Wohnmobil als Gebrauchtwagen kaufen: Tipps! Darauf bei gebrauchten Wohnmobilen unbedingt achten

von Christian Steiger 06.09.2019
Inhalt
  1. Wohnmobil gebraucht kaufen: Zeitdruck ist teuer
  2. Junge Gebrauchte? Vorsicht!
  3. Airbags, ESP, Isofix an Bord des gebrauchten Wohnmobils?
  4. Alkoven sind out. Aber nicht für Sparer – Tipp!
  5. Keine Angst vor Gebrauchtwaagen mit Eiche rustikal
  6. Gebrauchtes Wohnmobil sollte dicht sein
  7. Vorsicht vor Basteleien
  8. Gebrauchtwagen-Falle: Kleines Teil, große Rechnung
  9. Wo ist die nächste Wohnmobil-Werkstatt?
  10. Kennzeichen H: Beim gebrauchten Wohnmobil mit Stil sparen

Wer sich ein Wohnmobil als Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte sich bei der Suche vor allem Zeit lassen. Worauf noch zu achten ist, verraten unsere zehn Tipps!

 

Wohnmobil gebraucht kaufen: Zeitdruck ist teuer

Reisemobile sind Häuser auf Rädern, die Technik ist also viel komplexer als beim normalen Auto. Kenner kaufen nie kurz vor den Ferien. Und sie nehmen sich zum Check alle Zeit der Welt. Natürlich muss der Gasherd zünden, die Heizung laufen, auch Kühlschrank und Wasserversorgung sollten funktionieren. Doch wie sehen die Wassertanks von innen aus? Dass die Bodenpartie auf Rost und Gammel geprüft werden muss, ist klar – aber Profis steigen dem Womo auch aufs Dach. Mooskulturen können die Dichtungen sprengen und teure Feuchtigkeitsschäden verursachen.

Reparatur & Wartung Wohnmobil Urlaub
Wohnmobil (Urlaub): Wartung, Pflege, Gas & Elektrik So wird der Camper wieder frühlingsfit

Wohnmobil als Gebrauchtwagen kaufen – Tipps im Video:

 
 

Junge Gebrauchte? Vorsicht!

Besser nicht! Reisemobile sind enorm wertstabil. Viele Ein- oder Zweijährige kosten kaum weniger als Neue. Der einzige Vorteil liegt darin, dass der Käufer die Lieferzeit umgeht. Dafür bekommt er oft ein Auto mit bewegtem Vorleben im Vermietgeschäft. Wer warten kann, ist mit dem Neuen besser dran. Mehr zum Thema: Wohnmobile

 

Airbags, ESP, Isofix an Bord des gebrauchten Wohnmobils?

Oft fehlt's an der Sicherheit Irre: Noch vor vier, fünf Jahren standen Sicherheits- Features, die jeder koreanische Kleinwagen besaß, auch bei Wohnmobilen der gehobenen Klasse auf der Mehrpreis-Liste. Und noch heute sind Isofix-Systeme eher Ausnahme als Regel. Wer unbedingt ESP und Beifahrer-Airbag haben will, sollte bei älteren Modellen gezielt danach suchen und vor der Besichtigung danach fragen, um vor Ort keine Enttäuschung zu erleben. Auch Klimaanlagen waren lange kein Standard. Und: Die Bedienung älterer Nachrüst-Navigationsgeräte ist oft verkehrsgefährdend umständlich.

Ratgeber Wohnmobil Urlaub
Wohnmobil mieten: Das muss man wissen! Das ist bei der Wohnmobil-Miete wichtig

 

Alkoven sind out. Aber nicht für Sparer – Tipp!

Familien brauchen Platz, sie fahren mit den Erker-Modellen immer noch am günstigsten. Die sehen mit ihrer Schlafkoje über dem Fahrerhaus zwar altmodisch aus, bieten jedoch das beste Preis-Raum-Verhältnis. Aber Vorsicht: Junge Alkoven-Typen kommen meist aus der Vermietung – siehe Punkt 2. Mehr zum Thema: VW zeigt den neuen T6.1 California

 

Keine Angst vor Gebrauchtwaagen mit Eiche rustikal

Das Innendesign vieler älterer Mobile ist die Härte: Kirchenfenster-Stoffe, dunkles Holzdekor, Vorhänge wie bei Tante Herta in der Wohnküche. Nicht schlimm, denn es gibt Firmen, die sich auf Wohnmobil-Modernisierungen spezialisiert haben. Besonders bei ehemaligen Nobelmodellen trifft oft gute Qualität auf grausame Optik, neue Schrankklappen und Textilien können sich lohnen.

