Touchscreen im Auto: Sicherheitsrisiko & Tesla-Urteil Tesla-Fahrer wegen Touchscreen-Bedienung verurteilt

von AUTO ZEITUNG 13.10.2020

Touchscreens verdrängen zunehmend Knöpfe und Schalter: Einige Forscher meinen, dass wir unsere Sicherheit riskieren. Das Urteil gegen einen Tesla-Fahrer Anfang August 2020 könnte weitreichende Folgen haben!

Der US-Autobauer Tesla setzt schon seit Jahren auf Touchscreens. In sämtlichen Modellen werden viele Systeme und Fahrzeugfunktionen über einen großen zentralen Bildschirm bedient. Auch andere Hersteller finden zunehmend Gefallen am berührungsempfindlichen Bildschirm. Nachdem die Nutzung von Handys und anderen elektronischen Geräten am Steuer bereits seit einigen Jahren untersagt ist, rückt nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe nun allerdings auch der Touchscreen in den Fokus. Ein Tesla-Fahrer war bei Starkregen mit seinem Elektrofahrzeug unterwegs und wollte die Geschwindigkeit des Scheibenwischers erhöhen. Dazu musste er sich durch ein Untermenü auf dem Zentralbildschirm des Infotainmentsystems klicken, was zur Ablenkung und einer Kollision mit mehreren Bäumen führte. Der Fahrer wurde wegen der verbotenen Nutzung eines elektronischen Geräts zu einer Geldbuße und einem Monat Fahrverbot verurteilt. Das OLG Karlsruhe bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz Anfang August 2020. Notwendige Funktionen dürfen demnach auch auf einem fest verbauten Touchscreen nur bedient werden, wenn es den Fahrer nicht zu stark ablenkt. Die Haftung bleibt beim Fahrer und muss nicht vom Hersteller übernommen werden. Ob weitere Gerichte die Sichtweise des OLG Karlsruhe teilen, bleibt abzuwarten. Doch wenn das Urteil kein Einzelfall bleiben sollte, dürfte so mancher Autobauer sein Bedienkonzept wohl noch einmal überdenken. Mehr zum Thema: Die Strafen für die Benutzung des Handys am Steuer

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Urteil gegen Tesla-Fahrer wegen Touchscreen-Bedienung

Wer heute auf dem Fahrersitz eines Autos platznimmt, sitzt dank Touchscreens zunehmend in einer Multimediazentrale. Immer mehr Funktionen und Einstellmöglichkeiten stehen zur Verfügung und werden nicht selten auf den berührungsempfindlichen Bildschirm verbannt. "Es stellt sich die Frage, ob Touchscreens im Auto gut für die Sicherheit sind. Studien zeigen, dass mit haptischer Rückmeldung weniger Fehler gemacht werden. Sie sind intuitiver und schneller zu bedienen." sagt Christian Hatzfeld, der an der Technischen Universität Darmstadt das Tasten erforscht. Wenn Touchscreens in Autos integriert würden, so müsse die Vielzahl an Informationen sinnvoll kanalisiert werden. Der Fahrer muss ohne Ablenkung Einstellungen vornehmen können. Wenn aber auf der glatten Oberfläche nicht zu ertasten ist, ob der Fahrer eine neue Route eingibt oder einen Anruf tätigen will, könnte das zum Problem werden.

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Ist der Touchscreen im Auto ein Sicherheitsrisiko?

Martin Grunwald, der an der Universität in Leipzig Haptik untersucht, sieht den Einzug der Touchscreen-Technologie kritisch: "Wir berauschen uns an der Technik. Wir können Touchpads in Autos einbauen, deshalb machen wir es auch", so Grunwald. "Was braucht der Mensch aber? Beim Autofahren in erster Linie Konzentration auf die Fahrbahn, keine multimediale Unterhaltung." Touchscreens bräuchten permanenten Augenkontakt. "Das ist für die Sicherheit ein großes Problem." Dabei zeigen Studien, dass gerade die Verbindung von Sehen, Tasten und Hören für die Konzentration auf das Fahren am besten ist. "Eine Kombination aus visuellem, akustischen und haptischen Feedback ist am geeignetsten, um Fehler zu reduzieren", schrieb ein internationales Team von Wissenschaftlern der Universität in Pittsburgh. Selbst wenn nur das Navigationssystem bedient werde, könnte dies zu erheblicher Ablenkung führen. Mehr Einstellungen in die Systeme zu integrieren, erhöhe die ohnehin schon hohe Belastung während des Autofahrens.

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