Elektroauto im Winter: Weniger Reichweite (Tipps) So das E-Auto im Winter effizienter machen

von Sven Kötter 06.09.2019
Inhalt
  1. Elektroautos: Tipps gegen weniger Reichweite im Winter
  2. Muss ich im E-Auto im Winter auf die Heizung verzichten?
  3. Was bieten Elektroauto-Hersteller für mehr Reichweite im Winter an?
  4. Wirkt sich Kälte auf das Aufladen von Elektroautos auf?
  5. Schadet die Winter-Kälte dem Akku von E-Autos?
  6. Haben Hybride die gleichen Probleme bei Winter-Kälte?

Elektroautos kämpfen bei kalten Temperaturen im Winter mit weniger Reichweite. Wir geben Tipps, wie Autofahrer E-Autos in der kalten Jahreszeit effizienter machen können!

Die Kälte im Winter setzt Elektroautos zu und sorgt für weniger Reichweite. Dieses Problem ist zwar Fakt, wird aber einerseits durch immer bessere und größere Akkus und andererseits durch intelligente Technik zunehmend weniger relevant. Doch warum kämpfen Autos mit E-Antrieb überhaupt mit der Kälte? Da wäre unter anderem der höhere Energieaufwand, der durch Heizung und Benutzung des Lichts in der dunklen Jahreszeit anfällt. Zum anderen haben die niedrigen Temperaturen einen negativen Einfluss auf die Leitfähigkeit innerhalb der Batterie, der Wirkungsgrad des Energiespeichers sinkt. Aus diesem Grund wird bei E-Autos nicht nur der Innenraum, sondern auch das Akkupaket beheizt – was wiederum den Energieaufwand erhöht. Da beim Elektromotor auch keine Abwärme wie bei Verbennern erzeugt wird, muss sämtliche Wärme erst erzeugt werden. All diese Eigenschaften sind kein Geheimnis und tragen dazu bei, dass Elektroautos im Winter weniger Reichweite haben und als Schönwetterfahrzeuge verschrien sind. Wir geben Tipps, was der Besitzer oder Fahrer eines Elektroautos tun kann, um auch im Winter eine möglichst große Reichweite zu haben. Mehr zum Thema: Winterreifen für SUV im Test

Reparatur & Wartung Elektroauto-Akku im e-Golf
E-Auto-Akku: Kosten, Preis, Pflege & Wartung Das muss man über Batterien für E-Autos wissen

Umstieg auf Elektroautos (Video):

 
 

Elektroautos: Tipps gegen weniger Reichweite im Winter

Wie viel Reichweite ein Elektroauto im Winter verliert, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein kleines Rechenbeispiel verdeutlicht, wie ungefähr kalkuliert werden kann: Liegt der Fahrzeugverbrauch bei 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometern und ist eine Heizung mit fünf Kilowatt verbaut, sinkt die Reichweite bei der Nutzung der Heizung um rund 30 Prozent. Lag die Reichweite vorher unter Idealbedingungen noch bei 200 Kilometern, muss der Fahrer nun mit rund 60 Kilometern weniger rechnen.

Elektroauto-Test BMW i3s/Kia Soul EV/Nissan Leaf/Opel Ampera-e/VW e-Golf
Elektroautos im Test: Reichweite, Laden, Alltag! So gut sind Nissan Leaf, e-Golf, BMW i3s, Soul EV & Ampera-e

 

Muss ich im E-Auto im Winter auf die Heizung verzichten?

Der simpelste Tipp für Fahrer von Elektroautos im Winter, ihre Reichweite zu erhöhen: sich warm anziehen. Das gilt aber generell für den Winter und für alle Autos und ist kein exklusiver Trick für E-Auto-Fahrer. Gänzlich auf die Heizung verzichten muss aber niemand. Denn auch hier gibt es einen Trick, der für Komfort und Reichweite zuträglich sein kann: Sitz- und Lenkradheizung arbeiten deutlich effektiver als die klassische Heizung. Verfügt das Elektroauto über diese Technik und aktiviert sie, kann die Heizleistung für den Innenraum gedrosseln und die Reichweite erhöht werden, ohne größere Komforteinbußen hinnehmen zu müssen. 

