Umweltbonus: E-Auto-Prämie beantragen Mäßige Nachfrage bei E-Auto-Prämie

von Alexander Koch 08.01.2020
Inhalt
  1. So wird die E-Auto-Prämie beantragt
  2. Für diese Marken wird der Umweltbonus am häufigsten beantragt
  3. Auch Steuerbefreiung für E-Autos
  4. e.Go-Chef kritisiert Umweltbonus
  5. Bundesrechnungshof: Rügen wegen E-Auto-Prämie (2018)
  6. Streit um Umweltbonus für Tesla Model S (2018)

Die E-Auto-Prämie, der sogenannte Umweltbonus, stößt noch immer auf wenig Interesse, wie aus einer Zwischenbilanz des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hervorgeht. Und: So wird die Elektroauto-Prämie beantragt!

Trotz des Abgas-Skandals und erster Diesel-Fahrverbote wird die E-Auto-Prämie nur mäßig in Anspruch genommen. Wie aus der Zwischenbilanz des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BaFa) vom 31. Dezember 2019 hervorgeht, wurde der Umweltbonus bislang 164.579 mal beantragt. Ausgelegt ist er für 300.000 förderfähige Elektro- und Plugin-Hybrid-Fahrzeuge. Am häufigsten wurde der Umweltbonus für Elektroautos beantragt (109.386), mit Abstand folgen Plug-in-Hybride (55.084) und Brennstoffzellenfahrzeuge (109). Die beliebtesten Fahrzeuge waren der Renault Zoe Life (9381), der VW e-Golf (8199) und der Smart EQ Fortwo (7787) die beliebtesten Modelle. 25.708 der gestellten Anträge gingen für Fahrzeuge von BMW ein. 20.934 für Autos von Renault. 19.115 der Anträge entfallen auf Pkw von VW. Für Autos des Elektro-Pioniers Tesla wurde die Prämie insgesamt 10.522 mal beantragt. 44.022 der Anträge wurden in Nordrhein-Westfalen gestellt, 31.067 gingen aus Bayern und 26.809 Anträge aus Baden-Württemberg ein. Von Privatpersonen wurde die E-Auto-Prämie 68.733 mal nachgefragt, Unternehmen haben den Umweltbonus hingegen 92.842 mal in Anspruch genommen. Im unteren Absatz erklärt die AUTO ZEITUNG, wie der Umweltbonus beantragt werden kann. Mehr zum Thema: Antriebsarten der E-Mobilität

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So wird die E-Auto-Prämie beantragt

Bei der E-Auto-Prämie gilt das Prinzip: Wer zuerst beantragt, wird zuerst gefördert. Die Aktion läuft bis alle Fördergelder aufgebraucht sind, spätestens aber bis Ende 2025. Wie man von der E-Auto-Prämie profitieren kann, erklären wir hier:

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1.) Wer kann die Förderung beantragen? Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird, können Anträge stellen.

2.) Welche Autos werden wie hoch gefördert? Nur Neuwagen mit einem Netto-Listenpreis von nicht mehr als 65.000 Euro werden durch die E-Auto-Prämie gefördert. Für reine Elektroautos bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro gibt es künftig 6000 Euro (bislang 4000 Euro). Für Fahrzeuge mit einem Listenpreis über 40.000 Euro steigt der Zuschuss auf 5000 Euro. Sogenannte Plug-in-Hybride können via Stecker aufgeladen werden, verfügen aber über einen ergänzenden Verbrennungsmotor. Sie werden mit insgesamt 4500 Euro (unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro) bezuschusst (bislang 3000 Euro). Liegt der Listenpreis darüber, soll es einen Umweltbonus von 4000 Euro geben. Die Förderung der Industrie ergibt sich über den entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag. Die Förderung gilt rückwirkend für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai 2016 gekauft wurden. Noch aber gelten die neuen E-Auto-Prämien nicht.

3.) Gilt die Prämie für mein potentielles Auto? Auf der Liste der förderungswürdigen Autos kann nachgesehen werden, ob das Auto der Begierde aufgeführt wird. Achtung: Die Liste für die E-Auto-Prämie wird von Zeit zu Zeit verändert.

4.) Wo bekommt man den Antrag? Den Antrag zur Förderung kann beim Bafa gestellt werden. Das Amt weist darauf hin, dass die Anträge für die E-Auto-Prämie nur elektronisch gestellt werden können. Ein schriftliches Verfahren wie bei der Abwrackprämie wird nicht angeboten. Möglicherweise kann aber auch der Automobilverkäufer diese Schritte erledigen.

5.) Welche Unterlagen sind nötig? Für die Antragstellung muss eine Kopie des Kaufvertrages im Online-Portal hochgeladen werden. Hierbei ist wichtig, dass auf der Rechnung des Autohändlers vermerkt ist, dass der Hersteller seinen E-Auto-Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Vor der Auszahlung ist noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung nachzureichen. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass von der Prämie nur profitiert, wer sein gefördertes Elektromobil mindestens neun Monate nach Kauf behält.

6.) Wie lange wird gefördert und welche Fristen gelten? Laut Angaben des Bafa gibt es die E-Auto-Prämie auch rückwirkend für Kauf- oder Leasingverträge, die ab oder am 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Nach erfolgreicher Prüfung wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen. Der Umweltbonus läuft noch bis Ende 2025.

