Aktueller Benzinpreis (Dezember 2018): Steuererhöhung Sinkt der Benzinpreis im Dezember?

von Alexander Koch 03.12.2018
Aktueller Benzinpreis (Dezember 2018)
© ADAC
Inhalt
  1. Aktueller Benzinpreis im Dezember 2018
  2. Darum ist der aktuelle Benzinpreis so hoch: Spritknappheit
  3. Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis?
  4. Benzinpreis: So kann man sparen 
  5. Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet
  6. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Obwohl die Rohölpreise weiter sinken, ist der aktuelle Benzinpreis noch auf einem Rekordhoch. Im weiteren Verlauf des Dezember 2018 könnte jedoch mit einer Entlastung an den Tankstellen gerechnet werden. Dieser Artikel wurde am 03.12.2018 aktualisiert!

Im aktuellen Monat Dezember 2018 könnte der Benzinpreis wieder fallen. Im Vormonat notierte der Kraftstoffpreis hingegen auf einem neuen Jahreshoch. Im Durchschnitt kostet ein Liter Super E10 1,526 Euro. Im Vergleich zum Oktober entsprach das einer Preissteigerung von 1,2 Cent pro Liter. Diesel-Kraftstoff kostete im Monatsmittel 1,431 Cent und verteuerte sich zum Vormonat um 4,3 Cent. Die Differenz zwischen dem Diesel- und dem Benzinpreis betrug weniger als zehn Cent pro Liter. Am teuersten war der Sprit am 11. November 2018. Für Benzin mussten die Kunden an der Tankstelle 1,550 Euro zahlen. Dieselkraftstoff kostete 1,457 Euro. Damit waren die Kraftstoffpreise mit dem Hoch von 2014 zu vergleichen. Am günstigen war der Treibstoff kurz vor Beginn des Dezember 2018: Dann mussten für Super E10 1,475 Euro bezahlt werden. Der Diesel kostete 1,374 Euro. Wie sich der aktuelle Benzinpreis im Dezember 2018 entwickeln wird, bleibt zunächst abzuwarten. Der ADAC konstatiert, dass der hohe Benzinpreis nicht alleine auf punktuellen Lieferengpässe zurückzuführen sei. Mehr zum Thema: EU fordert einheitliche Krafstoff-Kennzeichnung

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Aktueller Benzinpreis im Dezember 2018

Aktueller Benzinpreis im November 2018
Der Benzinpreis im November 2018 im Ländervergleich © ADAC
 

Darum ist der aktuelle Benzinpreis so hoch: Spritknappheit

Grund für die Verteuerung des aktuellen Benzinpreises ist vor allem die Spritknappheit in einigen Bundesländern, die auf die niedrigen Wasserstände des Rheins und seiner Nebenflüsse zurückzuführen ist. Entlang des Rheins sind besonders viele Raffinerien angesiedelt. Von dort gelangt der Kraftstoff per Schiff in die Tanklager und die Tankstellen. Aufgrund der niedrigen Pegelstände können die Binnenschiffer aber deutlich weniger laden, sodass die Schiffe teilweise nur die Hälfte der Ladung transportieren. Alternativ wird der Kraftstoff nun über die Straße und die Schiene zum Endverbraucher geliefert. Das führt dazu, dass die beförderte Menge sinkt und die Transportkosten steigen. Das zuständige Wirtschaftsministerium hat bereits größere Mengen Benzin, Diesel und Kerosin aus der nationalen Ölreserve freigegeben, um die Situation zu entspannen. Aber auch diese Reserve hat die Mineralölwirtschaft mittlerweile weitestgehend abgerufen. Zur Lösung des Problems haben die Landesregierungen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Tankwagen ausgesetzt. Bis zum 31. Mai 2019 müssen Benzin- und Heizöl-Transporte keine Ausnahmegenehmigung beantragen. Zusätzliche Transportfahrzeuge sollen aber nicht fahren. 

