DeLorean trifft VW Golf GTI trifft Turbo: Rinspeed Aliporta
Es war das Jahr, in dem der DeLorean DMC-12 auf dem Genfer Salon erstmals dem Publikum entgegenblitzte. Während Hollywood schon mit "Zurück in die Zukunft" liebäugelte, blendete ein schweizerischer Sonderling nicht nur dank seiner Lichterfront. Der Rinspeed Aliporta machte aus dem VW Golf GTI einen Luxus-Flieger.
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Frank M. Rinderknecht war nie ein Mann für halbe Sachen. Als 1981 der Genfer Autosalon noch das Maß aller Dinge in der automobilen Avantgarde war, rollte er sein neuestes Projekt in die Hallen: den Rinspeed Aliporta, einen kompromisslos umgebauten VW Golf GTI mit Flügeltüren – und der Attitüde eines Sportwagens, der mehr sein wollte als bloß ein getunter Kompakter. Bereits der Name spielt mit der Idee des Überfliegens. "Aliporta" – sinngemäß aus dem Italienischen: Flügeltür.
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Der VW Golf R (2023) im Fahrbericht (Video):

Rinspeed Aliporta: VW Golf GTI mit DeLorean-Parallelen
Wer sich dem Aliporta frontal näherte, erkannte den Golf kaum noch. Der serienmäßige Grill war verschwunden, ersetzt durch eine Sechserbatterie rechteckiger Scheinwerfer, gegliedert in zwei Dreierreihen, getrennt durch einen zentralen Lufteinlass. Ein Anblick, der irgendwo zwischen Rallye-Bolide und Science-Fiction-Requisite einzuordnen war.
Am Heck dominierte ein "Turbo"-Schriftzug, eingebettet in eine reflektierende Leiste zwischen überdimensionierten Rückleuchten, eine Reminiszenz an die großen Porsche Turbo-Ikonen jener Zeit aus Zuffenhausen. Auch die Karosserie zeigte sich rundum überarbeitet: Verbreiterte Radhäuser, ein tief gezogener Frontspoiler und voluminöse Kunststoffstoßfänger in Wagenfarbe machten unmissverständlich klar: Hier kommt kein Golf wie jeder andere.
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Unter dem Blech arbeitete vertraute Mechanik, die von den Schweizer:innen ebenfalls angepasst war. Der bekannte 1,6-l-Reihenvierzylinder aus dem GTI (Typ EA827) wurde mit einem Rotomaster TO4B-Turbolader (So funktioniert ein Turbolader) zwangsbeatmet und leistete nun 135 PS (99 kW). Die Kraft reichte für 200 km/h Spitze und einen Sprint in 7,5 s auf 100 km/h. Werte, die ihn auf Augenhöhe mit damaligen Sportwagen katapultierten. Die Bilstein-Dämpfer, die Tieferlegung und die aufgezogenen Pirelli P7 in der Dimension 205/50 VR auf 15-Zoll-Leichtmetallrädern rundeten das sportliche Paket ab. Der Aliporta war also nicht nur Blender, er konnte tatsächlich liefern.

Innen: HiFi, Hightech und ein Hauch von 911
Im Cockpit zeigte sich der Aliporta von seiner luxuriösen Seite, zumindest nach Maßstab der frühen 1980er-Jahre. König-Sportsitze sorgten für Seitenhalt, das Dreispeichenlenkrad im Porsche-Stil für sportive Haptik. Auf der Mittelkonsole: ein Panasonic-Fernseher (schwarz-weiß, versteht sich) und eine Sony HiFi-Anlage mit 280 Watt Leistung, gespeist durch sechs Lautsprecher und gleich drei Kopfhöreranschlüsse. Quasi Klangwelten auf Rädern – bevor Begriffe wie "Infotainment" überhaupt erfunden waren.
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Der Aliporta war mehr als ein Design-Gag. Er war der Versuch, ein Serienmodell emotional aufzuladen – durch Form, Technik und Selbstbewusstsein. Rinspeed inszenierte mit ihm eine Vision, in der der Golf zum Lifestyle-Produkt wurde. Doch das kam zu einem happigen Preis. 110.000 Mark mussten für einen Aliporta hingeblättert werden. Wie so viele verrückte Projekte seiner Zeit verschwand er deswegen still, während sein Messekollege DeLorean sich aufmachte, Filmgeschichte zu schreiben. Rinspeed widmete sich hingegen weiterhin spannenden und unkonventionellen Einzelstücken, die fernab der Norm für Aufsehen sorgten.










