TÜV/GTÜ/Dekra: Kosten bei Hauptuntersuchung (2019) Diese Kosten lauern bei der HU

von AUTO ZEITUNG 08.01.2019
Inhalt
  1. Hauptuntersuchung: Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an
  2. Zeitabstände für Hauptuntersuchung
  3. Viele Hauptuntersuchungs-Mängel sind vermeidbar
  4. Defektes RDKS seit Mai 2018 erheblicher Mangel
  5. Hauptuntersuchung: Jedes vierte Auto 2018 fiel 2018 durch TÜV

Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS zur Hauptuntersuchung an. Häufig verhindern kleine Mängel das begehrte Prüfsiegel. Wir sagen, worauf beim Kurz-Check zu achten ist, verraten die HU-Kosten und erklären Preis-Unterschiede!

Die Kosten einer Hauptuntersuchung (HU) variieren, weil der Markt für die HU liberalisiert ist. Prüfen darf nicht nur der TÜV, sondern auch Dekra, GTÜ oder die KÜS. Jeder akkreditierte Sachverständiger einer dieser amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen (ÜO) darf die HU anbieten und den Preis dafür frei kalkulieren. Die Kosten müssen im jeweiligen Bundesland einheitlich gelten, unabhängig davon ob die Prüfung eine ÜO oder eine technische Prüfstelle (TP) macht. Technische Prüfstellen gibt es pro Bundesland immer nur eine. Diese darf neben der HU auch weitere amtliche Prüfungen, etwa die Führerscheinprüfung, durchführen. Im Westen ist diese TP meist der TÜV, im Osten die Dekra. Die Preise einer Hauptuntersuchung bei einer Technischen Prüfstelle legt der Gesetzgeber mit einem Gebührenrahmen fest, der regionale Dinge, wie Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Der Geschäftsbetrieb einer TP darf nicht auf Gewinn abzielen, so dass die HU hier meist am günstigsten ist. Überwachungsorganisationen hingegen können Kosten und Preise für eine HU pro Bundesland frei kalkulieren. Mehr zum Thema: Werkstattprobleme vermeiden

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Häufigste HU-Mängel im Video:

 
 

Hauptuntersuchung: Diese Kosten fallen bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS an

Diese TÜV-Kosten fallen an (Kosten in Euro)
PrüferBundesl.
HU für
PKW (inkl.
AU)
 
HU für
PKW (ohne
AU)
HU für
Kraftrad
(inkl. AU)
HU für
Kraftrad
(ohne AU)
 TÜV HanseHamburg 110,00 53,50 67,00 29,50
 TÜV NordHamburg, Bremen, Niedersachsen,
Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein,
Mecklenburg-Vorpommern,
Nordrhein-Westfalen
 109,60 79,90 73,90 53,80
 TÜV NordHessen, Rheinland-Pfalz,
Saarland
 103,60 73,60 71,00 49,00
 TÜV NordBerlin, Brandenburg 102,90 72,90 67,00 46,90
 TÜV NordBaden-Württemberg 106,10 68,50 68,00 47,10
 TÜV SüdBaden-Württemberg, Bayern 110,00 56,60 67,10 42,40
 TÜV SüdSachsen 110,50 77,50 70,00 50,00
 TÜV ThüringenBerlin, Thüringen 104,00 69,00 66,00 48,00
 KÜSalle Bundesländer 100,00 bis
 108,00

 
58,00 bis
 72,00
 

 
66,00 bis
 70,00
 
 
 42,00 bis
 46,00
 
 DEKRAalle Bundesländer keine
 Angaben
 keine
 Angaben
 keine
 Angaben
 keine
 Angaben
 GTÜalle Bundesländer 98,00 bis
 109,00
 
 62,00 bis
 72,00
 
 64,00 bis
 71,00
 44,00 bis
 46,00
Kosten-Stand: Januar 2019
 

Zeitabstände für Hauptuntersuchung

Es empfiehlt sich, nach 24 Monaten zur nächsten Hauptuntersuchung bei TÜV, Dekra, GTÜ oder KÜS vorstellig zu werden: Nach Ablauf der Frist haben Fahrzeugbesitzer zwei Monate Zeit, um den Termin wahrzunehmen. Danach wird es teuer. Wer bei Pkw, Motorrad und leichtem Anhänger die Frist für die HU um mehr als zwei Monate überzieht, muss mit einer Verwarnung in Höhe von 15 Euro rechnen. Wer den Termin um mehr als vier Monate verstreichen lässt, zahlt 25 Euro Bußgeld. Und wer sogar mehr als acht Monate wartet, zahlt ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und bekommt auch noch einen Punkt in Flensburg. Überziehen Autofahrer mehr als zwei Monate, prüfen die Ingenieure das Fahrzeug zudem genauer und berechnen für den Mehraufwand einen Aufschlag von 20 Prozent. Haben Autobesitzer dann nicht einmal die einfachsten Mängel im Vorfeld behoben, ist die neuerliche Vorstellung zur HU umso ärgerlicher.

