Vergleich

VW Golf GTI: Alle Generationen von 1976 bis heute im Überblick

2026 darf man den VW Golf GTI tatsächlich „Best Ager“ nennen – aber war er das nicht zeitlebens? Kein anderes Auto hat Fahrspaß und Popularität über fünf Jahrzehnte hinweg besser in Einklang gebracht. Wir gratulieren zum 50. Geburtstag der Ikone – und wagen einen Blick auf die vergangenen Generationen sowie in die Zukunft!

(1/38)
Alle Generationen des VW Golf GTI statisch von schräg oben fotografiert.
Der VW Golf GTI buhlt mittlerweile in der achten Generation um die sportlich ambitionierte Käuferschaft. Wir haben einen Überblick über alle Generationen! Foto: Volkswagen
Der VW Golf 1 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
Der VW Golf 1 GTI legte 1975 einen furiosen Start hin. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 1 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
Der kompakte Sportler mit hoher Alltagstauglichkeit begründete eine eigene Klasse. Zu Beginn gab es einen 1,6-l-Vierzylinder. 1983 stieg der Hubraum auf 1,8 l und die Leistung um zwei PS. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des VW Golf 1 GTI.
Schottenkaro, Spucknapf und Golfball-Schaltknauf: Das Interieur des ersten GTI prägte das Sportmodell bis heute. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 1 GTI Pirelli statisch von schräg vorne fotografiert.
461.980 GTI werden verkauft. Um das zu feiern, legt VW 1983 das Sondermodell Pirelli auf. Doppelscheinwerfer, getönte Scheiben, Kotflügelverbreiterungen, 14-Zoll Pirelli-Alufelgen und die rote Kühlergrillumrandung gehören zum Paket.  Foto: VW
Der VW Golf 2 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
In der zweiten Generation (ab 1984) wurde auch der Golf GTI erwachsener. Optisch bleibt der Zweier dem Original treu: rote Zierstreifen, Kotflügelverbreiterungen aus Kunststoff. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 2 GTI fahrend von schräg hinten fotografiert.
In keiner Generation gab es mehr GTI als in der zweiten. Die Leistungsspanne reicht von 107 bis 160 PS (79 bis 118 kW). Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des VW Golf 2 GTI.
Im Interieur blieb sich der GTI weitestgehend treu. Abgesehen vom neuen 80er-Jahre-Lenkrad. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 2 GTI G60 statisch von schräg vorne fotografiert.
Sondermodelle wie Fire & Ice, Editon One, Edition Blue oder – wie hier im Bild zu sehen – GTI G60 lassen keinerlei Wünsche offen.  Foto: VW
Der VW Golf 3 GTI statisch von schräg vorne fotografiert.
Der im November 1991 vorgestellte Golf 3 GTI trat in große Fußstapfen. Foto: VW
Der VW Golf 3 GTI 20 Jahre GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
Erstmals in der Geschichte des GTI ist der sportliche Golf auch als Diesel erhältlich. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 3 GTI 20 Jahre GTI fahrend von schräg hinten fotografiert.
Der sonst so exklusive GTI verkommt damit zur Ausstattungslinie. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des VW Golf 3 GTI 20 Jahre GTI.
1996 feiert der GTI 20. Geburtstag. Aus diesem Grund legt Volkswagen das Sondermodell "20 Jahre GTI" auf. Der Jubiläums-Golf zitiert mit karierten Sitzbezügen, Golfball-Schaltknauf und Schaltsack mit roten Nähten Details des legendären Urahns. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der Golf 4 GTI Edition 25 fahrend von schräg hinten fotografiert.
1997 kam Nummer vier, dachten zumindest alle. In Wahrheit wollte auch beim VW Golf 4 GTI der Funke nicht so recht überspringen. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der Golf 4 GTI Edition 25 fahrend von schräg hinten fotografiert.
Erst der 2001 zum 25. Jubiläum aufgelegte "Edi 25" in den drei klassischen GTI-Farben und mit 180 PS (132 kW) starkem 1,8-l-Turbo erweckte den Mythos wieder. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des Golf 4 GTI Edition 25.
Der "Edi25" zitiert den Golf 1 GTI auch im Interieur wieder mit Golfball. Nur Karositze fehlen diesmal. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 5 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
Futuristisch rundlich blickte die fünfte Generation des GTI 2004 in Richtung Zukunft. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 5 GTI fahrend von schräg hinten fotografiert.
