Aktueller Benzinpreis/Dieselpreis: Billiger tanken Die Kraftstoffpreise ziehen wieder an

Sven Kötter 20.05.2022
Aktueller Benzinpreis/Dieselpreis
Foto: Imago
Inhalt
  1. Aktueller Benzinpreis & Dieselpreis im Mai 2022
  2. Tipps & Tricks: So günstig tanken
  3. So setzt sich der Benzin- und Dieselpreis zusammen
  4. Energiesteuer auf Kraftstoff wird gesenkt
  5. Ampel-Koalition prüft Steuerangleichung von Benzin & Diesel
  6. CO2-Preis erhöht Benzin- und Dieselpreis

Mitte Mai 2022 steigt der aktuelle Benzinpreis und Dieselpreis wieder an. Im Falle eines Ölembargos gegen Russland dürfte sich dieser Trend verschärfen. Helfen soll die nun beschlossene Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe. Diese Tipps beachten, um billiger zu tanken!

 

Aktueller Benzinpreis & Dieselpreis im Mai 2022

Der aktuelle Benzinpreis und Dieselpreis ist Mitte Mai 2022 (Stand: 18.05.) gegenüber der Vorwoche deutlich teurer geworden. Wie die aktuelle ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 2,090 Euro. Damit hat sich Benzin binnen einer Woche um 5,4 Cent verteuert. Leichte Entspannung zeigt sich hingegen bei Diesel-Kraftstoff: Für einen Liter müssen die Autofahrende Mitte Mai 2022 2,028 Euro bezahlen und damit 2,1 Cent weniger als in der Vorwoche. Anlass für den aktuellen Anstieg des Benzinpreises dürften die etwas höheren Rohölnotierungen sein, so der ADAC, kritisiert aber zugleich den "deutlich überhöhten Preisniveau bei Benzin". Bei einem Ölembargo gegen Russland erwartet Energieexperte Manuel Frondel vom RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung steigende Benzinpreise und Dieselpreise: "Ein Ölembargo dürfte die Benzinpreise wohl kurzfristig wieder deutlich steigen lassen, allerdings dürften in die aktuellen Preise ein mögliches Embargo zum Teil bereits eingepreist sein", sagte er der "Rheinischen Post". "Dauerhafte Benzinpreis-Höhen von 3 Euro pro Liter sollten aber eher unwahrscheinlich sein." Deutschland, Schweden und Lettland gehören zu den EU-Ländern mit dem EU-weit stärksten Preisanstieg bei Diesel: Im Zeitraum vom 21. Februar bis 25. April 2022 nahm der Dieselpreis in den drei Ländern um 38 Cent zu, wie die EU-Kommission berichtete. Zum Vergleich: In Frankreich betrug der Preisunterschied in diesem Zeitraum 17 Cent, in Italien fünf Cent. Wie dramatisch der Preisanstieg an den Zapfsäulen insgesamt ist, zeigt der Vergleich mit den Durchschnittspreisen vom Vorjahr: Im April 2021 hatte ein Liter Super E10 laut ADAC im Schnitt 50,4 Cent weniger gekostet, Diesel war sogar 71,5 Cent billiger. Zu Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren, im April 2020, war der Ölpreis in den Keller gerauscht, da hatten Autofahrer:innen in Deutschland E10 sogar für 1,171 Euro bekommen und Diesel im Schnitt für gerade mal 1,082 Euro. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon
mit dpa

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Tipps & Tricks: So günstig tanken

  • Ungeachtet der Preisentwicklungen an den Tankstellen empfiehlt der ADAC Fahrer:innen von Benzin-Autos nach Möglichkeit auf Super E10 umzusteigen. Das zahlt sich laut den Expert:innen gleich doppelt aus: Wenn alle Pkw, die E10 technisch vertragen, auch damit betankt würden, könnten in Deutschland bis zu drei Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Und auch finanziell lohnt sich E10 für die Autofahrer:innen. So kostet ein Liter Benzin mit dem bis zu zehnprozentigen Bio-Ethanol-Anteil im Schnitt fünf Cent weniger als Superbenzin, das bis zu fünf Prozent Bio-Ethanol enthält. Der deutliche Preisanstieg beim Tanken zum Jahreswechsel aufgrund der neuen CO2-Abgabe könne damit zu einem Gutteil aufgefangen werden.

  • Der ADAC betont, dass Autofahrer:innen Einfluss auf die Spritpreise haben können und billig(er) tanken können, wenn sie sich denn preisbewusst verhielten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen – etwa durch entsprechende Tank-Apps – und die günstigste Tankstelle anzusteuern.

