TÜV/GTÜ/Dekra: Kosten bei Hauptuntersuchung (2020) Diese Kosten lauern bei der HU

von AUTO ZEITUNG 31.03.2020
Inhalt
  1. Hauptuntersuchung (2020): Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an
  2. Zeitabstände für Hauptuntersuchung
  3. Viele Hauptuntersuchungs-Mängel sind vermeidbar
  4. Defektes RDKS seit Mai 2018 erheblicher Mangel
  5. Hauptuntersuchung: Jedes vierte Auto 2018 fiel 2018 durch TÜV
  6. Frist für Hauptuntersuchung wegen Coronavirus verlängert

Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS zur Hauptuntersuchung (2020) an. Häufig verhindern kleine Mängel das begehrte Prüfsiegel. Wir sagen, worauf beim Kurz-Check zu achten ist, verraten die HU-Kosten und erklären Preis-Unterschiede!

Die Kosten einer Hauptuntersuchung (HU) variieren, weil der Markt für die HU liberalisiert ist. Prüfen darf nicht nur der TÜV, sondern auch Dekra, GTÜ oder die KÜS. Jeder akkreditierte Sachverständiger einer dieser amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen (ÜO) darf die HU anbieten und den Preis dafür frei kalkulieren. Die Kosten müssen im jeweiligen Bundesland einheitlich gelten, unabhängig davon, ob die Prüfung eine ÜO oder eine technische Prüfstelle (TP) macht. Technische Prüfstellen gibt es pro Bundesland immer nur eine. Diese darf neben der HU auch weitere amtliche Prüfungen, etwa die Führerscheinprüfung, durchführen. Im Westen ist diese TP meist der TÜV, im Osten die Dekra. Die Preise einer Hauptuntersuchung bei einer Technischen Prüfstelle legt der Gesetzgeber mit einem Gebührenrahmen fest, der regionale Dinge, wie Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Der Geschäftsbetrieb einer TP darf nicht auf Gewinn abzielen, so dass die HU hier meist am günstigsten ist. Überwachungsorganisationen hingegen können Kosten und Preise für eine HU pro Bundesland frei kalkulieren. Mehr zum Thema: Werkstattprobleme vermeiden

News TÜV Plaketten Farben HU
Orangene HU-Plakette läuft ab: TÜV/Dekra/GTÜ/KÜS Ab 2020 gilt die blaue HU-Plakette

Häufigste HU-Mängel im Video:

 
 

Hauptuntersuchung (2020): Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an

Diese TÜV-Kosten fallen an (Kosten in Euro)

PrüferBundeslandHU für PKW (inkl. AU)HU für PKW (ohne AU)HU für Kraftrad (inkl. AU)HU für Kraftrad (ohne AU)
TÜV HanseHamburg110,0053,5067,0029,50
TÜV NordBremen, Hamburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg Vorpommern, Nordrhein-Westfalen117,1082,4075,2055,10
TÜV NordRheinland-Pfalz, Saarland117,0081,0071,0050,00
TÜV NordHessen118,0083,0074,1050,00
TÜV NordBerlin, Brandenburg117,0079,0070,0049,00
TÜV NordSachsen115,0078,1069,9049,50
TÜV NordBaden-Württemberg117,0075,9071,0050,00
TÜV NordBayern116,5074,6070,5050,00
TÜV NordThüringen111,0073,4070,5049,50
TÜV SüdBaden-Württemberg, Bayern113,4056,6067,1042,40
TÜV SüdHessen117,0081,5072,0052,00
TÜV SüdSachsen116,0080,0071,0051,00
KÜSAlle Bundesländer100,00 bis 108,0058,00 bis 72,0066,00 bis 70,0042,00 bis 46,00
DekraAlle BundesländerKeine AngabenKeine AngabenKeine AngabenKeine Angaben
GTÜAlle Bundesländer98,00 bis 109,0062,00 bis 72,0064,00 bis 71,0044,00 bis 46,00

Kostenstand: März 2020

 

