AUTO ZEITUNG 15/2020: Heft-Vorschau Neue AUTO ZEITUNG jetzt im Handel!

von Volker Koerdt 24.06.2020

In der AUTO ZEITUNG 15/2020 geben wir einen Ausblick auf die Neuheiten von VW, haben BMW M8 und Porsche 911 Turbo S sowie Opel Astra und Opel Grandland X im Vergleichstest. Mit dem Ford Mustang besuchen wir das Sauerland und arrangieren außerdem ein Treffen zwischen Dodge Viper und Lamborghini Diablo. Dazu weitere Tests und Vergleiche!

Die Lage bei VW ist ein zentrales Thema der AUTO ZEITUNG 15/2020. Seit Tagen dominiert Volkswagen die Schlagzeilen in der Presse. Konzernchef Herbert Diess steht in der Kritik, und bei den Problemen von Golf und ID.3 könnte man meinen, dass VW keine weiteren Modelle mehr hat. Zugegeben, der Golf ist wichtig für die Gegenwart und der ID.3 für die Zukunft. Doch Volkswagen hat noch andere Pfeile im Köcher. Längst ist der Tiguan mit über 911.000 Einheiten der meist verkaufte VW und Volkswagen ist immer noch Marktführer in Deutschland, Europa und China, dem wichtigsten Markt der Welt. Mit dem neuen Arteon Shooting Brake, den wir in der AUTO ZEITUNG 15/2020 und online vorstellen, definiert Volkswagen bei den Limousinen sein Flaggschiff neu. Hochwertige Qualität, moderne Ausstattung – es geht also. Doch tatsächlich sind die Probleme in Wolfsburg nicht gering zu schätzen – und sie müssen schnellstens gelöst werden. Die technischen Probleme beim Golf sind Stockfehler, die in der Tat nicht hätten passieren dürfen. Die Ikone von VW sollte funktionieren, bevor sie auf den Markt kommt. Komplizierter ist die Problematik bei dem ID.3. Kein anderer traditioneller Volumen- oder Premiumhersteller hat sich bisher so radikal der Elektromobilität zugewandt wie VW. Plattform, Antrieb, Elektronik, Updates over the Air – alles neu. Hier hat Konzernchef Herbert Diess sicher die Komplexität unterschätzt. Mehr zum Thema: Das VW Arteon Facelift feiert Premiere

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AUTO ZEITUNG Classic Cars 08/2020: Vorschau Die Themen der neuen Classic Cars

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Spannende Themen in der AUTO ZEITUNG 15/2020

Doch dabei sind auch hochrangige Ingenieure verschlissen worden. Volkmar Tanneberger, der einst der Verantwortliche für die Elektronik war, wurde von Diess nach China geschickt. Er hat inzwischen das Unternehmen verlassen. Ex-Seat-Entwicklungsvorstand Matthias Rabe wurde nach Wolfsburg geholt, um zusammen mit Frank Welsch, Entwicklungsvorstand VW, die Probleme zu lösen. Auch mit ihm kam Diess nicht klar. Er wurde nach England als Entwicklungschef zu Bentley geschoben. Bei Volkswagen hätte man wissen müssen, dass Personalführung noch nie die Stärke von Herbert Diess war. Schließlich galt er auch in seiner Funktion als Entwicklungsvorstand bei BMW als ruppig im Umgang mit seinen Angestellten. Auch ins konstruktive Detail verbiss er sich nie – hinter vorgehaltener Hand sagen sie in Wolfsburg schon, dass mit Winterkorn dieses technische Drama nicht passiert wäre. Diess Stärken liegen auf einem anderen Parkett. Das hat er auch schon hinlänglich bewiesen. Diess ist ein Kostenkiller, kein Konstrukteur. Er hat bei BMW für blendende Renditen gesorgt und hat, das darf man nicht vergessen, VW aus der größten Krise der Geschichte geführt. 2019 war für Volkswagen ein Rekordjahr, auch dank Diess, und er ist seit Monaten der einzige Automobilvorstand, der sich auch in der Öffentlichkeit aus der Deckung traut. Manchmal nicht immer glücklich, aber da war man in Wolfsburg mit Matthias Müller schon anderes gewohnt. Herbert Diess hat im Konzern noch weitere Baustellen als den Golf und den ID.3. Audi ist noch immer nicht da, wo die Marke einst war, und auch Bentley hat die Krise noch längst nicht überstanden. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Aufsichts- und Betriebsrat ist Diess nun seine Funktion als VW-Markenchef los. Nachfolger ist Ralf Brandstätter, der sich intensiv um die Marke kümmern soll. Wahrscheinlich passt das auch besser zur Kultur von VW, denn die VW-Entwickler sind aus ihrer Vergangenheit den ausführlichen Dialog mit den Vorständen gewohnt. Das ist anders als bei BMW, wo die Baureihenleiter mehr Entscheidungsfreiheit besitzen. Diess soll sich nun ganz auf die Funktion des Konzernchefs konzentrieren. Werden der ID.3 und die Elektrostrategie ein Erfolg, dann ist Herbert Diess der Star. Wenn nicht, wird es eng für ihn.

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