Campingtoiletten: Die Vor- & Nachteile der gängigen Typen
Wer gerne autark campen oder auch mal unterwegs unabhängig von Sanitäranlagen sein möchte, setzt in Wohnmobil und Wohnwagen auf eine eigene Campingtoilette. Für alle mit selbst ausgebautem Fahrzeug oder auf der Suche nach Ersatz, stellt sich die Frage: Welche Toilettenarten gibt es und was sind ihre Vor- und Nachteile? Die AUTO ZEITUNG liefert Antworten.
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Eine mobile Campingtoilette hat echte Vorteile: Sie ist flexibel einsatzbereit, inzwischen äußerst hygienisch und idealerweise leicht zu entleeren. Vor allem Camper:innen, die auch mal abseits von Campingplätzen mit festen Sanitäreinrichtungen unterwegs sind oder bei Nacht das aufgewärmte Wohnmobil nicht verlassen möchten. Doch vom Porta Potti von Thetford über Hightech-Geräte mit Folienverschweißtechnik bis hin zu tragbaren Klapptoiletten gibt es eine gigantische Auswahl. Wir haben den Vergleich der wichtigsten Campingklo-Typen gezogen und stellen einige empfehlenswerte Modelle vor.
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Campingtoiletten: Diese WC-Typen gibt es
Wer nicht allzu oft campen geht, ist wohl kaum mit dem erstaunlichen Angebot an Campingtoiletten vertraut. Und selbst wenn der Campingplatz das zweite Zuhause ist, fragt man sich vielleicht, welche tragbare Toilette den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht. Grundsätzlich unterscheidet man bei Campingtoilette folgende Arten:
Eimer- und Falttoilette
Die Eimertoilette besteht, wie der Name bereits verrät, aus einem Eimer mit einem darauf befestigten Sitz und Deckel. In der Regel wird ein Kunststoffbeutel in den Eimer eingespannt, der nach Gebrauch entsorgt wird.
Die faltbare Toilette besteht aus einem Kunststoff-Sitz bzw. einer Klobrille (oft mit Deckel) und daran befestigten Beinen wie bei einem Klappstuhl oder einer faltbaren Box. Auch hier dient ein Kunststoffbeutel als Auffangvorrichtung, dieser wird in eine Halterung unter den Sitz eingehängt.
Vorteile: Beide sind die einfachste sowie günstigste Variante. Dank kompakter Maße sind sie zudem ideal für den Transport und benötigen minimalen Stauraum.
Nachteile: Bieten weniger Stabilität und Komfort als andere Modelle, müssen in der Regel nach jeder Benutzung geleert werden.
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Kompost- und Trockentrenntoilette
Die Trockentrenntoilette trennt dank separater Auffangbehälter flüssige von festen Ausscheidungen. Feste Abfälle lassen sich so sehr einfach kompostieren oder entsorgen, je nachdem ob ein biologisch abbaubarer Beutel oder ein herkömmlicher Kunststoffbeutel genutzt wird. Flüssigkeiten werden in einem separaten Kanister gesammelt und lassen sich so getrennt und einfach entsorgen. Damit es nicht zur Geruchsbildung kommt, wird in der Regel nach jedem Toilettengang spezielles Streu in den Feststoffbehälter geschüttet. So wird der Kot getrocknet, die Gasbildung gehemmt und kompostieren lässt sich alles auch leichter.
Eine Komposttoilette funktioniert ähnlich, geht noch eine Stufe weiter. Hier kommen meist weder Beutel noch Streu zum Einsatz. Stattdessen wird vor der ersten Benutzung zunächst eine Schicht Streu, meist Kokosfasern, ausgelegt. Nach jedem Toilettengang wird per Kurbel alles im Feststofftank vermischt und bereits dort kompostiert, weshalb Wechselintervalle von mehreren Wochen üblich sind. Urin wird auch hier separat aufgefangen und der Kanister alle paar Tage geleert.
Vorteile: Sie ist umweltfreundlich, da keine Chemikalien und kein Spülwasser benötigt werden und verbreitet weniger Gerüche.