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  • Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an, um günstig tanken zu können: Aktuelle Auswertungen zeigen, dass Benzin und Diesel morgens gegen 7 Uhr am meisten kosten, in den Abendstunden zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten sind. Wer dann tankt, kann im Schnitt bis zu sieben Cent je Liter sparen. Auch zwischen den gängigen Markentankstellen können die Preisunterschiede erheblich sein und – wie Auswertungen des ADAC zeigen – rund sechs Cent je Liter betragen.

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  • Der ADAC empfiehlt, vor längeren Autobahnreisen schon am Abfahrtsort zu tanken. Autofahrer:innen könnten demnach billiger tanken sparen: Nach einer 50-Liter-Tankfüllung verbleiben beim günstigeren Benzinpreis im Schnitt 10,70 Euro mehr im Geldbeutel, beim Dieselpreis sogar 11,90 Euro. An Tankstellen, die sich im Umkreis von Autobahnausfahrten befinden, liegen die Kraftstoffpreise der Preisanalyse zufolge immer noch gut zwei Cent höher als im restlichen Straßennetz abseits der Schnellstraßen. Für Autofahrer:innen, die während einer Autobahnreise tanken müssen oder wollen, können die oft nur weniger Hundert Meter neben der Ausfahrt liegenden Autohöfen daher eine preisgünstige Alternative sein. Preisunterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen fallen dem ADAC zufolge dabei eher gering aus und auch die Differenz zwischen Tankstellen im Autobahnnetz und denen im übrigen Straßennetz ist an allen Wochentagen ähnlich. 

  • Wer an Autobahntankstellen tankt, zahlt einen durchschnittlich rund 20 Cent teureren Benzinpreis oder Dieselpreis, wie eine deutschlandweite Preisanalyse des ADAC zeigt. Super E10 ist dabei an Autobahnen im Mittel um 21,4 Cent teurer als im übrigen Straßennetz, für Diesel wird durchschnittlich 23,8 Cent mhr berechnet. Gründe dafür sind unter anderem, dass Autobahntankstellen in der Regel an 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet sein müssen. Tankstellen jenseits der Autobahn dürfen hingegen schließen, wenn wenig los ist – was Kosten spart.

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So setzt sich der Benzin- und Dieselpreis zusammen

Steuern machen beim aktuellen Benzinpreis und Dieselpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zugute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten – der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab. Mehr zum Thema: Einheitliche Kraftstoff-Kennzeichnung in der EU

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Energiesteuer auf Kraftstoff wird gesenkt

Der Tankrabatt ist beschlossene Sache: Konkret sinkt die Energiesteuer bei Benzin um 29,55 Cent pro Liter, bei Diesel um 14,04 Cent. Berücksichtigt man auch die Auswirkung auf die Mehrwertsteuer, sinkt die Steuerlast pro Liter Benzin um insgesamt 35,2 Cent, pro Liter Diesel um 16,7 Cent. Mit der Spritpreissenkung könnte Superbenzin wieder auf das Preisniveau vor Ausbruch des Ukraine-Krieges zurückkehren. Bei Diesel sind die Vorkriegswerte dagegen nicht zu erwarten – vor allem, weil die Spritpreissenkung aus rechtlichen Gründen geringer ausfällt. 

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Ampel-Koalition prüft Steuerangleichung von Benzin & Diesel

Im Ende November 2021 vorgestellten Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP befindet sich auf Seite 162 eine interessante Passage: "Mit der Umsetzung der EU-Energiesteuerrichtlinie, die u. a. die steuerliche Angleichung von Dieselkraftstoff und Benzin vorsieht, werden wir die steuerliche Behandlung von Dieselfahrzeugen in der Kfz-Steuer überprüfen." Sollte auf die Überprüfung eine Umsetzung folgen, könnte sich der Dieselpreis stark verteuern. Auf Benzin werden momentan 65,4 Cent Energiesteuer erhoben, während es bei Diesel nur 47 Cent sind – eine Anhebung auf Benzin-Niveau könnte also eine Dieselpreis-Verteuerung von aktuell (November 2021) 18,4 Cent bedeuten.

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CO2-Preis erhöht Benzin- und Dieselpreis

Die Koalitionsspitzen von Union und SPD haben im September 2019 die Einführung eines CO2-Preises für den Ausstoß von Treibhausgasen beschlossen. Das bedeutet einen höheren Benzinpreis und Dieselpreis sowie für den Staatshaushalt Einnahmen in Höhe von 18,8 Milliarden Euro bis 2023. Expert:innen gehen davon aus, dass ein CO2-Preis von 35 Euro pro Tonne CO2 zum Beispiel Diesel an der Tankstelle um etwa elf Cent pro Liter verteuert, der Benzinpreis würde um nicht ganz zehn Cent ansteigen. Außerdem hat die große Koalition beschlossen, dass Benzin und Diesel ab 2021 um drei Cent teurer werden sollen, bis 2026 ist in einem zweiten Schritt die Erhöhung der Kraftstoffpreise um neun bis 15 Cent vorgesehen.

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