E-Auto im Winter: Reichweite verlängern/Tipps So wird das E-Auto bei Kälte effizienter

von Sven Kötter 09.12.2020
Inhalt
  1. E-Auto im Winter: Tipps zum Verlängern der Reichweite
  2. Muss ich im E-Auto im Winter auf die Heizung verzichten?
  3. Was bieten Elektroauto-Hersteller zum Verlängern der Reichweite im Winter an?
  4. Wirkt sich Kälte im Winter auf das Aufladen von E-Autos auf?
  5. Schadet die Winter-Kälte dem Akku von E-Autos?
  6. Haben Hybride die gleichen Probleme bei Winter-Kälte?

E-Autos haben bei niedrigen Temperaturen im Winter mit der Akkuleistung zu kämpfen. Wir geben Tipps, wie sich die Reichweite in der kalten Jahreszeit verlängern lässt!

Die Kälte setzt E-Autos und besonders ihren Akkus im Winter zu: An kalten Tagen kann ihre Reichweite laut Angaben des ADAC um zehn bis 30 Prozent sinken. Und auch wenn diese Probleme einerseits durch immer bessere und größere Akkus und andererseits durch intelligente Technik zunehmend weniger relevant wird, ärgern sich Fahrer von Elektroautos noch immer über die verlorenen Kilometer. Aber warum haben Autos mit E-Antrieb überhaupt mit der Kälte zu kämpfen? Da wäre zum einen der höhere Energieaufwand, der durch Heizung und Benutzung des Lichts in der dunklen Jahreszeit anfällt. Zum anderen haben die niedrigen Temperaturen einen negativen Einfluss auf die Leitfähigkeit innerhalb der Batterie, der Wirkungsgrad des Energiespeichers sinkt. Aus diesem Grund wird bei E-Autos nicht nur der Innenraum, sondern auch das Akkupaket beheizt – was wiederum den Energieaufwand erhöht. Darüber hinaus erzeugt ein Elektromotor auch keine Abwärme, die unter Umständen weiter genutzt werden kann, wie es bei Verbrennern der Fall ist. Sämtliche Wärme muss also erst einmal produziert werden. All diese Eigenschaften sind kein Geheimnis und tragen dazu bei, dass Elektroautos im Winter weniger Reichweite haben und daher als Schönwetterfahrzeuge verschrien sind. Wir geben Tipps, wie sich die Reichweite von E-Autos im Winter verlängern lässt. Mehr zum Thema: E-Auto-Akku

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E-Auto im Winter: Tipps zum Verlängern der Reichweite

Wie viel Reichweite ein Elektroauto im Winter verliert, lässt sich nicht pauschal sagen. Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht aber zumindest ungefähr, wie kalkuliert werden kann: Hat das E-Auto eine Batterie mit einer Netto-Kapazität von 60 kWh, verbraucht durchschnittlich 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometer, sinkt die Reichweite bei der Nutzung der Heizung mit einem durchschnittlichen Verbrauch von fünf kWh um rund 25 Prozent. Lag die Reichweite vorher unter Idealbedingungen noch bei 400 Kilometern, muss der E-Auto-Fahrer nun also mit bis zu 100 Kilometern weniger rechnen. Diese Werte können sich fahrzeugspezifisch sowie unter wechselnden Bedingungen wie etwa Umgebungs- oder Innenraumtemperatur oder Tempo verändern. Was können E-Autofahrer also tun? Ein Tipp zum Verlängern der Reichweite ist, den Wagen möglichst in der Garage zu parken, damit der Akku nicht so stark auskühlt – denn dann speichert er weniger Energie. Außerdem ist laut ADAC in jedem E-Auto serienmäßig eine Standheizung verbaut. Wenn möglich, sollten man den Innenraum des E-Autos im Winter also vorheizen, solange der Wagen an der Ladestation hängt. Und während der Fahrt schaltet man dann am besten den Eco-Modus ein und typische Energiefresser wie das Infotainment ab.

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Muss ich im E-Auto im Winter auf die Heizung verzichten?

