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Winterreifen-Test 2022: Größe 225/45 R 17 Das sind die besten Winterreifen

Martin Urbanke 30.09.2022
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Inhalt
  1. Winterreifen-Test 2022: Das sind die besten Reifen
  2. Starker Auftritt des Continental WinterContact TS 870
  3. Schwache Verzögerungswerte beim Giti Winter W2
  4. So testen wir

Nicht nur auf Schnee sind Winterreifen ihren Sommerpendants überlegen, auch bei tiefen Temperaturen auf nasser Fahrbahn bieten sie Vorteile. Im Winterreifen-Test 2022: acht aktuelle Profile mit Schneeflockensymbol in der Dimension 225/45 R 17 für Kompaktwagen.

Winterreifen-Test 2022? Schnee gibt's hier doch gar nicht mehr! Je nachdem wo Sie wohnen, könnten Sie mit dieser Aussage durchaus recht haben. Denn selbst dort, wo sich das Quecksilber vor einigen Jahren vielerorts noch wochenlang im Minusbereich aufhielt und es regelmäßig geschneit hat, kommen die Räumfahrzeuge mittlerweile immer seltener zum Einsatz. Nicht nur deshalb ist man in manchen Regionen auch mit Ganzjahresreifen gut gerüstet. Sollten Sie daher mit Allseason-Reifen liebäugeln, schauen Sie sich einfach die Ergebnisse unseres Reifentests der beliebten Allwetter-Gummis an. Wer jedoch beim Thema Sicherheit keinerlei Kompromiss eingehen will, der sollte – wie etwa ein gutes Drittel aller Autofahrer:innen in Deutschland – von Oktober bis Ostern auf klassischen Winterreifen fahren. Zumal die Winterspezialisten nicht nur Vorteile auf schneebedeckter oder vereister Straße bieten. Ihre kälteelastische Mischung sorgt überdies dafür, dass die Pneus auch auf geräumten, aber von Schneematsch oder Regenwasser beeinträchtigten Strecken trotz frostiger Temperaturen ein Optimum an Griffigkeit zur Verfügung stellen. Und sogar wenn bei klirrender Kälte die Sonne lacht, versprechen moderne Winterprofile präzise Lenkreaktionen, kurze Bremswege und maximale Sicherheitsreserven. Welche Reifen diese vielfältigen Anforderungen am überzeugendsten umsetzen können, untersucht unser aufwendiger Winterreifen-Test 2022 bis ins kleinste Detail. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Reifen Reifenkennzeichnung: Neues EU-Reifenlabel
Reifenkennzeichnung: Neues EU-Reifenlabel Neue Vorgaben fürs Reifenlabel

225/45 R 17 passend zum Beispiel für:

  • Alfa Romeo 147, 156, Giulietta
  • Audi A3
  • BMW 1er, 2er
  • Fiat 500L, Tipo
  • Honda e
  • Hyundai i30, Ioniq, ix20
  • Kia Carens, Ceed
  • Mercedes A-, B-, CLA-, SLC-Klasse
  • Mini Clubman
  • Opel Astra
  • Peugeot 308
  • Renault Mégane
  • Seat Leon
  • Skoda Octavia
  • Toyota Auris, Corolla
  • VW Golf
  • Volvo S60, V40

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Winterreifen-Test 2022: Das sind die besten Reifen

Beim Winterreifen-Test 2022 prüfen wir acht Winterreifen der Dimension 225/45 R 17, natürlich alle mit lamelliertem Profil und Schneeflockensymbol auf der Flanke. Damit genügen die Kandidaten auf jeden Fall der sogenannten "situativen Winterreifenpflicht". Außerdem sind sie mit bis zu 670 Kilogramm pro Rad (Tragfähigkeitsindex 94) bei vorgeschriebenem Reifenfülldruck belastbar und dürfen bis 240 km/h gefahren werden (Geschwindigkeitsindex V). Zum Vergleich treten an: Bridgestone Blizzak LM005, Continental WinterContact TS 870, Fulda Kristall Control HP2, Giti Winter W2, Michelin Alpin 6, Nokian Snowproof P, Pirelli Cinturato Winter 2 und Vredestein Wintrac Pro. Von jedem Kandidaten haben wir mehrere Sätze pro Teilnehmer im unabhängigen Fachhandel eingekauft. Denn der Verschleiß im Verlauf des rund zweiwöchigen Testprogramms ist enorm – schließlich fordern wir die Reifen bis an ihre Belastungsgrenze und darüber hinaus. Nur so können wir stellvertretend für interessierte Autofahrer:innen ausprobieren, ob die Pneus im Ernstfall Sicherheitsreserven bieten oder brenzlige Situationen womöglich noch verschärfen. Da wir die Reifen bereits am Jahresanfang gekauft und getestet haben, um die Ergebnisse rechtzeitig zur nun beginnenden Wintersaison veröffentlichen zu können, kann es immer mal sein, dass die Hersteller die getesteten Produkte über den Sommer einem Update unterziehen. Doch das ist nur im Fall des Pirelli Cinturato Winter 2 geschehen, der seit den ab der 26. Kalenderwoche 2022 produzierten Exemplaren (DOT 2622) eine geänderte Laufstreifenmischung aufweist. Diese soll laut Pirelli-Angaben eine etwa vierprozentige Verbesserung der Schneehaftung sowie einen um rund zwei Prozent verkürzten Nassbremsweg bewirken. Das klingt vielleicht nicht nach viel, wäre aber tatsächlich eine signifikante Optimierung. Zumal der Italiener in unseren Schnee-Prüfungen beim Winterreifen-Test 2022 eher enttäuschende Resultate abliefert.