Doppelkupplungsgetriebe, Direkteinspritzung und die Mehrlenker-Hinterachse fanden als technische Innovationen Einzug in die fünfte Generation.  Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des VW Golf 5 GTI.
Das Dreispeichen-Sportlenkrad mit Alu-Applikationen machte neben den typischen Sportsitzen im Karomuster den Innenraum eigenständig. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 5 GTI Pirelli fahrend von schräg vorne fotografiert.
Zum 24. Jubiläum des ersten Pirelli-Sondermodells haut VW eine Sonderauflage raus. Der GTI Pirelli von 2007 kommt mit speziellen 18-Zoll-Pirelli-Alufelgen, abgedunkelten Heckleuchten, Sportsitzen mit eingeprägtem Reifenprofil und der Sonderfarbe "Sunflower". Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 5 GTI Edition 30 fahrend von schräg vorne fotografiert.
Der 2,0-l-TSI mit 200 PS (147 kW) war ein Novum im GTI der fünften Generation. Für das Edition 30-Sondermodell hauchte man ihm 230 PS (169 kW) ein.  Foto: VW
Der VW Golf 6 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
2009 löst der VW Golf 6 GTI nach 181.000 gebauten Einheiten den Golf 5 GTI ab. Der intern als "EA888" bezeichnete Motor leistete nun aus 2,0 l Hubraum 210 PS (155 kW). Foto: VW
Der VW Golf 6 GTI Edition 35 fahrend von schräg vorne fotografiert.
Das Edition 35-Sondermodell verfügte gar über 235 PS (173 kW). Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 6 GTI Edition 35 fahrend von schräg hinten fotografiert.
Damit kam er erstmals für einen GTI mit einer Höchstgeschwindigkeit von 247 km/h an die 250-km/h-Marke heran.  Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des VW Golf 6 GTI Edition 35
Für so manchen Fan hatte der Golf 6 GTI die unliebsame Position des Lückenbüßers eingenommen. Zu nah schien er am Fünfer-GTI zu sein, mehr Zwischenschritt als eigenständiges Modell. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 7 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
2012 folgte schließlich der Golf 7 GTI und ließ die drei Buchstaben für viele Fans wieder spannend werden.  Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 7 GTI fahrend von schräg hinten fotografiert.
Der Golf 7 GTI sprang auf 220 PS (162 kW) und als Performance-Modell mit 230 PS (169 kW) erstmals auf eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.  Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Das Cockpit des VW Golf 7 GTI.
Der Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft meistert der Golf 7 GTI dank sauber konstruiertem Cockpit und Karomuster souverän. Foto: AUTO ZEITUNG Archiv
Der VW Golf 7 GTI Clubsport statisch von schräg vorne fotografiert.
Bärenstark wird er als Clubsport-Variante. 265 PS (195 kW) sind drin, per Overboost gelingen sogar 290 PS (213 kW). Schärfer ist nur noch der Clubsport S mit 310 PS (228 PS), der die Nordschleife in 7:47,19 min umrundet und einen Rekord aufstellt.  Foto: VW
Der VW Golf 8 GTI Front fahrend von schräg vorne fotografiert.
2020 trat der Golf 8 GTI somit kein leichtes Erbe an. Foto: Volkswagen
Der VW Golf 8 GTI fahrend von schräg hinten fotografiert.
Potent wie nie kämpfte er in der Grundvariante mit nun 265 PS (195 kW) um die Gunst der Kundschaft. Foto: Volkswagen
Das Cockpit des VW Golf 8 GTI.
Vor allem die Bedienung per Touchflächen sorgte für Kritik. Das Facelift des Golf 8 GTI setzt deswegen wieder auf reguläre Knöpfe. Foto: Volkswagen
Der VW Golf 8 GTI Edition 50 statisch von schräg vorne fotografiert.
2026 feiert der GTI seinen 50. Geburtstag. Dafür legt VW den facegelifteten Golf 8 GTI als Edition 50 auf. Dank 325 PS (239 kW) und 420 Nm etablierte er sich im Juni 2025 mit einer neuen Rekordfahrt in 7:46 min um die Nordschleife als schnellster Serien-Golf GTI überhaupt.  Foto: VW
Der VW ID. GTI Concept stehend von vorne
Aus der Studie ID. GTI Concept von 2023 wird 2026 der ID. Polo GTI. Foto: VW
Der VW ID. GTI Concept stehend von schräg hinten
Ein 52-kWh-NMC-Akku soll bis zu 450 km Reichweite ermöglichen. Foto: VW
Das Cockpit des VW ID. GTI Concept
GTI-Flair wird im Cockpit der Zukunft noch immer eine große Rolle spielen. Foto: VW
Der VW Golf 9 GTI stehend von vorne
Das Design-Team rund um Andreas Mindt dürfte schon am kommenden GTI arbeiten. Foto: Avarvarii
Der VW Golf 9 GTI stehend von hinten
VW wird den Golf GTI nicht neu erfinden – Verbrenner-Basis bleibt die Plattform MQB Evo. Foto: Avarvarii

