Kaufprämie für E-Autos beantragen: So geht's (Update!) GroKo möchte höhere E-Auto-Prämie

von AUTO ZEITUNG 12.02.2018
Inhalt
  1. SPD für höhere Kaufprämie für Elektroautos
  2. Keine Kaufprämie mehr für Teslas E-Auto "S Base"
  3. Prämie: 4000 Euro für E-Autos, 3000 Euro für Hybride
  4. Kritik an der E-Auto-Kaufprämie
  5. So wird die E-Auto-Prämie beantragt

Die Große Koalition dringt bei der seit Anfang Juli 2016 angebotenen Kaufprämie für Elektroautos auf einen höheren Zuschuss für Nutzfahrzeuge und Taxis. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zieht bislang ein eher verhaltenes Zwischenfazit und denkt über die Umschichtung der Fördergelder nach.

Durch höhere Kaufprämien für Elektroautos möchte die SPD im Kampf gegen zu schmutzige Luft die Nachfrage anzukurben. "Wir wollen saubere Mobilität in den Städten und Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vermeiden", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol im Februar 2018 der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb haben Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag eine Erhöhung der Elektroauto-Kaufprämie für Taxis und leichte Nutzfahrzeuge vereinbart. Eine konkrete Summe wird nicht genannt. Unternehmen sollten schneller von alten Taxen und Lieferfahrzeugen auf neue E-Fahrzeuge umsteigen, sagte Bartol. Die SPD hatte ins Gespräch gebracht, den Zuschuss gezielt für solche Elektrofahrzeuge auf 8000 Euro zu erhöhen. Die 2016 eingeführte Prämie beträgt für reine Elektrowagen mit Batterie 4000 Euro, für Hybridautos sind es 3000 Euro. Finanziert wird die Kaufprämie für Elektroautos je zur Hälfte vom Bund und vom jeweiligen Hersteller. Union und SPD haben daneben unter anderem vereinbart, bis 2020 mindestens 100.000 zusätzliche Ladepunkte für E-Fahrzeuge zu fördern.

Wenn alle auf Elektroautos umsteigen – ein Gedankenspiel im Video:

 
 

SPD für höhere Kaufprämie für Elektroautos

Ein Grund für den Vorstoß der SPD, die Kaufprämie für Elektroautos zu erhöhen, dürfte das verhaltene Interesse an ihr sein. Zwar ist die Nachfrage zuletzt auf über 4000 Anträge im Monat Oktober 2017 gestiegen, jedoch sind seit Einführung des finanziellen Anreizes nur etwas mehr als zehn Prozent des Gesamtbudgets abgerufen worden, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) mitteilte. In Zahlen: Bislang gab es 46.897 Anträge auf Förderung, das entspricht einer Fördersumme von rund 65 Millionen Euro. Bis zum Ende des Förderungszeitraums Mitte 2019 stehen jedoch 600 Millionen Euro zur Verfügung. Bafa-Präsident Andreas Obersteller denkt daher über eine andere Verwendung der Gelder nach: "Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden." Würden sämtliche Fördergelder ausgereizt, könnten bis zu 300.000 neue Elektro- und Hybridfahrzeuge auf Deutschlands Straßen gebracht werden. Das Erreichen dieses Ziels scheint jedoch angesichts der bisher geringen Zahl der Anträge eher unwahrscheinlich.

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Keine Kaufprämie mehr für Teslas E-Auto "S Base"

Für ein Modell des US-Herstellers Tesla gibt es seit Dezember 2017 keine Kaufprämie für Elektroautos mehr. Das Modell "S Base" sei von der Liste der förderfähigen Fahrzeuge gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums Anfang Dezember 2017. Eine Voraussetzung für die Prämie ist, dass der Netto-Listenpreis maximal 60.000 Euro betragen darf. Der Tesla sei als entsprechendes Basismodell aber nicht erwerbbar, sondern nur als teureres Komfortmodell, hieß es beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Dies habe eine seit Juli 2017 laufende Prüfung erbracht. Das dürfte für die meisten Nutznießer der Prämie aber keine Rolle spielen, schließlich waren im September 2017 der Renault Zoe (4656 geförderte Exemplaren) und der Audi A3 (rund 4000 Anträge) die beliebtesten Modelle.

 

Prämie: 4000 Euro für E-Autos, 3000 Euro für Hybride

Die E-Auto-Prämie kann seit dem 2. Juli 2016 beantragt werden. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai vergangenen Jahres gekauft wurden und einen Anschaffungspreis von maximal 60.000 Euro aufweisen. Für reine Elektrowagen mit Batterie gibt es 4000 Euro, für Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, sind es 3000 Euro. Neben der Kaufprämie schafft der Staat weitere Anreize für den Kauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen: Alle Autos, die seit dem 17. November 2016 zugelassen werden, erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Seit dem 1. Januar 2017 gilt außerdem, dass das Aufladen eines Elektro- und Hybridfahrzeugs beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angeben werden muss. Das Aufladen ist dann steuerfrei genauso wie die Überlassung der Ladevorrichtungen seitens des Arbeitgebers. Was übrigens auch für Elektro-Fahrräder gilt. Die E-Auto-Kaufprämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge soll der umweltfreundlichen Mobilität eine bessere Position auf dem Markt verschaffen. Insgesamt teilen sich Bund und Autoindustrie die Kosten in einer Gesamthöhe von 1,2 Milliarden Euro.