Nachteile: Sie sind in der Anschaffung etwas teurer und benötigen mehr Platz im Wohnmobil oder Wohnwagen als kleinere Falttoiletten. Zudem ist für einen längeren Einsatz Streu notwendig.
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Kassetten- und Chemietoilette
Chemietoiletten verfügen über zwei Tanks, einen für frisches Spülwasser und einen für die Abfallentsorgung, die sogenannte „Kassette“, weshalb auch der Begriff „Kassettentoilette“ geläufig ist. Je nach Modell ist die Spülung per Handpumpe, bei vielen Geräten für den Festeinbau im Wohnmobil sogar elektrisch möglich. Der Einsatz spezieller Chemikalien ist für die Verwendung jedoch unabdingbar. Die Sanitärzusätze halten die Tanks in einem hygienischen Zustand und zersetzen die Abfälle. Das verhindert zudem die Geruchsbildung, weshalb die Toiletten im Allgemeinen die komfortabelste Art von Campingklos sind.
Vorteile: Sie bieten einen hohen Komfort mit effektiver Geruchsneutralisation, eine einfache Handhabung und sind leicht zu transportieren.
Nachteile: Der Spültank muss regelmäßig Wasser aufgefüllt und der Braunwassertank entleert werden. Zudem funktioniert diese Art von Campingtoilette nur durch den Einsatz von Chemikalien.
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Verschweißtoilette
Noch luxuriöser als eine Verschweißtoilette ist nur die Festtanktoilette teurer Liner und Yachten. Denn eine Verschweißtoilette macht nicht nur das Hantieren mit Chemie und Streu überflüssig, sondern nimmt auch der Entsorgung jeglichen Ekelfaktor. Denn hier kommt ein Tütenschlauch zum Einsatz. Dieser befindet sich ganz normal im Toilettenkörper und sammelt die Notdurft. Anschließend verschweißen integrierte Heizdrähte den Schlauch und schaffen so ein einfach zu entsorgendes, geruchsfreies Paket. Natürlich hat die Technik auch ihren Preis, weshalb sie eher als teure Option für Premium-Wohnmobile gilt und von Nachrüster:innen eher selten genutzt wird.
Vorteile: Durch Verschweißen der Fäkalien sehr hygienisch, arbeitet ohne Wasser und Chemikalien.
Nachteile: Sehr teuer in der Anschaffung, kann nur mit speziellen Tüten befüllt werden, benötigt für den Betrieb Strom.
Darauf sollte man beim Kauf einer Campingtoilette achten
Um herauszufinden, welche mobile Toilette, beziehungsweise Campingtoilette den eigenen Anforderungen entspricht, gibt es einige wichtige Kriterien zu berücksichtigen. Die Unterschiede liegen beispielsweise bei Größe, Gewicht, Fassungsvermögen und Belastbarkeit. Je nach Bedarf sollten hier also das richtige Volumen und eine entsprechende Stabilität gewählt werden. Zudem stellt sich die Frage zum Spülsystem, ob eine Füllstandanzeige gewünscht ist, wie gut das Produkt zu reinigen ist und natürlich welchen Preis man für die Toilette zahlen möchte.
Wer weniger putzen bzw. nachfüllen möchte und sich nicht scheut, die Fäkalien in einem Kunststoffsack selbst zu entsorgen, ist auch mit einer Klapptoilette gut ausgestattet. Wer umweltbewusst handeln will, kann mit einer Kompost-Toilette Chemikalien und Plastikmüll einsparen. Wer dagegen mehr Komfort wünscht oder das WC in einem Reisemobil einbauen möchte, kommt aus Hygienegründen oft nicht um das Chemie-WC herum.
Welches Zubehör benötigt man für eine Chemietoilette?
Chemietoiletten werden für gewöhnlich mit zwei unterschiedlichen chemischen Substanzen befüllt. In den Frischwassertank der Toilette gibt man Sanitärflüssigkeit zur Säuberung und Desinfektion der Schüssel. Diese reinigt das Becken und den Schieber der Campingtoilette und hinterlässt eine dünne Schutzschicht. Der Abwassertank hingegen wird mit Chemikalien zur Geruchshemmung und Zersetzung der Fäkalien gefüllt.
