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Geht auch ganz einfach:

Ford Focus/Mazda3/Skoda Scala: Vergleichstest

Eine Klasse höher

Marcel Kühler Testredakteur
Inhalt
  1. Ford Focus, Mazda3 und Skoda Scala im Vergleichstest
  2. Karosserie: Skoda Scala wirkt am geräumigsten
  3. Fahrkomfort: Ford Focus mit ST-Ausstattung sportlich
  4. Motor/Getriebe: Mazda3 im Vergleichstest mit Handschaltung
  5. Fahrdynamik: Ford Focus agil und lebendig
  6. Umwelt/Kosten: Mazda3 mit deutlichem Preisvorteil
  7. Technische Daten & Messwerte von Ford Focus, Mazda3 & Skoda Scala
  8. Ergebnis in Punkten
  9. Fazit

Den Skoda Scala verbinden mehr technische Details mit dem VW Polo als mit dem ähnlich großen Golf. Kann der clevere Tscheche dennoch gegen die etablierten Kompakt-Gegner Ford Focus und Mazda3 bestehen? Die Antwort im Vergleichstest!

 

Ford Focus, Mazda3 und Skoda Scala im Vergleichstest

Der Skoda Scala war schon immer so etwas wie ein Wanderer zwischen den Welten. Im Grunde basiert der Tscheche seit jeher auf derselben Plattform, auf der auch der VW Polo aufbaut. Allerdings reizt der Scala die sogenannte A0-Variante des modularen Querbaukastens bis aufs Äußerste aus. In der Länge überragt der seit 2019 angebotene Nachfolger des Skoda Rapid seinen Kleinwagen-Bruder aus dem Hause VW um rund 30 cm. Selbst ein aktueller Golf ist etwa acht Zentimeter kürzer. Daher ist die Frage, ob der Scala möglicherweise der beste Kompakte aus dem Volkswagen-Imperium ist, durchaus berechtigt.

Zum Beweis tritt der Skoda im Vergleichstest gegen zwei der traditionsreichsten Kompaktklässler überhaupt an: den Ford Focus und den Mazda3. Der Focus war lange Zeit das meistverkaufte Modell im Portfolio der Marke Ford. Und auch wenn die Produktion des Kompakten im Jahr 2025 womöglich ohne Nachfolger endet, gehört er immer noch zu den Besten im Segment. Der Mazda hingegen ist mit seinem äußerst sportiven Design und den eigenwilligen technischen Lösungen ein echter Individualist unter den Kompakten und bietet dadurch ganz eigene Reize.
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Karosserie: Skoda Scala wirkt am geräumigsten

Der Skoda Scala ist mit einer Länge von 4,36 m und einer Breite von 1,79 m in etwa so groß wie der Ford Focus. Wenn man sich das Raumangebot der beiden Kontrahenten genauer anschaut, entdeckt man einige Gemeinsamkeiten. In beiden Wettbewerbern finden Passagier:innen vorn reichlich seitliche Bewegungsfreiheit und viel Luft über dem Scheitel vor. Im Fond der Testgegner freuen sich auch langbeinige Menschen über viel Kniefreiheit. Allerdings wirkt der Skoda hinten durch den üppigeren Fußraum und die größeren Fenster noch geräumiger. Der Innenraum des Mazda3 hingegen, der es immerhin auf eine Außenlänge von 4,66 m bringt, leidet etwas unter dem coupéhaften Design der Karosserie. Der Japaner stellt vorn wie hinten weniger Kopffreiheit als die Wettbewerber bereit und mutet durch die kleinen Türausschnitte einen beschwerlicheren Einstieg zu. Und auch die schießschartenartigen Fenster tragen nicht unbedingt zu einem luftigen Raumgefühl bei – von einer guten Übersichtlichkeit ganz zu schweigen.

