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Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge: News Diese Städte sind E-Auto-freundlich

Victoria Zippmann 24.01.2023
Ladeinfrastruktur
Foto: Imago
Inhalt
  1. Deutsche & Europäische Städte im Ladeinfrastruktur-Ranking
  2. Europäische Städte mit der besten Ladeinfrastruktur 2022 (Tabelle)
  3. Europäische Städte mit der schlechtesten Ladeinfrastruktur 2022 (Tabelle)
  4. News zur deutschen Ladeinfrastruktur 2022: Masterplan der Bundesregierung
  5. VDA-Untersuchung 2022: Lücke zwischen Ladeinfrastruktur und E-Auto-Bestand wächst
  6. VDA-Ranking öffentlicher Ladeinfrastruktur nach Bundesländern 2022 (Tabelle)
  7. News 2021: Kartellamt-Prüfung der Preise & Ausbau des Schnellladenetzes

Immer mehr E-Autos sind auf Deutschlands Straßen unterwegs. Eine ausreichend gute Ladeinfrastruktur wird daher immer wichtiger. Doch die Zahl der nötigen Ladestationen wächst zu langsam, wie eine Untersuchung des VDA festgestellt hat. Wir zeigen im Ranking, welche Städte in Europa bereits E-Auto-freundlich sind.

 

Deutsche & Europäische Städte im Ladeinfrastruktur-Ranking

Die britische Preisvergleichs-Webseite Uswich hat 2022 ein Ranking erstellt, welches die Ladeinfrastruktur in 33 europäischen Großstädten bewertet. Das Punktesystem berücksichtigt den prozentualen Anteil von kostenlosen Ladesäulen, den durchschnittlichen Preis pro kWh an den Säulen, die durchschnittliche Ladeleistung und die durchschnittliche Distanz zwischen den einzelnen E-Auto-Ladern. Die Analyse der Ladeinfrastruktur in den berücksichtigten Städten hat ergeben: Zur E-Auto-freundlichsten Stadt hat Uswich die isländische Hauptstadt Reykjavík gekürt. Hier steht der Strom bei 65 Prozent aller Ladestationen kostenlos zur Verfügung. Kostet der Ladestrom in Reykjavík etwas, dann durchschnittlich 0,29 Euro. Die Ladegeschwindigkeit liegt im Mittel bei 26 kW. Der durchschnittlichen Abstand der Ladesäulen von nur 0,55 Kilometer ist der zweitkürzeste aller bewerteten Städte nach Den Haag. Auch Glasgow auf Platz zwei schnitt in fast allen Kategorien hervorragend ab. Nur bei der Ladegeschwindigkeit von 17 kW ist noch viel Luft nach oben. Auf Platz drei rettet sich Lissabon trotz nur einem Prozent an kostenlosen Ladepunkten mit einem äußerst niedrigen kWh-Preis von nur 0,17 Euro und einem eng gestrickten Netz von Ladesäulen (0,76 km). Auch Platz vier und fünf ranken Budapest mit guter Ladeleistung (25 kW) und einem hohen Anteil an kostenfreien Lademöglichkeiten (54 %) und Oslo, mit dichtem Ladenetz (0,61 km) jedoch langsamen Ladern (9 kW) und wenig kostenlosen Säulen. Zu den am schlechtesten abschneidenden Städten Europas zählt Köln. Die Stadt am Rhein kann zwar in keiner Kategorie richtig punkten, ranked aber besser als Rotterdam, wo es zwar viele Lademöglichkeiten gibt (70 km), diese sind jedoch teuer (0,45 Euro/kWh) und langsam (13 kW). Gleiches gilt für Frankfurt (0,45 Euro/kWh; 18 kW). In Wien ist der Ladestrom günstiger (0,28 Euro/kWh) jedoch ebenfalls langsam (14 kW) und weniger häufig zu finden (1,55 km). Vorletzte Stadt im Ranking der europäischen Städte mit der besten Ladeinfrastruktur für E-Autos ist Paris vor Liverpool. In beiden Städten liegt durchschnittlich eine Distanz von mehr als zwei Kilometern zwischen den Ladesäulen. Auch die Kosten sind nicht gering (0,43 & 0,39 Euro/kWh). In Paris lädt man allerdings im Mittel mit einer guten Leistung von 54 kW, dafür sind in Liverpool immerhin 38 Prozent der Lademöglichkeiten kostenlos. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Europäische Städte mit der besten Ladeinfrastruktur 2022 (Tabelle)

