Vorstellung

Porsche Gunther Werks F26: Flach, schnell, Klassenbester

Porsche 911 Restomods gibt es viele – doch nur wenige erreichen den Perfektionsgrad des Flachnasen-inspirierten Gunther Werks F26. Das Schmuckstück hat in Goodwood die Klassenbestzeit erzielt und lässt auch abseits der Rennstrecke nichts anbrennen.

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Porsche Gunther Werks F26, fahrend fotografiert von vorne.
Das erste Exemplar der Kleinserie fährt noch mit aufrechten Scheinwerfern durch die Gegend. Die anderen sollen aber noch den „nose job“ des 935 bekommen. Foto: Gunther Werks
Porsche Gunther Werks F26 am Start in Goodwood, fotografiert von hinten.
Am Start in Goodwood hat der Gunther Werks F26 noch zwischen den Strohballen Feuer gespeit, bis er eine Klassenbestzeit in den Asphalt gebrannt hat. Foto: Gunther Werks
Cockpit des Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von der Seite.
Das Cockpit ist funktionell und minimalistisch, dabei aber sehr edel aufgemacht. Foto: Gunther Werks
Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von oben.
Auf dem Heckflügel könnte man problemlos ein Balkonkraftwerk installieren. Foto: Gunther Werks
Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von vorne.
Im Gegensatz zum Porsche 935 sind die Frontscheinwerfer hier nicht ausklappbar. Foto: Gunther Werks
Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von der Seite.
Der Edel-Restomod rollt auf 18-zölligen Magnesiumfelgen samt Conti-Pneus. Foto: Gunther Werks
Motor des Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von hinten.
Der Boxer verbrennt am liebsten Ethanol und wirkt so sauber, dass man mit seinem Öl bedenkenlos eine Salatsoße anrichten würde. Foto: Gunther Werks
Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von
Fast schon Retro: Hier wird manuell geschaltet und handgebremst. Foto: Gunther Werks
Porsche Gunther Werks F26, fotografiert von
Der 4,0-l-Doppelturbo stemmt ein Drehmoment von 1017 Nm auf die Hinterräder. Foto: Gunther Werks

Dieser Flachnasen-Porsche toppt den Ahnen um über 400 PS

Dieser 911 hat ein Näschen für schnelle Runden. Gunther Werks hat den F26 dem historischen Vorbild 935 nachempfunden, auch „Flatnose“ genannt, und der zählt unter seinen Lorbeeren vier Markenweltmeisterschaften, dazu schubkarrenweise Siege in Le Mans und anderswo. Und das Biest hat das Rennen nicht verlernt. Scott Speed pfeilte im Juli 2026 mit dem F26 im britischen Goodwood in nur 50.41 s durch die Strohballen-Strecke. Gut genug für den Klassensieg beim legendären Goodwood Festival of Speed und einen zwölften Platz im Gesamtklassement. So richtig verwunderlich ist das aber nur, wenn man dem Porsche nicht unter die Hauben guckt und die Eckdaten nicht kennt.

Statt der früher maximal 630 PS (463 kW) des 935 liefert der nach wie vor luftgekühlte Sechszylinder hier deutlich mehr. Wenn man ihn mit Ethanol füttert, spuckt der Boxer kreischend 1067 PS (785 kW) aus. Auch das Drehmoment von 1017 Nm kann sich sehen lassen. Bis es der 4,0-l-Motor so weit bringt, stehen im kalifornischen Huntington Beach umfangreiche Umbauarbeiten an.

Der Edel-Veredler legt den Ölsumpf trocken und verbaut, wie im historischen Vorbild, einen flach liegenden Ventilator, der die Kalorienabfuhr gewährleisten soll. Der Punch wird über ein selbstredend manuelles Sechsganggetriebe und ein selbstsperrendes Differential an die Magnesium-Hinterräder weitergeleitet, bis die 18-zölligen Conti ExtremeContact vor Vergnügen quietschen.

Der Porsche 935 im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Ein extrem teures Spielzeug für die very happy, very few

Als Basis dient ein 911 der Baureihe 993, der entkernt und mit chirurgischer Präzision sowie den allerfeinsten Zutaten wieder aufgebaut wird. Fast das gesamte Zinkblech wird durch Carbon ersetzt. Ein Überrollkäfig sorgt für Verwindungs- und Crashresistenz. Das in Goodwood angetretene Exemplar schiebt noch aufrechte Scheinwerfer durch den Fahrtwind. Die anderen 25 Exemplare der limitierten Serie sollen aber mit dem „nose job“ dem 935 optisch näherkommen. Im Gegensatz zum Urahnen sind hier die Leuchten aber nicht ausklappbar.

Das charakteristische Glashaus des 911 bleibt beinahe unverändert. Ansonsten geht der Werks-Porsche beträchtlich in die Breite und schafft damit Platz für Ansaugschluchten, die auch Passant:innen aufschnupfen könnten, die dem Sportgerät zu nahe kommen. Das schnelle Heck krönt ein Flügel, groß genug, um darauf ein Balkonkraftwerk zu installieren. Der Innenraum schwelgt in schnörkellosem Minimalismus: Bildschön verarbeitetes Carbon ist hier kein Zierrat, sondern dient dem Gewichtsziel von knapp unter 1500 kg.

Das Retro-Radio bietet zwar Apple CarPlay, doch der Rest ist gezielt so analog gehalten wie möglich. Die fünf runden Instrumentenuhren zählen dazu, ein Schaltstock, der diesen Namen noch verdient, sowie eine manuelle Handbremse und Kippschalter wie aus dem automobilen Miozän – definitiv ein Cockpit, das den Spieltrieb anregt. Vor dem Vergnügen gilt es allerdings, eine Überweisung zu tätigen. Gunther Werks berechnet für die hoch individualisierbaren Umbauten häufig sogar siebenstellige Beträge, Spenderfahrzeug nicht inbegriffen. Somit dürfte das sechszylindrige Spielgerät den very happy, very few vorbehalten bleiben.