close
Schön, dass du auf unserer Seite bist! Wir wollen dir auch weiterhin beste Unterhaltung und tollen Service bieten.
Danke, dass du uns dabei unterstützt. Dafür musst du nur für www.autozeitung.de deinen Ad-Blocker deaktivieren.
Geht auch ganz einfach:

E-Auto-Förderung: So BAFA-Antrag stellen 77 Prozent hätten auch ohne E-Auto-Prämie gekauft

Victoria Zippmann 05.08.2022
Inhalt
  1. Umfassende Reform der E-Auto-Förderung
  2. eReadiness-Studie 2022 zu E-Autos und Förderung
  3. BAFA-Antrag für die E-Auto-Förderung stellen (Stand: August 2022)

Die E-Auto-Förderung wird umfassend reformiert – das bedeutet die Änderung für den Kauf eines E- oder (Plug-in-) Hybridautos. Außerdem erklären wir, wie der BAFA-Umweltbonus beantragt wird und wie hoch er aktuell ausfällt. Und: Interessante Studie zur E-Auto-Förderung. Dieser Artikel wurde am 05.08.2022 aktualisiert.

 

Umfassende Reform der E-Auto-Förderung

Beim Kauf eines Elektroautos soll es spätestens ab 2023 weniger Unterstützung vom Staat geben – und die E-Auto-Förderung gedeckelt werden. Wer seinen Antrag zu spät stellt, droht damit, leer auszugehen. Auf diese Reform der Förderung einigte sich die Bundesregierung nach einem längeren Streit, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 26. Juli 2022 aus Regierungs- und Koalitionskreisen erfuhr. Subventionen für Plug-in-Hybridfahrzeuge sollen zudem Ende 2022 auslaufen. Geplant sind zwei Reformschritte: Im ersten soll die E-Auto-Förderung 2023 weiterlaufen, aber nur so lange, bis insgesamt 2,5 Milliarden Euro ausgezahlt wurden. Hierbei werden auch die Prämien angepasst: Die Förderung für Autos, die weniger als 40.000 Euro kosten, soll von derzeit 6000 auf 4500 Euro sinken. Bei Autos, die einen Nettolistenpreis von 40.000 Euro bis 65.000 Euro haben, soll es 3000 Euro statt bisher 5000 Euro geben. Im zweiten Reformschritt, der laut Koalitionskreisen noch 2023 kommen könnte, soll die Förderschwelle weiter gesenkt werden – eine Kaufprämie sollen dann Fahrzeuge bekommen, die weniger als 45.000 Euro kosten. Die Kaufprämie soll dann auf 3000 Euro pro Fahrzeug sinken und nur noch an Privatpersonen ausgezahlt werden, also nicht mehr für Dienst- oder Handwerkerfahrzeuge. In Koalitionskreisen wurden diese Punkte als entscheidend bei dem Kompromiss bewertet. Mit einem Förderdeckel könnte es zu einem Lauf auf die staatlichen Kaufprämien kommen. Für dieses Jahr sind noch rund fünf Milliarden Euro dafür eingeplant. Laut dem zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 2021 mehr als drei Milliarden Euro an Fördermitteln ausgezahlt. Mit Stand 1. Juli 2022 wurden mehr als 1,3 Millionen Förderanträge gestellt – davon rund 554.000 von Privatpersonen und rund 671.500 von Unternehmen. Dazu kamen Anträge etwa von kommunalen Betrieben. Unklar blieb, ob ein Antrag auf E-Auto-Förderung wie bisher erst gestellt werden kann, wenn das Fahrzeug erworben und zugelassen worden ist. Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, warnte davor, die Auszahlung der Prämien weiterhin an das Datum der Zulassung zu binden. "Durch die zusätzliche Deckelung der Förderung und den unklaren Vergabezeitpunkt droht die Prämie zu einem Glücksspiel für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu werden", sagte sie. Die Hersteller seien bereit, die Auszahlung an das Kaufdatum zu koppeln. ​Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

News Elektromobilität in Deutschland: Zukunft (Studie)
Elektromobilität in Deutschland: Zukunft (Studie) Koalitionsvertrag für Technologieoffenheit

Wenn alle auf Elektroautos umsteigen – ein Gedankenspiel im Video:

 
 

eReadiness-Studie 2022 zu E-Autos und Förderung

Für die eReadiness-Studie 2022 von PwC Strategy& wurden 4600 Menschen in sieben EU-Ländern, darunter Deutschland, zum Thema Elektroauto und dessen Förderung befragt. Die Teilnehmer:innen wurden in die Kategorien E-Auto-Besitzer:innen, E-Auto-Interessierte (63 %) und E-Auto-Skeptiker:innen (31 %) unterteilt. Dass der Anteil der Elektroauto-Fahrer:innen stetig zunimmt ist keine Überraschung (von 4 auf 6 %). Besonders in Deutschland stellt die E-Auto-Förderung einen interessanten Anreiz zum Umstieg dar. Umso überraschender das Ergebnis der Studie: 77 Prozent der Käufer:innen hätten ihr Elektroauto auch ohne Zuschüsse gekauft. 55 Prozent der Teilnehmer:innen gaben an, staatliche Förderungen und/oder Rabatte genutzt zu haben. Allerdings gibt es eine große Diskrepanz beim Jahreseinkommen der Teilnehmer:innen: Während die E-Auto-Besitzer:innen ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 74.000 Euro haben, sind es bei den E-Auto-Interessierten "nur" 48.000 Euro und bei den Skeptiker:innen durchnittlich 40.000 Euro. 