Zudem benötigt man schnell zersetzbares Toilettenpapier, da herkömmliche Produkte aus dem Drogerie- oder Supermarkt für die Chemie oft nicht auflösbar sind.
FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Campingtoiletten
Was ist die beste Campingtoilette?
Die beste Campingtoilette ist die, die am besten zu den eigenen Anforderungen passt. Wer hohen Wert auf Komfort und wenig Geruchsbelästigung legt, greift zu einer Chemietoilette, die aber teurer ist und mehr Platz in Wohnmobil oder Caravan einnimmt. Wer dagegen nach einer besonders günstigen Lösung sucht, nimmt einfache Falt- oder Beuteltoiletten. Trockentrenntoiletten sprechen dagegen alle an, die einen Mix aus Umweltfreundlichkeit und Komfort suchen.
Wie entsorgt man den Inhalt einer Campingtoilette richtig?
Wie der Inhalt einer Campingtoilette entsorgt wird, hängt stark vom Typen ab. Hier alle im Schnelldurchlauf erklärt:
Zum Entleeren einer Chemietoilette wird die sogenannte Kassette herausgenommen. Durch den Zusatz von Chemie darf das Abwasser aber keinesfalls in der Natur oder über einen Komposthaufen entsorgt werden. Camper:innen müssen hierfür einen geeigneten Entsorgungsplatz ansteuern. Diese sogenannten „Dump-Stations“ oder „Sani-Dumps“ findet man zumeist auf den Campingplätzen selbst, seltener auch auf Rastplätzen entlang beliebter Reiserouten. Eine Entsorgung über ein Fest-WC ist in der Regel ebenfalls möglich, auf vielen Campingplätzen aber aus hygienischen Gründen untersagt.
Einfacher ist dagegen die Entleerung von Falt- oder Eimer-WCs. Denn hier wird in der Regel ein Beutel zur einmaligen Anwendung eingehängt. Ist die Notdurft verrichtet, wird dieser Beutel einfach über den Restmüll entsorgt. Einige WC-Hersteller empfehlen die Verwendung von biologisch abbaubaren Beuteln. So lässt sich der Inhalt auch über den Komposter entsorgen.
Trockentrenntoiletten machen das Sammeln und Entsorgen einfacher. Denn hier ist ein Beutel in der Regel obsolet. Urin und Feststoffe werden getrennt aufgefangen und lassen sich ebenso getrennt entsorgen. Flüssige Abfälle können einfach ins nächste Fest-WC gekippt werden (Campingplatz-Regeln zur Toilettenentleerung beachten!), während feste Fäkalien über den Kompost entsorgt werden können.
Wie kann man Gerüche vermeiden?
Besonders bei einfacheren mobilen WC-Typen ist der Geruch wohl der größte Störfaktor. Am einfachsten lässt sich Geruchsbildung mit speziellem Streu unterbinden. Einige Hersteller bieten hierfür eigens Produkte an, etwa auf Hanfbasis, die nach dem Toilettengang in den Feststofftank der Trenntoilette gestreut werden. Auch bei Eimertoiletten kann Streu helfen, Gerüche zu binden. Wer kein Spezialprodukt kaufen möchte, kann zur Not auch auf Katzenstreu zurückgreifen. Zudem hilft selbstverständlich: Bei Nichtgebrauch gehört der Deckel des Reise-WCs geschlossen.
Wie oft kann man eine Campingtoilette nutzen?
Auch hier ist die Antwort typenabhängig:
Chemietoilette: So lange, bis der Braunwassertank voll ist. Daher ist auch eine Nutzung über mehrere Tage möglich, spätestens nach zwei bis vier Tagen – je nach Außentemperatur und Füllstand auch früher – wird eine Entleerung aber aus Hygienegründen empfohlen.
Trockentrenntoilette: Je nach Modell und Nutzungshäufigkeit genügt es auch hier, Urinkanister und Feststoffbehälter alle zwei bis drei Tage zu entleeren. Wichtig: Ausreichend Streu hemmt die Geruchsbildung der Feststoffe.






