PlatzStadtKostenlose LadestationenPreis/kWh*Ladeleistung*Distanz* zw. Ladestationen
1Reykjavík (Island)65 %0,29 €26 kW0,55 km
2Glasgow (UK)92 %0,32 €17 kW1,10 km
3Lissabon (Portugal)1 %0,17 €24 kW0,76 km
4Budapest (Ungarn)54 %0,33 €25 kW1,03 km
5Oslo (Norwegen)8 %0,32 €9 kW0,61 km
 

Europäische Städte mit der schlechtesten Ladeinfrastruktur 2022 (Tabelle)

PlatzStadtKostenlose LadestationenPreis/kWh*Ladeleistung*Distanz* zw. Ladestationen
1Liverpool (UK)38 %0,38 €14 kW2,38 km
2Paris (Frankreich)14 %0,43 €54 kW2,15 km
3Wien (Österreich)7 %0,28 €14 kW1,55 km
4Frankfurt a. M. (Deutschland)12 %0,45 €18 kW1,04 km
5Rotterdam (Niederlande)
Köln (Deutschland)
3 %
7 %
0,45 €
0,39 €
13 kW
20 kW
0,70 km
1,22 km

*Durchschnittswerte

Was wäre, wenn alle E-Auto fahren? (Video):

 
 

News zur deutschen Ladeinfrastruktur 2022: Masterplan der Bundesregierung

"Die Elektromobilität wird nur Akzeptanz finden, wenn das Laden so einfach ist wie heute das Tanken", so die Worte des Bundesverkehrsministers Volker Wissing zum Beschluss eines "Masterplans" zum Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos im Oktober 2022. Bis 2030 sollen Autofahrer:innen insgesamt eine Million öffentlich zugängliche Ladepunkte nutzen können, so das Ziel der Bundesregierung. Das dafür vorgesehene Budget liegt bei 6,3 Milliarden Euro. Aktuell zählt die Bundesnetzagentur rund 70.000 Ladepunkte, 11.000 davon sind zum Schnellladen geeignet. Dem gegenüber steht das Ziel bis 2030 von derzeit 1,6 Millionen auf 15 Millionen vollelektrische Pkw auf deutschen Straßen zu kommen. Der "Masterplan" der Bundesregierung sieht 68 Maßnamen vor, um die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu senken und die Elektromobilität zu stärken. Dazu zählen beispielsweise auch die Verfügbarkeit von Flächen zum Laden an Verkehrsknotenpunkten oder die Integration ins auszubauende Stromnetz. Sollte der Wachstumsplan für die E-Mobilität aufgehen, würde der anteilige Stromverbrauch der Elektroautos von 0,5 auf acht Prozent ansteigen. 

 

VDA-Untersuchung 2022: Lücke zwischen Ladeinfrastruktur und E-Auto-Bestand wächst