Außerdem nimmt der Japaner weniger Gepäck auf als seine Wettstreiter. 351 bis 1026 l Transportgut verschwinden bei Bedarf in seinem sportlichen Heck, während der Ford 358 bis 1354 l auf Reisen mitnimmt. Dennoch kann auch der Kölner Routinier dem Skoda Scala, dessen Gepäckraum satte 467 bis 1410 l schluckt, nicht das Wasser reichen. Allerdings trumpft der Focus mit einer beachtlichen Zuladung auf. Mit 562 kg hat er in dieser Disziplin nicht nur in diesem Vergleichstest eindeutig die Nase vorn, sondern verträgt somit mehr zusätzlichen Ballast als die meisten Mittelklasse-Kombis. Obwohl alle drei Testkandidaten nicht unbedingt zu den neuesten Modellen im Segment gehören, sind sie allesamt dank sorgfältiger Modellpflegemaßnahmen in puncto Sicherheitsausstattung voll up to date. Neben den üblichen Notbremssystemen gehören etwa LED-Scheinwerfer und aktive Spurhalteassistenten bei allen dreien zum Standard. Optional gibt es für sie sogar autonome Fahrassistenten, die über eine reine Staufolgefunktion hinausgehen.

 

Fahrkomfort: Ford Focus mit ST-Ausstattung sportlich

Der Ford Focus bestreitet den Vergleichstest mit der sportlichen ST-Ausstattung. Dazu gehört auch eine auf Fahrdynamik getrimmte Fahrwerksabstimmung. Sie hinterlässt im Alltag einen zwiespältigen Eindruck. Zwar liegt der derart ausgestattete Kölner auf der Autobahn sehr satt, gibt aber kleinere Unebenheiten bei höheren Geschwindigkeiten vergleichsweise ungefiltert an die Insass:innen weiter. Bei langsamer Fahrt missfällt zudem die Hinterachse mit teils rüdem Ansprechen. Im Gegenzug ist das Set-up auch mit der erwähnt immens hohen Zuladung nicht überfordert und zeigt auf schlechten Straßen ein hohes Maß an Reserven.

Der Mazda3 wirkt beim direkten Umstieg zunächst etwas softer als der Focus – gerade bei höheren Geschwindigkeiten. Wenn es aber mit Stadttempo über sehr verschlissene Fahrbahnoberflächen geht, neigt sich auch seine Schluckfreudigkeit alsbald ihrem Ende entgegen. Einseitige Herausforderungen, beispielsweise emporstehende Kanaldeckel, regen den Aufbau zu deutlichen Bewegungen um die Längsachse an. Ähnlich wie beim Ford reagiert die Hinterachse des Japaner teils reichlich unwirsch beim Überfahren kleinerer Kanten und Querfugen.

In Summe den harmonischsten Federungskomfort zeigt unter allen Bedingungen der Skoda Scala. Der Tscheche federt bei langsamer Fahrt sanfter an als die Wettbewerber, gleicht auch tiefere Fahrbahnschäden wirkungsvoller aus und liegt gleichzeitig satt sowie sicher bei hohen Tempi. Kleiner Wermutstropfen: Fahrgeräusche, die von Wind und Reifen verursacht werden, dringen im Scala deutlicher in die Ohren der Passagier:innen, als dies bei den Wettbewerbern der Fall ist. Und auch sein Motor ist akustisch vergleichsweise häufig präsent.

 

Motor/Getriebe: Mazda3 im Vergleichstest mit Handschaltung

Der Ford Focus 1.0 EcoBoost Hybrid setzt auf einen klassischen Downsizing-Motor, dessen drei Brennräume auf ein Gesamtvolumen von einem Liter kommen und der von einem Turbolader unter Druck gesetzt wird. Seit 2020 wird das EcoBoost-Triebwerk zusätzlich von einem Mildhybrid-System unterstützt, das aus einem Riemen-Starter-Generator sowie einem 48-V-Bordnetz besteht. Die Kraftübertragung des 155-PS-Antriebs erfolgt über eine Siebenstufen-Automatik, die unauffällig und sanft ihre Arbeit verrichtet. Die Fahrleistungen des kleinvolumigen Motors können sich im Vergleichstest durchaus sehen lassen. Mit einer Beschleunigung von glatten acht Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo spurtet der Focus am zügigsten voran. Einen Verbrauchsvorteil erarbeitet sich der EcoBoost jedoch nicht. Im Gegenteil: Mit einem Durchschnitt von 7,4 l je 100 km erweist sich der Ford als durstigster Testkandidat.

