Provence-Tour im Forster T 669 EB: Testwohnen & Reisetipps
Provence, Seealpen, Côte d'Azur: Wir bereisen Südfrankreich in einem Forster T 669 EB Coupé und genießen die Region abseits der Touristenmassen. Unsere Eindrücke der Camping-Reise im Teilintegrierten!
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Südfrankreich gilt vielen Wohnmobilist:innen als Sehnsuchtsziel: Die glamourösen Promenaden der Côte d'Azur sowie die kulturhistorischen Städte und Stätten in der Provence ziehen Jahr für Jahr zigtausende Urlaubende in ihren Bann. Wer den dadurch unvermeidlichen Trubel und die teils strammen Preise umgehen möchte, sollte allerdings in die Nebensaison ausweichen. Wir waren von Ende Mai bis Mitte Juni an der berühmten Küste sowie im bergigen Hinterland unterwegs: Bei meist herrlichem Wetter und in teilweise menschenleeren Regionen entfaltet die Landschaft einen unwiderstehlichen Reiz, den man mit dem Reisemobil besonders intensiv genießen kann.
Auch wenn unser Reisebegleiter, der Forster T 669 EB Coupé, nicht unbedingt auf Autarkie spezialisiert ist, bietet seine Technik dennoch ausreichend Reserven, um einige Tage ohne die Infrastruktur eines Campingplatzes auszukommen: 100 l Frischwasser, 90 l Abwasser, ein 95-Ah-Akku und nicht zuletzt der riesige Kühlschrank (142 l) machen es leicht, sich zumindest vorübergehend von den belebten Touristik-Zentren abzukoppeln.
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Camping-Reise: Durch die Provence im Forster T 669 EB Coupé
Gerade wer die Stille und Weite der Seealpen erkunden möchte, ist froh, nicht auf Stromanschluss und Entsorgungsstation angewiesen zu sein. Vielmehr genügt ein stilles Eckchen auf einem der vielen, einfachen Stellplätze, die sich selbst in den entlegensten Winkeln des Mercantour-Gebirges noch finden lassen. So bleibt mehr Zeit für Tageswanderungen in glasklarer Bergluft auf gut ausgezeichneten Routen, auf denen es neben Gämsen und Murmeltieren sogar Wölfe zu entdecken gibt. Doch die scheuen Räuber machen sich selbst in Touristen-armen Zeiten rar. Völlig ungestört beobachten kann man die Tiere jedoch in den naturbelassenen Gehegen des Alpha-Parks nahe Saint-Martin-Vésubie (puremontagne.fr).
Nicht nur auf der Anfahrt zu dieser abgelegenen Sehenswürdigkeit erweist sich unser Reisemobil als gute Wahl. Mit dem kräftigen 2,0-l-Turbodiesel mit 165 PS (121 kW) klettert der Forster T 669 EB Coupé mühelos die teils kräftigen Steigungen empor, die optionale Achtstufen-Automatik entlastet dabei Fahrer:innen von lästiger Schaltarbeit. Wer möchte, kann per Schaltwippen am Lenkrad manuell eingreifen, was jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Sprünge vom zweiten zum dritten sowie in den vierten Gang bei Passfahrten etwas groß ausfallen. Dafür besticht das Forster-„Coupé“ mit seinem schmalen Aufbau, was das Manövrieren auf den engen Bergsträßchen erheblich erleichtert.
Kräftige Reisebegleitung mit hohem Komfort
Das Beste ist aber, dass der Wohnraum sehr geräumig ausfällt: Das offene Raumkonzept, die enorme Stehhöhe, helle Möbelfronten und viel Licht schaffen ein luftiges Ambiente. Hinzu kommt ein Bad mit schwenkbarer Trennwand, die den Waschtisch zugunsten einer geräumigen Duschkabine über den WC-Sitz verbannt. Auch die beiden Zwei-Meter-Einzelbetten mit verbindender Polstereinlage dazwischen sorgen für gehobenen Komfort.
Die gemütliche Sitzecke mit einem ebenso großen wie soliden Tisch, der zudem auf ein störendes Standbein verzichtet und sich stattdessen an der Wand abstützt, die zweckmäßige Küchenzeile und der bei BBQ-Fans gepriesene Außenanschluss an die Gasvorräte (zwei Flaschen mit je elf Kilogramm) verdienen ebenfalls ein Lob.
Die LED-Beleuchtung spart zwar Energie, sollte aber für mehr Gemütlichkeit dimmbar sein, und ein paar Vorhänge im Schlafabteil würden die Wohnlichkeit steigern. Doch das sind Kleinigkeiten, die den Charme des durchdachten und modern gestylten Ausbaus nicht wirklich schmälern. Auch daran, dass die Schrankklappen gern mit lautem Knall zuschlagen, gewöhnt man sich, doch ein Soft-Close-Mechanismus wäre wünschenswert.