 

BAFA-Antrag für die E-Auto-Förderung stellen (Stand: August 2022)

Die Förderung für E-Autos und PHEV-Fahrzeuge wird beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt. Hier gilt das Prinzip: Wer den BAFA-Antrag zuerst stellt, wird zuerst gefördert. Entscheidend dafür, wie viel Geld Antragssteller:innen vom Staat bekommen, ist das Datum der Zulassung. Ab diesem Stichtag kann der Antrag innerhalb eines Jahres gestellt werden. Wer einen Antrag vor der Zulassung stellt, muss mit einer Ablehnung durch das Bundesamt rechnen und kann auch nach der Zulassung keinen neuen Antrag für dasselbe Fahrzeug stellen. Wie man von der BAFA-Förderung profitieren kann, erklären wir hier:

Wer kann die E-Auto-Förderung beantragen?
Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Fahrzeug zugelassen wird, können Anträge stellen. Wichtig ist, dass nur die Person einen BAFA-Antrag stellen kann, die in den Zulassungspapieren eingetragen ist. Das gilt auch beim Leasing. Für die Antragstellung kann auch eine Vollmacht an Dritte ausgestellt werden.

Top-14 "Spatial Atom Layer Deposition" – kurz SALD – steigert Batterieleistung
Sparsame Elektroautos Viel Reichweite für eine Ladung

Welche Autos erhalten die BAFA-Förderung?
Förderfähig sind Neuwagen und junge Gebrauchte. Bei Neuwagen kann die BAFA-Förderung für rein batterieelektrische Fahrzeuge beziehungsweise Autos, die kein CO2 ausstoßen, beantragt werden. Auch Plug-in-Hybride mit einer rein elektrischen Mindestreichweite von 60 Kilometer oder höchstens 50 Gramm je Kilometer CO2-Ausstoß sowie Brennstoffzellenfahrzeuge können die BAFA-Förderung erhalten. Der Netto-Listenpreis des Basismodells (ohne Sonderausstattung) bei Markteinführung des Modells darf maximal 65.000 Euro betragen. Es gilt der Preis, den die BAFA in ihrer Liste der förderfähigen Fahrzeuge aufführt. Der im Februar 2020 erhöhte Umweltbonus galt rückwirkend für Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden. Die erneute Erhöhung der E-Auto-Förderung im Juli 2020 galt rückwirkend für Autokäufe seit dem 3. Juni 2020. Seit dem 18. Februar 2020 gibt es die Förderung auch für junge Gebrauchtwagen der Hersteller bei der sogenannten Zweitveräußerung. Dabei handelt es sich um Firmen- und Dienstwagen, die zuvor keine staatliche Förderung erhalten haben und zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs nicht länger als zwölf Monate in erster Hand zugelassen sind. Außerdem dürfen die Fahrzeuge die maximale Laufleistung von 15.000 Kilometern nicht überschreiten, was von einem Sachverständigen oder einer Prüforganisation bestätigt werden muss. Darüber hinaus darf ein junger Gebrauchtwagen frühestens am 5. November 2019 erstmals zugelassen worden sein. Die zweite Zulassung muss nach dem 3. Juni 2020 erfolgt sein. Bei jungen Gebrauchten gelten 80 Prozent des Brutto-Listenpreises plus Sonderausstattung abzüglich des Brutto-Herstelleranteils (2975 Euro) als Schwellenwert für den förderfähigen Kaufpreis. Dieser darf zudem 65.000 Euro nicht überschreiten.

Weitere Voraussetzungen für den BAFA-Antrag
Autobesitzer:innen können die E-Auto-Förderung erst nach der Zulassung des Fahrzeugs beantragen. Zudem muss der Wagen sechs Monate auf den:die Antragsteller:in in Deutschland zugelassen bleiben. Der Antrag darf aber schon vor Ablauf der sechs Monate gestellt werden. Für Leasing-Fahrzeuge gilt eine Mindesthaltedauer von sechs Monaten, bei einer Leasinglaufzeit von bis zu elf Monaten. Bei 23 Monaten maximaler Leasinglaufzeig gilt eine Mindesthaltedauer von 12 Monaten. Ist die Leasinglaufzeit länger als 23 Monate, erhöht sich die Mindesthaltedauer auf 24 Monate.