Der VW Golf GTI als Erfolgsgeschichte schlechthin

Die magischen drei Worte „Gran Turismo Injection“, kurz GTI, sind keine Erfindung aus Wolfsburg. Doch nur Profis dürften sich an die erstmalige Verwendung bei Straßensportwagen erinnern: Maserati adelt bereits 1962 seinen 3500 GTI mit dem mittlerweile legendären Zusatz. Ikonisch wird „GTI“ allerdings erst von 1976 an – dem Jahr, in dem der Golf GTI anfängt, seine mittlerweile 50-jährige Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Der VW Golf 8 GTI im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Der VW Golf 1 GTI bricht mit dem Diktat "No Sports"

Der Messestand von VW auf der IAA 1975: Auf grauem Messeboden wird das Thema "Sicherheit in Serie bei VW" präsentiert. Unterschiedliche Modelle des Scirocco und Golf flankieren den Auftritt. Mittendrin, beinahe verloren, steht ein marsroter, dreitüriger VW Golf 1 GTI. Es ist die Premiere einer VW-Ikone, des VW Golf 1 GTI, eines wahren Classic Cars aus Wolfsburg, auch wenn das damals noch keiner ahnt.

Das tiefergelegte Auto mit den Kotflügelverbreiterungen und dem Bugspoiler legt ein bewusst dezentes Debüt hin. Zu präsent sind noch die Nachwirkungen der Ölkrise und die rund um den VW Käfer "Gelb-Schwarzer Renner" entstandene Tuning-Debatte, um das Projekt offensiv(er) zu bewerben.

Ein kleiner Kreis aus Ingenieur:innen, Marketing- und Presseleuten sieht jedoch schon früh das Potenzial, das im Gran Turismo Injection steckt, und überwindet alle Hürden im hierarchisch gegliederten Volkswagen-Werk. Vorbild für den VW Golf GTI war die Tuning-Szene in den USA, in der sportliche Autos als Basis für Sportwagen-Umbauten dienen. Nur 5000 Stück sind vom "Sport-Golf" angepeilt, um die Homologation als Serientourenwagen der Gruppe 1 zu erhalten. Außerdem soll der VW Golf 1 GTI wieder eine junge Kundschaft für VW gewinnen.

Der VW Golf 1 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
VW Golf 1 GTI Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Der VW Golf 1 GTI trifft den Nerv der Zeit. Im zweiten Halbjahr 1976 liegen bereits über 35.000 Bestellungen vor. Der GTI verkauft sich trotz sattem Preisaufschlag von fast 5000 Mark gegenüber dem Basis-Golf wie geschnitten Brot. "Der GTI verkauft sich schneller, als wir ihn bauen können", erklärt die Werbung.

