Auto Vergleichstest Aktuelles Sportstudio
Kompaktklasse
Aus AUTO ZEITUNG 15 / 2007
Sportliche Kompakte mit ebenso kräftigen wie sparsamen Diesel-Triebwerken liegen im Trend. Wie schlägt sich der BMW 120d mit dem 177 PS starken und verbrauchsoptimierten Turbodiesel gegen Mégane Renault Sport 2.0 dCi mit 173 PS und Toyota Auris 2.2 D-CAT mit 177 PS?
Sportliches Fahren mit Dieselantrieb, das schien vor wenigen Jahren noch so unvereinbar wie etwa der FC St. Pauli und Champions-League-Fußball. Doch seit die modernen Dieselmotoren nicht nur Spar-, sondern auch Spurt- und Spaßkönige sind, gibt es immer weniger Gründe, die Selbstzünder aus sportlichen Autos fernzuhalten. So glänzen die drei Kandidaten dieses Tests in der Kompaktklasse denn auch mit Leistungswerten, die selbst für Verwöhnte wenig Wünsche offen lassen. Der BMW 120d wartet mit 177 PS und einem Drehmomentmaximum von 350 Nm auf. 173 PS und 360 Nm kann der Mégane Renault Sport 2.0 dCI aufbieten. Der kräftigste Diesel-Mégane heißt tatsächlich so. Er ist ein Produkt der Renault-Sportabteilung, die im ehemaligen Alpine-Werk im nordfranzösischen Dieppe beheimatet ist. Dort werden die besonders sportlichen und starken Renault-Modelle gebaut. Ganz wie zu Zeiten des Alpine-Gründers Jean Rédélé, der seine Sportwagenmanufaktur 1973 an Renault verkaufte. Zurück zum Test-Trio: Der Toyota Auris kann mit den beeindruckendsten Zahlen auftrumpfen – 400 Nm maximales Drehmoment und 177 PS.
Karosserie
Dabei verbirgt sich der kräftige Toyota-Diesel in einem denkbar unauffälligen Kleid. Außer dem D-CAT-Schriftzug deutet nichts darauf hin, dass dies ein Power-Auris ist. Er hat dafür andere Qualitäten: ein verglichen mit BMW 120d und Mégane Sport üppiges Raumangebot und ein Ladevolumen, das sich bei Bedarf auf fast 1400 Liter erweitern lässt. Noch besser könnte man den Toyota als Raumfahrzeug nutzen, wenn sich die Rücksitze zu einer ebenen Ladefläche falten ließen. Auf den vorderen Plätzen des Auris leidet das Raumgefühl unter der ausladenden Mittelkonsole, die das Interieur enger erscheinen lässt, als es eigentlich ist. Besser aufgehoben fühlt man sich da im Renault, der auch in puncto Übersichtlichkeit und mit der einfacheren Bedienung vor dem Toyota liegt. Der BMW schließlich bietet am wenigsten Platz für Passagiere und Gepäck. Freuen können sich die 120d-Insassen dagegen über die umfangreichste Sicherheitsausstattung, bei der freilich viele Extras nur gegen Aufpreis zu haben sind. Auch die Wertigkeit der Werkstoffe im Innenraum und die Verarbeitungsqualität sind um einiges besser als bei Renault und Toyota. Am Mégane stören Details wie der wackelig eingepasste Monitor des Navi-Systems, beim Auris die glänzenden und klein beschrifteten Knöpfe, die sich nur nach Eingewöhnung fehlerfrei bedienen lassen. Was jedoch nichts daran ändert, dass der ausgewogene Renault im Karosseriekapitel die meisten Punkte sammelt – vor BMW und Toyota.
| karosserie | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Max. Punkte | BMW 120 d | Renault Mégane Sport 2.0 dCi | |||||||
| Raumangebot vorn | 100 | 56 | 63 | ||||||
| Raumangebot hinten | 100 | 47 | 53 | ||||||
| Übersichtlichkeit | 70 | 57 | 52 | ||||||
| Bedienung/ Funktion | 100 | 82 | 85 | ||||||
| Kofferraumvolumen | 100 | 26 | 27 | ||||||
| Variabilität | 100 | 23 | 35 | ||||||
| Zuladung/ Anhängelast | 80 | 28 | 32 | ||||||
| Sicherheit | 150 | 91 | 84 | ||||||
| Qualität/ Verarbeitung | 200 | 183 | 170 | ||||||
| Kapitelbewertung | 1000 | 593 | 601 | ||||||
Autos im Test
BMW 120 d
Renault Mégane Sport 2.0 dCi
Toyota Auris 2.2 D-CAT
























