Weitere Gründe für den aktuell hohen Benzinpreis sind Unsicherheiten am Rohölmarkt und das die Fördermenge innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zurückging. Der Opec-Staat Venezuela macht aktuell eine schwere Wirtschaftskrise durch, die für enorme Produktionsausfälle sorgt. So werde deutlich weniger Rohöl gefördert als benötigt. Venezuela gilt als Land mit den angeblich höchsten Ölreserven der Welt. Die Situation könnte sich allerdings auch noch zuspitzen: US-Präsident Donald Trump kündigte im Mai 2018 den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran an, wodurch höhere Ölpreise hervorgingen. Durch den Ausstieg drohen dem Förderland amerikanische Sanktionen, was zum Rückgang der Öllieferungen aus dem Iran führen könnte. Auch Trump äußerte bereits seinen Unmut über die hohen Benzinpreise.

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Steuererhöhung auf den Kraftstoffpreis?

Steuererhöhung auf den aktuellen Benzinpreis? Bundesumweltministerin Svenja Schulz bringt jedenfalls eine neue CO2-Abgabe für diejenigen ins Spiel, die schädliches Treibhausgas ausstoßen. Diese Sonderabgabe soll auf die Benzin- und Heizölpreise aufgeschlagen werden. Entlastet werden sollen hingegen diejenigen, die zum Beispiel ein Elektroauto fahren. Die Mehrbelastung für den Einzelnen soll nach Aussagen der Ministerin aber nicht steigen, weil im gleichen Zuge die Strompreise gesenkt werden könnten. Der Chef der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, kritisiert die Pläne. Der Finanzminister Olaf Scholz, mit dem die Umweltministerin das Konzept erarbeiten wollte, erteilte den Plänen zudem bereits eine Absage. Zuvor plädierte auch schon das Bundesumweltministerium für eine Steuererhöhung auf den Benzin- und Dieselpreis. "Bei der Besteuerung von Energien muss nachjustiert werden", sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth am Montag, 8. Oktober 2018, im ARD-Mittagsmagazin. "Es kann doch nicht sein, dass wir den Strom, der immer erneuerbarer wird, höher besteuern, während wir die Energieträger Heizöl und Sprit relativ niedrig besteuern."  Es gebe deswegen beispielsweise zu wenig Anreize, beim Antrieb von Bussen von Diesel auf E-Motoren umzusteigen. Der Ausstieg aus den fossilen Energien müsse "schneller kommen, als wir das bisher gedacht haben, als das mancher wahrhaben wollte", sagte Flasbarth weiter. "Die Politik hinkt in den Entscheidungsprozessen hinterher, weil die Veränderungen in vielen Regionen auch nicht leicht sind." Derzeit werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent.

CO2-Abgabe auf den Benzin- und Heizölpreis (Video):

 
 

Benzinpreis: So kann man sparen 

Angesichts des aktuellen Benzinpreises im Oktober 2018 betont der ADAC, dass Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Zwischen 15 und 17 Uhr sowie zwischen 19 und 22 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten. Kartellamtschef Andreas Mundt rät zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle.

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Benzinpreis: Rabatt für ADAC-Mitglieder ausgeweitet

ADAC-Mitglieder sparen beim Benzinpreis schon seit 2005 an ausgewählten Tankstellen, indem sie ihre Mitgliedskarte vorlegen. Dazu zählten bislang alle Shell- und Agip-Stationen in Deutschland. Mitglieder erhalten auf einen Liter Kraftstoff einen Rabatt von einem Cent. 2017 wurde der Bonus 40 Millionen mal genutzt. Ab Juli 2018 gilt die Rabattaktion auch an allen star-Stationen bundesweit. Damit haben ADAC-Mitglieder an jeder fünften Tanstelle des Landes die Möglichkeit des günstigeren Tankens – in Zeiten steigender Benzinpreise eine durchaus sinnvolle Rabattierung. Dennoch sollten ADAC-Mitglieder die Benzinpreise im Auge behalten: Zur falschen Uhrzeit tanken und der Bonus egalisiert sich wegen des teureren Benzinpreises.

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So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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