H-Kennzeichen-Favoriten 2026: Boxster, Audi S8, Passat B5
Die Klasse von 1996 ist reif fürs H-Kennzeichen: Unser freier Mitarbeiter Arne Olerth erklärt, warum Audi S8, Porsche Boxster und VW Passat B5 zu seinen Favoriten für 2026 zählen.
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Arne Olerths Highlights von 1996: Audi S8, Porsche Boxster und VW Passat B5 sind reif fürs H-Kennzeichen
Das Jahr 2026 steht vor der Tür, und damit ist ein weiterer Automobil-Jahrgang reif fürs H-Kennzeichen. 1996 tat sich durch alle Segmente und Klassen hinweg einiges, sodass beinahe unzählige Modelle und Modellvarianten debütierten. AUTO ZEITUNG Classic Cars Teamleiter Thomas Pfahl, Autor Karsten Rehmann, die Redakteure Johannes Beck und Tim Neumann sowie unser freier Automobil-Journalist Arne Olerth haben jeweils ihre drei Highlights des Jahres 1996 auserkoren und werden in den kommenden Wochen die neuen 30-Jährigen vorstellen. Den Anfang macht Arne Olerth mit den Modellen Audi S8, Porsche Boxster und VW Passat B5.
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Der Porsche Cayenne Electric (2025) im Video:

Der Audi S8 wurde schnell zum Filmheld
Mit seinen dramatischen Verfolgungsfahrten war der Actionfilm "Ronin" Ende der Neunziger-Jahre ein cineastisches Schmankerl für jeden Auto-Fan. Die Jagd von Jean Reno und Robert de Niro in einem "Sechsneun"-W116 ging in die Filmgeschichte ein. In dem Car-Chase-Film feierte zudem eine weitere Luxus-Limousine ihr Filmdebüt: der Audi S8. Konnte Audi mit dem A8 (D2) 1994 endgültig Tritt im automobilen Oberstübchen fassen, so folgte zwei Jahre später die Sportversion.

Veredelt mit einem V8-Sauger, einem sportlich abgeschmeckten Fahrwerk und Allradantrieb, hatte Audi ein betörendes Gesamtpaket geschnürt, für das die leichte Alu-Space-Frame-Karosserie die Grundlagen legte. Herausragend in diesem Segment war die Handschaltung – eine Automatik gab es optional. Damit gerierte sich der emotional tönende S8 eher als Sportwagen mit reichlich Platz denn als dynamische Limousine – und den gibt es heute sogar zum Schnäppchenpreis. Übrigens: Auch die folgenden S8-Generationen wurden zu Leinwandstars – in "The Transporter" nebst Fortsetzungen.
Hier geht es zu den weiteren H-Kennzeichen-Highlights der Redakteure:
Der Porsche Boxster rettete die Firma
Er ist der Star unter den "H"-Aspiranten: der Porsche Boxster. Warum? Ganz einfach: Ohne ihn hätte die Sportwagen-Marke die Jahrtausendwende wohl nicht überlebt. Anfang der 1990er-Jahre waren Porsches Absatzzahlen im Sinkflug, das galt auch für den Dollarkurs. Die Konsequenz: eine Viertelmilliarde Mark Verlust im Geschäftsjahr 1991/92. 964, 968 und 928 – die Modellpalette war überaltert und zerfasert, die Produktion wenig effizient. Dass Porsche später wieder schwarze Zahlen schreiben konnte, ist dem Boxster zu verdanken.

Der Mittelmotor-Roadster konnte ab 1996 mit einem Preis von 76.500 Mark neue Kundengruppen erschließen. Zudem senkte die Gleichteile-Strategie mit dem ein Jahr später debütierenden neuen Elfer (Typ 996) die Kosten enorm: Beide Sportler waren bis zur B-Säule identisch – was bei Elfer-Pilot:innen auf wenig Gegenliebe stieß. Der Boxster-Kundschaft freilich konnte das herzlich egal sein, erhielt sie mit Mittelmotorlayout und Flat-6 doch ein Paket, das unter den zeitgenössischen Roadstern seinesgleichen suchte.
204 PS (150 kW) wahrten den Abstand zum großen Bruder, doch konnte der Roadster durchaus ein porschiges Fahrgefühl servieren – gerade auf mäandernden Landstraßen. Präzise in der Lenkansprache und mit neutralem Eigenlenkverhalten gesegnet, wirkte er weniger massig als der Elfer und sprintete in 7,4 s auf Tempo 100. Noch mehr Dynamik bot die S-Version ab dem Jahrgang 2000 mit 252 PS (185 kW).
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Die Boxster-Historie ist eine stürmische Geschichte in vier Akten, in der der Porsche zwei Zylinder verlor und einen Turbolader (So funktioniert ein Turbolader) gewann. Fan-Proteste holten den Sechszylinder-Sauger später zurück. Dramatisch das Ende: EU-Cybersecurity-Regeln schlossen das Kapitel des Boxer-Boxsters, sein Nachfolger sollte rein elektrisch auftreten. Doch die aktuelle Absatz-Krise zwingt zum Umdenken, ein Verbrenner-Boxster soll Porsche aus der wirtschaftlichen Talsohle holen. Wieder einmal. Hier haben wir alle Infos zur künftigen Generation zusammengetragen.
Mit dem VW Passat B5 kamen Noblesse und Hightech-Motoren
Erster TDI-Motor und Ausnahme-W8: Wichtige Meilensteine der VW-Motorengeschichte debütierten in der fünften Generation des Passat. Auch auf anderer Ebene demonstrierte die Mittelklasse-Limousine ihren neuen Anspruch: Dank Vollverzinkung gab es eine Rost-Garantie von elf Jahren. Unterm Blech kehrte der Passat zum Längseinbau der Motoren zurück. Und den teilte er sich wieder mit dem Audi A4 – Achsen, Bodengruppen und manche Motoren ebenso.

Dieser Paradigmenwechsel führte zu einem Längenwachstum von sieben Zentimetern – schließlich durfte der Innenraum nicht kleiner ausfallen als beim Vorgänger. VW-Designchef Hartmut Warkuß formte darauf eine bogenförmige Dachlinie, dem Markenzeichen des B5. Der trat damit deutlich eleganter auf als bisher und kokettierte mit der Businessklasse. Dazu passte auch der erste Turbomotor der Passat-Geschichte, der 1.8 T: Zugleich druckvoll wie sparsam, schlug er ein neues Kapitel auf.

















