Oldtimer-Versicherung: Vergleich (Tarife/Anbieter) So den passenden Schutz für den Oldtimer finden

von Markus Bach 02.09.2020
Inhalt
  1. Oldtimer-Versicherung: Tarife und Anbieter im Vergleich
  2. Versicherung (Tarife/Anbieter) im Vergleich: Junge Oldtimer-Fahrer sind nicht überall willkommen
  3. Für Tarife von Oldtimer-Versicherungen ist kein spezielles Kennzeichen notwendig
  4. Versicherung: Tipps für Oldtimer-Besitzer mit mehreren Modellen

Oldtimer-Versicherungen bieten einen umfangreichen Schutz bei geringen Kosten. Je nach Anbieter gibt es jedoch unterschiedliche Hürden. Ein exklusiver Vergleich von 744 Tarifen!

Liebhaber klassischer Automobile lassen oft Geld auf der Straße liegen – im wahrsten Sinne des Wortes: 54 Prozent aller Oldtimer-Besitzer versichern ihre Fahrzeuge nach wie vor über eine normale Autoversicherung, elf Prozent besitzen gar keine Police für ihren Klassiker, und nur 35 Prozent nutzen eine Oldtimer-Versicherung. Dabei ist das Angebot an speziellen Klassiker-Versicherungen so groß wie nie zuvor: So umfasst der jährlich erscheinende Vergleich der Classic Cars in diesem Jahr 18 Anbieter. Und die Oldtimer-Tarife sind konkurrenzlos günstig: Ein VW Käfer etwa lässt sich für 54 Euro im Jahr in der Vollkasko versichern. Für einen kompakten Neu- oder Gebrauchtwagen muss man dafür locker das Fünffache ausgeben. Selbst der Vollkasko-Schutz für einen 55.000 Euro teuren Porsche 911 S ist mit 332 Euro im Jahr nur etwas höher als der normale Vollkasko-Tarif eines modernen Kompaktwagens. Für Oldtimer-Versicherungen spricht jedoch nicht nur der günstige Preis. Auch bei den Leistungen bieten die speziellen Tarife eine Menge: Teil-und Vollkaskoversicherungen enthalten oft Erweiterungen, die es für normale Fahrzeuge nicht gibt. Beispielsweise schließen viele Anbieter auch Ersatzteile in den Teilkasko-Schutz mit ein, die in der Wohnung, im Haus oder in der Garage gelagert werden. Mehr zum Thema: Kfz-Versicherung wechseln

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Oldtimer-Versicherung: Tarife und Anbieter im Vergleich

Die speziellen Oldtimer-Versicherungen aus unserem Vergleich bieten aber noch einen weiteren Vorteil: Bei ihnen spielen Schadenfreiheits-, Regional- und Typklassen keine Rolle. Diese bei Neu- und Gebrauchtwagen üblichen Einstufungen werden nicht gebraucht, um das Schadensrisiko eines Klassikers einzuschätzen – der Oldtimer befindet sich bereitsin der günstigsten Einstufung. Der über die Jahre erfahrene Schadenfreiheitsrabatt steht deshalb für andere Autos zur Verfügung. Und kommt es zu einem Kaskoschaden an dem Klassiker, erfolgt keine direkte Rückstufung, der Jahresbeitrag wird nicht teurer. "Erst wenn die schadenfreie Zeit des Oldtimer-Vertrags später für ein normales Auto als Schadenfreiheitsrabatt verwendet werden soll, macht sich eine Rückstufung in der Vollkasko bemerkbar", erklärt Petra Koch, Produktmanagerin bei AXA. Neben der klassischen Vollkasko bieten die meisten Oldtimer-Assekuranzen auch die sogenannte All-Risk-Deckung an. Dieser Rundumschutz versichert alles, was in den Versicherungsbedingungen nicht explizit ausgeschlossen ist. Sie zahlt auch, wenn sich etwa während der Fahrt die Motorhaube öffnet und das Fahrzeug beschädigt. Die All-Risk kümmert sich zudem um chemische Einwirkungen auf den Lack, etwa durch Teerspritzer von einer Baustelle. Oldtimer-Tarife bieten also mehr Leistungen bei weniger Kosten. Und wo ist da der Haken? Nicht jeder Besitzer eines alten Autos kommt in den Genuss der Klassiker-Versicherungen. Eine erste Hürde ist das Mindestalter des versicherten Fahrzeugs. Damit wollen die Anbieter der Oldtimer-Versicherungen sicherstellen, dass sie echte Klassiker absichern und nicht zum Sammelbecken für alte Gebrauchtwagen werden. Das Fahrzeugalter reicht bei einzelnen Versicherern von mindestens 18 bis 30 Jahren. Einzig HUK-Coburg und OCC verzichten auf ein Mindestalter.

