E-Auto laden: Ladestationen im Test/welche Kabel? So das Elektroauto laden

von AUTO ZEITUNG 05.05.2020
Inhalt
  1. Wo kann man überall an Ladestationen "tanken"?
  2. E-Auto laden: Wie lade ich an einer Ladestation?
  3. Ladestationen im ADAC-Test (2018)
  4. Welcher Stecker/welches Kabel passt zu welcher Ladestation?
  5. Wie bezahle ich an einer Ladestation?
  6. Was kostet das Laden an einer Ladestation?
  7. Was kostet eine eigene Ladestation am Haus?

In Zeiten der Elektromobilität stellen sich die Fragen, wo eine Ladestation steht, wie sie bedient und mit welchem Kabel ein E-Auto geladen wird. So schnitten 53 Ladestationen im ADAC-Test ab, das kostet der Strom. Alle Antworten gibt es hier!

 

Wo kann man überall an Ladestationen "tanken"?

Die Fragen, wie eine Ladestation funktioniert und wie man ein E-Auto lädt, könnte schon bald für viele Autofahrer relevant werden. Nicht nur ist das E-Auto ist immer mehr im Kommen, auch das Netzwerk aus Ladestationen wächst ständig an. Inzwischen gibt es in Deutschland schon ein recht enges Netz an E-Tankstellen, das natürlich in Ballungsgebieten und Großstädten etwas dichter ist. Um herauszufinden, welche Ladestationen einem am nächsten ist, kann man eine Vielzahl an Apps, die Internetseiten www.e-tankstellen-finder.com und www.goingelectric.de oder die Bundesnetzagentur bemühen, die eine interaktive Karte mit Ladepunkten vorhält. Mehr zum Thema: Ratgeber

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E-Auto laden: Wie lade ich an einer Ladestation?

Das Laden eines E-Autos ähnelt ein wenig dem herkömmlichen Tanken mit Diesel und Benzin. Für den Ladevorgang benötigt man zunächst ein Ladekabel, welches zur Ausstattung eines Elektroautos gehört. Zum Tanken benötig man außerdem die passende Ladekarte des Stromanbieters, um die entsprechende Ladestation zu entriegeln. Zu Beginn muss man die Ladekarte vor die Steckdose mit dem Auto-Symbol halten, um identifiziert zu werden und Zugriff zu bekommen. Anschließend verbindet man das Auto und die Ladestation mit dem entsprechenden Ladekabel. Dafür müssen die Anschlüsse in die dafür vorgesehenen Steckdosen gesteckt werden. Ob man das Ladekabel zuerst mit der Steckdose des Autos oder der Ladestation verbinden, ist dabei nicht relevant. Das Kabel wird bei der Initialisierung des Ladevorgangs automatisch verriegelt und wird erst nach Beendigung des Ladevorgangs wieder freigegeben. Die Entriegelung ist meistens mit der Zentralverriegelung des Fahrzeugs gekoppelt und nach der Fernentriegelung via Fernbedienung für einige Sekunden aktiv. Wird das Kabel nicht abgezogen, aktiviert sich der Schließmechanismus automatisch. Danach wird zuerst der Stecker am E-Auto gezogen, anschließend kann der Stecker an der Ladestation entfernt werden. Zur Abrechnung der Ladevorgänge an den Ladepunkten werden die Kundendaten, der Beginn und das Ende des Ladevorgangs sowie die jeweils abgenommene Energiemenge erfasst und dem Kunden mitgeteilt.

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E-Ladesäulen im Test
Ladesäulen-Tests des ADAC im Detail hier nachlesen. Foto: ADAC
 

Ladestationen im ADAC-Test (2018)

