Mazda6 Kombi gegen VW Passat Variant: Resultat des Tests

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VW Passat Variant/Mazda6 Kombi: Kombis; zwei Autos, fahrend; Frontansicht
VW Passat Variant/Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Der in die Jahre gekommene und erfahrene Mazda6 ist der erste Konkurrent des brandneuen VW Passat. Wer hat die Nase vorn?

VW Passat Variant; Kombi; fahrendes Auto; Frontansicht
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Der neue Passat wurde dynamischer denn je gezeichnet – und besitzt dennoch größere Glasflächen.

Mazda6 Kombi; fahrendes Auto; Frontansicht
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Seit 2018 im Programm wird der Mazda6 stetig überarbeitet.

VW Passat Variant; fahrendes Auto; Heckansicht
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Das adaptive DCC Pro-Fahrwerk bietet dank großer Spreizung einen klaren Mehrwert.

Mazda6 Kombi; fahrendes Auto; Heckansicht
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Das konventionelle Mazda-Fahrwerk kann keine Glanzpunkte setzen.

VW Passat Variant; Innenraum; Cockpit; Armaturen; Bildschirm; Lenkrad
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Schöne neue Welt? Gut bedienbares Lenkrad trifft auf riesigen Touchscreen.

Mazda6 Kombi; Innenraum; Cockpit; Armaturen; Bildschirm; Lenkrad
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Gewöhnungsbedürftige Farbgebung im Sondermodell, übersichtliches Cockpit.

VW Passat Variant; Innenraum; Cockpit; Armaturen; Bildschirm
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Die verstärkte Digitalisierung des Passat beruht zum Teil auf aufpreispflichtigen Features. So ist der zentral sitzende Touchscreen nur dann 15 Zoll groß, wenn man die Business-Ausstattung (5050 Euro) mit dem Discover Pro Max-Navi (1185 Euro) bestellt . Will man mit dem Basismodell navigieren, bieten sich immerhin kabelloses Android Auto und Apple CarPlay an – oder das Navigationssystem Discover für 1455 Euro, das dann den 12,9-Zoll-Bildschirm nutzt. Das beinhaltet immerhin auch schon den Sprachassistenten IDA und eine induktive Ladeschale. Die Bedienung geht einfach von der Hand, weil VW aus Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Harman-Kardon-Sound kostet 910 Euro.

Mazda6 Kombi; Innenraum; Cockpit; Armaturen; Bildschirm
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Keine Qual der Wahl: Der 194 PS starke Mazda6 Kombi fährt serienmäßig mit einem Navigationssystem vor, dessen acht Zoll großer Bildschirm schon das Ende der konfigurierbaren Fahnenstange markiert. Android Auto und kabelloses Apple CarPlay holen das Smartphone, das induktiv laden kann, aufs Display, und ein Dreh-Drück-Steller gestaltet die Bedienung maximal einfach – im Stand funktioniert der Bildschirm zudem als Touchscreen. Erweiterte Online- und Remote-Funktionen sucht man aber vergebens. Nostalgiker freuen sich über einen AUX-Eingang, Audiophile über den serienmäßigen Bose-Klang. USB-A-Schnittstellen unterstreichen das fortgeschrittene Alter des Systems.

VW Passat Variant; Innenraum; Cockpit; Sitze
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Sehr bequemes, langstreckentaugliches Gestühl mit ausziehbarer Sitzfläche.

Mazda6 Kombi; Innenraum; Cockpit; Sitze
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Man sieht es den Sitzen fast schon an: wenig Seitenhalt und kurze Sitzfläche.

VW Passat Variant; Innenraum; Cockpit; Sitze; Rücksitzbank
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Während man im VW eine große Beinfreiheit genießt, ...

Mazda6 Kombi; Innenraum; Cockpit; Sitze; Rücksitzbank
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

... wird der Fond im Mazda schnell eng für groß gewachsene Personen.

VW Passat Variant; Innenraum; Kofferraum
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Im Kofferraum vom Passat ist mit 690 bis 1920 l ordentlich Platz.

Mazda6 Kombi; Innenraum; Kofferraum
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Der Mazda kann da mit 522 bis 1664 l nicht ganz mithalten.

VW Passat Variant; Motorraum; Motor
VW Passat Variant Foto: Frank Ratering

Der Verbrauchsunterschied beläuft sich auf 1,4 l im Sinne des Passat.

