AUTO ZEITUNG Classic Cars 02/2017: Vorschau Die Themen der neuen Classic Cars

Diese Themen erwarten Sie in der neuen AUTO ZEITUNG Classic Cars 02/2017: Ferrari-Spezial, völlig verschiedene BMW, die Geschichte der Japaner in Deutschland und vieles mehr.

Im Editorial befassen wir uns dieses Mal mit einer kontroversen Frage: Sollte ein weitgehend original erhaltener Vorkriegs-Mercedes kein H-Kennzeichen bekommen, nur weil sein äußeres Erscheinungsbild ungeschminkt von den vergangenen 65 Jahren erzählt?
Denn manchmal darf man seinen Augen nicht trauen. Das gilt auch (oder besonders) beim Betrachten eines Oldtimers: In Zeiten, wo findige Händler mit billig restaurierten Blendern Kasse machen, ist stets Vorsicht angebracht, und steht das Auto noch so glänzend da. Umgekehrt gilt aber genauso: Nicht jedes Auto, das fix und fertig aussieht, ist es auch. Ein Beispiel für diese Kategorie begegnete uns kürzlich am Rande der Fotoproduktion für die Kaufberatung zum Maserati Merak. Die Rede ist von einem Mercedes 170 S mit erblindetem Chrom am einst stolzen Kühlergrill und an den Stoßstangen, stark verwittertem Lack rundum, mit unzähligen Kratzern. Wer die Selbstmördertüren öffnet, blickt in einen ziemlich verwohnten Innenraum. Kein Wunder eigentlich, denn der Mercedes ist Baujahr 1951 und hat immerhin 89.000 Kilometer hinter sich. Wie viele Besitzer ihn ihr Eigen nannten, lässt sich nicht genau sagen. Vier waren es mindestens. Dann, irgendwann im Jahr 1983, stellte den Mercedes jemand weg. Bis ihn kürzlich ein junger Mann kaufte und sich in den Kopf setzte, damit wieder herumzufahren.

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Und jetzt wird es spannend. Denn der Mann investierte einige tausend Euro, unzählige Arbeitsstunden, allerdings ausschließlich in die Technik des Oldies – und keinen Cent in die Optik. Er erneuerte alle Dichtungen, brachte den Motor wieder zum Laufen, reparierte die Bremsen. Der Auspuff dagegen konnte bleiben, wie er war, obwohl es vermutlich noch der erste ist. Dann die notwendige Vollabnahme für die Wiederinbetriebnahme (ohne Probleme) – und eine Überraschung. Denn obwohl man ihm technisch einen sehr guten Zustand bescheinigte, wollte man dem Mercedes kein H-Kennzeichen geben. Verschiedene Prüfer verschiedener Organisationen winkten schon beim bloßen Anblick ab mit dem Kommentar: "Aus optischen Gründen nicht erhaltenswert." Bei Classic Data dagegen bekam der 170er anstandslos ein Gutachten für den Zustand 3. Über Fahrzeuge, die trotz höchst fragwürdiger Veränderungen ein H-Kennzeichen besitzen, wundern wir uns ja immer wieder mal. In diesem Fall aber erstaunt uns, dass ausgerechnet ein weitgehend originales Vorkriegsauto offenbar kein H-Kennzeichen bekommen soll. Schade eigentlich, zumal der Besitzer damit täglich unterwegs ist und dafür überall Lob und Anerkennung erfährt. Denn sein patinierter Mercedes 170 S ist doch einfach richtig cool, oder?

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