Der Motor des Mazda3 e-Skyactiv G 150 verfügt über vier Zylinder und hat mit zwei Litern doppelt so viel Hubraum wie der Ford. Im Gegenzug muss man auf den Punch eines Turboladers verzichten und den Drehzahlbereich des Triebwerks vergleichsweise weit ausreizen, um ähnlich flott vom Fleck zu kommen wie in den Turbo-geladenen Konkurrenten. Den Test bestreitet der Japaner mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe. Die ebenfalls erhältliche Automatik-Variante stand herstellerseitig zum Testzeitpunkt nicht zur Verfügung. Einen Nachteil handelt sich der Japaner im Grunde nicht ein. Lässt man den Komfortaspekt, den eine automatisierte Kraftübertragung mit sich bringt, einmal außen vor, bereitet die Handarbeit hier dank knackig kurzer und präziser Schaltwege jede Menge Freude.

Zwar benötigt der Mazda eine halbe Sekunde mehr Zeit bis zum Erreichen der 100-km/h-Marke als der Ford, unterbietet dessen Verbrauch im Gegenzug allerdings um 0,3 l. Gleichwohl ist der Skoda Scala 1.5 TSI ACT DSG nochmals sparsamer. Auf 100 km genügen dem Tschechen, dessen 1,5 l großer Turbo-Vierzylinder ohne elektrische Unterstützung auskommen muss, 6,7 l. Beim Spurtvermögen sortiert sich der Scala mit 8,3 s zwischen dem Ford und dem Mazda ein, bringt mit 220 km/h jedoch die höchste Endgeschwindigkeit zustande.

 

Fahrdynamik: Ford Focus agil und lebendig

In den fahrdynamischen Prüfungen profitiert der Ford Focus von seiner sportlichen Fahrwerksabstimmung. Gerade auf unserer schnellen Handlingstrecke punktet der Fünftürer mit seinem agilen Wesen. Er wirft sich im Vergleichstest beherzt in alle Arten von Kurven und baut bei geringer Seitenneigung eine recht hohe Querbeschleunigung auf. Das lebendige Heck lässt sich mit gezielten Lastwechseln nur allzu gern zum Mitlenken animieren – jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt. Bevor der Focus es zu quer treibt, schreitet das nicht deaktivierbare ESP sanft und situationsgerecht ins Geschehen ein. Einen weiteren wichtigen Eindruck zum agilen Gesamtpaket trägt die Lenkung des Kölners bei. Sie spricht um die Mittellage sehr direkt an und arbeitet auch in der Folge mit vergleichsweise geringen Lenkwinkeln.

Der Skoda Scala ist seinem Widersacher aus dem Hause Ford auf dem Rundkurs, was die reine Rundenzeit angeht, dicht auf den Fersen, fühlt sich dabei allerdings nicht so lebendig an. Er besticht mit hohen Geschwindigkeiten am Kurveneingang, kann diese im weiteren Kurvenverlauf jedoch nicht mehr halten. Sanftes Untersteuern ist die Folge. Die Lenkung des Osteuropäers zeigt sich präzise und liefert ein gutes Feedback. Allerdings arbeitet sie mit größeren Lenkwinkeln als das Pendant im Ford.

Und auch der Mazda3 wirkt beim Einlenken weniger gierig als der Focus. Die Karosserie des Japaners neigt sich in Kurven deutlich mehr zur Seite als die Aufbauten der Wettbewerber, und der mechanische Grip hält sich in Grenzen, was sich durch kräftige Traktionsverluste beim Herausbeschleunigen aus engeren Radien äußert. Außerdem lässt der Kaltbremsweg (36,5 m) etwas zu wünschen übrig. Mit warmen Komponenten verzögert der Japaner hingegen auf dem Niveau seiner beiden Rivalen. Einen kleinen Glanzpunkt kann der Mazda im Fahrdynamik-Kapitel dennoch setzen: das flotteste Tempo in der Slalomgasse.

