Audi Q7, BMW X5, Mercedes GLE, Porsche Cayenne: Test

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Audi Q7/Porsche Cayenne/Mercedes GLE/BMW X5; in Reihe fahrend von vorne fotografiert
Audi Q7/Porsche Cayenne/Mercedes GLE/BMW X5 Foto: Frank Ratering

Der frisch geliftete Q7 will es gegen Cayenne, GLE und X5 wissen.

Audi Q7; fahrend von vorne links
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Der Q7 federt meist komfortabel, hat jedoch Schwächen bei niedrigem Tempo.

Audi Q7; Cockpit
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Anhand seines Infotainments merkt man dem Audi Q7 doch ein klein wenig das Alter an. Die Rechengeschwindigkeit beim Hochfahren oder bei der Routenberechnung erfordert etwas mehr Geduld als bei den jüngeren Wettbewerbern, und auch die Sprachbedienung kann nur mit weniger Kommandos etwas anfangen. Immerhin sind die wichtigsten Funktionen serienmäßig an Bord. Gemeint sind in diesem Zusammenhang etwa Navigation, Smartphone-Anbindung und zahlreiche aktuelle Online-Anwendungen. Etwas oldschool mutet hingegen der DVD-Player an, der für 150 Euro in der Preisliste zu finden ist. Ein digitaler TV-Empfänger ist dort für 1150 Euro gelistet.

Audi Q7; vordere Sitze
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Die Wangen der optionalen Kontursitze können auf Dauer ermüdend auf das Bein wirken.

Audi Q7; Rücksitzbank mit Person
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Entspannte Sitzposition und reichlich Platz: Im Fond reisen auch Erwachsene gern mit.

Audi Q7; Kofferraum
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Bei aufgestellten Rücksitzen bietet der Q7 mit 867 l mit Abstand den größten Laderaum.

Audi Q7; fahrend von hinten links
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Bei hohem Tempo verwöhnt der Q7 mit geschmeidiger Federung und geringen Geräuschen.

BMW X5; fahrend von vorne links
BMW X5 Foto: Frank Ratering

Der 381 PS (280 kW) starke Reihensechser des BMW ist Spitzenklasse und brauchte im Test mit 9,6 l am wenigsten Kraftstoff.

BMW X5; Cockpit
BMW X5 Foto: Frank Ratering

BMW rüstet den X5 serienmäßig mit dem Live Cockpit Plus aus, das ein 12,3-Zoll-Tacho-Display und einen 14,9-Zoll-Touchscreen umfasst. Die Rechenleistung ist wie die Reaktionsgeschwindigkeit sehr gut. Auch die Sprachbedienung und der Dreh-Drück-Steller sind ein echter Mehrwert, während die Gestensteuerung eher eine nette Spielerei ist. Das serienmäßige Navi ist Cloud-basiert, die Smartphone-Einbindung funktioniert serienmäßig kabellos. Eine induktive Ladeschale ist ebenfalls stets an Bord. Das optionale Live Cockpit Professional bringt ein Head-up-Display und Augmented Reality in den BMW X5. Software-Updates erfolgen over-the-air.

BMW X5; vordere Sitze
BMW X5 Foto: Frank Ratering

Die optionalen Komfortsitze des Bayern sind selbst auf langen Reisen äußerst bequem.

BMW X5; Rücksitzbank mit Person
BMW X5 Foto: Frank Ratering

Die tief montierte Rückbank mutet Erwachsenen recht stark angewinkelte Beine zu.

BMW X5; Kofferraum
BMW X5 Foto: Frank Ratering

Die zweigeteilte Heckklappe ist eine X5-Spezialität. Sonderlich praktisch ist sie allerdings nicht.

BMW X5; fahrend von hinten links
BMW X5 Foto: Frank Ratering

Die softe Fahrwerksabstimmung bewirkt auch bei hohem Tempo häufige Aufbaubewegungen.

Mercedes GLE; fahrend von vorne rechts
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Der GLE muss als einziger Testkandidat ohne Allradlenkung auskommen.

