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Camping-Reise: Im Hymer Yosemite durch Norditalien

Im Yosemite durch unbekanntes Terrain

Martin Urbanke Geschäftsführender Redakteur Test & Reifen
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Inhalt
  1. Camping-Reise: Mit dem Hymer Yosemite durch Norditalien
  2. Kompakter Allrounder mit guter Ausstattung
  3. Kulinarische Highlights zwischen Kultur-Hochburgen
  4. Mit 5,99 m Länge prädestiniert für Städtetrips
  5. Technische Daten des Hymer Yosemite

Der Hymer Yosemite und die Region Friaul-Julisch-Venetien zeichnen sich durch ihre kompakte Größe aus und begeistern dennoch mit enormer Vielseitigkeit. Wir nehmen den Kastenwagen auf Testtour durch den italienischen Norden.

Wir betreten unbekanntes Terrain. Der nordöstliche Zipfel Italiens ist hierzulande nur wenigen vertraut. Dabei lockt die autonome Region an den Grenzen zu Österreich, Slowenien und dem Veneto mit einem breiten Spektrum an Sport und Kultur sowie Natur und feinster Kulinarik. Ab München dauert es nur gute vier Stunden, bis wir im Hymer Yosemite über Kärnten bei Nassfeld die italienische Grenze erreichen und inmitten einer imposanten Alpenkulisse auf engen Kurven in die Region Friaul-Julisch-Venetien schrauben. Noch spektakulärer ist die Anfahrt über den historischen Plöckenpass, doch der bleibt nach einem Felssturz vorläufig gesperrt. Gut, dass sich der neue Hymer Yosemite auf Basis des Fiat Ducato mit 5,99 m Länge mit etwas Umsicht beinahe wie ein normaler Pkw um enge Kurven dirigieren lässt.
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Camping-Reise: Mit dem Hymer Yosemite durch Norditalien

Große Wohnmobile und Wohnwagen-Gespanne reisen besser über die italienische A23 an, doch so oder so: Die Anfahrt ist vergleichsweise flott und lohnt sich somit nicht nur von Süddeutschland aus selbst für ein verlängertes Wochenende, zumal auch die Wege vor Ort knapp ausfallen. Von der nördlichen Staatsgrenze bis an die Adriastrände bei Grado sind es rund 130 km, von Goriza an der Grenze zu Slowenien bis Pordenone im Westen des Friaul fährt man etwa 90 km. Dadurch bleibt mehr Zeit, um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden – und davon gibt es hier auf engem Raum mehr, als man vielleicht erwartet. Mit einem kompakten Begleiter wie dem Hymer Yosemite macht das Erkunden selbst auf engeren Passagen zwischen kleinen Bergdörfern und malerischen Küstenstädten nochmal mehr Spaß.

Im Norden der Region dominieren die südlichen Ausläufer der Alpen und laden ein zum Wandern, Klettern, Paragliding und Skifahren. Auch ambitionierte Radfahrer:innen schätzen die oft verkehrsarmen, aber steigungsreichen Sträßchen. Kein Wunder, dass die Route des Giro d'Italia hier entlangführt. Unser erster Stopp ist der kleine, aber feine Campingplatz direkt am Lago di Covazzo. Hier stellen wir einmal mehr fest, dass auch der Campervan auf nur sechs Meter Länge verblüffend viel bietet: eine gemütliche Dinette mit großem Tisch und vier Sitzplätzen, zwei große und ausgesprochen bequeme Längsbetten im Heck, dazu ein großzügig dimensioniertes Doppelbett im Aufstelldach.

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Kompakter Allrounder mit guter Ausstattung

Der Hymer Yosemite bietet auf kleiner Grundfläche eine ordentliche Ausstattung. Neben den vier Schlafplätzen gibt es ein kleines, aber clever aufgeteiltes Bad mit Dusche und WC sowie eine voll funktionale Küche an Bord. Der in der Stirnseite des Küchenblocks eingelassene Kühlschrank fasst 70 l und lässt sich von beiden Seiten öffnen – also auch von außen durch die kinderleicht aufgleitende Schiebetür – und läuft nachts so flüsterleise, dass man ihn eigentlich nie hört. Dimmbare LED-Lämpchen auf vier Ebenen sorgen ganz nach Bedarf für ein wohnliches Ambiente oder eine taghelle Ausleuchtung. Die Bedienung aller Funktionen gelingt spielend leicht über das Hymer Connect-Display oder die Handy-App. Schneller und intuitiver lässt sich die Technik eines Campers kaum steuern.

 

Kulinarische Highlights zwischen Kultur-Hochburgen

Wir nutzen die Zeit auf dem Campingplatz und erkunden auf geliehenen eBikes die nähere Umgebung: Idyllische Uferwege und wenig befahrene Straßen führen einmal um den See, dessen Abfluss sich nach kurzer Strecke mit den Wassern des Tagliamento mischt. Der Tagliamento ist der letzte Wildfluss in Europa, dessen Fluten bis heute unreguliert aus den Bergen bis in die Adria strömen. Seine helltürkise Färbung verdankt er den Mineralien der speisenden Kalksteinformationen, der Schmelzwasseranteil sorgt für die kühlen Temperaturen von zehn bis zwölf Grad. Eine Rafting-Tour auf dem Fluss ist nicht nur ein sportlich-erfrischendes Highlight, sondern erlaubt dank engagierter Guides auch tiefere Einblicke in dieses einmalige Ökosystem. Wir radeln entlang des Ufers und besuchen in Bordano das Haus der Schmetterlinge, bevor wir über Interneppo auf den Spuren des Giro zum Lago di Covazzo zurückkurbeln. Jetzt haben wir Hunger!

