Reportage

Provence-Tour im Forster T 669 EB: Testwohnen & Reisetipps

Provence, Seealpen, Côte d'Azur: Wir bereisen Südfrankreich in einem Forster T 669 EB Coupé und genießen die Region abseits der Touristenmassen. Unsere Eindrücke der Camping-Reise im Teilintegrierten!

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Der Forster T 669 EB statisch von schräg vorne rechts. Im Hintergrund ist der Lac du Castillon zu sehen.
Der Ausblick auf das leuchtend türkisblaue Wasser des Lac du Castillon verzaubert und versetzt einen unmittelbar in Urlaubsstimmung. Foto: Martin Urbanke
Der Forster T 669 EB statisch von schräg hinten links auf einer südfranzösischen Landstraße.
Abseits der lebhaften Küstengebiete locken Berge mit epischen Pässen – und Ruhe. Foto: Martin Urbanke
Der Forster T 669 EB statisch von schräg links vor einem Bergpanorama des Col de la Cayolle.
Panorama am Col de la Cayolle. Der teils sehr enge Pass ist für Fahrzeuge über 4,5 t tabu. Foto: Martin Urbanke
Der Forster T 669 EB auf einem Campingplatz mit ausgefahrener Markise und aufgebauten Campingmöbeln.
Die Markise ist 3,50 m breit und schützt beim Frühstück vor greller Sonne oder feinem Regen (Comfort-Line Paket, 1990 Euro). Foto: Martin Urbanke
Der Forster T 669 EB statisch von links inmitten von blühenden Lavendelfeldern.
Ab Mitte Juni beginnen die Lavendelfelder zu blühen. Das zieht dann auch Urlauber:innen in Scharen an. Foto: Martin Urbanke
Blick auf das Stadtzentrum von Castellane.
Das charmante Städtchen Castellane empfiehlt sich als Zwischenstopp. Foto: Martin Urbanke
Das Bild zeigt eine Gämse auf einem Berg im Nationalpark Mercantour.
Nationalpark Mercantour: Neben dem Wolf zählen Murmeltier und Gämse (im Bild) zu den Bewohnern der ursprünglich wilden und einsamen Bergwelt. Foto: Martin Urbanke
Zwei Personen in einem Kanu auf dem Lac de Saint Croix.
Paddel-Tour: Lac de Saint Croix und Verdon-Schlucht aus nächster Nähe erleben. Foto: Martin Urbanke
Kite-Surfer an der Côte dAzur im Bereich des Plage de lAlmanarre.
Côte d'Azur für Aktive: Am Plage de l'Almanarre südlich von Hyères tummeln sich die Kite-Surfer:innen. Wer es ruhiger mag, wandert durch den benachbarten Nationalpark Port-Cros oder erkundet die Halbinsel mit dem Fahrrad. Lohnendes Tagesziel: Exkursion auf die autofreie Île de Porquerolles. Foto: Martin Urbanke
Das Cockpit des Forster T 669 EB auf Basis des Ford Transit.
Details wie der Außenanschluss an die Gasversorgung, das digitale Ford-Cockpit samt Rückfahrkamera … Foto: Martin Urbanke
Das Gewürzregal in der Küche des Forster T 669 EB im Detail.
… oder das Gewürzregal erleichtern das Leben an Bord.  Foto: Martin Urbanke
Der Wohnraum des Forster T 669 EB mit Blick aus dem Cockpit in Richtung Heck.
Der Teilintegrierte bietet einen luftig-hellen Wohnraum, und in die geräumige Heckgarage (bis 300 kg Zuladung) passen dank der großen Tür locker zwei Fahrräder. Praktisch: Hier gibt’s einen Anschluss für die Außendusche. Foto: Forster
Die Grundrisszeichnung des Forster T 669 EB.
Grundriss für Paare: Trotz recht kompakter Abmessungen verwöhnt der schmale Teilintegrierte zwei Reisende mit viel Platz und Komfort sowie Zwei-Meter-Einzelbetten. Foto: Forster

Südfrankreich gilt vielen Wohnmobilist:innen als Sehnsuchtsziel: Die glamourösen Promenaden der Côte d'Azur sowie die kulturhistorischen Städte und Stätten in der Provence ziehen Jahr für Jahr zigtausende Urlaubende in ihren Bann. Wer den dadurch unvermeidlichen Trubel und die teils strammen Preise umgehen möchte, sollte allerdings in die Nebensaison ausweichen. Wir waren von Ende Mai bis Mitte Juni an der berühmten Küste sowie im bergigen Hinterland unterwegs: Bei meist herrlichem Wetter und in teilweise menschenleeren Regionen entfaltet die Landschaft einen unwiderstehlichen Reiz, den man mit dem Reisemobil besonders intensiv genießen kann.