Mercedes GLE; Cockpit
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Beim GLE ist das MBUX-Multimediasystem mit erweiterten Inhalten serienmäßig. Neben Navigation und zahlreichen Online-Funktionen beinhaltet dies eine Sprachsteuerung, die nicht nur viele Befehle umsetzen, sondern auch dazulernen kann. Personalisierte Einstellungen lassen sich zudem per Fingerabdruck sichern. Darüber hinaus bietet der GLE Remote-Services. Damit kann das Fahrzeug geortet werden, und auch die Servicetermine lassen sich darüber koordinieren. Ebenfalls Serie ist ein Burmester-Soundsystem mit 13 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 590 W. Wer seinen Fondgästen allerdings Lademöglichkeiten via USB-Steckplätzen bieten möchte, muss 179 Euro investieren.

Mercedes GLE; vordere Sitze
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Die elektrischen Sitze bieten reichlich Seitenhalt und sind komfortabel gepolstert.

Mercedes GLE; Rücksitzbank mit Person
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Kein anderes SUV in diesem Quartett bietet im Fond dermaßen viel Knieraum.

Mercedes GLE; Kofferraum
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Mit 630 l ist der Kofferraum des GLE bei aufgestellten Rücksitzen am kleinsten, mit 2055 l bei umgeklappten Sitzen hingegen am größten.

Mercedes GLE; fahrend von hinten links
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Der GLE federt ungemein sanft an und gleicht die meisten Unebenheiten wirkungsvoll aus.

Porsche Cayenne; fahrend von vorne rechts
Porsche Cayenne Foto: Frank Ratering

Die tiefe Sitzposition und die hohen Türschwellen verleihen dem Cayenne ein Sportwagen-Feeling.

Porsche Cayenne; Cockpit
Porsche Cayenne Foto: Frank Ratering

Mit dem serienmäßigen Porsche Communication Management (PCM) kann der Cayenne navigieren sowie per Sprache und über den zentralen 12,3-Zoll-Touchscreen gesteuert werden. Smartphone-Anbindung (Android Auto und Apple CarPlay) sind ebenso wie drei Jahre Porsche Connect Standard an Bord. Via Porsche Connect lassen sich Online-Funktionen über die integrierte Sim-Karte und Remote-Funktionen per Smartphone nutzen. Eine induktive Ladefläche ist Bestandteil der Serienausstattung. Extra kosten das Display auf der Beifahrerseite (1422 Euro) und das Rearseat-Entertainment (2249 Euro). High-End-Sound kommt mit Hi-Fi-Spezi Burmester für 5938 Euro Aufpreis in den Cayenne.

Porsche Cayenne; vordere Sitze
Porsche Cayenne Foto: Frank Ratering

Die adaptiven Sportsitze sehen nicht nur gut aus, sie sind herausragend komfortabel.

Porsche Cayenne; Rücksitzbank mit Person
Porsche Cayenne Foto: Frank Ratering

Eine verschiebbare Rückbank gehört zum Serienumfang. Bequeme Polsterung.

Porsche Cayenne; Kofferraum
Porsche Cayenne Foto: Frank Ratering

1708 l Ladevolumen bei umgeklappten Rücksitzen sind in diesem Test der schwächste Wert.

Porsche Cayenne; fahrend von hinten links
Porsche Cayenne Foto: Frank Ratering

Der Porsche zeigt der Konkurrenz auf dem Handlingkurs des Contidroms die Rückleuchten.

BMW X5/Porsche Cayenne/Audi Q7/Mercedes GLE; nebeneinander fahrend von hinten fotografiert
BMW X5/Porsche Cayenne/Audi Q7/Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Günstig sind sie alle nicht: Mit 93.980 Euro ist der hier getestete Q7 der einzige Kandidat, der im fünfstelligen Bereich bleibt.

Der Audi Q7 feiert seinen dritten Frühling – mindestens. Denn das prestigeträchtige, seit 2015 gebaute Fullsize-SUV kam jüngst erneut in den Genuss einer umfassenden Modellpflege. Ob das ausreicht, um sich im Vergleichstest gegen die deutlich jüngeren Wettbewerber BMW X5, Mercedes GLE und Porsche Cayenne durchzusetzen?

Audi Q7 Facelift, BMW X5, Mercedes GLE & Porsche Cayenne im Vergleichstest

Der Audi Q7 wird auf ewig einen besonderen Platz in der langen Ahnengalerie der Marke mit den vier Ringen sicher haben. Schließlich war der große Allradler, der 2005 auf den Markt kam, das allererste SUV aus Ingolstadt und somit Wegbereiter für alle weiteren, zumeist äußerst erfolgreichen Q-Baureihen. Die zweite Generation des Q7 feierte 2015 ihre Premiere und wurde fortan zur Benchmark im Segment der Luxus-SUV, an der sich nicht nur im Vergleichstest viele Wettbewerber-Fahrzeuge messen lassen mussten.

