Wohnmobil-Vorstellung

Bürstner Papillon: Der Spar-Van wird zum Modelljahr 2027 teurer

Ein fertiger Campervan zum Kampfpreis ab 44.000 Euro: So lässt sich das Konzept des Bürstner Papillon beschreiben, mit dem die Hymer-Tochter Neulinge für die komplett neu ausgerichtete Campingfahrzeug-Marke begeistern will. Die Ausstattung fällt dabei betont individuell aus.

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Der Bürstner Papillon am Stand der Marke auf der CMT 2026 in Stuttgart statisch von schräg vorne links.
Der Bürstner Papillon basiert auf dem Citroën Jumper. Auf der CMT 2026 zeigte der Wohnmobilprofi erstmals, wie der Van für einen Basispreis von knapp 44.000 Euro tatsächlich aussieht (im Bild) – wobei selbst hier Extras an Bord sind: Seitenfenster kosten – bis auf in der Sitzgruppe – ebenfalls Aufpreis. Foto: Dominik Mothes
Der Bürstner Papillon statisch von schräg vorne links auf einer Wiese.
Wer Wert auf das Erscheinungsbild legt, kann auch in Details einen Bürstner- statt des Citroën-Kühlergrills, Alufelgen oder das im Bild gezeigte „Tizian Red“ für immerhin 1690 Euro Aufpreis investieren. Foto: Bürstner
Der Büstner Papillon statisch von schräg hinten rechts auf einer Wiese. Zwei Personen sitzen auf Campingstühlen vor der geöffneten Schiebetüre.
Extras wie eine Markise oder ein Aufstelldach sind natürlich ebenfalls lieferbar. So wird aus dem Sparwunder aber schnell ein Campervan mit Normalpreis. Foto: Bürstner
Die Sitzgruppe des Bürstner Papillon.
Im Wohnraum präsentiert sich der Papillon betont variabel und ohne Schnickschnack. Lederbezüge für die Sitzgruppe gibt es dennoch optional. Foto: Bürstner
Blick auf die Küchenzeile des Bürstner Papillon aus der Sitzgruppe.
Ein zentrales Element des Innenraumkonzepts ist die neu gedachte Küchenzeile. Foto: Bürstner
Der Induktionsherd auf der Küchenzeile des Bürstner Papillon im Detail.
Statt wie üblich auf Gas zu setzen, installiert Bürstner serienmäßig einen Induktionsherd. Optional gibt es auch eine Vorbereitung für einen Campingkocher mit Gaskartuschen, der elegant unter einer Klapppe verschwindet. Übrigens: Auch geheizt wird mit Diesel statt mit Gas. Foto: Bürstner
Die Computerilllustration zeigt die Küchenzeile im Innenraum des Bürstner Papillon (2026) mit Zweiflammen-Kocher und ausgezogener Besteckschublade.
Eine seitliche Ausziehschublade beherbergt das Besteck. Foto: Bürstner
Die Computerilllustration zeigt ein Staufach hinter der Schiebetür des Bürstner Papillon (2026).
Einen festen Kühlschrank gibt es serienmäßig nicht, dafür einen Auszug mit optionalem 12-V-Anschluss für eine Kompressor-Kühlbox. Alternative: Für 1399 Euro baut Bürstner einen herkömmlichen Kompressor-Kühlschrank stirnseitig in den Küchenblock. Foto: Bürstner
Blick auf Küche und Heckbett im Bürstner Papillon.
Geschlafen wird im klassischen Heck-Doppelbett für zwei. Foto: Bürstner
Blick auf Küche und das aufgestellte Heckbett im Bürstner Papillon.
Der Lattenrost des Querbetts lässt sich zum Sofa aufstellen. Foto: Bürstner
Die Computerilllustration zeigt die Heckgarage im Bürstner Papillon (2026), in der zwei e-Scooter verstaut sind.
Im Stauraum hinter dem aufstellbaren Querbett kommen unter anderem e-Scooter für die kurzen Wege unter, etwa zum Brötchenholen. Foto: Bürstner
Die Collage zeigt das Badezimmer des Bürstner Papillon: Links die Totalansicht mit eingeklapptem Waschbecken, rechts das ausgeklappte Waschbecken im Detail.
Das Bad des Bürstner Papillon folgt ebenfalls einem pragmatischen Ansatz: Klappwaschbecken und ein unter dem Heckbett verstaubares WC nutzen den Raum bestmöglich aus. Foto: Bürstner/Collage: AUTO ZEITUNG
Die Computerilllustration zeigt das Badezimmer im Bürstner Papillon (2026) aus der Vogelperspektive mit installiertem WC.
Das WC des Campers kann individuell bestückt werden: Zur Wahl stehen eine klassische Chemietoilette, eine Trenntoilette oder die wasserlose Clesana X1 mit einem Einschweiß-System. Foto: Bürstner
Die Skizze zeigt den Grundriss des Bürstner Papillon (2026).
Ein einziger Querbett-Grundriss mit sechs Metern Außenlänge namens PC 6.0 ist zum Start der Baureihe im Programm. Foto: Bürstner

Preis: Bürstner Papillon ab 43.999 Euro

Alles auf Anfang in Kehl: Bürstner ließ vor dem Caravan Salon 2025 keinen Stein auf dem anderen. Erst ein neues Logo, dann eine komplett neue Modellpalette. Bürstner verabschiedet sich somit ein Stück weit von der Strategie größtmöglicher Modellvielfalt, verschlankt sein Angebot deutlich und schärft zugleich das Profil.

