E-Autos: Elektroquote in China ab 2019 (Update!) Chinas verbietet erste Verbrenner

von Alexander Koch 02.01.2018
Inhalt
  1. China: Quote für Elektroautos kommt 2019
  2. Produktionsverbot für Spritfresser
  3. Autoverbände protestieren gegen E-Auto-Quote

Auf dem Weg zur Elektroauto-Quote 2019 verbietet China die Produktion von 553 Automodellen, die viel Sprit verbrauchen. Die Regierung plant eine verbindliche Produktionsquote für Elektroautos. Bei Missachtung drohen hohe Strafen!

China macht mit Blick auf die Elektroauto-Quote ab 2019 ernst und hat zum Jahresanfang die Produktion von 553 Automodellen untersagt, die besonders viel Benzin verbrauchen. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua ist auch der VW-Konzern und Mercedes davon betroffen. Allerdings sagte ein VW-Sprecher am Dienstag, 2. Januar 2018, dass das genannte Modell ohnehin nicht mehr in der Produktion sei. "Es betrifft keines der aktuell in Produktion befindlichen Modelle", sagte er der Deutschen Presse Agentur. Gleiches gilt nach Angaben eines Sprechers auch für Daimler. Der Vorgang habe keinen Einfluss auf die Produktion und keinen Einfluss auf den Verkauf in China. Von VW hieß es, es sei eher eine normale Mitteilung von chinesischer Seite über die jetzt geltenden neuen Verbrauchswerte. Alle derzeit produzierten Modelle des Volkswagen-Konzerns entsprächen diesen Anforderungen, sagte der Sprecher. Die 553 Modelle, die nicht weiter produziert werden dürfen, stammen von chinesischen Herstellern und einigen Joint Ventures. Namentlich genannt wurden auch die chinesischen Produzenten Chery sowie Dongfeng, der mit Peugeot-Citroën kooperiert. Wie die Staatsagentur Xinhua schrieb, verschärfe China wegen des Kampfes gegen die Luftverschmutzung die Emissionsvorgaben weiter und ermutige zur Nutzung von elektrischen Autos, indem Käufer in den nächsten drei Jahren weiter Steuervorteile genießen könnten.

Gedankenspiel – Wenn alle auf E-Autos umstiegen (Video):

 
 

China: Quote für Elektroautos kommt 2019

China forciert die Elektroquote und will Autobauer ab 2019 dazu verpflichten einen festgelegten Anteil alternativer Antriebe in Produktion und Verkauf einzuhalten. Das teilte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie im Herbst 2017 in Peking mit. Die Anteile werden über ein Punktesystem festgelegt, an dem sich alle Hersteller, die mehr als 30.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren, orientieren müssen. Dabei zählen reine Elektroantriebe mehr als Plug-in-Hybride, die mit einem Mix aus Verbrennungs- und Elektromotor fahren. Höhere Reichweiten der E-Autos sorgen ebenfalls für mehr Punkte. Zunächst wird eine Quote von zehn Prozent festgelegt, zum Jahr 2020 klettert der Anteil dann auf 12 Prozent. Wenn ein Hersteller die Elektroauto-Quote in China nicht erfüllen kann, muss er entweder Punkte von anderen Firmen erwerben oder Strafzahlungen leisten.

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Produktionsverbot für Spritfresser

Zunächst war die Quote für Elektroautos in China bereits für 2018 im Gespräch. Dazu hatte sich auch die Deutsche Regierung in die Gespräche eingeschaltet und sich um eine Entschärfung der drohenden harten Vorgaben bemüht. Gerade für die deutschen Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW ist China der größte Einzelmarkt. Sie geraten durch die E-Auto-Quote in China massiv unter Druck, zumal Start-ups, die ausschließlich auf Elektroantriebe setzen, den chinesischen Markt zusätzlich anspannen. Mit der Elektroquote will die Volksrepublik vor allem chinesische Hersteller unterstützen. Elektroautos aus chinesischer Produktion werden extra subventioniert – mit einer Prämie von umgerechnet rund 8000 Euro und weiteren regional unterschiedlichen Zuzahlungen. Ziel ist es so, dass bis 2025 80 Prozent der Elektroautos aus chinesischer Produktion stammen. Der Markt für Elektroautos in China ist aussichtsreich, denn sie werden bei der Kfz-Zulassung bevorzugt behandelt: Nummernschilder werden einmal monatlich in Peking versteigert, Stromer sind davon ausgenommen.

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Autoverbände protestieren gegen E-Auto-Quote

Zu Beginn der Diskussionen um die chinesische Elektroauto-Quote hatten die vier größten Autoverbände der Welt in einem Brief an Chinas Industrieminister gegen die geplante Quote für Elektroautos in China protestiert. Der Brief forderte unter anderem mehr Zeit für die Umsetzung der ursprünglich für 2018 geplanten Quote und eine Abschwächung der geplanten Strafen. Ansonsten werde es "große Störungen und Verlagerungen" in der Autoindustrie geben, schrieben die Verbände der Autohersteller von Europa, den USA, Japan und Südkorea. Aus dem Brief hatte Juli 2017 zuerst die "Wirtschaftswoche" zitiert. Die Lobbyverbände forderten ein bis drei Jahre mehr Vorlaufzeit. Zudem sei es ungerecht, dass China die heimische E-Auto-Industrie subventioniere, während die ausländischen Hersteller die Quote aus eigener Kraft erfüllen müssten. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) gehörte nicht zu den Unterzeichnern des Briefes.

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