Elektroauto gebraucht kaufen Darauf bei gebrauchten E-Autos achten

von Christina Finke 13.02.2020

Wer ein gebrauchtes Elektroauto kaufen möchte, sollte den Stromer vorher genauso gründlich unter die Lupe nehmen wie ein konventionell angetriebenes Fahrzeug. Darauf sollten Interessenten bei einer Probefahrt mit einem gebrauchten E-Auto achten! 

Auch wenn das Angebot noch relativ überschaubar ist, ensteht in Deutschland so langsam ein Markt für gebrauchte Elektroautos. Die Stromer aus zweiter Hand werden für immer mehr Käufer interessant. Die Plattform mobile.de etwa meldet, dass sich die Zahl der angebotenen E-Autos im Jahresvergleich (2018/2019) fast verdoppelt hätte. Und: Analysen gehen davon aus, dass die Stromer in den kommenden Jahren weniger Wertverlust haben werden als Verbrenner. Andreas Radics von der Strategieberatung Berylls erwartet mit der angekündigten Modelloffensive vieler Hersteller ab 2020 auch ein größeres Angebot und kürzere Innovationszyklen, so dass die Preise durchaus schneller fallen könnten. Über kurz oder lang allerdings werde sich der Markt für gebrauchte Elektroautos auf ähnliche Wertverluste wie bei konventionellen Autos einpendeln, ist der Experte überzeugt. Die AUTO ZEITUNG erklärt, worauf Interessenten beim Kauf eines gebrauchten E-Autos achten sollten. Mehr zum Thema: Diese E-Autos erhalten die Förderung

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Elektroauto gebraucht kaufen: Kapazität des Akkus bei Probefahrt überprüfen 

Vor dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos sollten Interessenten vor allem den Zustand des Akkus ganz genau unter die Lupe nehmen. Dazu empfiehlt sich eine ausgiebige Probefahrt inklusive eines Reichweiten- und Ladetests. Dabei sollte das betreffende E-Auto vollgeladen sein und der Bordcomputer genullt werden. Außerdem sollten interessierte Käufer darauf achten, dass Fahrverhalten und Strecke den persönlichen Alltagsgebrauch so gut es geht widerspiegeln, um einen möglichst realistischen Eindruck von der zu erwartenden Reichweite gewinnen zu können. Dazu empfiehlt es sich, den Akku komplett leer zu fahren, die Reichweite zu ergründen und mit den vom Hersteller angegebenen Werten abzugleichen. Anschließend sollten auch die unterschiedlichen Lademöglichkeiten getestet werden. Der "Gesundheitszustand" der Batterie wird zudem bei Wartungen und Checks von Herstellerwerkstätten ermittelt. Dabei werden Prüfprotokolle erstellt, die sich interessierte Käufer in jedem Fall aushändigen lassen sollten. Bei gebrauchten E-Autos mit auffällig geringer Laufleistung ist generell Vorsicht angebracht, da bei längeren Standzeiten Schäden durch Tiefentladung drohen. Außerdem gilt es zu klären, welche Garantien der Hersteller auf die Batterie gibt – üblich sind fünf bis acht Jahre oder rund 100.000 bis 160.000 Kilometer. Es kann aber auch sein, dass der Akku nur vom Hersteller gemietet wurde und daher nicht mitverkauft werden kann. Beim Kauf eines gebrauchten Elektroautos kann der Vertrag dann entweder vom Vorbesitzer übernommen oder mit dem Hersteller neu abgeschlossen werden. 

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Typischer Gebrauchtwagen-Check sollte auch beim E-Auto nicht entfallen

Auch vor dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos gehört der übliche Gebrauchtwagencheck wie bei Benzin- und Dieselfahrzeugen dazu – schließlich fallen Abnutzung, Korrosion, Unfallschäden und Lücken im Serviceheft unabhängig vom Antrieb an. Im Vergleich zu Autos mit Verbrennermotor sind E-Autos aber in der Regel besser in Schuss, der Verschleiß mechanischer Komponenten ist viel geringer. So werden etwa die Bremsen dank der Rekuperation seltener benutzt. Gleichzeitig besteht dadurch jedoch die Gefahr, dass Bremsscheiben aufgrund des geringeren Einsatzes korridieren. Deswegen sollte sie auch ganz genau unter die Lupe genommen werden. Das gilt auch für den Zustand der Reifen: Wegen des höheren Anfahrdrehmoments von E-Autos, können diese schneller verschleißen. Einen kritischen Blick sollten interessierte Käufer bei gebrauchten E-Autos auch auf die leuchtend orange isolierten Hochvoltkabel werfen. Diese dürfen weder Risse oder Verbiss haben, sonst kann es schnell teuer werden. Aber Achtung, bei der Überprüfung gilt: Nur gucken, nicht berühren. Darüber hinaus sollte vor dem Kauf eines gebrauchten Elektroautos überprüft werden, welche Ladekabel vorhanden sind und wie ihr Zustand ist. Fehlende oder defekte Ladekabel führen bei der nächsten Hauptuntersuchung sonst dazu, dass der Prüfer die Plakette verweigert.

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