Rasch etabliert sich der GTI als sportliches, komfortables und alltagstaugliches Auto. Die Grundzutaten stammen aus dem Konzern-Baukasten. Im Audi 80 GTE hat Audi den geeigneten Antrieb im Sortiment. Das 1,6-l-Einspritzaggregat leistete 110 PS (81 kW) bei 6100 Touren. Statt dem ursprünglich erprobten Set-up mit Weber-Doppelvergasern können die GTI-Entwickler:innen so auf die in Sportfahrerkreisen bekannte Bosch K-Jetronic setzen.

Das Standard-Fahrwerk erhält 20 mm kürzere Federn und Stabilisatoren. Recaro steuert die Sportsitze bei, das Sportlenkrad stammt aus dem kurz zuvor präsentierten Scirocco TS. "Die Farbkombination Schwarz-Rot empfanden wir damals als sehr sportlich", berichtet Gunhild Liljequist, die damals Stoffmuster, Türverkleidungen, Innenausstattungen und später weitere Sondermodelle entwirft. Für den GTI kreiert sie das inzwischen legendäre Schottenkaro.

Einem Kollegen fällt der rot umrandete Kühlergrill ein, ihr selbst der Golfball als Schaltknauf. Diese Insignien erhält auch der VW Golf 2 GTI. 1982 legte man mit einem neuen 1,8-l-Motor nach, der zwar lediglich zwei PS stärker ausfiel, aber mit einem spürbar verbessertem Durchzug punktete. Serie war nun ein spritsparendes 4+E-Getriebe. Das sportlicher gestufte Fünfgang-Geriebe war aber weiterhin bestellbar.

Im gleichen Jahr findet am Wörthersee in Kärnten das 1. GTI-Treffen statt – initiiert vom österreichischen Schauspieler Erwin Neuwirth und zum Auftakt mit knapp 100 Teilnehmenden. Dass 40 Jahre lang alljährlich bis zu 200.000 GTI-Fans ins beschauliche Maria Wörth fahren würden, dürfte damals wohl noch niemand geahnt haben.

461.980 GTI werden verkauft. Um das zu feiern, legt VW 1983 das Sondermodell Pirelli auf. Doppelscheinwerfer, getönte Scheiben, Kotflügelverbreiterungen, 14-Zoll Pirelli-Alufelgen und die rote Kühlergrillumrandung gehören zum Paket.

Mit dem VW Golf 2 wird der GTI erwachsen

Im VW Golf 2 GTI wird das Sportmodell erwachsen. Im Januar 1984 debütiert der GTI der zweiten Generation. 112 PS (82 kW) leistet er. Der Motor ist eine Weiterentwicklung des im Jahr zuvor noch im Golf 1 verwendeten 1,8-l-Vierzylinders. Dieser hat schwer mit dem gestiegenen Komfort und dem dadurch erhöhten Gewicht zu kämpfen. Seine jugendliche Leichtigkeit verliert der GTI. Auch die Konkurrenz kratzt am einst unerreichten Image des Wolfsburger Classic Cars. Vor allem Opel legt mit dem Kadett GSi die Latte für den Klassenprimus sehr hoch.

Der VW Golf 2 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
VW Golf 2 GTI Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

VW reagiert und bringt im März 1986 den Golf 2 GTI mit Technik aus dem Motorsport: Dank 16-Ventil-Zylinderkopf legt er um fast 30 PS (22 kW) zu. 139 PS (102 kW) erlauben einen Sprint von null auf 100 km/h in 8,5 s und eine Höchstgeschwindigkeit von respektablen 208 km/h. Weil man damals gern seine Nase an der Scheibe seinen Traumautos plattdrückt, um einen Blick auf den Tacho zu erhaschen, erweitert VW dessen Skala auf zwar atemraubende, aber auch unerreichbare 260 km/h. Als Opel zwei Jahre später die Vierventil-Technologie im Kadett anbietet, hat der GTI erneut das Nachsehen.