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Versicherung (Tarife/Anbieter) im Vergleich: Junge Oldtimer-Fahrer sind nicht überall willkommen

Auch die maximale Jahresfahrleistung bei der Oldtimer-Versicherung unterscheidet sich stark von Anbieter zu Anbieter: Während BavariaDirekt und Signal Iduna nur 6000 Kilometer erlauben, gibt es bei Gothaer, Helvetiaund HUK-Coburg gar keine Beschränkung. Nur sechs von 18 Versicherern verzichten auf einen Mindestwert des Autos. Jüngere Fahrer haben bei Oldtimer-Policen ebenfalls schlechte Karten: Bei zwölf Assekuranzen bekommen sie erst ab 23 oder 25 Jahren einen der günstigen Tarife. Die Württembergische zählt hier zu den Ausnahmen: "Wir möchten es dem Nachwuchs der Oldtimer-Szene ermöglichen, seinem Hobby nachzugehen, damit die Leidenschaft für diese Fahrzeuge auch in Zukunft gelebt werden kann", so Andreas Grimm, Leiter Oldtimer und Exoten der Württembergischen. Gerade bei teuren Oldtimern verlangen viele Versicherungen auch ein Gutachten, das von einem vereidigten oder zertifizierten Sachverständigen erstellt wird (etwa von Classic Data). Bei vielen Anbietern einer Oldtimer-Versicherung darf es bei Abschluss der Police nicht älter als ein Jahr sein. Ein solches Gutachten, das den aktuellen Wert des Klassikers ermittelt, ist auch für den Fahrzeugbesitzer wichtig: Denn der Wiederherstellungswert eines gut restaurierten Modells liegt meist deutlich über dem durchschnittlichen Marktwert des Fahrzeugtyps. Zudem sollte ein Gutachten regelmäßig erneuert werden, da viele Oldtimer kontinuierlich im Wert steigen. Nur so kann der Besitzer im Fall eines Schadens auch wirklich den aktuellen Fahrzeugwert dokumentieren. Mittlerweile versichern allerdings immer mehr Anbieter eine bestimmte Wertsteigerung automatisch mit. Doch nach größeren Restaurationsmaßnahmen empfiehlt sich auf jeden Fall eine Aktualisierung des Gutachtens.

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Für Tarife von Oldtimer-Versicherungen ist kein spezielles Kennzeichen notwendig

Um den Fahrzeugzustand zu dokumentieren, ist ein Gutachten ebenfalls sinnvoll. Bei günstigeren Young- und Oldtimern reicht den meisten Oldtimer-Versicherungen aber eine Kurzbewertung oder eine Selbsteinschätzung des Besitzers, die dieser mit aussagekräftigen Bildern und Dokumenten belegen muss. Die Zustandsnote drei wird bei den meisten Versicherungen vorausgesetzt, um in den Genuss eines Oldtimer-Tarifs zu kommen. Bei einigen Anbietern wie etwa der Zurich sinkt der Jahresbeitrag sogar, je besser der Zustand des Autos ist: "Gepflegte Oldtimer zeigen, dass der Eigentümer sich gut um seinen Klassiker kümmert und sorgfältig mit ihm umgeht. Das spiegelt sich natürlich auch im Fahrverhalten wider, sodass es meist nur zu einer geringen Schadenanzahl kommt", sagt Bernd O. Engelien von der Zurich. Im Gegensatz zur Zustandsnote sind Oldtimer-Tarife jedoch nicht an ein spezielles Kennzeichen gekoppelt. Unser Vergleich der Oldtimer-Versicherungen zeigt sogar: Bei den meisten Anbietern liegen die Tarife für Fahrzeuge mit normalem und H-Kennzeichen auf gleicher Höhe. Eher lohnt sich ein Saison-Kennzeichen: Hier wird nur für den Zeitraum gezahlt, in dem der Klassiker auch genutzt wird. Doch Vorsicht: In der Ruhezeit muss der Oldtimer in einer abschließbaren Garage stehen und darf nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden.

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Versicherung: Tipps für Oldtimer-Besitzer mit mehreren Modellen

Wer mehr als einen Oldtimer sein Eigen nennt, für den ist dagegen eine rote 07er-Nummer interessant. Hier müssen Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung nur für das risikostärkste Auto im Fuhrpark gezahlt werden, was in der Regel auch das wertvollste Fahrzeug ist. Für die anderen Modelle ist lediglich eine günstigere Teilkasko-Ruheversicherung fällig. Generell gilt: Je größer die Sammlung und je höher der Wert der Oldtimer, desto größer ist der Nutzen für den Besitzer. Doch die 07er-Kennzeichen dürfen nur eingeschränkt benutzt werden: Die roten Nummern erlauben lediglich die Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen sowie an Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten. Unser Tarifvergleich zeigt zudem: Für die 07er-Kennzeichen gibt es weniger Versicherungsangebote. Damit Sie aus diesem Tarif-Dschungel das Beste für Ihren Klassiker herausholen, haben wir 744 Tarife von 18 Anbietern verglichen. Als Beispielautos entschieden wir uns für vier typische Modelle vom günstigen Youngtimer bis zum teuren Oldtimer. Allen Angeboten liegt das gleiche Personenprofil zu Grunde: 50-jähriger Angestellter aus Köln, Hausbesitzer, verheiratet, ein Kind. Doch im Gegensatz zu Versicherungen für Neu- und Gebrauchtwagen sind die persönlichen Details bei Oldtimer-Tarifen nicht so entscheidend – ein weiterer Vorteil der speziellen Oldtimer-Versicherungen für klassische Automobile. 

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von Markus Bach von Markus Bach
Unser Fazit

Es überrascht mich, dass nur ein Drittel aller Klassiker in einem Oldtimer-Tarif versichert sind. Denn diese Policen sind immer empfehlenswert: Oldtimer-Versicherungen kosten deutlich weniger als normale Versicherungen und bieten zudem mehr Leistungen. Unsere exklusiven Vergleiche zeigen jedoch, dass es unter den Anbietern große Preisunterschiede gibt – hier lassen sich bis zu 1785 Euro jährlich sparen. Leider kommt nicht jeder Klassiker in den Genuss eines solchen Tarifs. Doch auch bei den Bedingungen gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern.

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