Zeitabstände für Hauptuntersuchung

Fahrzeugart1. Untersuchung2. Untersuchung
Pkwnach 36 Monatenalle 24 Monate
Motorrädernach 24 Monatenalle 24 Monate
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen*nach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger bis 750 Kilogrammnach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger über 750 Kilogramm bis 3,5 Tonnen*nach 24 Monatenalle 24 Monate
*zugelassenes Gesamtgewicht
 

Viele Hauptuntersuchungs-Mängel sind vermeidbar

Um unnötige Kosten bei TÜV, Dekra, GTÜ und KÜS zu vermeiden, ist ein kurzer Fahrzeug-Check vor der Prüfung unbedingt zu empfehlen. Sind Warnwesten sowie Warndreieck an Bord und ist das Verfalldatum des Verbandskasten abgelaufen? Funktionieren die Leuchten sowie Blinker einwandfrei und sind sie richtig eingestellt? Haben die Reifen noch genug Profil und Luft? Sind Bremsscheiben oder Bremsbeläge verschlissen, oder geben vielleicht sogar die Lenkung oder das Fahrwerk komische Geräusche von sich oder funktionieren nicht einwandfrei? Fragen, die sich noch schneller beantworten lassen sind Steinschläge in der Windschutzscheibe sowie aufleuchtende Kontrolllampen im Cockpit. Wenngleich manche Fahrzeugbesitzer dies nur als Lappalie abtun und der Werkstattbesuch geplant oder bereits vereinbart ist, lassen die Prüfer nicht mit sich reden. Das begehrte Prüfsiegel bekommen nur Fahrzeuge, die bei der Untersuchung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

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Defektes RDKS seit Mai 2018 erheblicher Mangel

Seit Mai 2018 verweigern TÜV-, Dekra-, GTÜ und KÜS-Prüfer die HU-Plakette, wenn das vorgeführte Fahrzeug mit einem nicht funktionsfähigen beziehungsweise defekten Reifendruckkontrollsystem (RDKS) vorgestellt wird. Ein defektes RDK-System gilt als erheblicher Mangel am Fahrzeug. Außerdem gilt seit Januar 2018 für alle Fahrzeuge die direkte Abgasmessung am Endrohr. Die für die zur HU zugelassenen Prüforganisationen schlagen die Kosten für den dadurch entstehenden Mehraufwand auf ihre Gebühren. Preiserhöhungen um bis zu 12 Euro sind zu verzeichnen. Bei der Endrohrmessung wird eine Sonde direkt in den Auspuff eingeführt. Dies Art der Abgasmessung soll Defekte oder Manipulationen noch deutlicher offenlegen. Außerdem gibt es seit dem 20. Mai 2018 die neue Kategorie "Gefährlicher Mangel" bei der HU: Diese gilt als Zwischenstufe unterhalb der Kategorie "Verkehrsunsicher". Der HU-Prüfer attestiere damit verkehrsgefährdende Mängel, aber zur nächsten Werkstatt oder nach Hause dürfen Halter mit dem Fahrzeug noch fahren. Mit der Kategorie "Verkehrsunsicher" ist das hingegen nicht möglich.

 

Hauptuntersuchung: Jedes vierte Auto 2018 fiel 2018 durch TÜV

Rund jedes vierte Auto fiel 2018 durch die Hauptuntersuchung (HU) und die Abgasuntersuchung (AU), vermeldet der TÜV. Besonders ärgerlich: Häufig sind es nur kleine Mängel, die das begehrte Prüfsiegel verwehren. Damit Sie zusätzliche Kosten, unnötigen Zeitaufwand sowie einen akuten Werkstattbesuch vermeiden, haben wir für Sie die häufigsten Mängel aufgeführt. Hatte früher der TÜV ein Monopol, nehmen mittlerweile auch die KFZ-Prüfstellen DEKRA, GTÜ und KÜS die Autos unter die Lupe und sind damit ein wichtiger Faktor für die Sicherheit im deutschen Straßenverkehr. Alle zwei Jahre, bei Neuwagen erst nach drei Jahren, werden Autos zur HU und AU vorstellig. Hat der Besitzer die notwendigen Fahrzeugpapiere vergessen, war der Weg umsonst. Neben dem Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung I) ist die Bescheinigung zur Abgasuntersuchung vorzulegen. Wer Umbauten an seinem Fahrzeug vorgenommen hat, muss die entsprechenden Papiere ebenfalls mitführen.

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