Wie der ADAC in einem Test 2018 herausfand, zeigten zahlreiche der 53 überprüften Ladestationen Optimierungsbedarf. Zwar sei an allen Stationen Strom geflossen, doch hätten viele bei Bedienkomfort, Information und Preistransparanz Schwächen gezeigt. Auch wer spontan Strom tanken möchte, könne das derzeit nicht überall. Bei zwölf Stationen sei das Laden ohne Zugangsberechtigung nicht möglich gewesen, bei anderen fehlten die Informationen zur Ladeleistung oder präzise Ortsangaben. Zahlreiche Parkplätze waren zudem nicht nur klein oder sehr nah am fließenden Verkehr gebaut, auch die Informationspolitik zur Parkdauer habe sich oft als Problem erwiesen. "Beschilderung und Gestaltung der Ladestationen könnten also deutlich aufgerüstet werden", zieht der ADAC Bilanz. So verteilte der Automobilclub nur einmal die Note "sehr gut". 29-mal schnitten die Ladestationen mit "gut", 17-mal mit "ausreichend" und sechs Mal mit "sehr mangelhaft" ab. Als positives Beispiel hoben die Tester die Ladesäule am Hans-Thoma-Platz 4 in Sindelfingen hervor (Note: "sehr gut"): Die Ladestation sei in allen relevanten Verzeichnissen gelistet gewesen, es gäbe verschiedene Stromanbieter zur Auswahl und die zugehörige Website zeige an, ob die Säule belegt oder defekt ist. Auch der Strompreis je Einheit, die geladene Energiemenge und der Endbetrag seien sowohl an der Ladesäule als auch in der App verständlich abzulesen gewesen. Die zugehörige Hotline sei rund um die Uhr besetzt, die Station mit einer ID-Nummer versehen, gut einsehbar und beleuchtet. Als Negativbeispiel des Tests der Ladestationen nennt der ADAC zwei Säulen des Betreibers Bayernwerk in München und drei Ladestationen von Vattenfall in Berlin, Hamburg und Merseburg. Sie seien entweder kaum zu finden gewesen, es habe an grundlegenden Informationen an der Ladesäule gefehlt oder aus technischen Gründen hätten E-Autos nicht laden könen (Noten: "sehr mangelhaft"). Für ihren Ladestationen-Test sind ADAC-Experten 53 Stationen in und um Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart mit zwei handelsüblichen BMW i3 mit den europäischen Anschlüssen des Typs 2 und CCS abgefahren.

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Welcher Stecker/welches Kabel passt zu welcher Ladestation?

Wer an einer Ladestationen sein E-Auto laden möchte, musste noch bis vor kurzem auf den richtigen Stecker achten. So setzte sich bei den Gleichstrom-Säulen der CCS-2-Stecker durch, wohingegen die japanischen Autobauer den sogenannten CHAdeMO-Stecker bevorzugten. In Europa haben sich die sogenannten Typ 2- Stecker für die Wechselstrom-Ladung durchgesetzt. Dieser Ladestecker ist sowohl für das ein- als auch für das dreiphasige Stromnetz (je nach örtlicher Gegebenheit) geeignet, aber auch hier funktionieren die Stecker Typ 1 (aus den USA) und Typ 3A (aus Italien). Für Autos mit größerer Hochvoltbatterie gewinnt der CCS-Stecker (Combined Charging System) immer stärker an Bedeutung. Dieser verfügt über Zusatzkontakte. Das ermöglicht neben der AC- (Wechselstrom) auch eine DC-Ladung (Gleichstrom) mit bis zu 350 kW. So ist auch das Schnellladen möglich. Nochmal einen anderen Weg beschritt E-Autobauer Tesla mit seinem Anschluss und dem dazugehörigen "Supercharger"-Ladestationen, die alleine den amerikanischen Stromern vorbehalten sind. Seit dem 17. März 2016 gilt der Typ-2-Stecker als obligatorischen Ladestecker an allen E-Tankstellen. Andere Steckverbindungen dürfen nur noch zusätzlich angeboten werden. Wer sein E-Auto an der Haushaltssteckdose laden möchte, nutzt auch die handelsübliche Schuko-Steckdose.

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Wie bezahle ich an einer Ladestation?