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Kritik an der E-Auto-Kaufprämie

Nicht alle aber sind von der E-Auto-Prämie begeistert: So sieht Daimler-Chef Dieter Zetsche die Prämie als Kaufanreiz für Elektroautos nach eigenen Worten eher skeptisch. In einem Interview sagte er, dass sich der Erfolg einer solchen Prämie erst einstellen werde, wenn man die Kunden mit E-Autos überzeugen und faszinieren könne. Deshalb sei er noch nie ein großer Verfechter der E-Auto-Prämie gewesen. Eine Prämie könne niemals eine unwirtschaftliche Technologie durchsetzen. Die Grünen warnen, die Kaufprämie käme gar nicht bei den Endkunden an. Das Problem: Die Prämie wird zu gleichen Teilen von Herstellern und Staat getragen. Der Hersteller gibt seinen Anteil dazu, indem er ihn vom Nettolistenpreis abzieht. Gleichzeitig haben sie aber keine Handhabe zu welchen Preisen die Elektro- und Hybridautos bei den Händlern angeboten werden. So bestehe laut den Grünen die Gefahr, dass die Händler einen Teil der Prämie für sich behielten. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer: "Die Kaufprämie der Bundesregierung ist ein Rohrkrepierer, weil sie gar nicht bei den Käufern ankommt. Faktisch kosten E-Autos das Gleiche wie vorher, weil die Prämie bei den Händlern hängenbleibt." Das Bundeswirtschaftsministerium habe demnach eingeräumt, einigen Meldungen über solche Fälle nachgegangen zu sein, sie seien jedoch nicht repräsentativ.

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So wird die E-Auto-Prämie beantragt

Bei der E-Auto-Prämie gilt das Prinzip: Wer zuerst beantragt, wird zuerst gefördert. Die Aktion läuft, bis alle Fördergelder aufgebraucht sind, spätestens aber bis zum 30. Juni 2019. Wenn Sie von der E-Auto-Prämie profitieren möchten, erklären wir hier, wie Sie vorgehen müssen:

1.) Wer kann die Förderung beantragen? Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird, können Anträge stellen.

2.) Welche Autos werden wie hoch gefördert? Nur Neuwagen mit einem Netto-Listenpreis von nicht mehr als 60.000 Euro werden durch die E-Auto-Prämie gefördert. Für reine Elektroautos gibt es 2000 Euro, wenn der Hersteller seinerseits 2000 Euro erlässt. Sogenannte Plug-in-Hybride können via Stecker aufgeladen werden, verfügen aber über einen ergänzenden Verbrennungsmotor. Sie werden mit 1500 Euro (plus 1500 Euro vom Hersteller) gefördert. Die Förderung der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag.

3.) Gilt die Prämie für mein potentielles Auto? Erkundigen Sie sich, ob der Wagen, den Sie sich zulegen möchten, auf der Liste der förderungswürdigen Autos aufgeführt wird. Achtung: Die Liste für die E-Auto-Prämie wird von Zeit zu Zeit erweitert.

4.) Wo bekommt man den Antrag? Den Antrag zur Förderung können Sie beim Bafa stellen. Das Bafa weist darauf hin, dass die Anträge für die E-Auto-Prämie nur elektronisch gestellt werden können. Ein schriftliches Verfahren wie bei der Abwrackprämie wird nicht angeboten. Möglicherweise können Sie aber auch Ihren Verkäufer dazu motivieren, diese Schritte für Sie zu erledigen.

5.) Welche Unterlagen sind nötig? Für die Antragstellung müssen Sie eine Kopie des Kaufvertrages im Online-Portal hochladen. Hierbei ist wichtig, dass auf der Rechnung des Autohändlers vermerkt ist, dass der Hersteller seinen E-Auto-Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Vor der Auszahlung ist noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung nachzureichen. Scannen Sie besagte Dokumente ein, dann können Sie sie bei Antragstellung als Kopie hochladen, dem Antrag also gleich beifügen. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass von der Prämie nur profitiert, wer sein gefördertes Elektromobil mindestens neun Monate nach Kauf behält.

6.) Wie lange wird gefördert und welche Fristen gelten? Laut Angaben des Bafa gibt es die E-Auto-Prämie auch rückwirkend für Kauf- oder Leasingverträge, die ab oder am 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen.

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