„In keiner Generation wird der VW Golf GTI eine größere Leistungsvielfalt bieten“
Johannes Beck

Die Krone im Segment der Kompaktsportler will VW mittels elektronisch geregelter Einspritzung und Spirallader zurückzuerobern. Der GTI G60 krönt die Modellpalette im Februar 1990. 160 PS (118 kW) und die bereits bei 3500 Umdrehungen anliegenden 225 Nm Drehmoment sind nicht zu verachten.

In keiner Generation wird der VW Golf GTI eine größere Leistungsvielfalt bieten. Zwischen 107 (79 kW, ab 1986) und 160 PS (118 kW, G60) sind im VW Golf 2 GTI zu haben. Sondermodelle wie Fire & Ice, Editon One oder Edition Blue lassen keinerlei Wünsche offen. Bis 1991 liefen 628.000 VW Golf II GTI vom Band – große Fußstapfen für die nächste GTI-Generation.

Golf 3 GTI: Der GTI wird zur Ausstattungslinie

Der im November 1991 vorgestellte VW Golf 3 GTI tritt in große Fußspuren. Zu große? Er steht im Schatten des Sechszylinder-Modells. Gegen das Prestige und die 174 PS (128 kW) des Golf VR6 hat der zwar im Hubraum gewachsene, dafür aber mit schmalen 115 PS (85 kW) ausgestattete GTI das Nachsehen.

Im Vergleich zum Ur-GTI steigt das Gewicht um knapp 250 kg, die Leistung übertrifft das Classic Car jedoch nur um fünf PS. Erst 1993 heben die Ingenieur:innen die Leistung wieder auf sportliches Niveau. 150 PS (110 kW) leistet der 2,0-l-Benziner mit 16-V-Kopf. Erstmals in der Geschichte des GTI ist der sportliche Golf auch als Diesel erhältlich.

Der VW Golf 3 GTI 20 Jahre GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
VW Golf 3 GTI 20 Jahre GTI Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Er leistet mit nagelndem Augenzwinkern 110 PS (81 kW). Die Turbodiesel-Variante zeigt unter anderem, wie sehr sich das Konzept GTI in 20 Jahren gewandelt hat. Der GTI ist längst Mainstream und verkommt vom sportlichen Einzelgänger immer mehr zur sportlich angehauchten Ausstattungslinie bei Volkswagen.

1996 feiert der GTI 20. Geburtstag. Aus diesem Grund legt Volkswagen das Sondermodell "20 Jahre GTI" auf. Der Jubiläums-Golf zitiert mit karierten Sitzbezügen, Golfball-Schaltknauf und Schaltsack mit roten Nähten Details des legendären Urahns. Dennoch kann die dritte GTI-Generation nicht an die Verkaufserfolge der Vorgänger anknüpfen: In sechs Jahren werden lediglich 327.000 Exemplare gefertigt.

GTI-Comeback mit dem Golf 4 Edition 25

Auch der VW Golf 4 ist als GTI von den übrigen Ausstattungslinien kaum zu unterscheiden. Lediglich eigenständige Felgen, abgedunkelte Rückleuchten und ein "Sportfahrwerk" sind VW noch für den GTI wert.

Im Innenraum sollen schwarze Myrte-Holzeinlagen den GTI-Mythos beschwören, was aber nicht so recht klappen mag. Immerhin: Die per Turbo aufgeladenen Motoren des VW Golf 4 GTI mit 150 (110 kW) respektive 180 PS (132 kW) mit fünf Ventilen pro Zylinder versprühen jedoch wieder die einstige Agilität und Drehfreude des Ur-VW Golf GTI.