Vergleichstest So testet die AUTO ZEITUNG
So testet die AUTO ZEITUNG 5000 Punkte in fünf Kapiteln

 

Umwelt/Kosten: Mazda3 mit deutlichem Preisvorteil

Das Kostenkapitel dieses Vergleichstests kennt einen eindeutigen Sieger: den Mazda3. Was sich mit dem geringsten Basispreis bereits andeutet, zementiert der bewertete Preis, der die testrelevanten Extras der Testwagen inkludiert: Der Japaner ist mit Abstand das günstigste Auto im Feld. Der Preisvorteil auf den Ford beträgt satte 4010 Euro. Selbst der ebenfalls noch volksnah kalkulierte Skoda Scala ist 2060 Euro teurer.

Darüber hinaus prognostiziert die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) für den Asiaten die niedrigste Wertminderung. Während man beim Ford Focus etwa innerhalb von vier Jahren und mit einer Jahresfahrleistung von 20.000 km 22.218 Euro abschreiben muss, verliert der Mazda unter denselben Voraussetzungen lediglich 15.927 Euro an Wert. Bei den laufenden Kosten punktet allerdings der Skoda. So liegen die Kraftstoffaufwendungen bei ihm niedriger als bei den durstigeren Wettstreitern. Und auch in der Versicherung sowie bei den Wartungen ist der Tscheche günstiger.

 

Technische Daten & Messwerte von Ford Focus, Mazda3 & Skoda Scala

AUTO ZEITUNG 08/2024Ford Focus
1.0 EcoBoost Hybrid
Mazda3
e-Skyactiv G 150
Skoda Scala
1.5 TSI ACT DSG
Technik
Motor3-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo,
Mildhybrid; 998 cm³
4-Zylinder, 4-Ventiler,
Mildhybrid; 1998 cm³
4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo;
1498 cm³
Antrieb7-Stufen-Automatik;
Vorderrad
6-Gang, manuell;
Vorderrad
7-Gang; Doppelkupplung;
Vorderrad
Leistung114 kW/155 PS110 kW/150 PS110 kW/150 PS
Max. Drehmoment190 Nm213 Nm250 Nm
Karosserie
Außenmaße (L/B/H)4392/1825 (1980)*/1459 mm4660/1795 (2028)*/1435 mm4362/1793 (1991)*/1514 mm
Leergewicht (Werk/Test)1312/1348 kg1309/1391 kg1196/1320 kg
Kofferraumvolumen358-1354 l351-1026 l467-1410 l
Fahrleistungen
Beschleunigung 0-100 km/h (Test)8,0 s8,5 s8,3 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)208 km/h206 km/h220 km/h
Bremsweg aus 100 km/h
kalt/warm (Test)
35,8/34,9 m36,5/35,0 m35,5/35,0 m
Verbrauch auf 100 km (Test/WLTP)7,4/5,2 l S7,1/5,5 l S6,7/6,2 l S
Preise
Grundpreis35.100 €28.190 €31.190 €
Testwagenpreis36.100 €32.090 €34.150 €
*Breite mit Außenspiegel
 

Ergebnis in Punkten

Gesamtbewertung (max. Punkte)Ford Focus
1.0 EcoBoost Hybrid
Mazda3
e-Skyactiv G 150
Skoda Scala
1.5 TSI ACT DSG
Karosserie (1000)587552602
Fahrkomfort (1000)666657694
Motor/Getriebe (1000)645652675
Fahrdynamik (1000)671651658
Eigenschaftswertung (4000)256925122629
Kosten/Umwelt (1000)375421392
Gesamtwertung (5000)294429333021
Platzierung231

 
Marcel Kühler Marcel Kühler
Unser Fazit

Der Skoda Scala erweist sich einmal mehr als großer Wurf und weist seine Gegner recht deutlich in die Schranken. Sein durchdachtes Gesampaket lässt kaum Wünsche offen. Die geräumige Karosserie, die Effizienz seines Antriebs und die geringen Betriebskosten gehören zu seinen größten Vorzügen. Der Ford Focus ist ebenfalls praktisch und begeistert darüber hinaus mit seinem agilen Wesen. Der Verbrauch ist allerdings höher als bei den Testgegnern. Wer Wert auf ein außergewöhnliches Design legt und dafür auf das letzte Bisschen Praktikabilität verzichten kann, sollte sich den Mazda3 genauer anschauen. Den schicken Japaner, der sich ebenfalls keine krassen Mängel leistet, gibt es zudem fast zum Spartarif – und das inklusive sechs Jahre Garantie.

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