Andalusien-Tour im VW Grand California: Unsere Reisetipps
Andalusien ist weit mehr als nur Costa del Sol oder Großstädte wie Sevilla. Wir fahren durch den Süden von Spaniens bevölkerungsreichsten autonomen Gemeinschaft und entdecken einsame Berglandschaften, beeindruckende Städtchen, endlose Sandstrände und historische Ruinen – alles in einem VW Grand California 600.
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Zugegegeben, nach Andalusien fährt man nicht mal eben spontan. Vom Redaktionssitz in Köln bis in die andalusische Provinz Cádiz, in der wir unsere Rundreise durch Südspanien beginnen, legt man über 2300 km zurück und verbringt allein schon 25 Stunden nur am Steuer – gerechnet ohne Pausen, Übernachtungen, Zwischenstopps an Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke & Co.
Wir ersparen uns die lange Anfahrt und starten unseren Trip direkt am Flughafen der Stadt Jerez de la Frontera, wo wir einen VW Grand California 600 des Modelljahrs 2026 in Empfang nehmen – unsere detaillierten Eindrücke zur Testfahrt im aufgefrischten VW Grand California gibt es hier nachzulesen. Also schnell das Gepäck in den Dachstauschränken mit den neuen und außerordentlich praktischen Gepäcknetzen verstauen und los geht die erste Etappe in Richtung der Gebirgsregion Sierra de Grazalema.
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Camping-Reise: Durch Andalusien im VW Grand California 600
Zunächst bringen autobahnähnliche Straßen den touristischen und den Pendel-Verkehr gen Norden ins Umland von Jerez. Irgendwann bleibt der Mittelstreifen weg, die Fahrspuren verengen sich auf eine pro Richtung und aus der „Autovia“ wird eine „Carretera“. Auch der Fahrbahnbelag wird spürbar von Kilometer zu Kilometer schlechter, was unseren fahr– und bewohnbaren Untersatz kaum beeindruckt. Nur gelegentlich dringt aus dem Wohnraum des VW Grand California bei groben Querfugen ein Poltern ins Fahrerhaus, kleine Bodenwellen werden von leichten Knistergeräuschen der Möbel begleitet. Mit einem durchzugsstarken Turbodiesel sowie dem „Travel Assist“ als angenehme Spur-, Abstands- und Tempohaltehilfe gewappnet, erreichen wir in kurzer Zeit unserer Abfahrt in Richtung Zahara de la Sierra.
Ab hier beginnt der romantische Streckenteil über Passstraßen mit herrlichem Blick auf Natur und das ein oder andere Städtchen. Nur wenige Kilometer abseits der Nationalstraße befindet sich die Festungsstadt Zahara de la Sierra, eines der weißen Dörfer, auf Spanisch „Pueblos blancos“ genannt, für die Andalusien bekannt ist. Bereits der Blick aus der Ferne auf die Stadt samt Festungsanlage darüber ist lohnenswert – am besten von der Staumauer des zum Embalse de Zahara-el-Gastor aufgestauten Rio Guadalete aus. Ein kleiner Spaziergang durch die engen Gassen der im achten Jahrhundert zu Zeiten der Mauren gegründeten Stadt lohnt sich, vor allem bei schönem Abendlicht. Doch lange können wir nicht verweilen, bis zu unserem Stellplatz für die Nacht sind noch ein paar Kilometer zurückzulegen – und schöne Spots für den Sonnenuntergang gibt es dort auch noch zuhauf.

Ab Zahara führt uns die Route direkt durch den Naturpark Sierra de Grazalema und ihre zahlreichen Bergpässe. Auf den schmalen Fahrspuren und in den engen Kurven fühlt sich ein Campervan naturgemäß dank kompakterer Maße wohler als ein ausgewachsenes Reisemobil oder das Wohnwagen-Gespann. Und hier kann auch unser VW Grand California erneut punkten. Dank Pkw-artiger Sitzposition sowie gefühlvoller und direkter Lenkung fühlt sich der Kastenwagen selbst auf andalusischen Bergpässen nicht fehl am Platz, es kommt sogar etwas Fahrspaß auf. Auf dem Weg durchqueren wir Korkeichenwälder sowie kleine Ortschaften und erreichen nach ein paar Fotostopps an malerischen Aussichtspunkten unseren Stellplatz pünktlich zum großartigen Sonnenuntergang über den Gipfeln der Sierra de Grazalema.