Wie der VDA im Juni 2022 mitteilte, wächst die Lücke zwischen der Zahl der Ladesäulen und der Anzahl an E-Autos immer weiter. In Deutschland kommen aktuell durchschnittlich 22 E-Autos auf einen öffentlichen Ladepunkt. Im Oktober 2021 waren es 21 und im Mai 2021 waren es 17. Laut einer Studie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums dürften bis 2030 rund 14,8 Millionen Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Und die Autor:innen erwarten, dass dann an 61 Prozent der privaten Stellplätze am Wohnort ein Ladepunkt zur Verfügung steht. 41 Prozent des Stroms würden folglich an diesen sieben Millionen privaten Ladepunkten geladen. "Ergänzende, öffentlich zugängliche Ladepunkte sind daher zwingend notwendig und decken etwa 32 Prozent der verladenen Energiemenge ab. Die restlichen 27 Prozent werden an Ladepunkten auf Firmenparkplätzen verladen", heißt es. In Städten sei ein öffentlicher Ladepunkt pro 14 Fahrzeuge notwendig, auf dem Land reiche einer für 23 Fahrzeuge. Ziel der Bundesregierung sind rund 15 Millionen vollelektrische Pkw und eine Million Ladepunkte bis 2030. Die Erreichung dieses Ziels setzt einen Zuwachs von 2000 Ladepunkten pro Woche voraus – zurzeit sind es rund 330 neue Ladepunkte pro Woche. Bis 2030 würden so lediglich 210.000 Ladepunkte, also ein Fünftel der angestrebten Zahl, in Deutschland zur Verfügung stehen. Zudem berichtet der VDA, dass im Mai 2022 mehr als die Hälfte aller 10.769 deutschen Gemeinden keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt anbieten. Eine höhere Ausbaugeschwindigkeit bräuchte vor allem schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller. "Wir brauchen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge eine Planungsbeschleunigung, die Automobilindustrie hat hierzu konkrete Vorschläge vorgelegt." Zudem ruft sie die Kommunen auf, Ziele für den Aufbau zu definieren und die Umsetzung voranzutreiben. Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur anzukurbeln, hat das Bundeskabinett im November 2019 einen "Masterplan Ladesäuleninfrastruktur" beschlossen. Konkret sollen bis 2023 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden. 15.000 davon sollte die Automobilwirtschaft bis 2022 beisteuern.

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VDA-Ranking öffentlicher Ladeinfrastruktur nach Bundesländern 2022 (Tabelle)

In welchen Bundesländern das Verhältnis zwischen zugelassenen Elektroautos und Ladesäulen am besten ist, hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) berechnet und dazu ein entsprechendes Ladenetz-Ranking erstellt. Dabei präsentiert der VDA zwei Werte, die für den Ausbau der Elektromobilität entscheidend sein sollen: zum einen den A-Wert als Attraktivitätsindikator des Ladenetzes, der die Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte im Verhältnis zu den zugelassenen Autos setzt. Zum anderen der T-Wert, der angibt, wie viele E-Autos generell sich aktuell einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen. Spitzenreiter beim A-Wert ist Hamburg (489) Zudem liegen auch Berlin (648), Baden-Württemberg (676), Bayern (693) und Schleswig-Holstein (708) im Ranking vorne. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit 1362 zugelassenen Pkw auf einen E-Ladepunkt. Die T-Wert-Auswertung zeigen wir in der Tabelle unten. Hier liegen Sachsen (13,8), Sachsen-Anhalt (14,9) und Thüringen (15,2) vorne, auf den letzten Plätzen in diesem Ranking liegen Rheinland-Pfalz (27,3), Nordrhein-Westfalen (27,3) und das Saarland (28,1). Zur Orientierung: Nach einer Richtlinie der EU sollten sich im Durchschnitt nicht mehr als zehn E-Autos einen Ladepunkt teilen müssen. Aktuell gibt es insgesamt 60.364 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland (Quelle: Bundesnetzagentur, Stand: 1. Mai 2022). Private Ladepunkte werden bisher nicht zentral erfasst, was der VDA jedoch für dringend notwendig hält. Auch interessant: Kosten bei Ionity

