Stau-Ranking: Staureichste Städte Deutschlands Steigende Mieten führen zu mehr Stau

von Christina Finke 11.06.2019
Inhalt
  1. Berlin, München, Hamburg: Die staureichsten Städte Deutschlands
  2. Stau-Ranking: Deutsche Städte im internationalen Vergleich
  3. Die zehn staureichsten Städte Deutschlands 2018:
  4. TomTom Traffic Index: Steigende Mieten, erhöhtes Verkehrsaufkommen
  5. Die Top Ten des TomTom Traffic Index

Eine Studie hat die staureichsten Städte Deutschlands ermittelt und herausgefunden, wie viel Zeit und Geld Autofahrer in dichtem Verkehr und im Stau verlieren. Eine weitere Untersuchung sieht einen Zusammenhang zwischen steigenden Mieten und höherer Verkehrsbelastung. Dieser Artikel wurde am 11.06.2019 aktualisiert!

Mehr als 120 Stunden verbrachten Autofahrer in Deutschlands Städten im Jahr 2018 durchschnittlich in dichtem Verkehr und im Stau, wie aus dem neuen Stau-Ranking des Verkehrsinformationsanbieters Inrix hervorgeht. Besonders viel Geduld müssen dabei die Berliner aufbringen: 154 Stunden – also mehr als sechs Tage – ihrer Zeit opfern sie insgesamt im Jahr dem Verkehr. Auf den Plätzen 2 und 3 der staureichsten Städte Deutschlands landen München und Hamburg mit 140 beziehungsweise 139 Stunden verlorener Zeit im Stau. Sieben der zehn am dichtesten befahrenen Straßenabschnitte Deutschlands liegen laut der Studie in Berlin und Hamburg, die übrigen drei Plätze belegen Köln und Frankfurt. Weitere Großstädte wie Leipzig, Stuttgart, Nürnberg und Frankfurt folgen mit deutlichem Abstand von etwa 30 Stunden im Stau-Ranking. Autofahrer in den staureichsten Städten Deutschlands müssen aber nicht nur Zeitverluste in Kauf nehmen:  Hohe Stauzeiten bedeuten nämlich gleichzeitig auch eine große finanzielle Belastung. In Berlin etwa belaufen sich die direkten Kosten, die durch Staus verursacht wurden, auf bis zu 1340 Euro, in München sind es 1218 Euro und in Hamburg 1212 Euro pro Autofahrer. Mit Kosten über 900 Euro folgen dahinter Leipzig, Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt und Bonn. Mehr zum Thema: Die aktuelle Verkehrslage zum Wochenende

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Berlin, München, Hamburg: Die staureichsten Städte Deutschlands

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage in den staureichsten Städten Deutschlands allerdings verbessert – im Schnitt um mehr als sechs Prozent. Positive Vorreiter sind hier vor allem Stuttgart und Nürnberg, wo sich die Stauzeit von 2017 bis 2018 jeweils um beachtliche elf Prozent reduziert hat. In Düsseldorf waren es immerhin neun Prozent. Um den Verkehrsfluss in den Städten dauerhaft zu verbessern, gibt es aber noch viel zu tun, meint Trevor Reed von Inrix: "Auch in den nächsten Jahren werden Staus schwerwiegende Folgen für die deutsche Wirtschaft und die Bevölkerung haben. Wenn wir diese Belastungen reduzieren wollen, müssen wir in intelligente Verkehrssysteme investieren.“ Die Nutzung von Verkehrsdaten sei hierbei ein erster Schritt, um Staus besser in den Griff zu bekommen. Mehr zum Thema: Rettungsgasse bilden – So geht's

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Stau-Ranking: Deutsche Städte im internationalen Vergleich

Einen kleinen Trost gibt es zum Abschluss des Stau-Rankings aber doch. Denn verglichen mit Metropolen wie Rom, Paris, London und Moskau stehen deutsche Städte noch relativ gut da: Dort stehen Autofahrer nämlich weit über 200 Stunden im Stau. Im internationalen Vergleich ist die kolumbianische Haptstadt Bogotá mit ingesamt 272 Stunden Zeitverlust für jeden Autofahrer pro Jahr die staureichste Stadt. Fast oder sogar mehr als zehn Tage Zeitverlust fallen für Autofahrer in Rom, Dublin und Paris an, die im globalen Stau-Ranking auf den folgenden Plätzen landen. Deutschland landet in dem weltweiten Vergleich nur auf Platz 40. München und Hamburg sind auf den Plätzen 58 und 60 gelistet.