Elektroauto Elektroauto kaufen & Preise
Elektroauto kaufen & Preise: Wichtige Tipps! Darauf beim E-Auto-Kauf achten

 

Was bieten Elektroauto-Hersteller für mehr Reichweite im Winter an?

Einige Hersteller von Elektroautos rüsten ihre Fahrzeuge serienmäßig oder optional mit Wärmepumpen aus, die den Stromverbrauch reduzieren. Die Wärmepumpe arbeitet im Prinzip wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Aus einem Kilowatt elektrischen Strom kann sie drei Kilowatt Wärmeleistung erzeugen. Die Abwärme von Traktionsbatterie, Leistungselektronik und Elektromotor kann laut Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE) bei Fahrzeugen mit Wärmepumpe dann dazu genutzt werden, um den Innenraum aufzuheizen. Darüber hinaus bieten viele Hersteller schon intelligente Technik an, mit der das E-Auto – zum Beispiel über eine vernetzte Smartphone-App – vorgeheizt werden kann. Passiert dies an einer Ladesäule, geht es nicht zu Lasten des Akkus und bei Abfahrt steht trotz warmen Autos die maximale Reichweite zur Verfügung. Auch sollten Fahrer gerade im Winter die in vielen Elektroautos vorhandenen Fahrmodi nutzen. Viele Fahrzeuge haben einen entsprechenden Eco-Modus, der das Energiemanagement auf maximale Effizienz trimmt.

Elektroauto Wie funktionieren E-Tankstellen?
E-Auto laden: E-Ladestationen im Test/welche Kabel? E-Ladestationen im ADAC-Test

Hyundai Kona Elektro im Video:

 
 

Wirkt sich Kälte auf das Aufladen von Elektroautos auf?

Kurz und knapp: Ja. Wie bereits erwähnt, verlangsamt sich die chemische Reaktion innerhalb der Batterie im Winter bei niedrigen Temperaturen. Sind die Umgebungstemperaturen beim Ladevorgang dauerhaft niedrig und ist der Akku weder warm noch beheizt, verlängert sich der Ladevorgang entsprechend. Hat man eine Garage zur Verfügung, sollte diese im Winter idealerweise genutzt werden.

Elektroauto E-Auto-Kaufprämie: Alle Modelle
E-Auto-Kaufprämie (Verlängerung): Alle Modelle E-Auto-Prämie künftig auch für junge Gebrauchte?

 

Schadet die Winter-Kälte dem Akku von E-Autos?

Prinzipiell wirken sich extreme Temperaturen immer negativ auf die Lebensdauer von Akkus aus, also auch die Kälte im Winter. Doch die Hersteller wissen um dieses Problem. Isolierungen verhindern eine Unterkühlung. Auch beim Ladevorgang gibt es Schutzeinrichtungen, die Schäden verhindern sollen. Wird etwa ein leeres Elektroauto bei eisiger Kälte an eine Ladesäule angeschlossen, erkennt das System die ungünstigen Bedingungen und reduziert entsprechend die Strommenge. Schäden werden so zwar vermieden, die spürbar längere Ladedauer muss allerdings in Kauf genommen werden.

News Sound für E-Autos
EU-Verordnung: Sound für Elektroautos So entstehen Sounds für Elektroautos!

 

Haben Hybride die gleichen Probleme bei Winter-Kälte?

Die Kälte des Winters beschert Hybriden die kombinierten Vor- und Nachteile von Verbrennern und Elektroautos. Der Verbrenner braucht länger um auf Temperatur zu kommen und verbraucht entsprechend mehr Sprit. Gleichzeitig hat er den Vorteil der nutzbaren Abwärme für die Heizung. Bei Kälte wird ein Hybrid immer mit dem Verbrenner starten, was zwar den Akku schont, den Vorteil der lokalen Emissionsfreiheit allerdings raubt. Festzuhalten gilt: Der Winter verlangt nach mehr Energie – in jedem Fahrzeug.

News Elektro-Tretroller
Elektro-Tretroller: Gesetz & Test zum E-Scooter Studie zur E-Scooter-Nutzung veröffentlicht

Tags:
Copyright 2019 autozeitung.de. All rights reserved.