E-Auto-Förderung: So BAFA-Antrag stellen Künftig keine E-Auto-Prämie für Plug-in-Hybride mehr

von Victoria Zippmann 16.05.2022

Laut den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums sollen Plug-in-Hybride bei der E-Auto-Förderung künftig leer ausgehen. So wird der BAFA-Umweltbonus beantragt und so hoch fällt er aktuell aus. Dieser Artikel wurde am 16.05.2022 aktualisiert.

 

Aktuelle News zur E-Auto-Förderung

  • Die angekündigte Reform der E-Auto-Förderung soll drastischer ausfallen, als im Koalitionsvertrag festgehalten. Wie im Mai 2022 aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Michael Kellner (Grüne) an Abgeordnete der Ampel-Koalition hervorgeht, soll die Förderung für Plug-in-Hybride ab 2023 gänzlich gestrichen werden. Die BAFA-Förderung (Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) für rein elektrische Fahrzeuge soll dann bundesanteilig 4000 Euro, 2024 und 2025 dann noch 3000 Euro betragen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck äußerte sich gegenüber der Funke-Mediengruppe, er wolle künftig keine staatlichen Zuschüsse für Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor mehr zahlen. "Wir wollen bei der künftigen Förderung von E-Autos den Fokus schärfen und stärker auf Klimaschutz ausrichten. Plug-in-Hybride sind unserer Meinung nach marktgängig und brauchen keine öffentliche Förderung mehr", so Habeck. Die Vorschläge des Bundeswirtschaftsministeriums sollen nun in die Ressortabstimmung innerhalb der Bundesregierung gehen.

  • Um dem Missbrauch der E-Auto-Förderung vorzubeugen, plant Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, die Mindesthaltedauer von derzeit sechs auf zwölf Monate zu verlängern. Einen entsprechenden Bericht der "Wirtschaftswoche" hat das Bundeswirtschaftsministerium im Februar 2022 bestätigt. Es werde geprüft, mit der für 2023 geplanten Förderänderung auch die Haltedauer auszudehnen. Hintergrund der Überlegung ist, dass E-Autos innerhalb von sechs Monaten oftmals weniger an Wert verlieren als die 9000 Euro Prämie. Nach erfolgreichem BAFA-Antrag kann mit einem Verkauf ins Ausland daher Geld verdient werden.

  • Die Bundesregierung hat die aktuellen Regeln für die E-Auto-Förderung bis Ende 2022 befristet. Das Fördersystem soll ab 2023 reformiert und strenger werden. Das Bundeswirtschaftsministerium verkündete Mitte Dezember 2021, dass man ab 2023 nur noch einen BAFA-Antrag für Elektrofahrzeuge stellen kann, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Definiert wird das über den elektrischen Fahranteil und die elektrische Mindestreichweite. Nachdem bereits am 7. Juli 2020 der bis Ende 2021 geltende erhöhte Umweltbonus für Elektroautos und Fahrzeuge mit Plug-in-Hybridantrieb und einer elektrischen Reichweite von mehr als 40 Kilometer in Kraft getreten ist, hatte die alte Bundesregierung Mitte November 2020 eine erneute Verlängerung bis Ende 2025 beschlossen. Mit der nun beschlossenen Befristung bis 2022 gilt auch weiterhin der erhöhte Satz der Innovationsprämie. Dafür hatte der Bund 2,1 Milliarden Euro eingeplant. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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BAFA-Antrag für die E-Auto-Förderung stellen

Die Förderung für E-Autos und PHEV-Fahrzeuge wird beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt. Hier gilt das Prinzip: Wer den BAFA-Antrag zuerst stellt, wird zuerst gefördert. Entscheidend dafür, wie viel Geld Antragssteller:innen vom Staat bekommen, ist das Datum der Zulassung. Ab diesem Stichtag kann der Antrag innerhalb eines Jahres gestellt werden. Wer einen Antrag vor der Zulassung stellt, muss mit einer Ablehnung durch das Bundesamt rechnen und kann auch nach der Zulassung keinen neuen Antrag für dasselbe Fahrzeug stellen. Wie man von der BAFA-Förderung profitieren kann, erklären wir hier:

Wer kann die E-Auto-Förderung beantragen?
Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Fahrzeug zugelassen wird, können Anträge stellen. Wichtig ist, dass nur die Person einen BAFA-Antrag stellen kann, die in den Zulassungspapieren eingetragen ist. Das gilt auch beim Leasing. Für die Antragstellung kann auch eine Vollmacht an Dritte ausgestellt werden.

Welche Autos erhalten die BAFA-Förderung?
Förderfähig sind Neuwagen und junge Gebrauchte. Bei Neuwagen kann die BAFA-Förderung für rein batterieelektrische Fahrzeuge beziehungsweise Autos, die kein CO2 ausstoßen, beantragt werden. Auch Plug-in-Hybride mit einer rein elektrischen Mindestreichweite von 60 Kilometer oder höchstens 50 Gramm je Kilometer CO2-Ausstoß sowie Brennstoffzellenfahrzeuge können die BAFA-Förderung erhalten. Der Netto-Listenpreis des Basismodells (ohne Sonderausstattung) bei Markteinführung des Modells darf maximal 65.000 Euro betragen. Es gilt der Preis, den die BAFA in ihrer Liste der förderfähigen Fahrzeuge aufführt. Der im Februar 2020 erhöhte Umweltbonus galt rückwirkend für Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden. Die erneute Erhöhung der E-Auto-Förderung im Juli 2020 galt rückwirkend für Autokäufe seit dem 3. Juni 2020. Seit dem 18. Februar 2020 gibt es die Förderung auch für junge Gebrauchtwagen der Hersteller bei der sogenannten Zweitveräußerung. Dabei handelt es sich um Firmen- und Dienstwagen, die zuvor keine staatliche Förderung erhalten haben und zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs nicht länger als zwölf Monate in erster Hand zugelassen sind. Außerdem dürfen die Fahrzeuge die maximale Laufleistung von 15.000 Kilometern nicht überschreiten, was von einem Sachverständigen oder einer Prüforganisation bestätigt werden muss. Darüber hinaus darf ein junger Gebrauchtwagen frühestens am 5. November 2019 erstmals zugelassen worden sein. Die zweite Zulassung muss nach dem 3. Juni 2020 erfolgt sein. Bei jungen Gebrauchten gelten 80 Prozent des Brutto-Listenpreises plus Sonderausstattung abzüglich des Brutto-Herstelleranteils (2975 Euro) als Schwellenwert für den förderfähigen Kaufpreis. Dieser darf zudem 65.000 Euro nicht überschreiten.

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Weitere Voraussetzungen für den BAFA-Antrag
Autobesitzer:innen können die E-Auto-Förderung erst nach der Zulassung des Fahrzeugs beantragen. Zudem muss der Wagen sechs Monate auf den:die Antragsteller:in in Deutschland zugelassen bleiben. Der Antrag darf aber schon vor Ablauf der sechs Monate gestellt werden. Für Leasing-Fahrzeuge gilt eine Mindesthaltedauer von sechs Monaten, bei einer Leasinglaufzeit von bis zu elf Monaten. Bei 23 Monaten maximaler Leasinglaufzeig gilt eine Mindesthaltedauer von 12 Monaten. Ist die Leasinglaufzeit länger als 23 Monate, erhöht sich die Mindesthaltedauer auf 24 Monate.

