E-Auto laden: E-Ladesäulen im Test/welche Kabel? E-Ladesäulen im ADAC-Test

von Alexander Koch 30.07.2018
Inhalt
  1. E-Auto laden an der E-Ladesäulen: So funktioniert es
  2. Wo kann man überall an E-Ladesäulen tanken?
  3. Wie lade ich an einer E-Tankstelle?
  4. E-Ladesäulen im ADAC-Test
  5. Welcher Stecker/welches Kabel passt zu welcher E-Ladesäule?
  6. Wie bezahle ich an einer E-Ladesäule?
  7. Was kostet das Laden an einer E-Tankstelle?
  8. Was kostet eine eigene Ladestation am Haus?

In Zeiten der Elektromobilität stellen sich die Fragen, wo eine E-Ladesäule steht, wie sie bedient und ein E-Auto mit welchem Kabel geladen wird. So schnitten 53 E-Ladesäulen im ADAC-Test ab, das kostet der Strom. Alle Antworten gibt es hier!

Die Fragen, wie eine E-Ladesäule funktioniert und wie man einer E-Tankstelle Strom zapft, könnte schon bald für viele Autofahrer relevant werden. Nicht nur ist der Elektromotor immer mehr im Kommen, auch das Netzwerk aus E-Ladesäulen wächst ständig an. Zuletzt erhielt die innogy SE, Deutschlands führender Ladenetzbetreiber, Fördermittel für den Aufbau von 1245 neuen Ladesäulen (entspricht 2490 Ladepunkten) aus dem "Bundesprogramm Ladeinfrastruktur". Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat damit den bisher umfangreichsten Förderantrag bewilligt. Die Förderung wird als ein starkes Signal gesehen, da innogy SE In Deutschland bereits heute 4600 E-Ladesäulen in 635 Städten und Gemeinden betreibt. Davon sind rund 2200 E-Tankstellen öffentlich zugängliche Ladepunkte.

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E-Auto laden an der E-Ladesäulen: So funktioniert es

Die neuen E-Ladesäulen und E-Tankstellen werden in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz entstehen. Ein Schwerpunkt liegt in den nordrhein-westfälischen Ruhrmetropolen Essen und Mülheim sowie Dorsten. Sie werden insgesamt rund 7,8 Millionen Euro kosten und im Rahmen der Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge (LIS) mit insgesamt rund 3,1 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die 22-kW-Ladesäulen stehen dabei im öffentlichen Straßenraum, können also rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche genutzt werden.

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Wo kann man überall an E-Ladesäulen tanken?

Inzwischen gibt es in Deutschland schon ein recht enges Netz an E-Tankstellen, das natürlich in Ballungsgebieten und Großstädten etwas dichter ist. E-Ladesäulen von innogy SE werden etwa in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz entstehen, auch RWE-Ladesäulen sind inzwischen weit verbreitet, mit einem Schwerpunkt in Westdeutschland. Um herauszufinden, welche E-Ladesäule einem am nächsten ist, kann man eine Vielzahl an Apps oder die Internetseiten www.e-tankstellen-finder.com und www.goingelectric.de bemühen.

 

Wie lade ich an einer E-Tankstelle?

Das Laden mit einem Elektroauto ähnelt ein wenig dem herkömmlichen Tanken mit Diesel und Benzin. Für den Ladevorgang benötigt man zunächst ein Ladekabel, welches zur Ausstattung eines Elektroautos gehört. Zum Tanken benötig man außerdem die passende Ladekarte des Stromanbieters, um die entsprechende Ladestation zu entriegeln. Zu Beginn muss man die Ladekarte vor die Steckdose mit dem Auto-Symbol halten, um identifiziert zu werden und Zugriff zu bekommen. Anschließend verbindet man das Auto und die Ladesäule mit dem entsprechenden Ladekabel. Dafür müssen die Anschlüsse in die dafür vorgesehenen Steckdosen gesteckt werden. Ob man das Ladekabel zuerst mit der Steckdose des Autos oder der Ladestation verbinden, ist dabei nicht relevant. Das Kabel wird bei der Initialisierung des Ladevorgangs automatisch verriegelt und wird erst nach Beendigung des Ladevorgangs wieder freigegeben. Die Entriegelung ist meistens mit der Zentralverriegelung des Fahrzeugs gekoppelt und nach der Fernentriegelung via Fernbedienung für einige Sekunden aktiv. Wird das Kabel nicht abgezogen, aktiviert sich der Schließmechanismus automatisch. Danach wird zuerst der Stecker am Fahrzeug gezogen, anschließend kann der Stecker an der Ladestation entfernt werden. Zur Abrechnung der Ladevorgänge an den Ladepunkten werden die Kundendaten, der Beginn und das Ende des Ladevorgangs sowie die jeweils abgenommene Energiemenge erfasst und dem Kunden mitgeteilt.