Das Testauto

  • Sämtliche Tests in Schweden und in Deutschland inklusive der dazugehörigen Grenzbereich-Strapazen über viele hundert Kilometer fuhren wir auf einem 150 PS starken Audi A3 35 TFSI mit S tronic-Getriebe (ab 33.000 Euro).


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    Starker Auftritt des Continental WinterContact TS 870

    Doch auch seine Wettbewerber haben beim Winterreifen-Test 2022 zum Teil so ihre Schwierigkeiten: Neben den niedrigen Aquaplaningreserven kosten den Nokian WR Snowproof P unterdurchschnittlich lange Nass-Bremswege und die geringe Seitenführung wichtige Punkte. Dass er in der Endabrechnung dennoch Rang vier erreicht, liegt zum einen an seiner guten Schneeperformance und zum anderen an den guten Leistungen auf trockener Straße inklusive des niedrigsten Rollwiderstands (einziger Reifen im Winterreifen-Test 2022 mit Effizienzklasse B). Damit weist der Finne zwar die beste Effizienz auf, hat aber bei Nässe einige Nachteile. Stark auf Schnee ist auch der Fulda Kristall Control HP2, der mit guter Traktion, zweithöchster Seitenführung und einem generell exzellenten Griplevel gefällt. Doch auch der Kristall Control HP2 bekommt den Spagat nicht hin und kann bei Nässe lediglich im Aquaplaning-Test überzeugen, nicht aber mit Kurventempo und Bremsleistung. So lenkt der Kristall Control HP2 spürbar verzögert ein und untersteuert frühzeitig. Das können die Gummis von Bridgestone, Conti und Michelin klar besser, wobei der Blizzak LM005 und der WinterContact TS 870 in einer eigenen Liga fahren. Nicht nur die Aquaplaning-Tests absolvieren beide mit Top-Resultaten, auch die Griffigkeit bei den Verzögerungsmessungen und auf der Handlingstrecke ist beeindruckend. Als einziger Reifen trägt der Bridgestone Blizzak LM005 – Testsieger der vergangenen zwei Jahre in anderen Dimensionen – die höchste Nassgriffeinstufung A auf dem EU-Reifenlabel und löst dieses Versprechen mit den kürzesten Bremswegen prompt ein. Da er zudem relativ günstig verkauft wird, verdient er sich bei unserem Winterreifen-Test 2022 die Zusatz-Empfehlung für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch dem laut Label in B eingestuften Continental WinterContact TS 870 würde auf Nässe ein A zustehen. Indizien für die enorme Griffigkeit des Deutschen und des Japaners sind ihre Rundenzeiten auf dem 1,82 Kilometer langen, konstant bewässerten Handlingkurs, wo sie die übrigen Wettbewerber teils um rund sechs Sekunden distanzieren und trotz des deutlich höheren Tempos auch noch leichter beherrschbar sind. Dass der Conti sowohl auf Schnee als auch bei Nässe die meisten Punkte holt und sogar im Trockenkapitel ganz vorn mitspielt, sichert ihm den Testsieg mit klarem Vorsprung und zeugt von einem extrem hohen Entwicklungsaufwand. Denn um auf den drei verschiedenen Untergründen jeweils ein derart hohes Grip-Niveau zu erreichen und darüber hinaus auch noch ausreichend effizient abzurollen, müssen Gummi-Mischungen, Unterkonstruktion und Seitenwand perfekt aufeinander abgestimmt sein. Der starke Auftritt des TS 870 ist aber keine Überraschung, denn bis zuletzt fuhr auch sein direkter Vorgänger, der TS 860, in Tests stets um den Sieg mit. Wie überlegen der Neue im Winterreifen-Test 2022 auftrumpft, ist dennoch beeindruckend.

    Updates für die Testreifen

    • Pirelli: Ab DOT 2622 soll der überarbeitete Cinturato Winter 2 auf Schnee und bei Nässe besser haften. Die getesteten Profile von Bridgestone, Continental, Fulda, Giti, Michelin, Nokian und auch Vredestein sind ohne Produktionsänderung.