Mittlerweile zählt das Dickschiff zu den Oldies in dieser Klasse – das allerdings dank einer jüngst erfolgten weiteren Modellpflege immer noch auf Augenhöhe mit den Rivalen konkurrieren soll. Der BMW X5, der Mercedes GLE und der Porsche Cayenne treten im Vergleichstest zum Gegenbeweis an. Befeuert wird das prachtvolle Allradler-Testfeld von leistungsstarken Turbobenzinern mit sechs Zylindern, die allesamt deutlich mehr als 300 PS (221 kW) mobilisieren.
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Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: Porsche Cayenne mit weniger Variabilität

Egal welches der prestigeträchtigen SUV in den Fokus des Kaufinteresses rückt, über zu wenig Platz muss man sich bei keinem der Vergleichstest-Kandidaten ernsthaft Gedanken machen – was bei den ausladenden Karosserien auch niemanden verwundern dürfte. Kleinere Unterschiede gibt es dennoch. So bieten der Audi Q7 und der BMW X5 vorne die meiste Bewegungsfreiheit. Und auch das subjektive Raumgefühl wird in beiden Bayern durch die hier wie da vergleichsweise großen Glasflächen, die reichlich Licht in die Innenräume lassen, begünstigt.

Im Fond wiederum stellt der Mercedes GLE etwas mehr Platz bereit. Vor allem der Beinraum bleibt in diesem Vergleichstest unerreicht. Etwas anders geschnitten ist der Porsche Cayenne. Das Zuffenhausener SUV ist für sich genommen ebenfalls sehr geräumig. Durch die fast schon sportwagenartig tief ins Auto integrierte Sitzposition, die hohen Türbrüstungen und die eher kleinen Seitenscheiben wirkt das Interieur vorn jedoch intimer, als es tatsächlich ist. Die Fondgäste müssen überdies mit etwas weniger Kopffreiheit als in den Wettbewerbern zurechtkommen.

Für große Familienreisen taugen alle vier Testkandidaten jedoch nicht nur dank der üppigen Platzverhältnisse, sondern auch aufgrund der großzügig bemessenen Gepäckabteile. Befinden sich vier bis fünf Personen an Bord, fasst der Audi Q7 satte 867 l an Transportgut. Zum Vergleich: Selbst der kleinste Kofferraum in diesem Quartett, der dem Mercedes GLE gehört, schluckt noch 630 l. Der Titel des Transportkönigs geht hier jedoch an den Mercedes, der bei umgelegter Rücksitzlehne gewaltige 2055 l Stauraumvolumen sowie die höchste Zuladung (666 kg) mitbringt.

Mercedes GLE; statisch von der linken Seite
Mercedes GLE Foto: Frank Ratering

Bei der Variabilität gerät der Porsche Cayenne derweil etwas ins Hintertreffen, obwohl er wie die Konkurrenz serienmäßig mit einer dreiteilig umklapp- und verschiebbaren Rückbank bestückt ist. Allerdings lässt sich der Porsche, anders als die drei übrigen SUV, nicht optional mit einer dritten Sitzreihe ordern.

Dafür beträgt seine Anhängelast ebenso wie die des BMW X5 3500 kg, was beide Edelkraxler zu talentierten Zugmaschinen macht. Audi und Mercedes gestehen ihren Fahrzeugen diese Anhängelast lediglich mit optionalen Luftfahrwerken zu. Serienmäßig dürfen die beiden 2800 (Audi Q7) und 2700 (Mercedes GLE) kg an den Haken nehmen.

Zubehör für Mercedes-Fans:

Fahrkomfort: Mercedes GLE mit Top-Fahrwerk

Übrigens haben alle im Vergleichstest versammelten SUV eine aufpreispflichtige Luftfederung sowie elektronisch geregelte Dämpfer an Bord. Gerade der Mercedes GLE erweist sich damit als ein herausragend komfortables Reisegefährt, das nicht nur äußerst sensibel anfedert, sondern besonders bei niedrigeren Geschwindigkeiten nahezu jede Fahrbahnunebenheit bis zur Unkenntlichkeit glattbügelt.