Zeitabstände für Hauptuntersuchung

Es empfiehlt sich, nach 24 Monaten zur nächsten Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS vorstellig zu werden: Nach Ablauf der Frist haben Fahrzeugbesitzer zwei Monate Zeit, um den Termin wahrzunehmen. Danach wird es teuer. Wer bei Pkw, Motorrad und leichtem Anhänger die Frist für die HU um mehr als zwei Monate überzieht, muss mit einer Verwarnung in Höhe von 15 Euro rechnen. Wer den Termin um mehr als vier Monate verstreichen lässt, zahlt 25 Euro Bußgeld. Und wer sogar mehr als acht Monate wartet, zahlt ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und bekommt auch noch einen Punkt in Flensburg. Überziehen Autofahrer mehr als zwei Monate, prüfen die Ingenieure das Fahrzeug zudem genauer und berechnen für den Mehraufwand einen Aufschlag von 20 Prozent. Haben Autobesitzer dann nicht einmal die einfachsten Mängel im Vorfeld behoben, ist die neuerliche Vorstellung zur HU umso ärgerlicher.

Zeitabstände für Hauptuntersuchung

Fahrzeugart1. Untersuchung2. Untersuchung
Pkwnach 36 Monatenalle 24 Monate
Motorrädernach 24 Monatenalle 24 Monate
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen*nach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger bis 750 Kilogrammnach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger über 750 Kilogramm bis 3,5 Tonnen*nach 24 Monatenalle 24 Monate
*zugelassenes Gesamtgewicht
 

Viele Hauptuntersuchungs-Mängel sind vermeidbar

Um unnötige Kosten bei TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS anlässlich der Hauptuntersuchung zu vermeiden, ist ein kurzer Fahrzeug-Check vor der Prüfung unbedingt zu empfehlen. Sind Warnwesten sowie Warndreieck an Bord und ist das Verfalldatum des Verbandskasten abgelaufen? Funktionieren die Leuchten sowie Blinker einwandfrei und sind sie richtig eingestellt? Haben die Reifen noch genug Profil und Luft? Sind Bremsscheiben oder Bremsbeläge verschlissen, oder geben vielleicht sogar die Lenkung oder das Fahrwerk komische Geräusche von sich oder funktionieren nicht einwandfrei? Fragen, die sich noch schneller beantworten lassen sind Steinschläge in der Windschutzscheibe sowie aufleuchtende Kontrolllampen im Cockpit. Wenngleich manche Fahrzeugbesitzer dies nur als Lappalie abtun und der Werkstattbesuch geplant oder bereits vereinbart ist, lassen die Prüfer nicht mit sich reden. Das begehrte Prüfsiegel bekommen nur Fahrzeuge, die bei der Untersuchung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Motoröl Mineral- oder Synthetiköl?
Welches Motoröl ist das richtige? Die Antworten! So unterscheiden sich Mineralöl und Synthetiköl

 

Defektes RDKS seit Mai 2018 erheblicher Mangel

Seit Mai 2018 verweigern TÜV-, Dekra-, GTÜ und KÜS-Prüfer die Hauptuntersuchungs-Plakette, wenn das vorgeführte Fahrzeug mit einem nicht funktionsfähigen beziehungsweise defekten Reifendruckkontrollsystem (RDKS) vorgestellt wird. Ein defektes RDK-System gilt als erheblicher Mangel am Fahrzeug. Außerdem gilt seit Januar 2018 für alle Fahrzeuge die direkte Abgasmessung am Endrohr. Die für die zur HU zugelassenen Prüforganisationen schlagen die Kosten für den dadurch entstehenden Mehraufwand auf ihre Gebühren. Preiserhöhungen um bis zu 12 Euro sind zu verzeichnen. Bei der Endrohrmessung wird eine Sonde direkt in den Auspuff eingeführt. Dies Art der Abgasmessung soll Defekte oder Manipulationen noch deutlicher offenlegen. Außerdem gibt es seit dem 20. Mai 2018 die neue Kategorie "Gefährlicher Mangel" bei der HU: Diese gilt als Zwischenstufe unterhalb der Kategorie "Verkehrsunsicher". Der HU-Prüfer attestiere damit verkehrsgefährdende Mängel, aber zur nächsten Werkstatt oder nach Hause dürfen Halter mit dem Fahrzeug noch fahren. Mit der Kategorie "Verkehrsunsicher" ist das hingegen nicht möglich.