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    Schwache Verzögerungswerte beim Giti Winter W2

    Im Gesamtranking des Winterreifen-Tests 2022 mit 27 Punkten Respektabstand folgt der Bridgestone, der sich auf Schnee vor allem lateral weniger gut verzahnt und dort nur den sechsten Kapitelrang erreicht. Überzeugender, weil griffiger bei den Wintertests in Schweden ist der Michelin Alpin 6, dem wir mit Hilfe sensibler Messtechnik und reproduzierbaren Fahrmanövern die beste Traktion, eine hohe Querbeschleunigung und eine saubere Balance bei flotter Kurvenfahrt attestieren. Auch sonst hinterlässt der Franzose einen sehr harmonischen Eindruck, wenngleich er im Trockenen nicht so brillant abschneidet, wie man es von den Produkten der Marke kennt. Doch mit Schnee- und Nass-Grip setzt er die richtigen Akzente für einen Winterreifen. Das trifft auf den Giti Winter W2 nur bedingt zu: Er schneidet auf Schnee zwar recht gut ab, demonstriert Griffigkeit beim Beschleunigen und Bremsen, kann sich aber in Kurven weniger gut mit dem losen Untergrund verzahnen. Und seine Nässe-Performance ist zu schwach. Ein um über elf Meter längerer Bremsweg auf nassem Asphalt mit niedrigem Reibwert, wie er oft an Kreuzungen vorkommt, bedeutet im Vergleich zum Spitzenreiter in dieser Disziplin umgerechnet eine Restgeschwindigkeit von über 42 km/h, wenn der Bridgestone-bereifte Audi A3-Testwagen bereits steht. Das ist gefährlich. Beim Verzögern auf trockener Straße sind es immerhin noch vier Meter oder 28,6 km/h Differenz zum Nokian WR Snowproof P, der hier die Bestmarke setzt. Dem Vredestein Wintrac Pro mangelt es auf Schnee an Ausgewogenheit zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Folge: Frühes Schieben über die Vorderräder beim Einlenken (Untersteuern) sowie ein bei plötzlichen Lastwechseln nervös ausschwingendes Heck (Übersteuern). Deutlich gelassener pariert der Wintrac Pro dagegen spontane Ausweichmanöver auf nassem Asphalt – gehört aber auch hier nicht zur Spitzengruppe des Winterreifen-Tests 2022. Frühes Untersteuern und große Lenkwinkel lassen den Vredestein träge wirken. Trotzdem geht's recht flott um den Rundkurs, und die Aquaplaningreserven sind gut. Somit verdient auch dieser Pneu noch eine Empfehlung.




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    So testen wir

    1. Einkauf: In unseren Tests werden ausschließlich Reifen bewertet, die wir selbst im unabhängigen Handel gekauft haben.
       
    2. Dokumentation: Nach dem Einkauf wird jeder Reifen dokumentiert – mit Label, DOT-Nummer, Fabrik-Code, Herstellungsland, Gewicht, Profiltiefe sowie Shore-Härte – und bis zum Test trocken, kühl sowie dunkel gelagert.
       
    3. Schnee: Um die Versuche auf Schnee perfekt reproduzieren zu können, nutzen wir speziell für Reifenversuche angelegte und während der Tests immer wieder frisch präparierte, abgesperrte Pisten.
       
    4. Nässe/Trockenheit: Auf konstant unter einem Millimeter mit Wasser bedeckten Pisten prüfen wir Bremsleistung, Seitenführung und Handling. Die Aquaplaning-Becken, in denen der Reifen beschleunigt wird, bis er aufschwimmt, sind sechs bis neun Millimeter hoch mit Wasser geflutet. Auf trockener Piste testen wir neben Handling und Verzögerung auch Abroll- und Geräuschkomfort. Das Vorbeirollgeräusch wird bei abgeschaltetem Motor auf nach EU Label-Vorgaben genormten Strecken ermittelt. Den Rollwiderstand messen wir ebenfalls nach Label-Regularien, aber auf zwei unterschiedlichen Labor-Prüfständen, die Ergebnisse werden im Anschluss gemittelt.
       
    5. Subjektiv: Die Fahrsicherheit eines Reifens beurteilen wir während reproduzierbarer Fahrmanöver in Extremsituationen bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Im Vordergrund steht dabei eine intuitive und einfache Beherrschbarkeit des Fahrzeugs, nicht allein das mögliche Tempo.

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      Martin Urbanke Martin Urbanke
      Unser Fazit

      Dank höchster Sicherheitsreserven auf Schnee sowie bei Nässe und Trockenheit ist der Continental WinterContact TS 870 der klare Testsieger. Den zweiten Rang sichert sich der Bridgestone Blizzak LM005, der mit starker Nass- und Trocken-Performance glänzt sowie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Dritter wird der ausgewogene Michelin Alpin 6, der auf allen Untergründen viel Grip bietet. Auch ohne Top-Resultate durchaus empfehlenswert: Vredestein Wintrac Pro. Der Nokian Snowproof P rollt zwar besonders effizient ab, hadert aber mit Nässe. Und auch der Fulda sowie der Giti offenbaren im Regen Schwächen und verpassen eine Empfehlung, während der Pirelli bei den Schnee-Tests patzt.

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