Elektroauto Förderung für Elektroautos/Hybrid
Liste förderfähiger Elektro-/Hybridfahrzeuge Hier gibt's den Zuschuss

Wie hoch ist der Umweltbonus für E-Autos?
Bei einem E-Auto mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro, gilt die im Juli 2020 eingeführte staatliche Innovationsprämie von 6000 Euro. (Doppelter Umweltbonus von 3000 Euro). Dazu kommt eine Förderung der Hersteller von 3000 Euro, was in der Summe 9000 Euro E-Auto-Förderung ergibt. Bei einem Nettolistenpreis des E-Autos von über 40.000 bis maximal 65.000 Euro summiert sich die Prämie von Bund und Hersteller auf 7500 Euro. Die Höhe der Förderung für Leasing-Fahrzeugen ist abhängig von der Leasinglaufzeit. Der Umweltbonus der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es über die BAFA-Förderung. 

Wie hoch ist der Umweltbonus für Plug-in-Hybride?
Bei einem Plug-in-Hybrid-Fahrzeug mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro, gilt die im Juli 2020 eingeführte staatliche Innovationsprämie von 4500 Euro. Dazu kommt eine Förderung der Hersteller von 2250 Euro, was in der Summe 6750 Euro PHEV-Förderung ergibt. Bei einem Nettolistenpreis des E-Autos von über 40.000 bis maximal 65.000 Euro summiert sich die Prämie von Bund und Hersteller auf 5625 Euro. Die Höhe der Förderung für Leasing-Fahrzeugen ist abhängig von der Leasinglaufzeit. Der Umweltbonus der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es über die BAFA-Förderung.

Ratgeber Elektroautos: Vor- und Nachteile
Elektroautos: Vor- und Nachteile Was spricht für, was gegen Stromer?

Gilt die Prämie für mein potenzielles Auto?
Steht das Fahrzeug auf der BAFA-Liste der förderfähigen Autos, kann man für das Auto die Umweltprämie beantragen.

Wie kann man einen BAFA-Antrag stellen?
Den Antrag zur E-Auto-Förderung kann über das Portal des BAFA gestellt werden. Das Bundesamt weist darauf hin, dass die Anträge für die E-Auto-Prämie nur elektronisch gestellt werden können. Es ist auch eine Beantragung über das Nutzerkonto Bund möglich. Ein schriftliches Verfahren wie bei der Abwrackprämie wird nicht angeboten. Möglicherweise kann aber auch der Automobilverkäufe:innen diese Schritte erledigen.

Ratgeber 100 Kilometer im E-Auto: Stromkosten
Stromkosten bei E-Autos Das kosten 100 E-Kilometer

Welche Unterlagen sind nötig?
Für die Antragstellung muss die Fahrzeugrechnung mit ausgewiesenem Herstelleranteil an der Umweltprämie im Online-Portal hochgeladen werden. Bei Gebrauchtwagen ist zusätzlich ein Nachweis über den Listenpreis des Neufahrzeugs (DAT-Deutsche Automobil Treuhand, Schwacke GmbH oder Neufahrzeugrechnung) erforderlich. Zudem gelten beim Leasing bestimmte Regelungen: Hier müssen die verbindliche Bestellung zum Leasingvertrag, der Leasingvertrag selbst sowie die interne Kalkulation eingereicht werden. 

Wie lange wird gefördert und welche Fristen gelten?
Laut Angaben des BAFA gibt es die E-Auto-Prämie auch rückwirkend für Kauf- oder Leasingverträge, die ab oder am 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Geld auf das Konto der Antragsteller:innen überwiesen. Der Umweltbonus in seiner aktuellen Form läuft noch bis 31. Dezember 2022.

Übersicht E-Autos mit 500 Kilometern Reichweite
Höchste Reichweite (500 km): E-Auto-Übersicht Diese Stromer kommen am weitesten

E-Auto-Bonus mit anderen Förderprogrammen kombinieren
Diese Förderungen kann man zusätzlich zum BAFA-Umweltbonus beantragen:

  • Sofortprogramm Saubere Luft – BMU

  • Flottenaustauschprogramm Sozial und Mobil – BMU

  • Förderrichtlinie Elektromobilität – BMVI

  • Förderrichtlinie Markthochlauf NIP2 – BMVI

  • Klimaschutzoffensive für den Mittelstand (KfW)

  • Wirtschaftsnahe Elektromobilität – WELMO (Land Berlin)

  • Klimaschutzförderrichtlinie Unternehmen (Land Mecklenburg-Vorpommern)

  • Förderprogramm Inklusionstaxi Berlin (Land Berlin)

  • BW-e-Solar-Gutschein (Land Baden-Württemberg)

  • Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Prämie)

Auch interessant:

Tags:
Copyright 2022 autozeitung.de. All rights reserved.