Neue Audi: A3 Cabrio, A6 Shooting Brake, A9, Q1 bis Q8, TT Roadster & Van Revanche der Ringe

19.04.2013

11 Audi-Neuheiten: Mit neuen Modellen in neuen Fahrzeugsegmenten parieren die Ingolstädter die Angriffe von BMW und Mercedes. Aber auch Klassiker werden kräftig modernisiert

Auf den ersten Blick ist alles in Ordnung: Audi fährt von Rekord zu Rekord, die zweistelligen Absatz-Zuwachsraten sprechen für sich, und 2012 hat man sogar noch die Kult-Motorradmarke Ducati eingekauft. Doch das schöne Bild ist nicht völlig ungetrübt. Erstens sieht die avisierte Premium-Kundschaft die Marke mit den Ringen technologisch nicht mehr uneinholbar vorn – der Ingolstädter Slogan „Vorsprung durch Technik“, so der Tenor, treffe heute auch auf BMW und Mercedes zu. Und zweitens hat die edle VW-Tochter im letzten Jahr etwas weniger verdient: Das Ergebnis nach Steuern sank nämlich leicht von 4,44 auf 4,35 Milliarden Euro. Auch die als Profitabilität-Gradmesser gern herangezogene operative Rendite ging etwas zurück – von 12,1 auf 11,0 Prozent.

Natürlich fällt das noch in die Rubrik Luxusprobleme, und Audi-Chef Rupert Stadler gibt sich entsprechend gelassen. Und am Plan, bis 2020 den Branchenprimus BMW zu überholen und mehr als zwei Millionen Autos pro Jahr zu verkaufen, soll nicht gerüttelt werden. Mit den hohen Investitionen – rund elf Milliarden Euro bis 2015 – richte sich Audi „derzeit für den nächsten Wachstumsschub aus“. Das bringe zwar im Moment kein Geld in die Kasse, werde sich aber – nur ruhig Blut – demnächst auszahlen. Das könnte tatsächlich klappen, zumal völlig neue Modelle in der kurz- und mittelfristigen Planung sind, mit denen Audi in lukrative Wachstumssegmente vorstößt. Autos, die keine Vorgänger haben – und technologisch top sein sollen. So wird es Plug-in-Hybride, die bis zu 50 Kilometer (und mehr) elektrisch fahren und an jeder Steckdose aufladbar sind, in fast jeder Baureihe geben – der A3 e-tron darf im nächsten Frühsommer (mit VW-Technik) als erster Plug-in-Hybrid des VW-Konzerns starten.

Nebenbei wird bei Audi heftig an einer neuen Designsprache gearbeitet. Die Kritik an zunehmender Einförmigkeit, die dazu führt, dass Kurzsichtige im Rückspiegel etwa Audi A4 und A6 verwechseln, hat offenbar gefruchtet. Dabei soll es nicht nur um neue Nuancen des großen Singleframe-Grills, sondern gleich um die Schärfung der ganzen Linie gehen. Mehr Sportdress, lautet die neue Parole. So hat der frische Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer gleich den Audi A4-Nachfolger gebremst. Der roll nun statt im Sommer 2014 erst im März 2015 auf den Markt, weil der Ex-Porsche- und Bentley-Entwicklungschef das Design des Autos gern deutlich dynamischer und aufregender hätte. Die Rückendeckung dazu kommt von ganz oben aus dem VW-Konzern.

 

Audi: SUV-Offensive von Q1 bis Q8

Das gilt auch für die SUV-Offensive, die Audi plant. Künftig wollen die Ingolstädter mit hinreißenden Modellen auf jeder Hochzeit tanzen. Aktuell haben die angesagten Geländegänger, mit denen die Käufer meist in der Stadt oder auf der Autobahn düsen, bei Audi nur einen Verkaufsanteil von 25 Prozent – langfristig kann sich Stadler hier 40 Prozent vorstellen.