Ruhe und Gelassenheit: Das ist die Provence in der Nebensaison
Zumal ein Urlaub in der Provence zu dieser Jahreszeit Ruhe und Gelassenheit verströmt. Am sonst so belebten Lac de Saint Croix sind nur wenige Touristen unterwegs. Verlässt man den See und die anschließende Verdon-Schlucht, deren spektakuläre Panorama-Straßen man unbedingt abfahren sollte, verlieren sich die Camper immer weiter. Schon am ebenfalls türkisblau strahlenden Lac du Castillon trifft man kaum noch andere Reisemobile. Ein Zwischenstopp in Castellane (siehe Bild unten) lohnt sich nicht nur wegen der zentralen Lage. Das charmante Städtchen verzückt mit seinen mittelalterlichen Gassen, der pittoresk gelegenen Kapelle oberhalb des Ortes (Zwei-Stunden-Wanderung) sowie einem ruhig gelegenen, kommunalen Stellplatz.

Hier lässt sich zudem – wie vielerorts in Frankreich – Abwasser entsorgen und Frischwasser aufnehmen. Die Läden im Ort bieten eine willkommene Gelegenheit, die Vorräte aufzufüllen, bevor man nacheinander die hinreißend schönen und spektakulär in die Landschaft gefrästen Schluchten Col de Daluis, Col de Cians oder auch den berühmten Col de Turini auf eigener Achse abfahren kann.
Hat man genug von Kurven und Bergen, ist das Mittelmeer nicht mehr weit. Die Küsten zwischen Menton im Osten und Marseille im Westen bieten für alle etwas: Glamour in Monaco und Saint-Tropez, Kultur in Nizza, traumhafte Badebuchten sowie immer noch die ein oder andere unbekannte Perle, etwa die Halbinsel Giens südlich von Hyères – die Möglichkeiten sind schier endlos, nur Einsamkeit findet man hier nicht mehr.

Gleiches gilt für jene, die die blühenden Lavendelfelder in der Hochebene um Valensole erleben wollen: Entfalten die Sträucher Mitte bis Ende Juni ihre violette Pracht und verzaubern die Landschaft mit ihrer Magie, strömen Urlauber:innen, Nachwuchs-Models und Hobby-Fotograf:innen in Scharen heran und stürmen im Sonnenuntergang die Felder auf der Jagd nach dem schönsten Instagram-Motiv. Wohl dem, der seinen Stellplatz reserviert hat und das hektische Treiben betrachten kann – in aller Ruhe.
Tipps für eine Camper-Reise in die Provence
Reisezeit: Von Mitte Juni bis Ende August ist der Süden Frankreichs ein sehr gut besuchtes Reiseziel. Wer kann, sollte daher entweder im Herbst fahren oder sich schon im Mai auf den Weg begeben. Wer die Lavendel-Blüte Ende Juni erleben will, muss mit mehr Trubel rechnen.
Vorbuchen: Selbst in der Nebensaison ist es ratsam, an der Côte d'Azur sowie in der Region Valensole (Lavendel-Felder) einen Platz zu reservieren. Ansonsten muss man weite Anfahrten, hohe Preise oder andere Kompromisse hinnehmen.
Checken: Fahrzeuge über 3,5 t benötigen „Angles Morts“-Aufkleber – hier alle Informationen zur Anbringung der „Toter-Winkel“-Aufkleber für Frankreich. Je nach Route wird die Autobahn-Maut per Kamera registriert (Free Flow) und muss binnen 72 h beglichen werden. In Ballungsräumen sind „Crit'Air“-Aufkleber gefordert, die man nur vorab und online bestellen kann (certificat-air.gouv.fr).
Entsorgung: Wer mit dem Reisemobil in Frankreich unterwegs ist, findet in der Regel ohne Probleme eine Stelle, um Abwasser und Toiletten-Kassette zu leeren oder Frischwasser aufzufüllen. Viele Gemeinden, Tankstellen, Rast- und Stellplätze bieten entsprechende Service-Stationen an.
Technische Daten des Forster T 669 EB Coupé
AUTO ZEITUNG 26/2025 | Forster T 669 EB Coupé |
|---|---|
Technische Daten | |
Motor | 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel (Euro 6); 1996 cm³ |
Antrieb | 8-Stufen-Automatik; Vorderrad |
Leistung | 121 kW / 165 PS |
Max. Drehmoment | 390 Nm |
Karosserie | |
Außenmaße (L / B / H) | 6690 / 2150 / 2850 mm |
Leergewicht / Zuladung | 2835 / 665 kg |
Ausstattung | |
Sitz- / Schlafplätze | 4 / 2 (Opt.: 4) |
Herd / Heizung | Zweiflammen-Gaskocher; Truma Combi 4 (Gas) |
Gas | 2 x 11 kg |
Kaufinformationen | |
Grundpreis | 58.690 € |
Alle Daten Werksangaben | |

