Bei hohem Tempo ist der äußerst leise Audi Q7 mit seiner teuren Sport-Luftfederung dem GLE ebenbürtig, liegt satt und sicher auf dem Asphalt und hält die meisten Anregungen sorgsam von seinen Mitfahrenden fern. Bei langsamer Fahrt, etwa in der Stadt, federt der Q7 jedoch weniger kommod an und reicht auch schon einmal kleinere Anregungen in den Innenraum weiter.

Etwas überrascht hat uns der Porsche Cayenne: Bei aller gebotenen Sportlichkeit (mehr dazu auch im Fahrdynamik-Kapitel) vergisst der Zuffenhausener beileibe nicht das Wohl seiner Fahrgäste. Er liegt zwar etwas straffer auf der Straße als der Audi Q7 und der Mercedes GLE, federt dafür sanfter an als der BMW X5 und gleicht in Summe deutlich mehr Unebenheiten aus. Gerade auf der Autobahn neigt der Münchner Routinier durch die grundsätzlich eher softe Abstimmung sehr häufig zu störenden Aufbaubewegungen.

Zubehör für Porsche-Fans:

Motor/Getriebe: BMW X5 xDrive40i ist am "sparsamsten"

Auch zum Beginn des Zeitalters der E-Mobilität zeigen die Bayerischen Motoren Werke immer noch beeindruckend, wie gut sie ihr Handwerk in Sachen Verbrennungsmaschinen beherrschen. Der Reihensechszylinder des BMW X5 xDrive40i läuft nicht nur seidig kultiviert, der Turbobenziner sorgt auch allzeit für souveräne Fortbewegung. Er schüttelt seine Leistung von 381 PS (280 kW) lässig aus den Brennräumen und sorgt im Verbund mit der einmal mehr herausragend sanft und treffsicher schaltenden ZF-Automatik für die besten Fahrleistungen im Quartett des Vergleichstests.

Doch damit nicht genug: Der mildhybridisierte Bajuware geht auch am sorgsamsten mit dem Kraftstoff um. Der Durchschnittsverbrauch von 9,6 l ist zwar in der heutigen Zeit nicht mehr so richtig sozialverträglich, liegt aber dennoch teils deutlich unter den Trinksitten der Wettbewerber.

Motor des BMW X5
Foto: Frank Ratering

Ebenfalls einen mildhybridisierten Reihensechser trägt der Mercedes GLE 450 4Matic unter seiner bulligen Haube. Speziell im unteren Drehzahlbereich schiebt er kraftvoll an und erfreut das Gehör bei zunehmender Drehzahl mit einem herzhaften, dabei aber sehr wohldosierten Klang. Wohl auch wegen des immensen Leergewichts von 2344 kg benötigt der Schwabe mit 5,9 s jedoch die längste Zeit, um auf Tempo 100 zu beschleunigen. Mit einem Testverbrauch von 10,3 l ist der Daimler immerhin aber hier das zweiteffizienteste Fahrzeug im Feld.

Der Audi Q7 55 TFSI quattro und der Porsche Cayenne nutzen im Prinzip den gleichen aufgeladenen V6-Benziner, der wie die Reihensechszylinder der Konkurrenz mit einem Hubraum von drei Litern aufwartet. Allerdings hat der Ingolstädter im Gegensatz zum Zuffenhausener ein Mildhybrid-System an Bord. Damit erweist sich das bayerische Trumm immerhin als 0,8 l sparsamer als der Porsche, der sich auf unserer Vergleichstest-Runde wenig zeitgemäße 11,7 l gönnt. Dem überaus forschen Tatendrang des BMW können indes weder der Q7 noch der Cayenne folgen.

Fahrdynamik: Porsche Cayenne glänzt erwartungsgemäß

Sicherlich gehört das freudvolle Kurvenräubern nur bedingt zu den Kernkompetenzen eines deutlich über zwei Tonnen schweren Luxus-SUV. Doch im Rahmen unserer Fahrdynamikprüfungen loten wir das Limit eines Fahrzeuges schließlich nicht nur zur Bewertung der dynamischen Talente aus. Vielmehr geht es hierbei auch um die Fahrsicherheit, die ein Testaspirant in Grenzbereichssituationen zeigt.