Sein Favorit ist ein Kleiner, den wir bisher Q2 nannten, der aber nun Q1 heißt, um als neues Familienmitglied die A1-Reihe mit Pep zu pushen. Hinweise auf die coole Tempolinie des 4,20 m langen City-SUV, das den modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns nutzt und etwa Mitte 2015 startet, gab die Studie Crosslane. „Das wird ein ganz Frecher“, verspricht Stadler. „Viertürig, knackig, sportlich“ – mit kurzen Überhängen, breiter Spur sowie fast 2,60 m Radstand, was viel Platz im Innenraum zur Folge hat. Andererseits ist der schnittige Q1 mit einer Höhe von nur 1,51 Metern zehn Zentimeter niedriger als der größere Q3. Rivale ist natürlich der Mini Countryman, und auch ein Plug in-Hybrid ist geplant – mit einer Systemleistung von 170 PS.

Zweiter SUV-Newcomer ist der Q6, der im Frühjahr 2016 als flache Sportskanone oberhalb des Q5 die Lücke zum Q7 schließt – rund 4,90 m lang, etwa 1,60 m hoch mit längs eingebauten Benziner und Dieseln nicht unter 180 PS, und auch S- sowie RS-Versionen sind in Sicht. Übrigens: Ein Q4, angesiedelt zwischen Q3 und Q5, ist in nächster Zeit nicht vorgesehen.

Zum Top-Allradler: Der noch geräumigere Q7-Nachfolger startet im Frühjahr 2014. Das Auto wächst nur wenige Zentimeter auf etwa 5,12 m, wird gleichzeitig um bis zu 400 kg leichter. Eine noch größere Version des Q7, auf die mancher unter dem Namen Q9 spekuliert hat, soll es aber defi nitiv nicht geben: „Kein Bedarf im Markt.“ Dafür startet der von uns schon vor gestellte Q8, also die niedrigere und rund zehn Zentimeter längere, coupéhafte Sportversion des Audi Q7, voraussichtlich Mitte 2016. Auf später verschoben ist der diskutierte A9 – ein 5,20 Meter langes, viertüriges, elitäres Luxuscoupé auf Basis des Topmodells A8. Ein Audi-Manager: „Das Auto steht in der Priorität hinter den Q-Modellen.“

 

Premiere: Van aus Ingolstadt

Neu ist auch der erste Van der Marke, der Ende 2015 starten soll – ein Kompakter auf Basis der MQB-Architektur, rund 4,40 Meter lang, mit klassischen Klapptüren, zwei Sitzreihen und familientauglicher Ladeflexibilität. Dennoch soll dieser Van in puncto optischer Rasanz alle Gegner übertrumpfen. Das Design ist fertig, das Auto soll in Kundenbefragungen viel Beifall bekommen haben. Rivalen: der bei BMW geplante Active Tourer (4,35 Meter) und die beliebte Mercedes B-Klasse (4,36 m). Noch ein Newcomer: Dem neuen A6 (2016) wird neben dem Avant mit einem Shooting Brake ein drittes Modell zur Seite gestellt. Das haben wir in Heft 25/2012 enthüllt. Inzwischen ist bei Audi klar, dass das „prestigeträchtige Modell“ – ein Mix aus Kombi und Coupé mit langem Dach und Heckklappe – das Okay erhält. Im Frühjahr 2017 könnte der über 50.000 Euro teure Mercedes CLS-Rivale zu haben sein.

Dann hätten wir noch das neue Cabrio des Audi A3, das zur Frankfurter IAA Premiere hat und im März 2014 bei den Händlern ist. Wichtigste Änderung: Basis des Offenen, bislang für vier Passagiere kneifend eng, ist nun nicht mehr der Schrägheck-A3, sondern die mit 4,46 Metern längere A3 Limousine. Damit gibt es viel mehr Platz im Fond. Auch die TT-Reihe wird bald schick erneuert: Das 2+2-sitzige Coupé erscheint im Herbst 2014, der Roadster mit der klassischen Stoffmütze im Frühjahr 2015. Beide werden durch viele Aluminium-Teile deutlich leichter. Der Nachfolger des erwähnten A4 unterscheidet sich übrigens optisch massiv vom aktuellen Auto. Technisch ebenso, denn er nutzt die zweite Generation des modularen Längsbaukastens (MLB). Der Kombi Avant kommt ein halbes Jahr später – Ende 2014.

Computerdesign: Reichel CarDesign, Jean-Francois Hubert

Wolfgang Eschment

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