Der Golf 4 GTI Edition 25 fahrend von schräg hinten fotografiert.
VW Golf 4 GTI Edition 25 Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Erst als der VW Golf GTI im Sommer 2001 ein Vierteljahrhundert alt wird, erwacht er auch optisch wieder aus dem Dornröschenschlaf. Der offiziell als "Golf GTI 132 kW" beworbene Jubilar sticht dank dunklen Scheinwerfern, kugelpolierten BBS-Kreuzspeichenrädern und sportlichem Bodykit nebst verchromtem Endrohr aus der Masse der braven Gölfe hervor.

Auch das Interieur des "Edition 25" mit schwarzem Himmel, Recaro-Sportsitzen im "Le Mans"-Design, Alupedalerie, roten Ziernähten am gelochten Lederlenkrad und der Golfball-Schaltknauf vermittelt alte GTI-Tugenden wie einst das Vorbild von 1975. Je Lackierung, natürlich in den GTI-Klassikern Schwarz, Rot und Silber, werden nur 1000 Fahrzeuge aufgelegt. Damit steht dem vollverzinkten Golf eine rosige Zukunft im Kreis der etablierten Classic Cars bevor.

Er ist, von leichten Schwächen im Interieur abgesehen, bestens verarbeitet, bietet viel Fahrspaß und ist unter den Modellen der vierten Generation – mit Ausnahme des sehr sportlichen R32 – einzigartig. Nach 164.859 Exemplaren macht Generation vier im Jahr 2004 Platz für Nummer fünf.

Der Golf 5 GTI setzt neue Maßstäbe

Futuristisch rundlich blickte die fünfte Generation des GTI 2004 in Richtung Zukunft. Der späte Erfolg des VW Golf 4 GTI hatte gezeigt, dass technischer Fortschritt und eine klare Abgrenzung bitter nötig waren, um den kompakt-sportlichen Wolfsburger wettbewerbsfähig zu halten. So setzte der VW Golf 5 GTI neue Maßstäbe, die sich auch in der mittlerweile achten Generation des GTI finden. Doppelkupplungsgetriebe, Direkteinspritzung und die Mehrlenker-Hinterachse waren Teil dieser Innovationen.

Der VW Golf 5 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
VW Golf 5 GTI AUTO ZEITUNG Archiv Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Das ändert freilich nichts am voluminösen Fahrzeugkörper, dessen Design bis heute umstritten ist. Federführend ist damals Murat Günak. Mittlerweile zeichnet der Deutsch-Türke für den neuen türkischen Hersteller Togg. Unter der Haube ist der Generationswechsel ebenfalls spürbar. Der neue 2,0-l-TFSI-Vierzylinder generierte nun stattliche 200 PS (147 kW) und schaltete dank DSG-Getriebe deutlich schneller. Auch an Sondereditionen mangelte es dem VW Golf 5 GTI bis zu seiner Einstellung im Jahr 2008 nicht.

„Fetter als der W12-650 stand noch kein GTI auf der Straße“
Sven Kötter

2007 folgte der "Pirelli" als Hommage an den "Ur-Pirelli" der ersten Generation des Golf GTI.  Zum 30. Geburtstag der sportlichen Modellvariante erschien die "Edition 30", die 230 PS (169 kW) mobilisierte und nur mit 6-Gang-Schaltgetriebe erhältlich war. 181.000 gebaute Einheiten verzeichnet der Golf 5 GTI insgesamt.

Es waren aufregende und gute Jahre – noch vor der Finanzkrise gegen Ende des Jahrzehnts. Der GTI W12-650 war also nur folgerichtig: Ein Showcar mit 650 PS (478 kW) starkem W12-Aggregat vor der Hinterachse, gebaut für das Treffen am Wörthersee 2007. Und plötzlich passte sogar das Design: Fetter stand noch kein GTI auf der Straße.

GTI-Vergnügen im Cabrio nur im Golf 6 GTI

Das änderte freilich nichts daran, dass man in Wolfsburg daran arbeitete, seinen Kompakten zu entschlacken. Nachdem Walter de Silva mit dem allerersten Audi A5 sein persönliches Meisterwerk geschaffen hat, darf er nun Hand beziehungsweise seinen Zeichenstift am Golf anlegen: Vergleicht man Generation fünf und sechs, so kann man es durchaus als Sensation bezeichnen, wie der Italiener die optisch schwer wiegenden Pfunde von den automobilen Hüften bekommet.

