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Kamei-Golf: Das war der schnellste VW Golf GTI der 70er

Der Kamei-Golf war der schnellste VW Golf GTI der 70er: Wir blicken auf den kunterbunten Breitbau zurück, der sich mit 176 PS und 220 km/h sogar beim 1000-km-Rennen am Nürburgring versuchte.

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Der Kamei-Golf fahrend von schräg vorne.
Kamei-Golf Foto: Kamei

Kamei gehörte zu den größten VW-Tunern der 70er. Das Aushängeschild des Wolfsburger Betriebs war der 220 km/h schnelle Kamei-Golf.

Der Kamei-Golf stehend von hinten.
Kamei-Golf Foto: Kamei

Breitbauten, die bunte Lackierung und goldene BBS-Felgen machen den Kamei-Golf noch heute zum Blickfang im Fahrerlager.

Der Kamei-Golf fahrend von vorne.
Kamei-Golf Foto: Kamei

1977 ließ Kamei-Chef Karl Meier den GTI für die Gruppe 2 aufbauen.

Der Kamei-Golf fahrend in der Seitenansicht.
Kamei-Golf Foto: Kamei

Neben diverser Motor-Modifikationen ist auch ein Bilstein-Fahrwerk an Bord.

Das Cockpit des Kamei-Golf.
Kamei-Golf Foto: Johannes Beck

Ein Bilstein-Fahrwerk sorgte für die optimale Straßenlage. Dazu senkte die traditionelle Räumung des Cockpits das Gewicht des Wolfsburgers von 800 auf 750 kg.

Der Kofferraum des Kamei-Golf.
Kamei-Golf Foto: Johannes Beck

Weil das Original verschollen ging, handelt es sich bei sämtlichen heute existierenden Exemplaren um Nachbauten. Hier beispielsweise gut an den größeren Heckleuchten der Modellpflege 1980 zu erkennen.

Der Motor des Kamei-Golf.
Kamei-Golf Foto: Johannes Beck

Ebenfalls verfügt die hier gezeigte Replika nicht über den Doppelvergaser, sondern die serienmäßige GTI-Einspritzung.

Heute produziert Kamei vorrangig Dachboxen – früher boxte man sich noch auf der Nordschleife, bis man auf dem Dach lag. Mittel der Wahl war damals der Kamei-Golf: Ein 1977 nach Gruppe-2-Reglement aufgebauter GTI, der in der Fanszene noch heute großen Respekt genießt. So sehr, dass es nicht nur unzählige Miniatur-Versionen von ihm gibt, sondern auch mehrere Repliken. Ironischerweise handelt es sich sogar beim hier gezeigten Kamei-Golf aus der firmeneigenen Sammlung um einen Nachbau, weil der ehemalige VW-Tuner sein einstiges Aushängeschild in die USA verkauft hatte. Als dann ein Fan Kamei einen originalgetreuen GTI vor ein paar Jahren anbot, schlug der Wolfsburger Betrieb sofort zu. Mittlerweile ist aber auch dieser im Rahmen eines Insolvenzverfahrens aus dem Jahr 2023 wieder verkauft.

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Doch zurück in die 70er, als zwar das Auto schon rot war, aber die Zahlen noch nicht: Kamei-Gründer Karl Meier hatte sich bereits mit den ersten Frontspoilern für den VW Käfer (damals noch als "Tiefensteuer" bezeichnet) sowie mit Lenkradhüllen eine goldene Nase verdient und weitete sein Angebot mit dem Erscheinen des Golfs 1974 sukzessive auf den neuen Kompakt-Bestseller aus. Als rollende Visitenkarte ließ er ein Jahr nach dem Debüt des GTI den darauf basierenden Kamei-Golf aufbauen. In Sachen Optik hatte der Kompaktsportler seine nüchterne Zweckmäßigkeit abgelegt und trug stattdessen eine extrem tiefe Schürze, die in nicht weniger muskulöse Kotflügelverbreiterungen überging.
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Der VW T-Roc (2025) im Video:

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Video: AUTO ZEITUNG

176 PS, 220 km/h: So wurde der Kamei-Golf zum schnellsten VW Golf GTI der 70er

Das erlaubte wiederum den Einsatz von Breitreifen auf goldenen BBS, die im Zuge der enormen Leistungssteigerung auch mehr als nötig waren. Im Kamei-Golf zerrten nämlich nicht mehr die bereits sehr lebendigen 110 PS (81 kW) an der Vorderachse, sondern gleich 176 PS (129 kW). Dafür hatte man den 1,6-l-Vierzylinder mit Schmiedekolben, polierten Pleuelstangen, einer schärferen Nockenwelle sowie einem Doppelvergaser statt der K-Jetronic-Einspritzung ausgerüstet. Ein Bilstein-Fahrwerk sorgte für die optimale Straßenlage. Dazu senkte die traditionelle Räumung des Cockpits das Gewicht des Wolfsburgers von 800 auf 750 kg.

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Für die Fahrleistungen bedeutete das wiederum, dass der GTI nicht mehr in guten neun Sekunden die Dreistelligkeit riss, sondern bereits in deutlich unter sieben Sekunden. Damit fuhr der kleine Kasten auf dem Niveau eines Porsche 911 SC aus der gleichen Zeit. Und selbst auf der Döttinger Höhe wäre der Elfer dem 220 km/h schnellen Kamei-Golf nicht so einfach davongefahren. Erst die 16-Ventiler, Turbo- und G-Lader ermöglichten in den 80ern weitere Leistungssprünge. Bis dahin galt der Kamei-Renner als schnellster Golf überhaupt. Und auch einer der buntesten ist er bis heute. Die Streifenlackierung in Rot, Orange, Gelb und Weiß macht ihn bereits im Fahrerlager zum absoluten Hingucker. Pilotiert wurde der Kamei-Golf damals unter anderem von Mira Lochmann, der später mit Milotec eine eigene Tuning-Schmiede eröffnete, die heute auf Skoda spezialisiert ist (Das ist der Milotec Skoda Octavia RS).