Bürstner Papillon: Der Spar-Van wird zum Modelljahr 2027 teurer
Ein fertiger Campervan zum Kampfpreis ab 44.000 Euro: So lässt sich das Konzept des Bürstner Papillon beschreiben, mit dem die Hymer-Tochter Neulinge für die komplett neu ausgerichtete Campingfahrzeug-Marke begeistern will. Die Ausstattung fällt dabei betont individuell aus.
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.
Preis: Bürstner Papillon ab 43.999 Euro
Alles auf Anfang in Kehl: Bürstner ließ vor dem Caravan Salon 2025 keinen Stein auf dem anderen. Erst ein neues Logo, dann eine komplett neue Modellpalette. Bürstner verabschiedet sich somit ein Stück weit von der Strategie größtmöglicher Modellvielfalt, verschlankt sein Angebot deutlich und schärft zugleich das Profil.
Zum Modelljahr 2026 blieben drei Campingfahrzeuge im Programm: den Signature als neuen Teilintegrierten, den Habiton als Premium-Kastenwagen auf Mercedes Sprinter-Basis und eben den hier, der Bürstner Papillon, als Campervan für preisbewusste Käufer:innen. Das abgespeckte Modell soll die Marke attraktiver für Einsteiger:innen machen. Klingt nach einer wundersamen Verwandlung? Ist es in gewisser Weise auch: Wie ein Schmetterling, der das Raupenstadium verlässt. Insofern scheint die Modellbezeichnung Bürstner Papillon – französisch für Schmetterling – ganz passend gewählt.
Der Bürstner Papillon, der auf dem Citroën Jumper basiert, kommt zunächst in nur einem Grundriss mit sechs Metern Außenlänge, der auf den Namen Papillon PC 6.0 hört. Dahinter verbirgt sich ein Standard-Campervan für zwei mit Querbett im Heck. Der Preis war zur Präsentation eine Ansage: 39.999 Euro sollte der Van in der Sparversion kosten. Zum Modelljahr 2027 steigt der Preis aber um satte 3000 Euro auf 43.999 Euro (Stand: Juni 2026).
Relativiert wird der günstige Einstiegspreis durch die karge Serienausstattung des Vans. Wer im Konfigurator alle Häkchen setzt, landet auch schnell über 60.000 Euro. Wobei hier auch die Stärke der neuen Bürstner-Strategie liegt: Was nicht gebraucht wird, muss nicht mitkommen.
Tipps zum Wohnmobilkauf im Video

Innenraum: Flexibilität vor Luxus
Der Bürstner Papillon setzt im Innenraum auf optische Zurückhaltung und funktionale Lösungen; ein klassisches Kastenwagen-Konzept mit Querbett im Heck und einem sehr flexiblen Wohnbereich. Robuste Materialien und dezente Oberschränke unterstreichen die Funktionalität und Alltagstauglichkeit des Campers. Wobei das nicht zwingend so sein muss: Auf der Vorstellungsseite des Papillon betonen die Kehler:innen, dass es den Wohnraum optional auch mit Vollledersitzen zu konfigurieren gibt, selbst Textilbespannung für die gesamte Wandverkleidung ist in der Aufpreisliste des günstigen Campervans zu finden.

Sitzgruppe
Sitzgruppen-Typ | Halbdinette |
Sitzplätze/Gurtplätze | 4 / 2 – 4 |
Bettenumbau | optional |
Während es bei den Polstern und auch einem Großteil der Ausstattung Individualisierungsmöglichkeiten gibt, bleibt es stets bei der Halbdinette im Bug des Papillon. Doch Achtung: Die Gurtplatzzahl liegt serienmäßig nur bei zwei, hinten lümmelt es sich dann auf einem leicht L-förmigen Doppelsofa. Ein Gurtgestell inkluisve Isofix für die Rückbank gibt es nur als Option. Dann wird aus dem Lounge-Sofa aber die typische Zweier-Bank.
Küche
Küchenform | Seitenküche |
Kochstellen/Befeuerung | 1 / Induktion (opt. Zweiflammen-Campingkocher) |
Kühlschrankvolumen | opt.: 32-l-Kühlbox o. 69-l-Kompressor-Kühlschrank |
Die Küchenausstattung reduziert Bürstner auf das Wesentliche, bietet dafür aber neue Freiheiten: Statt eines fest eingebauten Kühlschranks, wie man ihn aus zahlreichen Konkurrenzmodellen kennt, gibt es einen Auszug (inkl. 12-V-Anschluss), in dem eine aufpreispflichtige Kompressor-Kühlbox unterkommt. Egal, ob mitgebracht oder bei Bürstner bestellt – die Küchenausstattung bleibt somit flexibel.
Optional gibt es jedoch statt etwas Stauraum und dem erwähnten Kühlbox-Auszug auch einen herkömmlichen 69-l-Kompressor-Kühlschrank im stirnseitigen Einbau. Mit 1399 Euro Aufpreis ist diese Option recht teuer.