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Die zehn staureichsten Städte Deutschlands 2018:

 StadtZeitverlust im Stau in StundenStaukosten pro Fahrer
1Berlin1541340 Euro
2München1401218 Euro
3Hamburg1391212 Euro
4Leipzig108941 Euro
5Stuttgart108938 Euro
6Nürnberg107937 Euro
7Frankfurt107935 Euro
8Bonn104911 Euro
9Düsseldorf100874 Euro
10Köln99867 Euro

So entstehen die unterschiedlichen Stau-Rankings und Studien

Zum Thema Stau gibt es ganz unterschiedliche Statistiken. Inrix beispielsweise hat die Städte im Blick und dort alle Straßen. Die Daten kommen von Autoherstellern und Verkehrsbehörden. Verglichen wird die durchschnittliche Fahrtdauer mit der schnellstmöglichen Verbindung. Der ADAC hingegen untersucht die Staulängen auf Autobahnen: Demnach ist das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen am stärksten belastet. 

 

TomTom Traffic Index: Steigende Mieten, erhöhtes Verkehrsaufkommen

Für seinen Traffic Index hat TomTom den Verkehr in 25 deutschen Städten untersucht und dabei insgesamt eine Zunahme der Verkehrsbelastung festgestellt. Interessant ist dabei vor allem ein erkennbarer Trend: Städte, in denen der Mietpreis pro Quadratmeter besonders hoch ist oder in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, landen auch in dem Ranking auf den vorderen Plätzen. Dazu gehören neben Spitzenreiter Hamburg unter anderem auch Berlin, Stuttgart, München und Frankfurt am Main. Für diese Städte ergab die Untersuchung der Daten ein erkennbares Pendlerverhalten mit ausgeprägten Spitzen im Verkehrsaufkommen am Morgen und am Abend. Vor allem auf Ein- und Ausfallstraßen sowie Ringstraßen stockte demnach zu diesen Zeiten der Verkehr in den besagten Städten. Die Trennung von Wohnort und Arbeitsplatz scheint demnach eine der Ursachen für die Verkehrsprobleme deutscher Städte zu sein.

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Die Top Ten des TomTom Traffic Index

 Stadtzusätzliche Reisezeit im Tagesdurchschnittzusätzliche Reisezeit morgenszusätzliche Reisezeit abends
1Hamburg33 Prozent54 Prozent59 Prozent
2Berlin31 Prozent48 Prozent56 Prozent
3Nürnberg30 Prozent49 Prozent56 Prozent
4Bremen30 Prozent40 Prozent59 Prozent
5Stuttgart30 Prozent49 Prozent58 Prozent
6München30 Prozent55 Prozent58 Prozent
7Bonn27 Prozent51 Prozent58 Prozent
8Frankfurt/Main26 Prozent54 Prozent51 Prozent
9Dresden26 Prozent41 Prozent50 Prozent
10Köln25 Prozent44 Prozent51 Prozent

Die zusätzliche Reisezeit wird mit Hilfe einer Prozentzahl angegeben. Als Vergleichswert dient der Wert zum freien Verkehrsfluss im Jahresdurchschnitt, also die gemessene Reisezeit ohne Verkehrsbehinderung. Zur Veranschaulichung: Eine zusätzliche Reisezeit von 41 Prozent bedeutet, dass eine Fahrt durchschnittlich um 41 Prozent länger dauert als sie ohne Verkehrsbehinderungen dauern würde. Quelle: TomTom

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