Hauptuntersuchung (2021): Kosten Diese Kosten lauern bei der HU

von AUTO ZEITUNG 14.01.2021
Inhalt
  1. Hauptuntersuchung (2021): Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an
  2. Zeitabstände für Hauptuntersuchung
  3. Viele Hauptuntersuchungs-Mängel sind vermeidbar
  4. Defektes RDKS seit Mai 2018 erheblicher Mangel

Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS zur Hauptuntersuchung (2021) an. Häufig verhindern kleine Mängel das begehrte Prüfsiegel. Wir sagen, worauf beim Kurz-Check zu achten ist, verraten die HU-Kosten und erklären Preis-Unterschiede!

Die Kosten einer Hauptuntersuchung (HU) variieren, weil der Markt für die HU liberalisiert ist. Prüfen darf nicht nur der TÜV, sondern auch Dekra, GTÜ oder die KÜS. Jeder akkreditierte Sachverständiger einer dieser amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen (ÜO) darf die HU anbieten und den Preis dafür frei kalkulieren. Die Kosten müssen im jeweiligen Bundesland einheitlich gelten, unabhängig davon, ob die Prüfung eine ÜO oder eine technische Prüfstelle (TP) macht. Technische Prüfstellen gibt es pro Bundesland immer nur eine. Diese darf neben der HU auch weitere amtliche Prüfungen, etwa die Führerscheinprüfung, durchführen. Im Westen ist diese TP meist der TÜV, im Osten die Dekra. Die Preise einer Hauptuntersuchung bei einer Technischen Prüfstelle legt der Gesetzgeber mit einem Gebührenrahmen fest, der regionale Dinge, wie Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Der Geschäftsbetrieb einer TP darf nicht auf Gewinn abzielen, sodass die HU hier meist am günstigsten ist. Überwachungsorganisationen hingegen können Kosten und Preise für eine HU pro Bundesland frei kalkulieren. Mehr zum Thema: Werkstattprobleme vermeiden

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Häufigste HU-Mängel im Video:

 
 

Hauptuntersuchung (2021): Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an

Diese TÜV-Kosten fallen an (Stand: Januar 2021; alle Angaben ohne Gewähr)

PrüferBundeslandHU für Pkw
(inkl. AU)
HU für Pkw
(ohne AU)
HU für Kraftrad
(inkl. AU)
HU für Kraftrad
(ohne AU)
TÜV
Nord
Hamburg,
Schleswig-Holstein
123,00 €84,50 €75,60 €55,10 €
TÜV
Nord
Mecklenburg-Vorpommern,124,50 €84,50 €75,60 €55,10 €
TÜV
Nord
Niedersachsen125,50 €86,00 €77,00 €55,50 €
TÜV
Nord
Nordrhein-Westfalen123,00 €85,00 €78,50 €60,00 €
TÜV
Nord
Sachsen-Anhalt124,00 €84,50 €75,60 €55,10 €
TÜV
Süd
Bremen, Niedersachsen,
Schleswig-Holstein,
Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz, Saarland
120,00 €84,00 €75,00 €53,00 €
TÜV
Hessen
Hessen122,00 €56,60 €67,20 €42,50 €
TÜV
Süd
Berlin, Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen, Sachsen-Anhalt
120,00 €82,50 €74,00 €52,00 €
TÜV
Süd
Thüringen107,00 €70,00 €70,00 €50,00 €
TÜV
Süd
Baden-Württemberg,
Bayern
118,50 €56,60 €67,10 €42,40 €
TÜV
Süd
Schleswig-Holstein120,00 €82,00 €74,00 €52,00 €
KÜSalleauf Anfrageauf Anfrageauf Anfrageauf Anfrage
Dekraalleauf Anfrageauf Anfrageauf Anfrageauf Anfrage
GTÜalleauf Anfrageauf Anfrageauf Anfrageauf Anfrage

 