Das Design des 2009 debütierenden sechsten GTI steht in einer Linie mit Golf 1 und Golf 4 – klassisch, zeitlos, unaufgeregt und hochwertig. Unter der Haube hält man an dem 2,0-l-Vierzylinder fest, der nun 210 PS (155 kW) leistet. Der intern als "EA888" bezeichnete Motor ist allerdings eine Weiterentwicklung. Bereits von Werk aus liegt die sechste Generation dank Sportfahrwerk 22 mm vorne und 15 mm hinten tiefer als ein regulärer Golf 5.

Der VW Golf 6 GTI Edition 35 fahrend von schräg hinten fotografiert.
VW Golf 6 GTI Edition 35 Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Wem das nicht genügt, kann erstmals die adaptive Fahrwerksregelung DCC optional dazu bestellen. Das Edition 35-Sondermodell verfügt gar über 235 PS (173 kW). Damit kommt er erstmals für einen GTI mit einer Höchstgeschwindigkeit von 247 km/h an die 250-km/h-Marke heran. 

Eine Besonderheit leistet sich der VW Golf 6 GTI in seiner Bauzeit bis 2012: das Golf 6 GTI Cabrio. Nachdem die fünfte Generation ohne ein Cabrio ausgekommen ist, besinnt man sich in Wolfsburg auf diese Seite der Historie zurück. 2012 ist das VW Golf 6 GTI Cabrio das stärkste offene Modell. 2013 muss es diesen Titel allerdings an das Golf 6 R Cabrio abgeben, das einen Leistungszuwachs auf 265 PS (195 kW) offeriert. 

Der Golf 7 GTI lässt die Flamme wieder auflodern

Für so manchen Fan hat der Golf 6 GTI die unliebsame Position des Lückenbüßers eingenommen. Zu nah scheint er am Fünfer-GTI zu sein, mehr Zwischenschritt als eigenständiges Modell. In diesen Zwiespalt tritt 2012 der VW Golf 7 GTI und begeistert. Es ist die siebte Generation, die noch immer maßgeblich das hiesige Straßenbild bestimmt und dabei kein bisschen alt aussieht. Erneut gelingt VW das Kunststück, dem sportlichen Aushängeschild ein knackiges, aber nicht dick auftragendes Outfit zu schneidern.

Der VW Golf 7 GTI fahrend von schräg vorne fotografiert.
VW Golf 7 GTI Foto: AUTO ZEITUNG Archiv

Aufbauend auf dem MQB (Modularer Querbaukasten), der sich die Architektur mit Audi A3 und VW Passat teilt, kann Volkswagen nicht nur Gewicht, sondern auch Geld sparen. Das bedeutet für den VW Golf 7 GTI neben dem Sprung auf 220 PS (162 kW) auch das erstmalige Erreichen einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h als Performance-Modell mit 230 PS (169 kW). 

Volkswagen hat den Leistungswurm mit der siebten Generation des GTI gefressen. Bärenstark wird er als Clubsport-Variante. 265 PS (195 kW) sind drin, per Overboost gelingen sogar 290 PS (213 kW). Mit dem Clubsport S etabliert man den bis dato stärksten GTI auf dem Markt.

Auf 400 Exemplare streng limitiert, leistet der optimierte Vierzylinder des VW Golf 7 GTI Clubsport S beachtliche 310 PS (228 kW). Rennfahrer Benny Leuchter adelt schließlich die siebte GTI-Generation mit einem Rundenrekord für serienmäßige Frontantrieb-Autos auf der Nordschleife. In 7:49,2 min jagt er den schnellen S 2016 über den Asphalt der grünen Hölle.