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E-Ladesäulen im Test
Ladesäulen-Tests des ADAC im Detail hier nachlesen. © ADAC
 

E-Ladesäulen im ADAC-Test

Wie der ADAC in einem Test herausfand, zeigten zahlreiche der 53 überprüften E-Ladesäulen Optimierungsbedarf. Zwar sei an allen Stationen Strom geflossen, doch hätten viele bei Bedienkomfort, Information und Preistransparanz Schwächen gezeigt. Auch wer spontan Strom tanken will, könne das derzeit nicht überall. Bei zwölf Stationen sei das Laden ohne Zugangsberechtigung nicht möglich gewesen, bei anderen fehlten die Informationen zur Ladeleistung oder präzise Ortsangaben. Zahlreiche Parkplätze waren zudem nicht nur klein oder sehr nah am fließenden Verkehr gebaut, auch die Informationspolitik zur Parkdauer habe sich oft als Problem erwiesen. "Beschilderung und Gestaltung der Ladestationen könnten also deutlich aufgerüstet werden", zieht der ADAC Bilanz. So verteilte der Automobilclub nur einmal die Note "sehr gut". 29-mal schnitten die E-Ladesäulen mit "gut", 17-mal mit "ausreichend" und sechs Mal mit "sehr mangelhaft" ab. Als positives Beispiel hoben die Tester die E-Ladesäule am Hans-Thoma-Platz 4 in Sindelfingen hervor (Note: "sehr gut"): Die Ladestation sei in allen relevanten Verzeichnissen gelistet gewesen, es gäbe verschiedene Stromanbieter zur Auswahl und die zugehörige Website zeige an, ob die Säule belegt oder defekt ist. Auch der Strompreis je Einheit, die geladene Energiemenge und der Endbetrag seien sowohl an der E-Ladesäule als auch in der App verständlich abzulesen gewesen. Die zugehörige Hotline sei rund um die Uhr besetzt, die Station mit einer ID-Nummer versehen, gut einsehbar und beleuchtet. Als Negativbeispiel des Tests der E-Ladesäulen nennt der ADAC zwei Säulen des Betreibers Bayernwerk in München und drei Ladestationen von Vattenfall in Berlin, Hamburg und Merseburg. Sie seien entweder kaum zu finden gewesen, es habe an grundlegenden Informationen an der Ladesäule gefehlt oder aus technischen Gründen hätten Elektroautos nicht laden könen (Noten: "sehr mangelhaft"). Für ihren E-Ladesäulen-Test sind ADAC-Experten 53 Stationen in und um Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart mit zwei handelsüblichen BMW i3 mit den europäischen Anschlüssen des Typs 2 und CCS abgefahren.

 

Welcher Stecker/welches Kabel passt zu welcher E-Ladesäule?

Wer an einer E-Ladesäule laden möchte, musste noch bis vor kurzem auf den richtigen Stecker achten. So setzte sich bei den Gleichstrom-Säulen der CCS-2-Stecker durch, wohingegen die japanischen Autobauer den sogenannten CHAdeMO-Stecker bevorzugten. Bei den Wechselstrom-Varianten fand man häufig den Mennekes-Stecker (Typ 2), aber auch hier funktionieren die Stecker Typ 1 (aus den USA) und Typ 3A (aus Italien). Nochmal einen anderen Weg beschritt E-Autobauer Tesla mit seinem Anschluss und dem dazugehörigen "Supercharger"-Ladestationen, die alleine den amerikanischen Stromern vorbehalten sind. Seit dem 17. März 2016 gilt der Typ-2-Stecker als obligatorischen Ladestecker an allen E-Tankstellen. Andere Steckverbindungen dürfen nur noch zusätzlich angeboten werden. Wer sein E-Mobil an der Haushaltssteckdose laden möchte, nutzt auch die handelsübliche Schuko-Steckdose.

 

Wie bezahle ich an einer E-Ladesäule?

Nur an den wenigsten E-Ladesäulen und E-Tankstellen ist eine Bezahlung mit Bargeld möglich. Alternativ kann man die ausstehende Summe etwa per Prepaid-Guthaben oder mittels pauschalem Abo-Preis begleichen. Hierbei erhalten Kunden eines Anbieters eine entsprechende Karte. Immer häufiger kann an einer E-Tankstelle auch mit webbasierten Diensten wie Paypal, Sofortüberweisung oder Paydirect bezahlt werden, was den Ladevorgang an der E-Ladesäule erheblich komfortabler macht.

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Was kostet das Laden an einer E-Tankstelle?

Neben E-Tankstellen, an denen kostenlos getankt werden kann, müssen bei verschiedenen Anbietern verschieden hohe Summen für den Ladevorgang bezahlt werden. Hier herrscht bis dato leider noch zu wenig Transparenz, um eine allgemeingültige Aussage zu treffen. An öffentlichen Ladestationen, die kostenpflichtig sind, wird allerdings die Ladezeit pro Stunde und nicht der verbrauchte Strom berechnet, was schon mal teurer als das Tanken mit herkömmlichen Kraftstoff werden kann (in Bezug auf die Reichweite). Günstiger ist die eigene Ladestation in der heimischen Garage. Damit muss man etwa für eine Reichweite von 100 Kilometern nur 4,30 Euro zahlen bei einmaligen Anschaffungskosten von 600 Euro!

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Was kostet eine eigene Ladestation am Haus?

Wer sein E-Auto nicht an der gewöhnlichen Steckdosen aufladen möchte, was nicht nur sehr lang dauern, sondern auch die Steckerkontakte auf Dauer überlasten kann, für den ist eine eigene Ladestation eine Alternative. So sind für Privathäuser Ladesäulen und Wand-Ladestationen mit elf bis 22 Kilowatt sinnvoll - und unter Umständen zum Beispiel durch Programme mancher Bundesländer förderfähig. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Allerdings sind die Tankstellen für Strom nicht überall umsetzbar: Es kann sein, dass das lokale Stromnetz ohne einen Ausbau einen Anschluss für E-Autos nicht verkraftet. Daher muss der örtliche Netzbetreiber in die Planung eingebunden sein. Eine Ladestation kostet je nach Ausstattung zwischen etwa 800 und 2500 Euro plus Verkabelung, Montage und eventuell einen eigenen Stromzähler. Wer besonders umweltfreundlich denkt, der kann den durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produzierten Strom in die Ladestation fließen lassen.

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