Aktueller Benzinpreis im Januar 2018 Hohe Preise zum Jahresanfang

von AUTO ZEITUNG 02.01.2018
Benzinpreis Januar 2018
Entwicklung des Benzin- und Dieselpreises © ADAC
Inhalt
  1. Der aktuelle Benzinpreis im Januar 2018
  2. VW-Chef Müller fordert Ende der Dieselsubvention
  3. Bundesrechungshof: Ende der Dieselsubvention
  4. Neues Konzept: Flexible Benzin- und Dieselsteuer?
  5. So beim Benzinpreis sparen
  6. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Zum Januar 2018 nahm der Benzin- und Dieselpreis noch einmal kräftig zu. Außerdem: Der Bundesrechnungshof und VW-Chef Matthias Müller sind gegen die Dieselsubvention. Und: Durch intensivem Preisvergleich Spritgeld sparen. So geht's!

Zu Januar 2018 sind die Benzin- und Dieselpreise in Deutschland noch einmal spürbar gestiegen. Laut aktueller Auswertung des ADAC kletterte der Preis für einen Liter Super E10 um 1,8 Cent auf durchschnittlich 1,364 Euro. Der Preis für einen Liter Diesel stieg um 1,7 Cent auf 1,208 Euro. Einer der Gründe für den jüngsten Preisanstieg dürfte in den höheren Rohölnotierungen liegen. So notiert ein Barrel Öl der Sorte Brent mit mehr als 65 Dollar gut einen Dollar höher als am Anfang des Vormonats. Insgesamt war das Tanken im zurückliegenden Jahr wieder deutlich teurer geworden: Dem ADAC zufolge kostete ein Liter Super E10 im Mittel 1,347 Euro, das waren 6,6 Cent mehr als 2016. Noch deutlicher hat sich Diesel verteuert: Für einen Liter mussten die Autofahrer im Schnitt 1,161 Euro bezahlen und damit 8,3 Cent mehr. Begleitet wurde die Entwicklung der Kraftstoffpreise von wechselnden und im Jahresverlauf gestiegenen Rohölnotierungen. Am Jahresende bewegten sich die Kraftstoffpreise mit Monatsmittelwerten von 1,356 Euro für Super E10 und 1,200 Euro für Diesel über dem Jahresdurchschnitt. Damit war der Dezember bei Diesel der teuerste Monat des Jahres. Über das Jahr gesehen war der Januar mit 1,226 Euro bei Diesel und mit 1,396 Euro bei E10 der teuerste Tag. Das niedrigste Preisniveau des abgelaufenen Jahres herrschte bei Super E10 am 11. Juli, als ein Liter im Schnitt 1,301 Euro kostete. Diesel markierte seinen Tiefststand am 29. Juni mit einem Mittelwert von 1,097 Euro.

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Der aktuelle Benzinpreis im Januar 2018

Angesichts des Benzinpreises im Januar 2018 betont der ADAC, dass Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Dann sind die Benzin- und Dieselpreise erfahrungsgemäß am günstigsten.

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VW-Chef Müller fordert Ende der Dieselsubvention

VW-Vorstandsvorsitzender Matthias Müller spricht sich für das Ende der Dieselsubventionen und die Einführung der blauen Umweltplakette aus. "Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden", so Müller gegenüber dem "Handelsblatt". Seiner Meinung nach müssten Politik und Automobilhersteller "alles unternehmen, um großflächige Fahrverbote zu verhindern". Laut Müller sollten "Sinn und Zweck der Dieselsubventionen" im Hinblick auf umweltschonendere Elektroautos hinterfragt werden, weshalb er einen schrittweisen Abbau der Dieselsubvention vorschlägt. Das Geld könne in die Förderung umweltschonender Antriebstechniken investiert werden. Außerdem spricht sich der VW-Chef für die Einführung der blauen Umweltplakette in Städten aus. Eine Plakette nur für Autos mit der Abgasnorm Euro 6 hält Müller aber für falsch. Er schlägt vor, die Plakette an einen bestimmten Stickoxid-Grenzwert zu binden. Von pauschalen Fahrverboten rät Müller hingegen ab.