Der simpelste Tipp für Fahrer von E-Autos im Winter, um die Reichweite zu erhöhen: sich warm anziehen. Aber Vorsicht: Eine dicke Winterjacke und Handschuhe sind damit nicht gemeint. Diese können beim Autofahren die Beweglichkeit am Steuer einschränken und aufgrund des nicht optimal anliegenden Gurts die Sicherheit gefährden. Es muss aber auch im E-Auto im Winter niemand gänzlich auf die Heizung verzichten. Denn auch hier gibt es einen Trick, der Komfort und Reichweite zuträglich sein kann: Sitz- und Lenkradheizung dürfen nämlich angeschaltet bleiben, weil sie die Akkuleistung kaum beeinträchtigen. Die ADAC-Experten raten dazu, besser mit Sitz- und Lenkradheizung zu arbeiten und dafür die Heizungstemperatur für das gesamte Auto niedriger einzustellen – etwa auf 18 statt 22 Grad. So kann die Reichweite von E-Autos im Winter verlängert werden, ohne größere Komforteinbußen hinnehmen zu müssen. 

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Was bieten Elektroauto-Hersteller zum Verlängern der Reichweite im Winter an?

Einige Hersteller von E-Autos rüsten ihre Fahrzeuge serienmäßig oder optional mit Wärmepumpen aus, die den Stromverbrauch reduzieren. Die Wärmepumpe arbeitet im Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Aus einem Kilowatt elektrischen Strom kann sie drei Kilowatt Wärmeleistung erzeugen. Die Abwärme von Traktionsbatterie, Leistungselektronik und Elektromotor kann laut Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE) bei Fahrzeugen mit Wärmepumpe dann dazu genutzt werden, um den Innenraum aufzuheizen. Darüber hinaus bieten viele Hersteller schon intelligente Technik an, mit der das E-Auto – zum Beispiel über eine vernetzte Smartphone-App – vorgeheizt werden kann. Passiert dies an einer Ladesäule, geht es nicht zulasten des Akkus und bei Abfahrt steht trotz warmen Autos die maximale Reichweite zur Verfügung. Auch sollten Fahrer gerade im Winter die in vielen Elektroautos vorhandenen Fahrmodi nutzen. Viele Fahrzeuge haben einen entsprechenden Eco-Modus, der das Energiemanagement auf maximale Effizienz trimmt.

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Wirkt sich Kälte im Winter auf das Aufladen von E-Autos auf?

Kurz und knapp: Ja. Wie bereits erwähnt, verlangsamt sich die chemische Reaktion innerhalb der Batterie von E-Autos bei niedrigen Temperaturen im Winter. Sind die Umgebungstemperaturen beim Ladevorgang dauerhaft niedrig und ist der Akku weder warm noch beheizt, verlängert sich der Ladevorgang entsprechend. Hat man eine Garage zur Verfügung, sollte diese im Winter für das E-Auto idealerweise genutzt werden.

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Schadet die Winter-Kälte dem Akku von E-Autos?

Prinzipiell wirken sich extreme Temperaturen immer negativ auf die Lebensdauer von E-Auto-Akkus aus, also auch die Kälte im Winter. Doch die Hersteller wissen um dieses Problem. Isolierungen verhindern eine Unterkühlung. Auch beim Ladevorgang gibt es Schutzeinrichtungen, die Schäden verhindern sollen. Wird etwa ein leeres Elektroauto bei eisiger Kälte an eine Ladesäule angeschlossen, erkennt das System die ungünstigen Bedingungen und reduziert entsprechend die Strommenge. Schäden werden so zwar vermieden, die spürbar längere Ladedauer muss allerdings in Kauf genommen werden.

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Haben Hybride die gleichen Probleme bei Winter-Kälte?

Die Kälte des Winters beschert Hybriden die kombinierten Vor- und Nachteile von Verbrennern und E-Autos. Der Verbrenner braucht länger um auf Temperatur zu kommen und verbraucht entsprechend mehr Sprit. Gleichzeitig hat er den Vorteil der nutzbaren Abwärme für die Heizung. Bei Kälte wird ein Hybrid immer mit dem Verbrenner starten, was zwar den Akku schont, den Vorteil der lokalen Emissionsfreiheit allerdings raubt. Der Winter verlangt eben mehr Energie – in jedem Fahrzeug.

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