Wie hoch ist der Umweltbonus für E-Autos?
Bei einem E-Auto mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro, gilt die im Juli 2020 eingeführte staatliche Innovationsprämie von 6000 Euro. (Doppelter Umweltbonus von 3000 Euro). Dazu kommt eine Förderung der Hersteller von 3000 Euro, was in der Summe 9000 Euro E-Auto-Förderung ergibt. Bei einem Nettolistenpreis des E-Autos von über 40.000 bis maximal 65.000 Euro summiert sich die Prämie von Bund und Hersteller auf 7500 Euro. Die Höhe der Förderung für Leasing-Fahrzeugen ist abhängig von der Leasinglaufzeit. Der Umweltbonus der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es über die BAFA-Förderung. 

Wie hoch ist der Umweltbonus für Plug-in-Hybride?
Bei einem Plug-in-Hybrid-Fahrzeug mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro, gilt die im Juli 2020 eingeführte staatliche Innovationsprämie von 4500 Euro. Dazu kommt eine Förderung der Hersteller von 2250 Euro, was in der Summe 6750 Euro PHEV-Förderung ergibt. Bei einem Nettolistenpreis des E-Autos von über 40.000 bis maximal 65.000 Euro summiert sich die Prämie von Bund und Hersteller auf 5625 Euro. Die Höhe der Förderung für Leasing-Fahrzeugen ist abhängig von der Leasinglaufzeit. Der Umweltbonus der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es über die BAFA-Förderung.

Elektroauto Förderung für Elektroautos/Hybrid
Liste förderfähiger Elektro-/Hybridfahrzeuge Hier gibt's den Zuschuss

Gilt die Prämie für mein potenzielles Auto?
Steht das Fahrzeug auf der BAFA-Liste der förderfähigen Autos, kann man für das Auto die Umweltprämie beantragen.

Wie kann man einen BAFA-Antrag stellen?
Den Antrag zur E-Auto-Förderung kann über das Portal des BAFA gestellt werden. Das Bundesamt weist darauf hin, dass die Anträge für die E-Auto-Prämie nur elektronisch gestellt werden können. Es ist auch eine Beantragung über das Nutzerkonto Bund möglich. Ein schriftliches Verfahren wie bei der Abwrackprämie wird nicht angeboten. Möglicherweise kann aber auch der Automobilverkäufe:innen diese Schritte erledigen.

Welche Unterlagen sind nötig?
Für die Antragstellung muss die Fahrzeugrechnung mit ausgewiesenem Herstelleranteil an der Umweltprämie im Online-Portal hochgeladen werden. Bei Gebrauchtwagen ist zusätzlich ein Nachweis über den Listenpreis des Neufahrzeugs (DAT-Deutsche Automobil Treuhand, Schwacke GmbH oder Neufahrzeugrechnung) erforderlich. Zudem gelten beim Leasing bestimmte Regelungen: Hier müssen die verbindliche Bestellung zum Leasingvertrag, der Leasingvertrag selbst sowie die interne Kalkulation eingereicht werden. 

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Wie lange wird gefördert und welche Fristen gelten?
Laut Angaben des BAFA gibt es die E-Auto-Prämie auch rückwirkend für Kauf- oder Leasingverträge, die ab oder am 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Geld auf das Konto der Antragsteller:innen überwiesen. Der Umweltbonus in seiner aktuellen Form läuft noch bis 31. Dezember 2022.

E-Auto-Bonus mit anderen Förderprogrammen kombinieren
Diese Förderungen kann man zusätzlich zum BAFA-Umweltbonus beantragen:

  • Sofortprogramm Saubere Luft – BMU
  • Flottenaustauschprogramm Sozial und Mobil – BMU
  • Förderrichtlinie Elektromobilität – BMVI
  • Förderrichtlinie Markthochlauf NIP2 – BMVI
  • Klimaschutzoffensive für den Mittelstand (KfW)
  • Wirtschaftsnahe Elektromobilität – WELMO (Land Berlin)
  • Klimaschutzförderrichtlinie Unternehmen (Land Mecklenburg-Vorpommern)
  • Förderprogramm Inklusionstaxi Berlin (Land Berlin)
  • BW-e-Solar-Gutschein (Land Baden-Württemberg)
  • Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Prämie)
     

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