Morgens Berge, mittags Meer, dazwischen Kultur: Andalusien bietet Vielfalt
Nach einer erholsamen Nacht in den Bergen ruft der Klettersteig. In den zahllosen Felsspalten mit kleinen Bächen, die sich zwischen den weitläufigen Pinsapo-Tannenwäldern hindurchschlängeln, lässt sich Andalusien auch gut am Drahtseil entlang entdecken. Über unseren Köpfen kreisen dabei stets die Gänsegeier, die jetzt, in den Morgen- und Vormittagsstunden auf Aas-Suche sind.
Nachdem Flora und Fauna der Bergwelt also hautnah erlebt wurden, geht es weiter direkt über Ronda ans Meer. Das ansonsten von Tourist:innen überlaufene, größte der berühmten weißen „Dörfer“ Andalusiens, ist in der Nebensaison noch recht verschlafen. Die unzähligen Busparkplätze ringsum des Stadtzentrums erzählen aber eine andere Geschichte, von Anstürmen großer Ausflugsgruppen in der Hauptsaison. Die Innenstadt entdeckt man lieber zu Fuß, parken ist insbesondere mit einem Wohnmobil am Stadtrand ohnehin besser, als sich durch das Wirrwarr enger Einbahnstraßen im Zentrum zu quälen. Wer außerhalb parkt, läuft zudem auch nicht Gefahr, aus Versehen die „Puente Nuevo de Ronda“ über die „Tajo de Ronda“ mit dem Auto zu überqueren. Die Zufahrt ins Zentrum des maurischen Städtchens ist nur den Anwohner:innen gestattet. Wer sich hier verirrt, zahlt schnell saftige Bußgelder.
Knappe 50 km von Ronda gen Süden steht man bei Marbella am Mittelmeer. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung entlang der Costa del Sol bis nach Gibraltar. Wir fahren zwar nicht in das britische Überseegebiet am Felsen von Gibraltar, betrachten es aber aus einiger Distanz vom Mirador El Higuerón, einem Aussichtspunkt mit kleinem Parkplatz oberhalb der Stadt Santa Margarita.
Hier kann es schnell voll werden, für unsere Mittagspause geht es also weiter in Richtung Osten nach Tarifa, dem südlichsten Punkt der iberischen Halbinsel. Bei gutem Wetter eröffnet sich am Beobachtungspunkt Punta Camorro der Panoramablick ins von hier nur 14 km Luftlinie entfernte Marokko. Wer Glück hat, darf den Ausblick mit tierischen Bewohnern des ehemaligen Militärsperrgebiets teilen – wie wir mit einer grasenden Kuh neben unserem Campervan.

Kitesurfer-Träume und römische Ruinen: Die Küste zwischen Tarifa und Cádiz
Starke Winde gehören an der Straße von Gibraltar zur Tagesordnung, und so bleibt die Markise beim Stopp eingefahren. Das ist übrigens in Spanien bei jedem Stopp außerhalb von Campingplätzen ein guter Rat: Wildcamping ist hier nämlich strengstens verboten, Kontrollen insbesondere an Hotspots nicht selten und die Strafen zum Teil empfindlich. Wer also Nerven und Reisekasse schonen möchte, holt Campingmöbel und Markise auch wirklich nur auf dem Stellplatz heraus.
Vom südlichsten Punkt Spaniens geht es entlang der weitläufigen Sandstrände von Tarifa nun nicht mehr am Mittelmeer, sondern an der Atlantikküste in Richtung Norden. Die Gegend ist – auch dank ausgeprägter Winde – Treffpunkt für Kitesurfer:innen aus ganz Europa. Entsprechend voll sind hier auch die Campingplätze – selbst außerhalb der Hauptsaison. Wer sich nicht selbst aufs Brett schwingen möchte, kann das bunte Treiben zur See auch herrlich vom Strand aus beobachten. Nur wenige Meter weiter führt eine Straße direkt durch die Duna De Valdevaqueros – man fährt also mitten durch den vom Wind zur Düne aufgetürmten Sand, der bis über das Dach des immerhin drei Meter hohen VW Grand California reicht.