Und gerade in letzterer Hinsicht gibt sich der Audi Q7 keinerlei Blöße. Beim Überschreiten seines Haftlimits schiebt der Q7 nur sanft über die Räder nach außen. Ansonsten bleibt der Allradler lange neutral und folgt treu der vorgegebenen Linie. Seine optionale Allradlenkung ist zwar präzise, dürfte aber gern mehr Rückmeldung liefern.

Audi Q7; fahrend von der linken Seite
Audi Q7 Foto: Frank Ratering

Der Mercedes GLE, der als Einziger hier ohne Allradlenkung auskommt, wirkt beim Einlenken trotz seiner schieren Masse etwas agiler als der Audi, schiebt im weiteren Kurvenverlauf jedoch früher über die Vorderräder. Seine fein abgestimmte Lenkung kommuniziert dabei jederzeit transparent mit der fahrenden Person. Allerdings gilt dies nicht ganz für das Bremspedal, das gerade bei steigender Belastung einen klaren Druckpunkt vermissen lässt.

Dass sich Fahrsicherheit und ein hohes Maß an Agilität auch bei solchen Dickschiffen nicht zwingend ausschließen müssen, demonstriert der BMW X5 auf beeindruckende Weise. Dirigiert über die spontan ansprechende und direkte Integral-Aktivlenkung für 1250 Euro, setzt der Münchner Richtungswechsel schneller und entschlossener um als Audi und Mercedes. Selbst bei deaktiviertem DSC (BMW-Jargon für ESP) neigt der X5 trotz durchaus vorhandener Rollbewegungen bei schnellen Wechselkurven nicht zu hektischen Lastwechselreaktionen.

Wer nun glaubt, der BMW sei sportlich, den belehrt der Porsche Cayenne brachial eines Besseren. Hochgerüstet mit Wankstabilisierung, Allradlenkung und Sport-Chrono-Paket beweist der Cayenne, dass die Zuffenhausener es schaffen, ihre legendäre Marken-DNA auch ins Luxus-SUV-Segment zu übertragen. Mit fast schon absurd hohen Kurvengeschwindigkeiten umrundet der mit 2172 kg leichteste Kandidat des Vergleichstests unseren Handlingkurs, liegt wie festgetackert auf der Ideallinie und weist nahezu keine Seitenneigung auf. Dabei spricht seine markentypisch direkte Lenkung stets unmittelbar an, agiert mit größter Präzision und übermittelt allzeit ein glasklares Feedback.

Seine Gala-Vorstellung beschließt der Porsche Cayenne mit Bremsleistungen auf Sportwagenniveau, die von der sündhaft teuren, dafür aber aufs feinste dosierbaren Carbon-Keramik-Anlage ausgehen.

Kosten/Umwelt: Alle Kandidaten teuer

Die vier Probanden dieses Vergleichstests gehören zur absoluten SUV-Elite. Das zeigt sich allerdings nicht nur anhand der vielen Qualitäten der XXL-Kraxler, sondern insbesondere auch an den Preisen, die die Hersteller für sie aufrufen. Das günstigste Angebot ist hier noch der Audi Q7, der mit fast schon bescheidenen 82.500 Euro startet. Wie bei den Wettbewerbern sind bei der Konfiguration der Individualisierung jedoch kaum Grenzen gesetzt, sodass der finanzielle Einsatz für einen voll ausgestatteten Q7 55 TFSI quattro locker die 130.000-Euro-Marke sprengen kann.

Dennoch liegt der bewertete Preis des edlen Audi mit 93.980 Euro deutlich unter denen der Rivalen, was der Grundstein für den Kapitelsieg des Ingolstädters legt. Am anderen Ende der Preisskala rangiert – wenig überraschend – der Porsche Cayenne, der mit den sehr teuren wertungsrelevanten Extras des Testwagens 122.282 Euro verschlingt.

Das ist allerdings nicht der einzige Grund, warum der Schwabe im Kostenkapitel am Ende des Vergleichstests landet. Der hohe Konsum an teurem Super Plus wird ihm genauso zum Verhängnis wie die hohen Versicherungsaufwendungen und die mageren Garantieleistungen des Herstellers. Außerdem liegen seine Wartungskosten auf hohem Niveau – selbst wenn Wartungen und Reparaturen für den Mercedes GLE noch happiger ausfallen. Ein kleiner Lichtblick innerhalb der düsteren Kostenbilanz des Cayenne: Der Porsche ist immerhin das wertstabilste SUV in diesem Vergleichstest.