Bis San Daniele del Friuli sind es zwar nur rund 25 km, doch die atemberaubenden Ausblicke auf das weitläufige Kiesbett des Tagliamento oder das kristallklare Wasser des idyllischen Lago di Cornino lassen uns unterwegs innehalten. Wer etwas Glück hat, kann hier bei einer Rast sogar wild lebende Geier beobachten. Im malerisch am Hang gelegenen Örtchen San Daniele – und nur hier – entsteht eine weltweit geschätzte Delikatesse: Schinken! Wie die bekannteren Sorten aus Parma oder der spanische Serrano reift San-Daniele-Schinken an der Luft und wird nicht geräuchert. Die speziellen klimatischen Bedingungen und die traditionelle Methodik der über Generationen vererbten Handwerkskunst verleihen diesem Schinken sein unvergleichlich sanftes, fast süßliches Aroma. Apropos süß: Das berühmte Dessert Tiramisu stammt ursprünglich ebenfalls aus dem Friaul. Natürlich gibt es hier auch ganz hervorragende Weine, die ihren typischen Geschmack nicht zuletzt ebenfalls dem Einfluss und dem Mikroklima des Tagliamento verdanken.

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Knapp 30 km weiter in Vivaro übernachten wir im Hymer Yosemite auf einem typischen Agriturismo mit schlichten Sanitäreinrichtungen, aber wunderschönen Stellplätzen inmitten von Weiden, Ställen und Hecken – eine Oase der Ruhe. Familien können hier "Ferien auf dem Bauernhof" erleben oder im Pool planschen und weitere kulinarische Genüsse entdecken. Unter all den selbst gemachten Leckereien hat es uns speziell die lokal produzierte Pitina angetan – eine aromatische Salami mit Polenta-Kräuter-Kruste aus Schaf-, Ziegen- und Wildfleisch sowie Schweinespeck.

Kulturfreunde stoppen unterwegs in Spilimbergo, einer von drei Städten in Italien, wo noch heute die uralte Kunstfertigkeit des Mosaik-Legens gelehrt wird. Mosaike spielen in der gesamten Region Friaul-Julisch-Venetien eine große Rolle und finden sich nicht nur in historischen Stätten wie der mittelalterlichen Altstadt in Valvasone. Der Ort verfügt zudem über einen zentral, aber ruhig gelegenen Stellplatz und gilt ganz offiziell als eines der 360 schönsten Dörfer Italiens. Übrigens: Etwa die Hälfte der insgesamt rund 65 Reisemobil-Stellplätze in der Region stehen nach wie vor kostenlos zur Verfügung.

 

Mit 5,99 m Länge prädestiniert für Städtetrips

Weiter geht es mit dem Hymer Yosemite in Richtung Süden, wo der Tagliamento in einem Delta in die Adria mündet. Naturliebhabende können in der weitläufigen Fluss- und Lagunenlandschaft vom Kanu aus die Artenvielfalt und die traditionellen Fischerhütten – die Casoni – entdecken. Solche Touren starten zum Beispiel ab dem versteckt im Schilf gelegenen Feriendorf Bilancia di Bepi, wo zudem fangfrische Fischgerichte als Stärkung serviert werden. Badeurlauber:innen zieht es hingegen eher an die Adriastrände bei Grado. Die Stadt selbst ist ebenfalls einen Besuch wert und bietet neben umfangreichen Freizeitaktivitäten eine wunderschöne Altstadt mit deutlich sichtbaren venezianischen Einflüssen – sowie ein riesiges Angebot an Restaurants aller Preisklassen. Reisemobilist:innen erfreuen sich an der hohen Campingplatz-Dichte mit umfangreichem Service- und Animationsangebot.

Vor den Toren der Stadt liegt zudem die römische Ausgrabung von Aquileia. Hier stand einst eine der größten Städte des römischen Reichs mit geschätzten 70.000 Einwohner:innen. Auch wenn bislang nur ein Bruchteil dieses unermesslichen Kulturschatzes geborgen wurde, sollte man einen vollen Tag für die Besichtigung einplanen. Allein das riesige und nahezu vollständig erhaltene Bodenmosaik der Basilika (Unesco-Weltkulturerbe!) bannt die Blicke der Besucher:innen und lässt diese Epoche vor dem geistigen Auge wieder lebendig werden.

Letztes Ziel: Triest. Dank der guten Manieren des Hymer Yosemite vergeht die Stunde Fahrt im Nu. Der kräftige 2,2-l-Turbodiesel des Fiat Ducato mit 140 PS (103 kW) schnurrt mit sonorem Ton, die Neunstufen-Automatik macht Schaltarbeit überflüssig, und das sauber abgestimmte Fahrwerk des 3,5-Tonners verblüfft selbst routinierte Kastenwagen-Reisende mit Sanftmut – sofern man den Fülldruck der Reifen auf "Komfort" eingestellt hat. Damit wären auch größere Entfernungen kein Problem.

 

Technische Daten des Hymer Yosemite

AUTO ZEITUNG 09/2024Hymer Yosemite
Technische Daten
Motor4-Zylinder, Turbo; 2184 cm³
Antrieb8-Gang, automatisch; Vorderrad
Leistung103 kW/140 PS
Max. Drehmoment380 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)5998/2050/2600 mm
Leergewicht/Zuladung2914/586 kg
Ausstattung
Sitz-/Schlafplätze4/4 
Herd/HeizungZweiflammen-Gaskocher/Diesel
Gas1 x 11 kg
Frisch-/Abwasser110/95 l
Preis
Grundpreis76.000 €
Alle Daten Werksangaben

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