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H-Kennzeichen: Gutachten, Kosten & Co. Das zum H-Kennzeichen wissen

von Christina Finke 24.03.2022
Inhalt
  1. Wie hoch ist die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen?
  2. Vorteile und Nachteile eines H-Kennzeichens
  3. Was benötigt man für ein H-Kennzeichen?
  4. Oldtimer-Gutachten für H-Kennzeichen
  5. Wer macht das H-Gutachten?
  6. Was kostet ein H-Kennzeichen?
  7. Saisonkennzeichen oder Wechselkennzeichen mit H
  8. Zulassung für noch nie angemeldete Oldtimer

Mit dem H-Kennzeichen können Besitzer:innen von Oldtimern Kosten bei der Kfz-Steuer sparen. Wir erläutern die Voraussetzungen und klären über die Anforderungen der Abnahme auf. Und: Selbst nie angemeldete Oldtimer können trotz moderner Abgasvorschriften zugelassen werden!

Zwei der wichtigsten Fragen klären wir gleich zu Beginn. Nämlich "ab wann" und "für wen" gibt es H-Kennzeichen? Das Kennzeichen für historische Fahrzeuge ist – wie der Name schon sagt – für Oldtimer vorgesehen, also Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre alt sind. Diese müssen sich nachweislich weitestgehend im Originalzustand befinden, dürfen entsprechend restauriert oder auch zeitgenössisch getunt sein. Nur dann können sie mit einem H-Kennzeichen (H für historische Fahrzeuge) zugelassen werden. Das normale Kennzeichen wird dann um ein H ergänzt. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Wie hoch ist die Kfz-Steuer mit H-Kennzeichen?

Die Kosten für die Kfz-Steuer betragen für Oldtimer pauschal 191,73 Euro.

 

Vorteile und Nachteile eines H-Kennzeichens

Vorteile einer H-Zulassung: Autos mit H-Kennzeichen dürfen in grüne Umweltzonen einfahren. Voraussetzung für die Zuteilung des H-Kennzeichens ist ein Nachweis über den Zustand des Fahrzeugs. Das bedeutet, dass gemäß §23 StVZO ein Gutachten für das Fahrzeug vorliegen muss, das entweder von GTÜ, DEKRA, TÜV oder KÜS erstellt wurde. Mit dem regulären Kennzeichen werden Oldies hingegen wie Neuwagen eingestuft. Dann richten sich die Kosten für die Kfz-Steuer nach dem Hubraum. Der Vorteil daran: Es ist kein gesondertes Oldtimer-Gutachten für das Fahrzeugs entsprechend §§23 StVZO nötig. Der Nachteil: Je nach Schadstoffklasse darf man nicht in die Umweltzonen einfahren und die Kfz-Steuer ist meist höher. Es gibt jedoch ein paar Ausnahme-Modelle, bei denen die Steuer regulär sogar niedriger ausfällt. Möglich macht das ein Hubraum bis 700 Kubikzentimeter und eine entsprechende Steuer bei Schadstoffklasse Euro 0 von 177 Euro. Beispiele dafür sind die Isetta mit maximal 300 Kubik oder der Citroën 2CV, der ab Werk eine maximale Hubraumgröße von 602 Kubik bietet.

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Was benötigt man für ein H-Kennzeichen?

Bei der Kfz-Zulassungsstelle wird folgendes benötigt, um seinen Oldtimer mit H-Kennzeichen zuzulassen:

  • Oldtimer-Gutachten nach §23 StVZO

  • Hauptuntersuchung

  • Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II

  • Amtliches Kennzeichen

  • Nachweis über eine gültige Kfz-Haftpflichtversicherung

  • SEPA-Lastschriftmandat zum Einzug der Kraftfahrzeugsteuer

  • Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldeadresse

  • ggf. Reservierungsbestätigung für ein Wunschkennzeichen

 

Oldtimer-Gutachten für H-Kennzeichen

Für die Zuteilung eines H-Kennzeichens ist die Abnahme des Kfz nach §23 StVZO die zwingende Voraussetzung. Beurteilt wird dabei der Gesamtzustand, der technische Zustand, die optische Erscheinung und die Originalität. Sofern sie zeitgenössisch sind, werden unter Umständen auch (Tuning-)Umbauten anerkannt. Das H-Kennzeichen wird zugeteilt, wenn der Klassiker alle Anforderungen erfüllt hat. Je nach Prüfstelle kann die Beurteilung streng oder weniger streng ausfallen und eine kleine Roststelle die Abnahme vereiteln oder eben nicht. Jedes Fahrzeug braucht darüber hinaus selbstverständlich auch eine gültige Hauptuntersuchung.