Technische Daten & Messwerte von Audi Q7 55 TFSI quattro, BMW X5 xDrive40i, Mercedes GLE 450 4Matic & Porsche Cayenne

AUTO ZEITUNG 15/2024Audi Q7 55 TFSI quattroBMW X5 xDrive40i
Technik
MotorV6, 4-Ventiler, Turbo, Mildhybrid; 2995 cm³R6, 4-Ventiler, Turbo, Mildhybrid; 2998 cm³
Antrieb8-Stufen-Automatik; Allrad8-Stufen-Automatik; Allrad
Leistung250 kW/340 PS, 5200-6400 /min280 kW/381 PS, 5200-6250 /min
Max. Drehmoment500 Nm, 1370-4500 /min540 Nm, 1820-5000 /min
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)5072/1970 (2215)*/16904935/2004 (2221)*/1765
Leergewicht (Werk/Test)2055/2206 kg2165/2229 kg
Kofferraumvolumen867-1933 l650-1870 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)5,8 s5,0 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h250 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,0 m/35,0 m35,2 m/35,0 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)10,9 l S/10,1 l S9,6 l S/8,5 l S
Preise
Grundpreis82.500 €94.300 €
Testwagenpreis93.980 €104.200 €
*Breite mit Außenspiegel
AUTO ZEITUNG 15/2024Mercedes GLE 450 4MaticPorsche Cayenne
Technik
MotorR6, 4-Ventiler, Turbo, Mildhybrid; 2999 cm³V6, 4-Ventiler, Turbo; 2995 cm³
Antrieb9-Stufen; Automatik; Allrad8-Stufen; Automatik; Allrad
Leistung280 kW/381 PS + 15 kW/20 PS, 5800-6100 /min260 kW/353 PS, 5400-6400 /min
Max. Drehmoment500 Nm, 1800-5000 /min500 Nm, 1450-4500 /min
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4924/2022 (2157)*/1797 mm4930/1983 (2194)*/1698 mm
Leergewicht (Werk/Test)2235/2344 kg1980/2172 kg
Kofferraumvolumen698-2055 l698-1708 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)5,9 s5,5 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)250 km/h248 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
33,9/34,6 m33,3/32,0 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)10,3 l SP/9,5 l SP11,7 l SP/10,8 l SP
Preise
Grundpreis96.467 €99.600 €
Testwagenpreis111.021 €122.282 €
*Breite mit Außenspiegel

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Audi Q7 55 TFSI quattroBMW X5 xDrive40i
Karosserie (1000)833812
Fahrkomfort (1000)830815
Motor/Getriebe (1000)667713
Fahrdynamik (1000)715748
Eigenschaftswertung (4000)30453088
Kosten/Umwelt (1000)228226
Gesamtwertung (5000)32733314
Platzierung31
Gesamtbewertung (max. Punkte)Mercedes GLE 450 4MaticPorsche Cayenne
Karosserie (1000)836788
Fahrkomfort (1000)833813
Motor/Getriebe (1000)683648
Fahrdynamik (1000)738818
Eigenschaftswertung (4000)30903067
Kosten/Umwelt (1000)216190
Gesamtwertung (5000)33063257
Platzierung24

Fazit

Der Audi Q7 55 TFSI quattro präsentiert sich auch nach neunjähriger Bauzeit in bestechender Form und liefert seinen Rivalen einen harten Wettkampf, den der Ingolstädter auf dem dritten Gesamtrang beschließt. Seine tadellosen Alltagsmanieren und das üppige Raumangebot sind immer noch mehr als nur wettbewerbsfähig. In der Eigenschaftswertung liegt allerdings der Porsche Cayenne aufgrund seiner herausragenden fahrdynamischen Talente vor ihm. Die immensen Kosten verhageln dem Zuffenhausener jedoch das Ergebnis – Platz vier für den Porsche Cayenne. Extrem eng geht es indes zwischen dem BMW X5 xDrive40i und dem Mercedes GLE 450 4Matic zu. In der Eigenschaftswertung kann der Daimler seinen Münchner Konkurrenten hauchdünn hinter sich lassen. Seine Stärken sind die vorbildliche Sicherheitsausstattung, der riesige Gepäckraum bei umgelegter Rücksitzlehne sowie der tolle Fahrkomfort. Den Gesamtsieg aber holt sich der sparsame BMW, da er am Ende doch günstiger ist als der Mercedes.