Mazda6 Kombi; Motorraum; Motor
Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Kraft aus der Tiefe des Raums: 2,5-l-Saugmotor mit ganz eigener Charakteristik.

VW Passat Variant/Mazda6 Kombi; zwei Autos, fahrend; Heckansicht
VW Passat Variant/Mazda6 Kombi Foto: Frank Ratering

Trotz seines Alters hält sich der Mazda tapfer im Vergleich – muss sich am Ende jedoch dem klar moderneren Auto geschlagen geben.

Den VW Passat gibt es nur noch als Variant – aus guten Gründen, denn kaum eine Karosserieform ist praktischer. Das weiß auch Mazda und schickt den etablierten Mazda6 Kombi mit 194 PS in den Vergleichstest.

Mazda6 Kombi und VW Passat Variant im Vergleichstest

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte jeder arrivierte Hersteller jenseits der Premium-Liga einen eigenen Mittelklasse-Kombi im Programm. Insignia, Talisman, Avensis oder Mondeo – durchweg klangvolle Namen, die mittlerweile genau eins eint: Es gibt sie nicht mehr. Dass es auch anders geht, beweist der Mazda6 Kombi, dessen dritte Generation bereits seit 2012 auf unseren Straßen fährt. Ständig und stets behutsam gepflegt, tritt also ein Routinier an, um dem neuesten VW Passat Variant das Leben schwer zu machen. Ein etablierter, in Würde gereifter Kontrahent, der dem neu aufgelegten Klassiker aus Wolfsburg, pardon: Bratislava, so richtig einheizen will. Unter den Hauben steckt jeweils ein Vierzylinder-Benzinmotor, der die Vorderräder antreibt. Der Passat muss sich mit 150 PS (110 kW) begnügen, während der 6 vergleichsweise üppige 194 PS (143 kW) entwickelt. Bodenständig fällt hüben wie drüben das Drehmoment von rund 250 Nm in diesem Vergleichstest aus.
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Leslie & Cars fährt den VW Passat (2024) im Fahrbericht (Video):

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Video: AUTO ZEITUNG

Karosserie: VW moderner, Mazda praktischer

Schon der Mazda6 Kombi ist mit seinen glatten 4,80 m Außenlänge ein großes Auto, doch der VW Passat Variant setzt nochmal fast zwölf Zentimeter drauf. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an den Innenraum. Und der Volkswagen enttäuscht nicht: Vorn etwas und hinten viel mehr Bewegungsfreiraum – speziell für Kopf und Beine – rechtfertigen das Längenwachstum. Auch der Kofferraum fällt eine ganze Nummer größer aus, wenngleich der Mazda hier durchaus Werte auf Klassenniveau bietet. Bei den klassischen Kombi-Tugenden kann sich der Passat also bestens in Szene setzen und offeriert mit seiner serienmäßigen Durchreiche sowie einer niedrigeren Ladekante und der größeren Stehhöhe zudem eine bessere Alltagstauglichkeit. Der 6er kann immerhin bei der Zuladung mithalten und gefällt darüber hinaus mit Ablagen, die der Passat so nicht hat – etwa für Brillen im Dachhimmel oder Kleinkram links neben dem Lenkrad. Doch auch der Volkswagen präsentiert sich in diesem Vergleichstest wunderbar flexibel konstruiert, hat riesige und zudem mit Filz ausgekleidete Türtaschen und eine Mittelkonsole ohne platzraubenden Automatik-Wählhebel.

An der Bedienung des VW Passat Variant scheiden sich die Geister. Der große 15-Zoll-Bildschirm liegt zwar griff- und blickgünstig, bündelt aber auch fast alle Funktionen und Einstellungen, für die der Mazda6 auf der anderen Seite noch echte Knöpfe besitzt. Dessen Dreh-Drück-Steller hat sich über die Jahre bewährt, über ihn bedient man aber ein mittlerweile reichlich angestaubtes Infotainment. Wer darauf keinen Wert legt und sich an analogen Instrumenten erfreut, dürfte den Mazda mögen. Qualitativ liegt der VW hier vorne: Er erfreut mit soliden Materialien und einer – abgesehen vom merkwürdig sitzenden Tankdeckel – sauberen Verarbeitung. Das Plastik im Mazda wirkt dagegen einfacher, und fehlender Klarlack auf der Innenseite der Heckklappe lassen Liebe zum Detail vermissen.