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Für diese Marken wird der Umweltbonus am häufigsten beantragt

Top 10 der Anträge je Hersteller (Stand: 31. Dezember 2019)
PlatzHerstellerAnzahl der Anträge
1BMW25.708
2Renault20.934
3VW19.115
4Smart16.741
5Mitsubishi11.491
6Streetscooter11.395
7Tesla10.522
8Hyundai9800
9Mercedes9084
10Audi7407
 

Auch Steuerbefreiung für E-Autos

Neben der E-Auto-Prämie schafft der Staat weitere Anreize für den Kauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen: Alle Autos, die seit dem 17. November 2016 zugelassen werden, erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Seit dem 1. Januar 2017 gilt außerdem, dass das Aufladen eines Elektro- und Hybridfahrzeugs beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angeben werden muss. Das Aufladen ist dann genauso steuerfrei wie die Überlassung der Ladevorrichtungen seitens des Arbeitgebers. Was übrigens auch für Elektro-Fahrräder gilt. Die E-Auto-Prämie für Elektroautos und Hybridfahrzeuge soll der umweltfreundlichen Mobilität eine bessere Position auf dem Markt verschaffen. Insgesamt teilen sich Bund und Autoindustrie die Kosten in einer Gesamthöhe von 1,2 Milliarden Euro.

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e.Go-Chef kritisiert Umweltbonus

Günther Schuh, Chef des Aachener Elektroautoherstellers e.Go, kritisierte im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger die Erhöhung der E-Auto-Prämie und sieht sein Unternehmen sogar existenziell bedroht. Warum sich der kleine Hersteller, der sich unter anderem mit dem Streetscooter einen Namen gemacht hat, nicht über die Aufstockung des Umweltbonus' freut, erläutert Schuh im November 2019 wie folgt: Das extrem kostenoptimierte Modell e.Go Life ließe keinen Spielraum bei den Margen zu. Und da sich die Prämie je zur Hälfte auf Staat und Hersteller verteilt, müsse man seinen Anteil (3000 Euro) wohl auf den Kaufpreis aufschlagen. Das entspricht einer Preissteigerung für das Basismodell von rund 20 Prozent. Eine Querfinanzierung der E-Auto-Prämie mit Verbrenner-Modellen, wie es die großen Hersteller praktizieren können, ist für reine E-Auto-Hersteller und Start-ups schlicht nicht möglich, so Schuh auf eine Nachfrage von Spiegel Online. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, springt dem Aachener E-Auto-Pionier zur Seite und schlägt eine Zuschuss-Befreiung für Hersteller von Elektroautos unter 20.000 Euro vor. Inwiefern die Forderungen Gehör finden, bleibt abzuwarten.

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Bundesrechnungshof: Rügen wegen E-Auto-Prämie (2018)

Der Bundesrechnungshof hat die Bundesregierung für die E-Auto-Prämie gerügt. "Die deutsche Automobilindustrie hat die Entscheidung der Bundesregierung zum Umweltbonus und zu dessen Ausgestaltung wesentlich beeinflusst", steht es in einem entsprechenden Prüfbericht im August 2018 geschrieben. Die Bonner Behörde stellt bewusst fest, dass das Bundeswirtschaftsministerium unbefangen und neutral sein und seine Entscheidungen nachvollziehbar und transparent sein müssen. Weiter kritisiert der Bundesrechnungshof den hohen Personalaufwand für den Umweltbonus und dass die Automobilindustrie ihren Beitrag offensichtlich minimiere, während von staatlicher Seite Steuergelder für die Prämie zugeschossen werden. Des Weiteren legt kritisiert der Bundesrechnungshof, dass der von Hersteller-Anteil an der Kaufprämie häufig mit bereits bestehenden Rabatten verrechnet würde. Kritiker des Umweltbonus argumentieren darüberhinaus, dass sich der Erfolg einer solchen Prämie erst einstellen werde, wenn man die Kunden mit E-Autos überzeugen und faszinieren könne. Die Grünen warnen, die E-Auto-Prämie käme gar nicht bei den Endkunden an. Das Problem: Die Prämie wird zu gleichen Teilen von Herstellern und Staat getragen. Der Hersteller gibt seinen Anteil dazu, indem er ihn vom Nettolistenpreis abzieht. Gleichzeitig haben sie aber keine Handhabe zu welchen Preisen die Elektro- und Hybridautos bei den Händlern angeboten werden. So bestehe laut den Grünen die Gefahr, dass die Händler einen Teil der Prämie für sich behielten.

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Streit um Umweltbonus für Tesla Model S (2018)

Tesla ist mit einem Eilantrag, hunderte Kunden vor der Rückzahlung der E-Auto-Prämie zu bewahren, gescheitert. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat im Oktober 2018 den Antrag als unzulässig zurückgewiesen. Die Rechte des Herstellers würden durch die Überprüfung des Model S nicht berührt, ein möglicher Imageschaden sei kein einklagbares Recht. Nur die Käufer als Empfänger des staatlichen Zuschusses könnten klagen. Hintergrund ist, dass das Tesla Model S zwischenzeitlich von der Liste für Kaufprämien für E-Autos gestrichen worden war. Das Elektroauto war ursprünglich zu teuer für die Gewährung des Umweltbonus'. Daraufhin hatte Tesla zugesagt, das Auto auch ohne "Komfort-Paket" anzubieten und damit die Preisgrenze von 60.000 Euro einzuhalten. Im Herbst 2017 hatte die Bafa dann das Modell von der Liste der förderberechtigten Autos genommen, da es in der Basisversion nicht am Markt erhältlich gewesen sei. Eine Frist, bis Anfang Juli 2018 eine einvernehmliche Lösung zu finden, hätte der Konzern verstreichen lassen, so das Bafa im Sommer 2018. Daher musste nun die "Rückabwicklung der Kaufprämie erfolgen". Kunden, die nach dem Stichtag (6. März 2018) das Auto gekauft haben, könnten indes die E-Auto-Prämie beantragen. Sie müssen aber neben dem Kaufvertrag auch eine Bestätigung einreichen, welche Teile des Komfortprogramms gesperrt beziehungsweise aktiviert seien.

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