 

Hauptuntersuchung: Jedes vierte Auto 2018 fiel 2018 durch TÜV

Rund jedes vierte Auto fiel 2018 durch die Hauptuntersuchung (HU) und die Abgasuntersuchung (AU), vermeldet der TÜV. Besonders ärgerlich: Häufig sind es nur kleine Mängel, die das begehrte Prüfsiegel verwehren. Damit Sie zusätzliche Kosten, unnötigen Zeitaufwand sowie einen akuten Werkstattbesuch vermeiden, haben wir für Sie die häufigsten Mängel aufgeführt. Hatte früher der TÜV ein Monopol, nehmen mittlerweile auch die KFZ-Prüfstellen DEKRA, GTÜ und KÜS die Autos unter die Lupe und sind damit ein wichtiger Faktor für die Sicherheit im deutschen Straßenverkehr. Alle zwei Jahre, bei Neuwagen erst nach drei Jahren, werden Autos zur HU und AU vorstellig. Hat der Besitzer die notwendigen Fahrzeugpapiere vergessen, war der Weg umsonst. Neben dem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung I) ist die Bescheinigung zur Abgasuntersuchung vorzulegen. Wer Umbauten an seinem Fahrzeug vorgenommen hat, muss die entsprechenden Papiere ebenfalls mitführen.

 

Frist für Hauptuntersuchung wegen Coronavirus verlängert

Auch in Zeiten der Coronakrise gilt Prüfpflicht, das heißt, dass Autofahrer die alle zwei Jahre anstehende Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra, GTÜ, KÜS und Co. einhalten müssen. Allerdings hat Bundesvekehrsminister Andreas Scheuer bekanntgegeben, dass wegen der aktuellen Lage die Frist zur Überziehung der Hauptuntersuchung von zwei auf vier Monate verlängert werde. Bisher blieb das Fahren mit abgelaufener Prüfplakette nur für zwei Monate ohne Folgen. Danach drohte von Polizei oder Ordnungsamt ein Bußgeld von 15 Euro. Ab vier Monaten stieg der Betrag auf 25 Euro, bei mehr als acht Monaten auf 60 Euro. Nun sollen die ersten vier Monate Verzug nicht geahndet werden. Das gilt für Privat- und Nutzfahrzeuge, heißt es vom Bundesverkehrsministerium. Da es sich aber nicht um ein Gesetz, sondern eine Empfehlung handelt, obliegt ihre Umsetzung bei den Bundesländern. Formal gilt diese Empfehlung, sobald sie im Verkehrsblatt veröffentlicht wird. Allerdings bleibt offen, ob Autofahrer, die in den vergangenen Tagen die zweimonatige Frist überschritten haben, von der Kulanzempfehlung erfasst sind. Auch wie lange diese gelten wird, ist noch nicht absehbar. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) stellt klar: Auch wer mit abgelaufener Plakette einen Unfall baut, ist grundsätzlich versichert. Die Kfz-Haftpflichtpolice komme für die Schäden des Unfallgegners auf. Auch dann, wenn die Ursache ein Defekt sei, der bei der HU wohl behoben worden wäre. Die Kaskoversicherung, die für Schäden am eigenen Auto zahlt, könnte aber in seltenen Fällen wegen grober Fahrlässigkeit die Leistung kürzen. Etwa, wenn der Fahrer wissentlich mit defekten Bremsen unterwegs war. Es sei in keinem Fall ratsam, mit einem Auto loszufahren, das technische Mängel aufweist, so der GDV. Im Zweifel sei es sicherer, das Fahrzeug stehen zu lassen. Die meisten Werkstätten haben ohnehin geöffnet, weil sicherheitsrelevante Reparaturen nicht aufgeschoben werden dürfen. Deshalb der Tipp: Nach dem Abholen des Fahrzeuges sollten jedoch Bedienflächen wie Lenkrad, Türgriffe und Schalthebel gründlich gesäubert werden.

News Corona-Krise: Inspektion, Reifenwechsel & HU
Coronavirus: Inspektion, Reifenwechsel & HU HU-Frist auf vier Monate ausgeweitet
 

Weitere Service-Themen
Alles zum Turbolader
Fakten und Anleitung zum Zündkerzen-Wechsel
Alles zum Ölwechsel
Richtig Starthilfe geben
Richtige Reifengröße ermitteln
Tipps zum Kostenvoranschlag
Schweibenwischer richtig wechseln
Tipps zum Gebrauchtwagen-Kauf

Tags:
Copyright 2020 autozeitung.de. All rights reserved.