PSA-News: Peugeot-Logo & Stellantis Aktionäre billigen PSA-FCA-Fusion

von AUTO ZEITUNG 04.01.2021
Inhalt
  1. News zu Stellantis: PSA-Aktionäre & EU-Wettbewerbshüter stimmen Fusion mit FCA zu
  2. Stellantis: Status Quo bei PSA & FCA
  3. Stellantis-Strategie & mögliches US-Comeback für Peugeot
  4. PSA-News zum 1. Halbjahr 2020: Gewinn trotz Corona-Krise
  5. PSA-News im Herbst 2020: Peugeot-Logo zum 210-jährigen Bestehen

PSA-News: Die Aktionäre beider Autobauer haben der Fusion zwischen PSA und Fiat Chrysler (FCA) zugestimmt. Der offizielle Termin für Stellantis soll bald kommuniziert werden. Außerdem: Peugeot feilt am USA-Comeback. Dieser Artikel wurde am 04.01.2021 aktualisiert.

 

News zu Stellantis: PSA-Aktionäre & EU-Wettbewerbshüter stimmen Fusion mit FCA zu

  • Die Aktionäre von PSA und Fiat Chrysler (FCA) haben der Fusion zugestimmt. Das teilten die Unternehmen am Montag, 4. Januar 2021, mit. "Wir sind bereit für diese Fusion", sagte PSA-Konzernchef Carlos Tavares, der auch den neuen Verbund führen soll. Der Termin für den Zusammenschluss solle bald mitgeteilt werden.

  • Die Wettbewerbshüter der EU haben die geplante Fusion zwischen PSA und Fiat Chrysler (FCA) am 21. Dezember 2020 offiziell genehmigt, nachdem sie im Juli 2020 eine vertiefte Prüfung eingeleitet hatten. Allerdings ist die Zustimmung an die Bedingung geknüpft, dass die Unternehmen Verpflichtungszusagen vollständig umsetzen, wie die EU-Kommission mitteilte. Zum einen soll eine bereits bestehende Kooperation zwischen PSA und Toyota erweitert werden, wonach PSA für Toyota leichte Nutzfahrzeuge für den Verkauf in der EU fertigt. Zum anderen sollen die Reparatur- und Wartungsverträge von PSA und FCA mit ihren Werkstätten geändert werden. So soll etwa nicht mehr vorgeschrieben werden, dass es für FCA-/PSA-Nutzfahrzeuge reservierte Empfangs- oder Wartebereiche gibt. Auch die Verwendung von Werkzeug der beiden Hersteller für die Reparatur leichter Nutzfahrzeuge anderer Marken soll erlaubt werden. Die Übernahme wird nach VW, Renault-Nissan und Toyota zum viertgrößten Autokonzern der Welt führen, bis spätestens Ende März 2021 soll die Fusion umgesetzt sein.

  • Anfang November 2020 haben PSA und FCA das offizielle Logo von Stellantis vorgestellt – der neuen Gruppe, die aus der Fusion der beiden Unternehmen hervorgehen soll. Es zeigt einen weißen "Stellantis"-Schriftzug auf blauem Grund und soll das Thema des Namens aufgreifen. "Stello" bedeutet so viel wie "mit Sternen aufhellen". Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung soll das Logo außerdem "das reiche Erbe der Gründungsunternehmen", "die Stärken des Portfolios von 14 traditionsreichen Automobilmarken der neuen Gruppe" sowie "die Vielfalt und Professionalität der Mitarbeiter:innen in allen Regionen der Welt" symbolisieren. Der neue Name soll ausschließlich auf Konzernebene als Unternehmensmarke verwendet werden. Die Namen und Logos der konstituierenden Marken der Gruppe sollen derweil unverändert bleiben. Heißt: Ein Fiat 500 beispielsweise bleibt auch zukünftig ein Fiat 500.

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Die Geschichte von PSA im Video:

 
 

Stellantis: Status Quo bei PSA & FCA

Beide Fusionspartner – PSA und FCA – kennen den Blick in den Abgrund: PSA mit seinen Kernmarken Peugeot und Citroën war 2014 am Ende und konnte nur durch Investitionen des französischen Staats und des chinesischen Autoherstellers Dongfeng gerettet werden. Dann jedoch sanierte Tavares den Konzern im Eiltempo: Er reduzierte Kosten, schloss Werke, investierte in neue Plattformen und Fahrzeuge. Mit der Konzentration auf renditestarke Modelle formte er PSA zu einem der profitabelsten Volumenhersteller. Drei Jahre später konnte Tavares bereits Opel übernehmen und sanieren. Fiat stand 2004 am finanziellen Abgrund, Chrysler musste 2009 Insolvenz anmelden. Daraufhin schloss Fiat-Chef Sergio Marchionne beide Krisenfirmen zu einem Konzern zusammen. Geschickt nutzte er die vorhandenen Plattformen und Motoren für neue Modelle. Bis zu seinem Tod 2018 gelang es ihm auf diese Weise, Fiat Chrysler (FCA) zu sanieren und wieder Gewinne zu erwirtschaften. Doch FCA lebt von der Substanz, Investitionen in Technik und Plattformen unterblieben. Dabei steht die Autoindustrie vor riesigen Herausforderungen: Der Umstieg zur Elektromobilität, Konnektivität sowie das Autonome Fahren verursachen enorme Entwicklungskosten. Dazu kommen ehrgeizige Abgasziele, die – besonders in der EU – mit hohen Strafzahlungen im Milliardenbereich einhergehen. Um diese Herausforderungen zu meistern, schließen sich PSA und FCA zur Fusion Stellantis zusammen.