Zum Modelljahr 2026 blieben drei Campingfahrzeuge im Programm: den Signature als neuen Teilintegrierten, den Habiton als Premium-Kastenwagen auf Mercedes Sprinter-Basis und eben den hier, der Bürstner Papillon, als Campervan für preisbewusste Käufer:innen. Das abgespeckte Modell soll die Marke attraktiver für Einsteiger:innen machen. Klingt nach einer wundersamen Verwandlung? Ist es in gewisser Weise auch: Wie ein Schmetterling, der das Raupenstadium verlässt. Insofern scheint die Modellbezeichnung Bürstner Papillon – französisch für Schmetterling – ganz passend gewählt.

Der Bürstner Papillon, der auf dem Citroën Jumper basiert, kommt zunächst in nur einem Grundriss mit sechs Metern Außenlänge, der auf den Namen Papillon PC 6.0 hört. Dahinter verbirgt sich ein Standard-Campervan für zwei mit Querbett im Heck. Der Preis war zur Präsentation eine Ansage: 39.999 Euro sollte der Van in der Sparversion kosten. Zum Modelljahr 2027 steigt der Preis aber um satte 3000 Euro auf 43.999 Euro (Stand: Juni 2026).

Relativiert wird der günstige Einstiegspreis durch die karge Serienausstattung des Vans. Wer im Konfigurator alle Häkchen setzt, landet auch schnell über 60.000 Euro. Wobei hier auch die Stärke der neuen Bürstner-Strategie liegt: Was nicht gebraucht wird, muss nicht mitkommen.

Tipps zum Wohnmobilkauf im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Innenraum: Flexibilität vor Luxus

Der Bürstner Papillon setzt im Innenraum auf optische Zurückhaltung und funktionale Lösungen; ein klassisches Kastenwagen-Konzept mit Querbett im Heck und einem sehr flexiblen Wohnbereich. Robuste Materialien und dezente Oberschränke unterstreichen die Funktionalität und Alltagstauglichkeit des Campers. Wobei das nicht zwingend so sein muss: Auf der Vorstellungsseite des Papillon betonen die Kehler:innen, dass es den Wohnraum optional auch mit Vollledersitzen zu konfigurieren gibt, selbst Textilbespannung für die gesamte Wandverkleidung ist in der Aufpreisliste des günstigen Campervans zu finden.

Blick auf die Küchenzeile des Bürstner Papillon aus der Sitzgruppe.
Foto: Bürstner

Sitzgruppe

Sitzgruppen-Typ

Halbdinette

Sitzplätze/Gurtplätze

4 / 2 – 4

Bettenumbau

optional

Während es bei den Polstern und auch einem Großteil der Ausstattung Individualisierungsmöglichkeiten gibt, bleibt es stets bei der Halbdinette im Bug des Papillon. Doch Achtung: Die Gurtplatzzahl liegt serienmäßig nur bei zwei, hinten lümmelt es sich dann auf einem leicht L-förmigen Doppelsofa. Ein Gurtgestell inkluisve Isofix für die Rückbank gibt es nur als Option. Dann wird aus dem Lounge-Sofa aber die typische Zweier-Bank.

Küche

Küchenform

Seitenküche

Kochstellen/Befeuerung

1 / Induktion (opt. Zweiflammen-Campingkocher)

Kühlschrankvolumen

opt.: 32-l-Kühlbox o. 69-l-Kompressor-Kühlschrank

Die Küchenausstattung reduziert Bürstner auf das Wesentliche, bietet dafür aber neue Freiheiten: Statt eines fest eingebauten Kühlschranks, wie man ihn aus zahlreichen Konkurrenzmodellen kennt, gibt es einen Auszug (inkl. 12-V-Anschluss), in dem eine aufpreispflichtige Kompressor-Kühlbox unterkommt. Egal, ob mitgebracht oder bei Bürstner bestellt – die Küchenausstattung bleibt somit flexibel.

Optional gibt es jedoch statt etwas Stauraum und dem erwähnten Kühlbox-Auszug auch einen herkömmlichen 69-l-Kompressor-Kühlschrank im stirnseitigen Einbau. Mit 1399 Euro Aufpreis ist diese Option recht teuer.

Gekocht wird serienmäßig auf einem Induktionskochfeld. Alternativ kann auch ein Kartuschen-Kocher verwendet werden. Wer lieber mit Gas kochen möchte, kann mit einem optionalen Paket für die Seitenküche ein Staufach mit eigener Klappabdeckung hinzufügen. Die besten Gaskartuschen-Campingkocher haben wir hier getestet.