Auch wenn unser Reisebegleiter, der Forster T 669 EB Coupé, nicht unbedingt auf Autarkie spezialisiert ist, bietet seine Technik dennoch ausreichend Reserven, um einige Tage ohne die Infrastruktur eines Campingplatzes auszukommen: 100 l Frischwasser, 90 l Abwasser, ein 95-Ah-Akku und nicht zuletzt der riesige Kühlschrank (142 l) machen es leicht, sich zumindest vorübergehend von den belebten Touristik-Zentren abzukoppeln.

Tipps zum Wohnmobilkauf im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Camping-Reise: Durch die Provence im Forster T 669 EB Coupé

Gerade wer die Stille und Weite der Seealpen erkunden möchte, ist froh, nicht auf Stromanschluss und Entsorgungsstation angewiesen zu sein. Vielmehr genügt ein stilles Eckchen auf einem der vielen, einfachen Stellplätze, die sich selbst in den entlegensten Winkeln des Mercantour-Gebirges noch finden lassen. So bleibt mehr Zeit für Tageswanderungen in glasklarer Bergluft auf gut ausgezeichneten Routen, auf denen es neben Gämsen und Murmeltieren sogar Wölfe zu entdecken gibt. Doch die scheuen Räuber machen sich selbst in Touristen-armen Zeiten rar. Völlig ungestört beobachten kann man die Tiere jedoch in den naturbelassenen Gehegen des Alpha-Parks nahe Saint-Martin-Vésubie (puremontagne.fr). 

Nicht nur auf der Anfahrt zu dieser abgelegenen Sehenswürdigkeit erweist sich unser Reisemobil als gute Wahl. Mit dem kräftigen 2,0-l-Turbodiesel mit 165 PS (121 kW) klettert der Forster T 669 EB Coupé mühelos die teils kräftigen Steigungen empor, die optionale Achtstufen-Automatik entlastet dabei Fahrer:innen von lästiger Schaltarbeit. Wer möchte, kann per Schaltwippen am Lenkrad manuell eingreifen, was jedoch nicht darüber hinwegtäuscht, dass die Sprünge vom zweiten zum dritten sowie in den vierten Gang bei Passfahrten etwas groß ausfallen. Dafür besticht das Forster-„Coupé“ mit seinem schmalen Aufbau, was das Manövrieren auf den engen Bergsträßchen erheblich erleichtert.

Kräftige Reisebegleitung mit hohem Komfort

Das Beste ist aber, dass der Wohnraum sehr geräumig ausfällt: Das offene Raumkonzept, die enorme Stehhöhe, helle Möbelfronten und viel Licht schaffen ein luftiges Ambiente. Hinzu kommt ein Bad mit schwenkbarer Trennwand, die den Waschtisch zugunsten einer geräumigen Duschkabine über den WC-Sitz verbannt. Auch die beiden Zwei-Meter-Einzelbetten mit verbindender Polstereinlage dazwischen sorgen für gehobenen Komfort.

Die gemütliche Sitzecke mit einem ebenso großen wie soliden Tisch, der zudem auf ein störendes Standbein verzichtet und sich stattdessen an der Wand abstützt, die zweckmäßige Küchenzeile und der bei BBQ-Fans gepriesene Außenanschluss an die Gasvorräte (zwei Flaschen mit je elf Kilogramm) verdienen ebenfalls ein Lob.

Die LED-Beleuchtung spart zwar Energie, sollte aber für mehr Gemütlichkeit dimmbar sein, und ein paar Vorhänge im Schlafabteil würden die Wohnlichkeit steigern. Doch das sind Kleinigkeiten, die den Charme des durchdachten und modern gestylten Ausbaus nicht wirklich schmälern. Auch daran, dass die Schrankklappen gern mit lautem Knall zuschlagen, gewöhnt man sich, doch ein Soft-Close-Mechanismus wäre wünschenswert. 