Zeitabstände für Hauptuntersuchung

Es empfiehlt sich, nach 24 Monaten zur nächsten Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS vorstellig zu werden: Nach Ablauf der Frist haben Fahrzeugbesitzer zwei Monate Zeit, um den Termin wahrzunehmen. Danach wird es teuer. Wer bei Pkw, Motorrad und leichtem Anhänger die Frist für die HU um mehr als zwei Monate überzieht, muss mit einer Verwarnung in Höhe von 15 Euro rechnen. Wer den Termin um mehr als vier Monate verstreichen lässt, zahlt 25 Euro Bußgeld. Und wer sogar mehr als acht Monate wartet, zahlt ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und bekommt auch noch einen Punkt in Flensburg. Überziehen Autofahrer mehr als zwei Monate, prüfen die Ingenieure das Fahrzeug zudem genauer und berechnen für den Mehraufwand einen Aufschlag von 20 Prozent. Haben Autobesitzer dann nicht einmal die einfachsten Mängel im Vorfeld behoben, ist die neuerliche Vorstellung zur HU umso ärgerlicher.

Zeitabstände für Hauptuntersuchung

Fahrzeugart1. Untersuchung2. Untersuchung
Pkwnach 36 Monatenalle 24 Monate
Motorrädernach 24 Monatenalle 24 Monate
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen*nach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger bis 750 Kilogrammnach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger über 750 Kilogramm bis 3,5 Tonnen*nach 24 Monatenalle 24 Monate
*zugelassenes Gesamtgewicht
 

Viele Hauptuntersuchungs-Mängel sind vermeidbar

Um unnötige Kosten bei TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS anlässlich der Hauptuntersuchung zu vermeiden, ist ein kurzer Fahrzeug-Check vor der Prüfung unbedingt zu empfehlen. Sind Warnwesten sowie Warndreieck an Bord und ist das Verfalldatum des Verbandskastens abgelaufen? Funktionieren die Leuchten sowie Blinker einwandfrei und sind sie richtig eingestellt? Haben die Reifen noch genug Profil und Luft? Sind Bremsscheiben oder Bremsbeläge verschlissen, oder geben vielleicht sogar die Lenkung oder das Fahrwerk komische Geräusche von sich oder funktionieren nicht einwandfrei? Fragen, die sich noch schneller beantworten lassen sind Steinschläge in der Windschutzscheibe sowie aufleuchtende Kontrolllampen im Cockpit. Wenngleich manche Fahrzeugbesitzer dies nur als Lappalie abtun und der Werkstattbesuch geplant oder bereits vereinbart ist, lassen die Prüfer nicht mit sich reden. Das begehrte Prüfsiegel bekommen nur Fahrzeuge, die bei der Untersuchung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

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Defektes RDKS seit Mai 2018 erheblicher Mangel

Seit Mai 2018 verweigern TÜV-, Dekra-, GTÜ und KÜS-Prüfer die Hauptuntersuchungs-Plakette, wenn das vorgeführte Fahrzeug mit einem nicht funktionsfähigen beziehungsweise defekten Reifendruckkontrollsystem (RDKS) vorgestellt wird. Ein defektes RDK-System gilt als erheblicher Mangel am Fahrzeug. Außerdem gilt seit Januar 2018 für alle Fahrzeuge die direkte Abgasmessung am Endrohr. Die für die zur HU zugelassenen Prüforganisationen schlagen die Kosten für den dadurch entstehenden Mehraufwand auf ihre Gebühren. Preiserhöhungen um bis zu 12 Euro sind zu verzeichnen. Bei der Endrohrmessung wird eine Sonde direkt in den Auspuff eingeführt. Die Art der Abgasmessung soll Defekte oder Manipulationen noch deutlicher offenlegen. Außerdem gibt es seit dem 20. Mai 2018 die neue Kategorie "Gefährlicher Mangel" bei der HU: Diese gilt als Zwischenstufe unterhalb der Kategorie "Verkehrsunsicher". Der HU-Prüfer attestiere damit verkehrsgefährdende Mängel, aber zur nächsten Werkstatt oder nach Hause dürfen Halter mit dem Fahrzeug noch fahren. Mit der Kategorie "Verkehrsunsicher" ist das hingegen nicht möglich.

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