Bad

Badtyp

Variobad

Frischwasser

80 l

Abwasser

90 l

Das Kompaktbad folgt einem ähnlich pragmatischen Ansatz: Eine Dusche mit klappbarem Waschbecken nutzt den Raum effizient aus, die tatsächlich nur optionale Toilette ist auf einem Auszug unter dem Bett untergebracht. Wer sich für das Camping-WC entscheidet, hat die Wahl zwischen drei Optionen: der klassischen Chemievariante, einer Trenntoilette oder dem hygienischen Einschweiß-System „Clesana X1“, letzteres aber auch für einen Aufpreis von immerhin 1290 Euro. Die gängigen Bad-Varianten in Campingfahrzeugen erklären wir hier im Detail.

Schlafplätze

Schlafplätze

2 – 5

Bettentyp / Maße

Heck: Doppelbett / 190 x 150 – 140 cm

Sitzgruppe (opt.): Einzelbett / 180 x 115 – 69 cm

Aufstelldach (opt.): Doppelbett / 200 x 130 cm

Der Papillon ist vornehmlich als Campervan für zwei gedacht. Serienmäßig ist daher auch nur das Querbett im Heck. Es bietet aber noch eine weitere Funktion: In wenigen Handgriffen lässt sich der Schlafplatz auch in ein Sofa umstecken. Ein netter Nebeneffekt dieser Lösung ist, dass die Heckgarage sich so bei hochgeklapptem Lattenrost bis an die Decke erstreckt.

Über ein optionales Aufstelldach können gegen einen Aufpreis von 6690 Euro zwei zusätzliche Schlafplätze geschaffen werden. Ein Umbau der Sitzgruppe zum Gästebett wird als fünfte Schlafplatzoption ebenfalls angeboten.

Bordtechnik und Stauraum

Stauraum

Heckgarage, Dachstauschränke

Bordbatterietyp / Kapazität

Lithium-Ionen / 100 Ah

Heizung

Diesel (Truma Combi D 4)

Gaskasten

Technische Ausstattung

Ambiente-Beleuchtung

Steckdosen (min. 3) + Doppel-USB-Steckdose

Für ein Einstiegsmodell geht der Bürstner Papillon einen eher ungewöhlichen Weg. Der Campervan ist bereits ab Werk komplett gasfrei – und damit auch nicht zu einer Vorführung für eine Gasprüfung verpflichtet. Wie bereits erwähnt, wird serienmäßig ausschließlich mit Strom gekocht, optional auch mit einem tragbaren Kocher. Die Stromversorgung abseits des Landstroms übernimmt ab Werk eine 100-Ah-Lithium-Aufbaubatterie. Gegen Aufpreis werden daraus bis zu 150 Ah. Auch geheizt wird ohne Gas. Serienmäßig baut Bürstner eine Dieselheizung ein.

Stauraum findet sich im Papillon wie bei vielen Campervans in der Heckgarage. Diese lässt sich wie beschrieben durch das Umklappen des Lattenrosts nach oben erweitern. Trotz fehlendem Gaskasten ist unter dem Heckbett ein Staukasten zu finden, der jedoch statt Gasflaschen Gepäck aufnimmt. Dachstauschränke entlang der Seitenwände im Bereich der Sitzgruppe, der Küche und des Heckbetts nehmen alles Übrige auf, während die Küche ohne fest eingebauten Kühlschrank ausreichend Stauraum für Proviant und Geschirr bieten dürfte.

Besonderheiten auf einen Blick

  • Serienmäßig gasfrei mit Induktionsherd und Dieselheizung

  • Toilette und Kühlschrank nur gegen Aufpreis

  • Heckbett lässt sich zum Sofa aufstellen

Technische Daten des Bürstner Papillon PC 6.0

Bürstner Papillon PC 6.0

Basisfahrzeug

Citroën Jumper

Motor

2,2-l-Vierzylinder-Diesel

Leistung / Drehmoment

120 – 140 PS (88 – 103 kW) / 320 – 350 Nm

Getriebe

6-Gang-Schaltgetriebe; opt. 8-Stufen-Automatik

Zulässige Gesamtmasse

3500 kg

Optionale Auflastung

ja, 4250 kg

Maße (L / B / H)

5990 / 2080 / 2650 mm

Stehhöhe

190 cm

Fazit

Mit dem Papillon präsentiert ausgerechnet die etablierte Branchengröße Bürstner ein sehr interessantes Campervan-Konzept zum Knüllerpreis – auch wenn dieser durch die Erhöhung zum Modelljahr 2027 nicht mehr unter der symbolischen 40.000er-Marke liegt. Soll es doch mehr Komfort sein, wird der Van schnell teuer, lädt aber zum DIY-Nachrüsten ein. Und der bewussten Frage: Was braucht man eigentlich wirklich im Wohnmobil?