 

Bundesrechungshof: Ende der Dieselsubvention

Der Bundesrechnungshof fordert hingegen ein Ende der Dieselsubvention. Aktuell wird Diesel mit rund 18 Cent weniger Steuern gegenüber Benzin gefördert. Auf Benzin entfallen 65,45 Cent Steuern pro Liter, während man für Diesel 47,04 Cent Steuern zahlt. Kay Scheller, der Präsident des Bundesrechnungshofs, argumentiert, sowohl Benzin als auch Diesel würden der Umwelt Schaden. Dementsprechend gäbe es keinen Grund, Diesel gesondert zu behandeln. Das Umweltbundesamt (UBA) stößt ins gleiche Horn: UBA-Präsidentin Maria Krautzberge erklärte gegenüber der der Rheinischen Post: "Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin - den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung." Selbst nach Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos bedeutete das rund eineinhalb Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen pro Jahr. "Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde - aber bis 2020", so Krautzberger. Das Umweltbundesamt hatte wiederholt einen Abbau aller "umweltschädlichen Subventionen" gefordert, darunter die niedrigere Diesel-Besteuerung. Eine der Folgen der Subventionen sei die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädte, hieß es. Auch Umweltverbände verlangen seit Jahren, Diesel und Benzin gleich zu besteuern, und damit Diesel an der Tankstelle teurer zu machen als bisher. Das Bundesumweltministerium will sich in die Debatte nicht einmischen, obwohl das UBA ihm als Behörde unterstellt ist. "Wir brauchen nicht mehr Steuern, sondern einen Qualitätscheck des bestehenden Steuersystems", sagte ein Sprecher. Das Steuersystem müsse insgesamt ökologischer werden. Die Dieselsteuer isoliert anzuheben, würde dazu führen, das Diesel-Fahrer alleine die Zeche zahlten. Die Bundesregierung möchte hingegen an der Begünstigung von Diesel-Kraftstoff bei der Mineralölsteuer festhalten. "Es gibt keine Pläne, da eine Änderung herbeizuführen", sagte ein Sprecher Mitte August 2017.

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Neues Konzept: Flexible Benzin- und Dieselsteuer?

2016 hatte der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine flexible Sprit-Steuer auf den Tisch gebracht. Das Prinzip ist denkbar einfach, könnte aber auch dafür sorgen, dass fallende Benzinpreise der Vergangenheit angehören: Aktuell wird der Kraftstoff bei günstigeren Rohölpreisen billiger, die Verbraucher haben also einen Vorteil von niedrigen Ölpreisen. Mit der flexiblen Benzin- und Dieselsteuer würden sinkende Rohölkosten aber nicht mehr an den Verbraucher weitergegeben, da die neue Steuer den Preisverfall kompensiert. Im Klartext heißt das: Der Ölpreis könnte noch so stark variieren, der Benzinpreis bliebe stabil. Gabriel argumentierte, das schließlich auch steigende Rohölpreise ausgeglichen werden könnten. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte sich gegen die Idee einer flexiblen Spritsteuer positioniert, da er in der Idee lediglich eine Steuererhöhung sehe.

Flexible Sprit-Steuer als Lösung schwankender Benzinpreise (Video):

 
 

So beim Benzinpreis sparen

Anfang Februar 2017 kam der Jahresbericht der Marktransparenzstelle Kraftstoffe beim Bundeskartellamt zum Ergebnis, dass die Diesel- und Benzinpreise an den Tankstellen auch weiterhin innerhalb einer Stadt und eines Tages um bis zu 30 Cent pro Liter schwanken. Kartellamtschef Andreas Mundt rät deshalb zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Zwischen 18 und 20 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten, nachts am teuersten. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle, so verzeichnet zum Beispiel das Bundesland Sachsen im Februar 2017 den teuersten Benzinpreis, während im Nachbarland Sachsen-Anhalt der deutschlandweit günstigste Durchschnittspreis für Super E10 errechnet wird.

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So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten - der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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