Ruhe und Gelassenheit: Das ist die Provence in der Nebensaison

Zumal ein Urlaub in der Provence zu dieser Jahreszeit Ruhe und Gelassenheit verströmt. Am sonst so belebten Lac de Saint Croix sind nur wenige Touristen unterwegs. Verlässt man den See und die anschließende Verdon-Schlucht, deren spektakuläre Panorama-Straßen man unbedingt abfahren sollte, verlieren sich die Camper immer weiter. Schon am ebenfalls türkisblau strahlenden Lac du Castillon trifft man kaum noch andere Reisemobile. Ein Zwischenstopp in Castellane (siehe Bild unten) lohnt sich nicht nur wegen der zentralen Lage. Das charmante Städtchen verzückt mit seinen mittelalterlichen Gassen, der pittoresk gelegenen Kapelle oberhalb des Ortes (Zwei-Stunden-Wanderung) sowie einem ruhig gelegenen, kommunalen Stellplatz.

Blick auf das Stadtzentrum von Castellane.
Foto: Martin Urbanke

Hier lässt sich zudem – wie vielerorts in Frankreich – Abwasser entsorgen und Frischwasser aufnehmen. Die Läden im Ort bieten eine willkommene Gelegenheit, die Vorräte aufzufüllen, bevor man nacheinander die hinreißend schönen und spektakulär in die Landschaft gefrästen Schluchten Col de Daluis, Col de Cians oder auch den berühmten Col de Turini auf eigener Achse abfahren kann. 

Hat man genug von Kurven und Bergen, ist das Mittelmeer nicht mehr weit. Die Küsten zwischen Menton im Osten und Marseille im Westen bieten für alle etwas: Glamour in Monaco und Saint-Tropez, Kultur in Nizza, traumhafte Badebuchten sowie immer noch die ein oder andere unbekannte Perle, etwa die Halbinsel Giens südlich von Hyères – die Möglichkeiten sind schier endlos, nur Einsamkeit findet man hier nicht mehr.

Der Forster T 669 EB statisch von links inmitten von blühenden Lavendelfeldern.
Foto: Martin Urbanke

Gleiches gilt für jene, die die blühenden Lavendelfelder in der Hochebene um Valensole erleben wollen: Entfalten die Sträucher Mitte bis Ende Juni ihre violette Pracht und verzaubern die Landschaft mit ihrer Magie, strömen Urlauber:innen, Nachwuchs-Models und Hobby-Fotograf:innen in Scharen heran und stürmen im Sonnenuntergang die Felder auf der Jagd nach dem schönsten Instagram-Motiv. Wohl dem, der seinen Stellplatz reserviert hat und das hektische Treiben betrachten kann – in aller Ruhe.

Tipps für eine Camper-Reise in die Provence

  • Reisezeit: Von Mitte Juni bis Ende August ist der Süden Frankreichs ein sehr gut besuchtes Reiseziel. Wer kann, sollte daher entweder im Herbst fahren oder sich schon im Mai auf den Weg begeben. Wer die Lavendel-Blüte Ende Juni erleben will, muss mit mehr Trubel rechnen.

  • Vorbuchen: Selbst in der Nebensaison ist es ratsam, an der Côte d'Azur sowie in der Region Valensole (Lavendel-Felder) einen Platz zu reservieren. Ansonsten muss man weite Anfahrten, hohe Preise oder andere Kompromisse hinnehmen.

  • Checken: Fahrzeuge über 3,5 t benötigen „Angles Morts“-Aufkleber – hier alle Informationen zur Anbringung der „Toter-Winkel“-Aufkleber für Frankreich. Je nach Route wird die Autobahn-Maut per Kamera registriert (Free Flow) und muss binnen 72 h beglichen werden. In Ballungsräumen sind „Crit'Air“-Aufkleber gefordert, die man nur vorab und online bestellen kann (certificat-air.gouv.fr).

  • Entsorgung: Wer mit dem Reisemobil in Frankreich unterwegs ist, findet in der Regel ohne Probleme eine Stelle, um Abwasser und Toiletten-Kassette zu leeren oder Frischwasser aufzufüllen. Viele Gemeinden, Tankstellen, Rast- und Stellplätze bieten entsprechende Service-Stationen an. 

Technische Daten des Forster T 669 EB Coupé

AUTO ZEITUNG 26/2025

Forster T 669 EB Coupé

Technische Daten

Motor

4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel (Euro 6); 1996 cm³

Antrieb

8-Stufen-Automatik; Vorderrad

Leistung

121 kW / 165 PS

Max. Drehmoment

390 Nm

Karosserie

Außenmaße (L / B / H)

6690 / 2150 / 2850 mm

Leergewicht / Zuladung

2835 / 665 kg

Ausstattung

Sitz- / Schlafplätze

4 / 2 (Opt.: 4)

Herd / Heizung

Zweiflammen-Gaskocher; Truma Combi 4 (Gas)

Gas

2 x 11 kg

Kaufinformationen

Grundpreis

58.690 €

Alle Daten Werksangaben