Deutsche Bundesländer im Ladenetz-Ranking des VDA nach T-Wert*
(Stand: Juni 2022)
RangBundeslandT-Wert: E-Pkw
pro Ladepunkt
E-Pkw-BestandLadepunkte
1Sachsen13,833.8722447
2Sachsen-Anhalt14,916.0991078
3Thüringen15,218.5861220
4Mecklenburg-Vorpommern17,411.265647
5Hamburg18,230.1411659
6Schleswig-Holstein18,444.9572448
7Berlin19,537.3631915
8Niedersachsen19,6126.7506456
9Bayern20,2239.90511.898
10Brandenburg20,325.9121274
11Baden-Württemberg22,2224.75810.134
12Bremen22,27579341
13Hessen26,3122.5324658
14Rheinland-Pfalz27,161.9992284
15Nordrhein-Westfalen27,3293.11510.722
16Saarland28,114.006498
* Der T-Wert gibt an, wie viele E-Pkw sich einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen müssen. Er beschreibt das Verhältnis aller aktuell zugelassenen E-Pkw und der verfügbaren öffentlich zugänglichen Ladepunkte je Bundesland. Die private Ladeinfrastruktur ist nicht erfasst.

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News 2021: Kartellamt-Prüfung der Preise & Ausbau des Schnellladenetzes

  • Zunehmende Beschwerden über Preise und Konditionen bei Ladestationen haben das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. "Für die Entscheidung von Verbrauchern, auf Elektromobilität umzusteigen, sind die Bedingungen und Preise für das Laden im öffentlichen Raum von zentraler Bedeutung", erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt in diesem Zuge. Daher wolle die Behörde schon jetzt mögliche strukturelle Wettbewerbsprobleme identifizieren – auch wenn sich die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland gerade erst im Aufbau befinde. Das Ergebnis der Untersuchung hat das Bundeskartellamt im Oktober 2021 veröffentlicht: Die bisherigen Ermittlungen hätten keinen Beleg dafür erbracht, "dass die Ladestrompreise in Deutschland systematisch und flächendeckend überhöht sind". Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: "Die Transparenz hinsichtlich der Preise und die Nutzerfreundlichkeit an den Ladesäulen sind verbesserungsfähig. Neben einem intensiven Wettbewerb könnten hier gezielte ordnungsrechtliche Vorgaben notwendige Verbesserungen bewirken. Die Markt- und Wettbewerbsbedingungen im Bereich der öffentlichen Ladeinfrastruktur sind derzeit aber noch grundlegend andere als bei klassischen Tankstellen. Daher bin ich auch skeptisch, ob die Erweiterung der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe auf Ladestromtarife hier zielführend wäre. Das muss man unseres Erachtens zunächst noch genauer untersuchen." Bis 2030 soll nach den Plänen der Bundesregierung in Deutschland eine flächendeckende E-Infrastruktur entstehen, zu der insbesondere auch öffentlich zugängliche Ladestationen gehören. Allerdings unterliegt der Aufbau und Betrieb von Ladesäulen nicht der für Stromnetze geltenden umfassenden Regulierung. Mithilfe des Kartellrechts könnten mögliche Wettbewerbsprobleme in diesem Bereich aber aufgegriffen werden, erklärte Mundt.

  • Die Bundesregierung will den Aufbau eines Schnellladenetzes für Elektroautos in Deutschland vorantreiben und Fahrer:innen so auch längere Fahrstrecken ermöglichen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf brachte das Kabinett im Februar 2021 auf den Weg. Demnach sind europaweite Ausschreibungen zum Aufbau eines öffentlichen Schnellladenetzes mit 1000 "Schnellladehubs" mit mehreren Ladepunkten bis 2023 geplant. Die Stationen sollen eine Leistung von über 150 Kilowatt haben. Der Bund will mehrere Betreiber auswählen, die dann in seinem Auftrag die Ladesäulen aufbauen und betreiben. Laut Bundesverkehrsministerium gab es Anfang 2021 rund 800 Ladepunkte über 150 Kilowatt, was etwa 2,4 Prozent der gesamten öffentlich zugänglichen Ladepunkte entspricht. Der Energieverband BDEW sprach derweil von rund 950 Ladepunkten ab 150 Kilowatt – wobei in der Zahl auch Ladepunkte enthalten sind, die eine Leistung von 150 Kilowatt haben. Aktuell sei der Betrieb von Ladesäulen, auch von Schnellladesäulen, noch nicht wirtschaftlich, sodass das Gesetz eine Chance darstelle.

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