 

Wer macht das H-Gutachten?

Die Abnahme des Oldtimers nach § 23 StVZO erfolgt von anerkannten sachverständigen Personen, Prüfer:innen, oder Prüfingenieur:innen in den Prüfstellen von TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS.

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Was kostet ein H-Kennzeichen?

Neben den normalen Kosten für die Zulassung (Gebühren für die Zulassungsstelle und Kosten für die Nummernschilder) müssen die Kosten für die H-Abnahme mit einkalkuliert werden. Diese variieren zwischen 80 und 200 Euro.

 

Saisonkennzeichen oder Wechselkennzeichen mit H

Wer seinen Oldtimer nur in der warmen Jahreszeit bewegen will, kann das Saison-H-Kennzeichen wählen, das seit 1. Oktober 2017 verfügbar ist. Die gesetzlichen Regelungen sind identisch mit denen für das normale H-Kennzeichen. Die Kosten für Steuer und Versicherung fallen nur für den gewählten Zeitraum an, der bei der Zulassung angegeben wird. Wählbar sind zwei bis maximal elf Monate. Die jeweiligen Monatsziffern werden im Kennzeichen eingeprägt. Vorteil: Man muss im Frühjahr und im Herbst nicht zur Zulassungsstelle und spart Zeit und Kosten. Nachteil: Das Fahrzeug darf im Zeitraum ohne Zulassung nur auf Privatgrund abgestellt werden. Seit 2012 kann ein H-Kennzeichen auch als Wechsel-Kennzeichen beantragt werden. So können zwei Fahrzeuge mit einem Kennzeichen betrieben werden. An beiden Fahrzeugen wird je ein kleines Zusatzschild (etwa 1 und 2) befestigt. Das eigentliche H-Kennzeichen wird jeweils an das Fahrzeug montiert, mit dem man gerade unterwegs ist. Vorteil: Man kann seinen Oldies je nach Laune und Wetter ohne Zulassungsaufwand bewegen und die Kosten der Versicherung aufgrund von Sondertarifen für das zweite Fahrzeug senken. Nachteil: Man spart keine Steuern, weil beide Fahrzeuge separat versteuert werden. Und der Oldtimer, der gerade ohne Kennzeichen ist, muss auf privatem Gelände stehen.

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Zulassung für noch nie angemeldete Oldtimer

Auch Oldtimer, die vor mindestens 30 Jahren vom Band gerollt, bisher aber nie zugelassen worden sind, können das H-Kennzeichen erlangen. Gerade bei importierten Fahrzeugen tritt dieses Problem häufiger auf, etwa, weil das Erstzulassungsdatum oft nicht in den Importpapieren dokumentiert ist. In solchen Fällen muss das Fahrzeugalter anderweitig nachgewiesen werden, beispielsweise durch die Vorlage eines Kaufvertrages, eines Auslieferungsdokuments des Händlers oder die Bestätigung des Herstellers, wann das Fahrzeug produziert wurde. Das bestätigt auch der TÜV Nord: "Das Erstzulassungsdatum bisher nie zugelassener Fahrzeuge kann, bei Vorliegen entsprechender Nachweise, bezüglich der Oldtimer-Richtlinie mit dem Produktionsdatum gleichgestellt werden." Auch die Dekra bestätigt, dass alternativ zum Erstzulassungsdatum das Fahrzeugalter auch anhand des Baujahres nachgewiesen werden kann. Der ADAC empfiehlt bei einem solchen Vorgehen in jedem Fall eine Auskunft aus dem zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) einzuholen, um nachzuweisen, dass das Fahrzeug in Deutschland noch nie zugelassen war beziehungsweise nicht als gestohlen gemeldet ist.

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