Anders als an der Tankstelle lässt sich Strom an einer Ladestation grundsätzlich nur bargeldlos abrechnen. Dazu gibt es unterschiedlichste Bezahlsysteme wie Prepaid-Guthaben, Paypal, Sofortüberweisung oder Paydirect  sowie Tarife, und man benötigt eine Ladekarte. Sinnvoll sind europaweit agierende Unternehmen wie Plugsurfing, die ein weitläufiges und dichtes Ladesäulennetz unterhalten und neben der Suche nach Ladestationen auch Authentifizierung und Bezahlung unterstützen. Immer häufiger ermöglichen Anbieter den Ladevorgang via Smartphone-App. Vorteil: Der Bezahlvorgang ist leichter, transparenter und bequemer. Die App navigiert sogar zur nächsten freien Ladesäule. Allerdings gibt man wohl oder übel – wie bei jedem bargeldlosen Bezahlen – eine gigantische Menge interessanter Daten preis. Persönlichkeitsrechte sollten unbedingt gewahrt bleiben. Deshalb ist Skepsis angebracht und ein Blick aufs Kleingedruckte unerlässlich.

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Was kostet das Laden an einer Ladestation?

Viele Discounter, Möbelhäuser und Einkaufszentren bieten sogar kostenloses Stromtanken für die Zeit des Einkaufs an. Dagegen kann es an den öffentlichen Ladestationen teuer werden. Hier kostet die Kilowattstunde durchaus mehr als 50 Cent. Für Gleichstrom, also an DC-Schnelladern, werden häufig Lade-Pauschalen (rund acht Euro pro Ladung, unabhängig von Ladezeit und  Energiemenge) verlangt. Der Grund: Es hapert immer noch an eichfähigen Abrechnungssystemen. Nur bei Ionity erfolgt die Abrechnung bereits jetzt schon pro gezapfter Kilowattstunde. Hier wird für die Laufkundschaft ein Preis von 79 Cent pro kWh fällig. So kosten 100 Kilometer Reichweite rund 17 Euro, also fast das Doppelte im Vergleich zum Kilometerpreis eines Diesels! Und dabei sind die Ladeverluste (etwa zehn bis 15 Prozent) noch nicht eingerechnet. Deutlich günstiger laden bei Ionity jene E-Autobesitzer mit Ladekarte von Herstellern, die an Ionity beteiligt sind. Dazu gehören Audi, BMW, Ford, Hyundai, Porsche und VW. Tesla (nur für Tesla) und Fastned (markenoffen) wollen künftig mit 33 beziehungsweise 59 Cent/kWh günstigeres Schnellladen ermöglichen. Wichtig: Bei der Tarifwahl sollte man eines nicht außer Acht lassen: Nur regenerativer Ökostrom gehört in die Autobatterie – dem Klima zuliebe. Wer Ladestrom für sein E-Auto aus der Haushaltssteckdose zieht, zahlt seinen vereinbarten Haustarif. In Deutschland haben wir europaweit die höchsten Stromkosten, derzeit 32 Cent pro Kilowattstunde (Grundversorgung). Allerdings gibt es viele zeitlich begrenzte, regionale "Schnupperangebote", die von Energieunternehmen, Gemeinden und Kommunen (zum Beispiel bei der Installation einer Wallbox) beworben werden.

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Was kostet eine eigene Ladestation am Haus?

Wer sein E-Auto nicht an der gewöhnlichen Steckdosen aufladen möchte, was nicht nur sehr lang dauern, sondern auch die Steckerkontakte auf Dauer überlasten kann, für den ist eine eigene Ladestation eine Alternative. So sind für Privathäuser Ladesäulen und Wand-Ladestationen (Wallbox) mit elf bis 22 Kilowatt sinnvoll. Sie sind ab 400 Euro (plus Genehmigungs- und Installationskosten) zu haben - und unter Umständen zum Beispiel durch Programme mancher Bundesländer förderfähig. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Allerdings sind die Tankstellen für Strom nicht überall umsetzbar: Es kann sein, dass das lokale Stromnetz ohne einen Ausbau einen Anschluss für E-Autos nicht verkraftet. Daher muss der örtliche Netzbetreiber in die Planung eingebunden sein. Mit den hochwertigeren Home-Chargern – die dann mit 800 bis 3000 Euro auch erheblich teurer sind – kann man das Laden via App aus der Ferne bedienen und überwachen. Wer besonders umweltfreundlich denkt, der kann den durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produzierten Strom in die Ladestation fließen lassen.

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