News Camping-Urlaub-Fakten
Zehn Fakten zum Campingurlaub Günstiger, höher, schöner campen

 

Gebrauchtes Wohnmobil sollte dicht sein

Wasserschäden beim Wohnmobil gehen ins Geld. Der Aufbau muss dicht sein – und der Verkäufer darf nicht zucken, wenn Interessenten das sehr genau prüfen. Die Geruchsprobe ist gut, der Nachweis regelmäßiger Dichtheits-Inspektionen beim Fachhändler besser. Profis checken den Aufbau eines Wohnmobils mit einem Feuchtigkeitsmessgerät. So etwas kostet in Werkstattqualität ab etwa 100 Euro. Mehr zum Thema: Mercedes Marco Polo gegen VW California

 

Vorsicht vor Basteleien

Unglaublich, was Heimwerker im Wohnmobil anrichten. Gerade ältere Modelle zeigen die Spar- und Bastelfreude ihrer Besitzer. Die Sammlung von Zusatz-Instrumenten ist meist harmlos, bei  laienhaftem Gefrickel an der Gas- und Stromversorgung wird’s kriminell. Wer sicher sein will, achtet auf den Originalzustand und lässt sich vom Verkäufer die Rechnungen der vergangenen Jahre zeigen. Er hat keine, weil er in Eigenregie alles besser kann? Hm. Eine Gasprüfbescheinigung muss übrigens immer da sein.

News C-Kennzeichen für Wohnmobile: Petition
C-Kennzeichen für Wohnmobile: Petition Freie Fahrt trotz Dieselfahrverbot

 

Gebrauchtwagen-Falle: Kleines Teil, große Rechnung

Schäden an Holz- und Metallteilen können versierte Werkstätten auch bei älteren Womos reparieren. Bei Kunststoffteilen wird es oft kritisch. Selbst Nobelmarken liefern nach 15 Jahren keinen Ersatz mehr für zerlemperte Heckschürzen, gebrochene Stoßfänger oder poröse Duschtassen. Viele Außenklappen und Fenster sind dagegen Normteile von Zulieferern. Mehr zum Thema: Zwei Sunlight-Konzepte im Vergleich

 

Wo ist die nächste Wohnmobil-Werkstatt?

Die Frage ist beim gebrauchten Wohnmobil noch wichtiger als beim Pkw. Die Branche boomt, manche Servicebetriebe sind voll ausgelastet und interessieren sich nicht für Neukunden mit günstigen Gebrauchten. Es gibt aber auch andere Händler. Der Kauf bei ihnen lohnt sich nicht nur wegen der Gewährleistung – sondern weil sie als überzeugte Dienstleister im Notfall wirklich für ihre Kunden da sind.

Vergleichstest Forster FT 649 EB/Karmann Davis 620: Vergleich
Forster FT 649 EB/Karmann Davis 620: Vergleich Zwei Reisemobil-Konzepte im Vergleich

 

Kennzeichen H: Beim gebrauchten Wohnmobil mit Stil sparen

Wer nicht allzu viel fährt und Spaß an Oldtimern hat, wird mit einem Wohn-Klassiker glücklich. Oldies mit H-Kennzeichen dürfen in die Umweltzone, sparen mit günstigen Oldtimer-Versicherungen und haben den Wertverlust längst hinter sich. Wenn es kein teurer Uralt-Bulli sein muss, bleibt auch der Kaufpreis im Rahmen. Die H-Nummer verpflichtet allerdings zum sorgfältigen Umgang mit dem fahrbaren Kulturdenkmal. Luxuriös ist so ein Ferien-Klassiker meist auch nicht. Und schnell ist für den Oldie-Camper nur die Welt da draußen. Aber geht’s nicht genau darum? Mehr zum Thema: Der VW Crafter als Knaus Boxdrive im Test

Tags:
Copyright 2019 autozeitung.de. All rights reserved.