für ein Barrel der Sorte Brent stagniert, wird der Euro mit Kursen um 1,13 Dollar etwas leichter gehandelt. Wie sich der aktuelle Benzinpreis im weiteren Verlauf des Februar 2019 entwickeln wird, bleibt zunächst abzuwarten. Mehr zum Thema: EU fordert einheitliche Krafstoff-Kennzeichnung

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Aktueller Benzinpreis im Februar 2019

Benzinpreis – Ländervergleich
Der Benzinpreis im Januar 2019 im Ländervergleich. Foto: ADAC
 

Darum war der Benzinpreis so hoch: Spritknappheit

Grund für die Verteuerung des Benzinpreises bis November 2018 war vor allem die Spritknappheit in einigen Bundesländern, die auf die niedrigen Wasserstände des Rheins und seiner Nebenflüsse zurückzuführen ist. Entlang des Rheins sind besonders viele Raffinerien angesiedelt. Von dort gelangt der Kraftstoff per Schiff in die Tanklager und die Tankstellen. Aufgrund der niedrigen Pegelstände können die Binnenschiffer aber deutlich weniger laden, sodass die Schiffe teilweise nur die Hälfte der Ladung transportieren. Alternativ wird der Kraftstoff nun über die Straße und die Schiene zum Endverbraucher geliefert. Das führt dazu, dass die beförderte Menge sinkt und die Transportkosten steigen. Das zuständige Wirtschaftsministerium hat bereits größere Mengen Benzin, Diesel und Kerosin aus der nationalen Ölreserve freigegeben, um die Situation zu entspannen. Aber auch diese Reserve hat die Mineralölwirtschaft mittlerweile weitestgehend abgerufen. Zur Lösung des Problems haben die Landesregierungen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Tankwagen ausgesetzt. Bis zum 31. Mai 2019 müssen Benzin- und Heizöl-Transporte keine Ausnahmegenehmigung beantragen. Zusätzliche Transportfahrzeuge sollen aber nicht fahren. 

Weitere Gründe für den hohen Benzinpreis in 2018 waren Unsicherheiten am Rohölmarkt und das die Fördermenge innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zurückging. Der Opec-Staat Venezuela machte eine schwere Wirtschaftskrise durch, die für enorme Produktionsausfälle sorgte. So wurde deutlich weniger Rohöl gefördert als benötigt. Venezuela gilt als Land mit den angeblich höchsten Ölreserven der Welt. 

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Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis?

Steuererhöhung auf den aktuellen Benzinpreis? Bundesumweltministerin Svenja Schulz bringt jedenfalls eine neue CO2-Abgabe für diejenigen ins Spiel, die schädliches Treibhausgas ausstoßen. Diese Sonderabgabe soll auf die Benzin- und Heizölpreise aufgeschlagen werden. Entlastet werden sollen hingegen diejenigen, die zum Beispiel ein Elektroauto fahren. Die Mehrbelastung für den Einzelnen soll nach Aussagen der Ministerin aber nicht steigen, weil im gleichen Zuge die Strompreise gesenkt werden könnten. Der Chef der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, kritisiert die Pläne. Der Finanzminister Olaf Scholz, mit dem die Umweltministerin das Konzept erarbeiten wollte, erteilte den Plänen zudem bereits eine Absage. Zuvor plädierte auch schon das Bundesumweltministerium für eine Steuererhöhung auf den Benzin- und Dieselpreis. "Bei der Besteuerung von Energien muss nachjustiert werden", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth am Montag, 8. Oktober 2018, im ARD-Mittagsmagazin. "Es kann doch nicht sein, dass wir den Strom, der immer erneuerbarer wird, höher besteuern, während wir die Energieträger Heizöl und Sprit relativ niedrig besteuern."  Es gebe deswegen beispielsweise zu wenig Anreize, beim Antrieb von Bussen von Diesel auf E-Motoren umzusteigen. Der Ausstieg aus den fossilen Energien müsse "schneller kommen, als wir das bisher gedacht haben, als das mancher wahrhaben wollte", sagte Flasbarth weiter. "Die Politik hinkt in den Entscheidungsprozessen hinterher, weil die Veränderungen in vielen Regionen auch nicht leicht sind." Derzeit werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent.

CO2-Abgabe auf den Benzin- und Heizölpreis (Video):

 
 

Benzinpreis: So kann man sparen 

Angesichts des aktuellen Benzinpreises im Oktober 2018 betont der ADAC, dass Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten. Kartellamtschef Andreas Mundt rät zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle.

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Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet

ADAC-Mitglieder sparen beim Benzinpreis schon seit 2005 an ausgewählten Tankstellen, indem sie ihre Mitgliedskarte vorlegen. Dazu zählten bislang alle Shell- und Agip-Stationen in Deutschland. Mitglieder erhalten auf einen Liter Kraftstoff einen Rabatt von einem Cent. 2017 wurde der Bonus 40 Millionen mal genutzt. Ab Juli 2018 gilt die Rabattaktion auch an allen star-Stationen bundesweit. Damit haben ADAC-Mitglieder an jeder fünften Tanstelle des Landes die Möglichkeit des günstigeren Tankens – in Zeiten steigender Benzinpreise eine durchaus sinnvolle Rabattierung. Dennoch sollten ADAC-Mitglieder die Benzinpreise im Auge behalten: Zur falschen Uhrzeit tanken und der Bonus egalisiert sich wegen des teureren Benzinpreises.

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So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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