Fahrkomfort: Mazda6 Kombi schlägt sich erstaunlich gut

Während der Mazda6 Kombi auf optionalen Schnickschnack – den es auch gar nicht gibt – verzichtet, fährt der VW Passat Variant mit einem ganzen Arsenal an Komfort- und dynamiksteigernden Maßnahmen vor. Da wären zum einen die sehr bequemen Sport-Komfortsitze mit ergo-Active-Label. Angenehmer Seitenhalt, ausziehbare Oberschenkelauflagen und eine straffe, gut unterstützende Polsterung sind nur einige der Vorzüge, die der Mazda so nicht bieten kann. Seine Sitze sind zudem lascher in der Unterstützung mit zu knapper Beinauflage. Auf der Habenseite weist der Japaner die geringeren Innengeräusche auf. Dass es subjektiv eher umgekehrt ist, hat mit der Drehzahlhungrigkeit des Saugmotors zu tun, die das Geräuschniveau unter Last nach oben schraubt. Auch das Fahrwerk wirkt in diesem Vergleichstest weniger gut gedämmt als das des Passat.

Durchaus beachtlich schlägt sich der Mazda auf den Komfort-Strecken des Contidroms. Sein klassisches Fahrwerk präsentiert sich ausreichend komfortabel, kommt allerdings besonders beladen schneller an seine Grenzen. Was heute möglich ist, zeigt der VW, der mit seinem optionalen DCC Pro-Fahrwerk adaptive Dämpfer mit zwei Ventilen – jeweils eins für Druck- und Zugstufe – besitzt. Das Ganze ergibt einen deutlich gehobenen Federungskomfort und bietet auf groben Verwerfungen mehr Reserven. Leichte Abzüge gibt es für das Ansprechverhalten auf Kanten und Querfugen.

Motor/Getriebe: Keiner ist so richtig spritzig

Als Mazda6 Kombi Skyaktiv-G 194 vertraut der Japaner auch 2024 auf einen großvolumigen Saugmotor, eine Zylinderabschaltung und eine sechsstufige Automatik. Die Fahrleistungen sind auf dem Papier allerdings munterer als in der Realität. Das Verlangen nach Drehzahlen mag zwar bei Sportwagen zum guten Ton zu gehören, in einem Mittelklasse-Kombi wünscht man sich allerdings mehr Spritzigkeit untenherum und ein souveräner agierendes Getriebe. Die Spritzigkeit kann der VW Passat 1.5 eTSI zwar nicht liefern, er kämpft mit seinem Turbo und dem engagierten Doppelkupplungsgetriebe aber emsig gegen den Leistungsnachteil an – wirklich launig motorisiert ist allerdings keiner der beiden Testkandidaten in diesem Vergleichstest . Die Punkte, die der Mazda bei den Beschleunigungswerten sammelt, holt der mildhybridisierte, ebenfalls mit Zylinderabschaltung arbeitende VW beim Verbrauch mehr als auf: Hier rauschen auf 100 km 1,4 l weniger durch – ein echtes Pfund, das sich im Verbund mit dem größeren Tank zu einer vierstelligen Reichweite summiert. So lassen sich die schlechtere Laufkultur und die zähen Fahrleistungen leichter verschmerzen.

Fahrdynamik: Trotz Leistungsnachteil ein Punkt für den VW Passat 1.5 eTSI

Dass beide Kontrahenten keine Dynamiker sind, haben sie schon im Motorenkapitel angedeutet. Bemerkenswert ist allerdings die Tatsache, dass sich der VW Passat 1.5 eTSI trotz seines Leistungsnachteils von immerhin 44 PS (32 kW) auf dem Rundkurs einen kleinen Vorsprung erarbeiten kann. Er liegt deutlich satter und neutraler auf der Straße, verkneift sich allzu große Aufbaubewegungen und lässt sich mit seiner gefühlvollen Lenkung sauber um den Kurs manövrieren. Die Tatsache, dass sich sein ESP nicht mehr abschalten lässt, hemmt ihn deutlich weniger als die fehlende Motorleistung. Der Mazda6 Kombi Skyaktiv-G 194 kämpft stärker mit den Gesetzen der Physik: Er schiebt früher über die Vorderräder, drängt mit seiner Masse stärker nach außen und verlangt nach größeren Lenkwinkeln. Auch beim Pedalgefühl, speziell dem der Bremse, muss er dem Passat in diesem Vergleichstest den Vortritt lassen. Das gilt ebenso für die Verzögerungswerte – hier nimmt der Volkswagen seinem japanischen Kontrahenten jeweils entscheidende Meter ab und kann so sein Punktekonto weiter fleißig füllen. Dass er trotz größerer Außenlänge einen kleineren Wendekreis hat, passt da ins Bild.