Während Kitesurfer-Strand und Dünen recht bekannte Sehenswürdigkeiten sind, dürften die römischen Ruinen Baelo Claudia in El Lentiscal ein kleiner Geheimtipp sein. Hier lässt sich die antike Stadt, die für die Produktion des aus gesalzenen Fischen gewonnenen Gewürzsaftes „Garum“ bekannt ist, bei einem Rundgang durch die ehemaligen Stadtstraßen entdecken. Und das sogar kostenfrei.
Unser letzter Stopp vor der Abreise ist die Hauptstadt der gleichnamigen südandalusischen Provinz Cádiz. Die Großstadt liegt auf einer Landzunge, das historische Stadtzentrum ist also recht schnell zu Fuß durchquert. Eine lokale Spezialität darf natürlich nicht fehlen: Tapas. Sie sind zwar nicht spezifisch andalusisch, einige lokale Spezialitäten schaffen es hier aber auf die „Deckelchen“. Tortillitas de camarones, Gambas al Ajillo oder Pescaíto frito, also eine Art Pfannkuchen mit Garnelen, Garnelen in heißem Knoblauchöl und frittierte Fische, gehören zu typischen Tapas für die Küstenstadt Cádiz. Doch auch Spinat mit Kichererbsen, Carrilladas en Salsa – Schweinewangen in einer kräftigen Sauce – und natürlich auch andalusischer Ziegenkäse gehören zu den festen Bestandteilen der Tapastafel im äußersten Süden.
Nach der Stärkung geht es über die nach der ersten Verfassung Spaniens benannte Puente De La Constitución De 1812 – immerhin die Brücke mit der größten Spannweite aller spanischen Schrägseilbrücken – von der Landzunge zurück in Richtung Jerez de la Frontera.
Tipps für eine Camper-Reise durch Andalusien
Reisezeit: Die Hauptsaison ist in Andalusien (wie bei den meisten europäischen Reisezielen) die Sommerferienzeit, damit ab Mitte Juni bis Ende August. Wer kann, sollte daher entweder im Herbst fahren oder sich schon im März auf den Weg begeben. Ab März sind 20 °C und mehr tagsüber wieder die Regel, nur nachts kann es frisch werden. Wer eher Wander- und Kletter- statt Strandurlaub bevorzugt, hat dann die besten Karten auf gutes Wetter und leere Stellplätze.
Vorbuchen: Selbst in der Nebensaison ist es ratsam, in Küstenregionen sowie rund um Hotspots wie Ronda einen Platz zu reservieren. Ansonsten muss man weite Anfahrten, hohe Preise oder andere Kompromisse hinnehmen.
Besonderheiten im Straßenverkehr: Die spanische Polizei ist auf den Hauptverkehrsrouten sehr präsent. Daher sollten die Tempolimits von 90 km/h auf Landstraßen und maximal 120 km/h auf Autobahnen eingehalten werden. Für Fahrzeuge über 3,5 t Gesamtgewicht gelten übrigens Tempolimits von 80 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften und 90 km/h auf Autobahnen. Radar- und Blitzerwarner sind zudem strengstens verboten!
V16-Warnleuchten: Das Mitführen einer V16-Warnleuchte anstelle eines Warndreiecks ist seit dem 1. Januar 2026 zwar Pflicht – aber nur für Fahrzeuge mit spanischer Zulassung. Bei Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen sind auch weiterhin Warndreiecke erlaubt. Alle Details zu V16-Warnlampen haben wir hier zusammengesammelt.
Technische Daten des VW Grand California
AUTO ZEITUNG | VW Grand California 600 |
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Technische Daten | |
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel; 1968 cm³ |
Antrieb | 8-Stufen-Automatik; Vorderradantrieb |
Leistung | 120 kW / 163 PS bei 3600 U/min |
Max. Drehmoment | 410 Nm bei 1500 – 2000 U/min |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 5986 / 2040 / 3077 mm |
Leergewicht / Zuladung | 3052 / 448 kg |
Zulässige Gesamtmasse | 3500 kg |
Ausstattung | |
Sitz-/Schlafplätze | 4 / 2 – 4 |
Herd/Heizung | Gas, Zweiflammen-Kocher / Gas/Elektro |
Gas | 2 x 11 kg |
Frisch-/Abwasser | 100 / 80 l |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 83.110 € |
Marktstart | im Handel |
Alle Daten Werksangaben | |


