Gekocht wird serienmäßig auf einem Induktionskochfeld. Alternativ kann auch ein Kartuschen-Kocher verwendet werden. Wer lieber mit Gas kochen möchte, kann mit einem optionalen Paket für die Seitenküche ein Staufach mit eigener Klappabdeckung hinzufügen. Die besten Gaskartuschen-Campingkocher haben wir hier getestet.
Bad
Badtyp | Variobad |
Frischwasser | 80 l |
Abwasser | 90 l |
Das Kompaktbad folgt einem ähnlich pragmatischen Ansatz: Eine Dusche mit klappbarem Waschbecken nutzt den Raum effizient aus, die tatsächlich nur optionale Toilette ist auf einem Auszug unter dem Bett untergebracht. Wer sich für das Camping-WC entscheidet, hat die Wahl zwischen drei Optionen: der klassischen Chemievariante, einer Trenntoilette oder dem hygienischen Einschweiß-System „Clesana X1“, letzteres aber auch für einen Aufpreis von immerhin 1290 Euro. Die gängigen Bad-Varianten in Campingfahrzeugen erklären wir hier im Detail.
Schlafplätze
Schlafplätze | 2 – 5 |
Bettentyp / Maße | Heck: Doppelbett / 190 x 150 – 140 cm Sitzgruppe (opt.): Einzelbett / 180 x 115 – 69 cm Aufstelldach (opt.): Doppelbett / 200 x 130 cm |
Der Papillon ist vornehmlich als Campervan für zwei gedacht. Serienmäßig ist daher auch nur das Querbett im Heck. Es bietet aber noch eine weitere Funktion: In wenigen Handgriffen lässt sich der Schlafplatz auch in ein Sofa umstecken. Ein netter Nebeneffekt dieser Lösung ist, dass die Heckgarage sich so bei hochgeklapptem Lattenrost bis an die Decke erstreckt.
Über ein optionales Aufstelldach können gegen einen Aufpreis von 6690 Euro zwei zusätzliche Schlafplätze geschaffen werden. Ein Umbau der Sitzgruppe zum Gästebett wird als fünfte Schlafplatzoption ebenfalls angeboten.
Bordtechnik und Stauraum
Stauraum | Heckgarage, Dachstauschränke |
Bordbatterietyp / Kapazität | Lithium-Ionen / 100 Ah |
Heizung | Diesel (Truma Combi D 4) |
Gaskasten | – |
Technische Ausstattung | Ambiente-Beleuchtung Steckdosen (min. 3) + Doppel-USB-Steckdose |
Für ein Einstiegsmodell geht der Bürstner Papillon einen eher ungewöhlichen Weg. Der Campervan ist bereits ab Werk komplett gasfrei – und damit auch nicht zu einer Vorführung für eine Gasprüfung verpflichtet. Wie bereits erwähnt, wird serienmäßig ausschließlich mit Strom gekocht, optional auch mit einem tragbaren Kocher. Die Stromversorgung abseits des Landstroms übernimmt ab Werk eine 100-Ah-Lithium-Aufbaubatterie. Gegen Aufpreis werden daraus bis zu 150 Ah. Auch geheizt wird ohne Gas. Serienmäßig baut Bürstner eine Dieselheizung ein.
Stauraum findet sich im Papillon wie bei vielen Campervans in der Heckgarage. Diese lässt sich wie beschrieben durch das Umklappen des Lattenrosts nach oben erweitern. Trotz fehlendem Gaskasten ist unter dem Heckbett ein Staukasten zu finden, der jedoch statt Gasflaschen Gepäck aufnimmt. Dachstauschränke entlang der Seitenwände im Bereich der Sitzgruppe, der Küche und des Heckbetts nehmen alles Übrige auf, während die Küche ohne fest eingebauten Kühlschrank ausreichend Stauraum für Proviant und Geschirr bieten dürfte.
Besonderheiten auf einen Blick
Serienmäßig gasfrei mit Induktionsherd und Dieselheizung
Toilette und Kühlschrank nur gegen Aufpreis
Heckbett lässt sich zum Sofa aufstellen
Technische Daten des Bürstner Papillon PC 6.0
Bürstner Papillon PC 6.0 | |
|---|---|
Basisfahrzeug | Citroën Jumper |
Motor | 2,2-l-Vierzylinder-Diesel |
Leistung / Drehmoment | 120 – 140 PS (88 – 103 kW) / 320 – 350 Nm |
Getriebe | 6-Gang-Schaltgetriebe; opt. 8-Stufen-Automatik |
Zulässige Gesamtmasse | 3500 kg |
Optionale Auflastung | ja, 4250 kg |
Maße (L / B / H) | 5990 / 2080 / 2650 mm |
Stehhöhe | 190 cm |
Fazit
Mit dem Papillon präsentiert ausgerechnet die etablierte Branchengröße Bürstner ein sehr interessantes Campervan-Konzept zum Knüllerpreis – auch wenn dieser durch die Erhöhung zum Modelljahr 2027 nicht mehr unter der symbolischen 40.000er-Marke liegt. Soll es doch mehr Komfort sein, wird der Van schnell teuer, lädt aber zum DIY-Nachrüsten ein. Und der bewussten Frage: Was braucht man eigentlich wirklich im Wohnmobil?




























