Elektroautos in China: Konsolidierung & Quote China plant Elektroauto-Konsolidierung

von AUTO ZEITUNG 16.09.2021
Inhalt
  1. Konsolidierung von Elektroautos in China
  2. China: Quote für Elektroautos 2019
  3. Produktionsverbot für Spritfresser in China
  4. Autoverbände protestierten gegen E-Auto-Quote in China

Weil mittlerweile mehr als 300 Marken in China Elektroautos produzieren, plant die Regierung im September 2021 eine Konsolidierung. Und: Auf dem Weg zur Elektroauto-Quote hat China 2018 die Produktion von 553 Automodellen untersagt, die viel Sprit verbrauchen.

Weil China Elektroautos mit staatlichen Subventionen fördert, existieren mittlerweile mehr als 300 Stromer-Hersteller im Reich der Mitte. Im September 2021 reift in der Regierung deshalb der Plan, den Markt zu verschlanken. Indem die Subventionen für Elektroautos drastisch gesenkt werden, werde vor allem den kleinen Marken der Garaus gemacht. Die Fördergelder sollen fortan in den Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie in die Beseitigung des Halbleitermangels fließen. Deutsche Hersteller betrifft die Kürzung hingegen nicht, da die Subventionen von Anfang an nur für chinesische Elektroautos galten.

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Konsolidierung von Elektroautos in China

China machte mit Blick auf die Elektroauto-Quote ab 2019 ernst und hatte zum Jahresanfang 2018 die Produktion von 553 Automodellen untersagt, die besonders viel Benzin verbrauchen. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua war auch der VW-Konzern und Mercedes davon betroffen. Allerdings sagte ein VW-Sprecher am Dienstag, 2. Januar 2018, dass das genannte Modell ohnehin nicht mehr in der Produktion sei. "Es betrifft keines der aktuell in Produktion befindlichen Modelle", teilte er der Deutschen Presse Agentur (DPA) mit. Gleiches galt nach Angaben eines Sprechers auch für Daimler. Der Vorgang hatte keinen Einfluss auf die Produktion und keinen Einfluss auf den Verkauf in China. Von VW hieß es, es sei eher eine normale Mitteilung von chinesischer Seite über die jetzt geltenden neuen Verbrauchswerte gewesen. Alle derzeit produzierten Modelle des Volkswagen-Konzerns entsprächen diesen Anforderungen, so der Sprecher. Die 553 Modelle, die nicht weiter produziert werden durften, stammen von chinesischen Herstellern und einigen Joint Ventures. Namentlich genannt wurden auch die chinesischen Produzenten Chery sowie Dongfeng, der mit Peugeot-Citroën kooperiert. Wie die Staatsagentur Xinhua schrieb, verschärfe China wegen des Kampfes gegen die Luftverschmutzung die Emissionsvorgaben weiter und ermutige zur Nutzung von elektrischen Autos, indem Käufer:innen weiter Steuervorteile genießen könnten.

 

China: Quote für Elektroautos 2019

China forcierte die Elektroquote und wollte Autobauer ab 2019 dazu verpflichten einen festgelegten Anteil alternativer Antriebe in Produktion und Verkauf einzuhalten. Das hatte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie im Herbst 2017 in Peking mitgeteilt. Die Anteile sollten über ein Punktesystem festgelegt werden, an dem sich alle Hersteller, die mehr als 30.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren, orientieren müssen. Dabei sollten reine Elektroantriebe mehr als Plug-in-Hybride zählen, die mit einem Mix aus Verbrennungs- und Elektromotor fahren. Höhere Reichweiten der E-Autos sollten ebenfalls für mehr Punkte sorgen. Zunächst sollte eine Quote von zehn Prozent festgelegt werden, zum Jahr 2020 klettert der Anteil dann auf 12 Prozent. Wenn ein Hersteller die Elektroauto-Quote in China nicht erfüllen kann, muss er entweder Punkte von anderen Firmen erwerben oder Strafzahlungen leisten.

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Produktionsverbot für Spritfresser in China

Zunächst war die Quote für Elektroautos in China bereits für 2018 im Gespräch. Dazu hatte sich auch die Deutsche Regierung in die Gespräche eingeschaltet und sich um eine Entschärfung der drohenden harten Vorgaben bemüht. Gerade für die deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW ist China der größte Einzelmarkt. Sie geraten durch die E-Auto-Quote in China massiv unter Druck, zumal Start-ups, die ausschließlich auf Elektroantriebe setzen, den chinesischen Markt zusätzlich anspannen. Mit der Elektroquote will die Volksrepublik vor allem chinesische Hersteller unterstützen. Elektroautos aus chinesischer Produktion werden extra subventioniert – mit einer Prämie von umgerechnet rund 8000 Euro und weiteren regional unterschiedlichen Zuzahlungen. Ziel ist es so, dass bis 2025 80 Prozent der Elektroautos aus chinesischer Produktion stammen. Der Markt für Elektroautos in China ist aussichtsreich, denn sie werden bei der Kfz-Zulassung bevorzugt behandelt: Nummernschilder werden einmal monatlich in Peking versteigert, Stromer sind davon ausgenommen.

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Autoverbände protestierten gegen E-Auto-Quote in China

Zu Beginn der Diskussionen um die chinesische Elektroauto-Quote hatten die vier größten Autoverbände der Welt in einem Brief an Chinas Industrieminister gegen die geplante Quote für Elektroautos in China protestiert. Der Brief forderte unter anderem mehr Zeit für die Umsetzung der ursprünglich für 2018 geplanten Quote und eine Abschwächung der geplanten Strafen. Ansonsten werde es "große Störungen und Verlagerungen" in der Autoindustrie geben, schrieben die Verbände der Autohersteller von Europa, den USA, Japan und Südkorea. Aus dem Brief hatte Juli 2017 zuerst die "Wirtschaftswoche" zitiert. Die Lobbyverbände forderten ein bis drei Jahre mehr Vorlaufzeit. Zudem sei es ungerecht, dass China die heimische E-Auto-Industrie subventioniere, während die ausländischen Hersteller die Quote aus eigener Kraft erfüllen müssten. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) gehörte nicht zu den Unterzeichnern des Briefes.

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