Doch damit nicht genug: Der krönende Abschluss einer legendären GTI-Generation hört auf das Kürzel „TCR“. Dieser GTI atmet intensiver als je zuvor Motorsport-Luft und läuft mit seinen 290 PS (213 kW) bis zu 260 km/h schnell. Ironie der Geschichte: Kurze Zeit später verabschiedet sich VW komplett aus dem Rennsport – die Volkswagen Motorsport GmbH wird 2020 geschlossen.

Der Golf 8 GTI brennt neue Rekorde in den Asphalt

2020 ist auch das Jahr, in dem Volkswagen einen komplett neuen GTI präsentiert. Generation acht hat allerdings keinen einfachen Start. Das liegt keinesfalls am fahrdynamischen Set-up, das nach wie vor zum Besten gehört, was die Kompaktklasse zu bieten hat. Auch der bekannte Antrieb – nun mindestens 245 PS (180 kW) stark – gehört noch lange nicht zum alten Eisen.

Es ist viel mehr die Software, die dem Golf 8 inklusive dem neuen GTI zum Marktstart zusetzt. Immerhin: Die Fehleranfälligkeit hat man mittlerweile in den Griff bekommen. Die erfolgreiche Clubsport-Reihe wird fortgeführt und auf 300 PS (221 kW) gebracht. Vorläufiger Höhepunkt ist das VW Golf GTI Edition 50-Sondermodell mit 325 PS (239 kW) und einer Nordschleifen-Rekordzeit von In 7:46,13 min – erneut mit Benny Leuchter am Steuer.

Der VW Golf 8 GTI Edition 50 statisch von schräg vorne fotografiert.
VW Golf GTI Edition 50 Foto: VW

Doch es gilt erneut, Abschied zu nehmen: Seit dem Facelift 2024 gibt es den VW Golf GTI nicht mehr mit manuellem Getriebe – der legendäre Golfball-Schaltknauf hat also endgültig ausgedient.

Wer dennoch selbst schalten will, greift nun zu den Schaltpaddeln hinter dem Lenkrad. Das Doppelkupplungsgetriebe DSG ist der klassischen Handschaltung in Effizienz und Geschwindigkeit mittlerweile überlegen. Wer erfolgreich sein will, der darf sich dem Fortschritt nicht verschließen. Das gilt für Menschen ebenso wie für Autos. Der VW Golf GTI ist auch mit 50 so ein Erfolgstyp – und er wird einer bleiben, wie der Blick in die Zukunft zeigt.

So wird die Geschichte des VW Golf GTI weitergehen

Fans des Wolfsburger Kompaktsportlers können aufatmen: Trotz unklarer Verbrenner-Zukunft geht es für den Golf GTI auch über 2026 hinaus weiter. Die Marschrichtung gibt das gemischte Doppel aus dem Jubiläums-Sondermodell und dem ID. GTI Concept vor: Antriebstechnisch geht es zweigleisig ins nächste Jahrzehnt.

Der Sprit verbrennende GTI wird zunehmend spitzer positioniert – ein umfassendes Facelift soll den kompakten Sportler fit für die Zukunft machen. Wie lecker das aussehen könnte, zeigt unsere Illustration (siehe unten). Parallel deutet der kommende ID. Polo GTI eine elektrische Zukunft der GTI-Familie an.

Der VW Golf 9 GTI stehend von vorne
Foto: Avarvarii

Zunächst dürfte der ID.3 das GTX- gegen das GTI-Kürzel tauschen, um den Kleinwagen-Bruder zu flankieren. Doch perspektivisch wird dessen Rolle der ID. Golf GTI einnehmen, der auf SSP-Technik fußt (Scalable Systems Platform). Volkswagen-CEO Thomas Schäfer geht verbal bereits in die Vollen und kündigt ein „echtes Biest“ an. Der Serienstart des vollelektrischen Golf GTI soll aber erst gegen Ende des aktuellen Jahrzehnts erfolgen.

Nun aber noch einmal zurück zur Gegenwart: Wie sich die aktuelle Generation des GTI schlägt und was sie zu bieten hat, haben wir hier im Artikel zum aktuellen VW Golf 8 GTI zusammengefasst.