Umwelt/Kosten: Hoher Verbrauch kostet dem Mazda6 Kombi Skyaktiv-G 194 Punkte

Weil der Mazda6 Kombi Skyactiv-G 194 die Topmotorisierung der Baureihe darstellt, ist nicht nur der Einstiegspreis höher, sondern auch das Ausstattungsniveau, das hier erst mit der großzügig bestückten Exclusive-Line startet. Beim VW Passat 1.5 eTSI verhält es sich tendenziell andersherum. Sein günstigerer Grundpreis ist der Basisversion geschuldet, die vergleichsweise einfach ausgestattet ist und sich nicht mit allen Optionen hochrüsten lässt. Was das unterm Strich bedeutet, zeigt der im Vergleichstest bewertete Preis, der die 5050 Euro teurere Business-Ausstattung bedingt. Ein Punkt, bei dem man in Wolfsburg gern mal nach Fuchū bei Hiroshima schauen darf, ist die Neuwagengarantie. Satte acht Jahre lang vertraut Mazda seinem Produkt, während man bei VW mit zwei Jahren Neuwagengarantie knausert. Geringere Werkstatt- und Versicherungskosten untermauern den ersten Kapitelsieg des Routiniers – der allerdings zu spät kommt. Weil der Passat mit den geringeren Kraftstoffkosten und den besseren Emissionswerten aufwarten kann, fährt das neuere Produkt mit sattem Vorsprung Richtung Ziel.

Technische Daten und Messwerte von Mazda6 Kombi Skyaktiv-G 194 und VW Passat 1.5 eTSI

AUTO ZEITUNG 13/2024Mazda6 Kombi Skyaktiv-G 194VW Passat 1.5 eTSI
Technik
Motor4-Zylinder, 4-Ventiler; 2488 cm³4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo; 1498 cm³
Antrieb6-Stufen; automatik; Vorderrad7-Gang; Doppelkupplung; Vorderrad
Leistung143 kW/194 PS110 kW/150 PS
Max. Drehmoment258 Nm250 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4800/1840 (2103)*/1475 mm4917/1849 (2093)*/1521 mm
Leergewicht (Werk/Test)1548/1593 kg1497/1610 kg
Kofferraumvolumen522-1664 l690-1920 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)8,2 s9,9 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)223 km/h222 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
36,3/35,8 m35,3/34,4 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)8,0 l S/7,6 l S6,6 l S/5,4 l S
Preise
Grundpreis45.150 €40.395 €
Testwagenpreis45.150 €49.810 €
*Breite mit Außenspiegel

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Mazda6 KombiSkyaktiv-G 194VW Passat 1.5 eTSI
Karosserie (1000)670734
Fahrkomfort (1000)724768
Motor/Getriebe (1000)642681
Fahrdynamik (1000)598635
Eigenschaftswertung (4000)26342818
Kosten/Umwelt (1000)357331
Gesamtwertung (5000)29913149
Platzierung21

Fazit

Der Testsieger VW Passat 1.5 eTSI überzeugt mit viel Platz, dem geringeren Benzinverbrauch und dem besseren Fahrkomfort. Mit dem müden Antrieb muss man aber leben wollen. Der Mazda6 Kombi Skyactiv-G 194 kann seinen Leistungsvorsprung im Gegenzug allerdings nicht entscheidend nutzen, denn abgesehen von den besseren Fahrleistungen hat er dem frischeren Konkurrenten nur wenig entgegenzusetzen. Sein fortgeschrittenes Alter könnte für den ein oder anderen Interessenten aber auch ein gutes Kaufargument sein, denn analoger kann man in der Mittelklasse im Jahr 2024 wohl kaum noch fahren.