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Stellantis-Strategie & mögliches US-Comeback für Peugeot

  • In der Fusion Stellantis sollen PSA und FCA je 50 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen erhalten. Damit entsteht der nach VW, Renault-Nissan und Toyota viertgrößte Autobauer mit einem jährlichen Absatzvolumen von über 8,7 Millionen Fahrzeugen. Der Umsatz des neuen Giganten mit insgesamt 14 Marken würde bei 170 Milliarden Euro liegen, der Gewinn bei mehr als elf Milliarden Euro im Jahr. Durch die Zusammenarbeit bei Plattformen, Motoren und Technologien erwarten beide Partner jährliche Einsparungen von 3,7 Milliarden Euro. Die Zusammenlegung der beiden Konzerne soll ohne Werksschließungen auskommen. Allerdings rechnen die Verantwortlichen damit, dass 80 Prozent der Synergien erst vier Jahre nach dem Zusammenschluss wirksam werden. Die einmaligen Kosten für die Fusion beziffern PSA und FCA mit 2,8 Milliarden Euro. Beide Konzerne ergänzen sich markentechnisch gut, es gibt kaum direkten Wettbewerb. Selbst Fiat ist mit der Konzentration auf die 500er-Familie und Billigautos für den Mittelmeerraum und Südamerika kein Konkurrent zu den PSA-Volumenmarken Peugeot, Citroën und Opel. Im Gegenteil: FCA bringt in den neuen Konzern hochspezialisierte Marken ein, die PSA fehlen, etwa RAM für Pick-ups oder Jeep für Geländewagen und SUV. Und die FCA-Premiummarken Alfa Romeo sowie Maserati sind vom Image her international meilenweit von der sich erst im Aufbau befindenden PSA-Marke DS entfernt. FCA gewinnt durch die Fusion Zugang zu neuen Plattformen und Motoren sowie zur Elektromobilität. Damit ließe sich auch das Emissionsproblem der US-Italiener angehen, das durch die erfolgreich laufenden Jeep-SUV und RAM-Pick-ups entstanden ist. Für PSA dürfte dagegen der gewonnene Zugang zum US-amerikanischen Markt über das Chrysler-Vertriebsnetz entscheidend sein. Aus heutiger Sicht ist die Fusion für beide Konzerne gewinnbringend, für FCA sogar überlebenswichtig. Alle Probleme werden damit jedoch nicht gelöst: So zeigt sich der neue Gigant ausgerechnet in China, dem größten Automarkt der Welt, in schlechter Verfassung: Während PSA mit Citroën in der Volksrepublik stagniert, ist FCA mit Ausnahme von Jeep auf dem Markt überhaupt nicht präsent.

  • Dass Peugeot auf den US-amerikanischen Markt zurückkehren möchte, ist seit Jahren ein offenes Geheimnis. Bereits 2016 kündigte man entsprechende Pläne an, innerhalb von zehn Jahren wieder Fahrzeuge in den USA anbieten zu wollen. 2019 konkretisierte PSA-Chef Carlos Tavarez im Gespräch mit dem Wall Street Journal, dass man innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre ausgewählte Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt anbieten werde. Nun scheint es tatsächlich auf das Jahr 2023 hinauszulaufen. Dies berichten verschiedene Medien im August 2020, die sich auf Aussagen des PSA-Nordamerika-Chefs Larry Dominique berufen. Beim Vertrieb von Peugeot-Modellen in den USA wolle man verstärkt auf den Online-Verkauf setzen. Gründe für das beschleunigte US-Comeback Peugeots soll auch das Know-how Opels sein, was die Zulassung von Fahrzeugen in den USA betrifft.

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PSA-News zum 1. Halbjahr 2020: Gewinn trotz Corona-Krise

Die Corona-Krise dämpft die wirtschaftlichen Erwartungen der Automobilindustrie – trotzdem konnte der PSA-Konzern im ersten Halbjahr 2020 einen Gewinn von 595 Millionen Euro netto erzielen. Gemessen am Vorjahreszeitraum (1,83 Milliarden Euro) ist es dennoch ein Rückgang um 1,237 Milliarden Euro. Der Umsatz der Franzosen sank dabei um 34,5 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro im Vergleich zu den ersten sechs Monaten von 2019. Davon fielen 19,595 Milliarden Euro auf das Automobilgeschäft, zu dem die Marken Peugeot, Citroën, DS, Opel und Vauxhall gehören (-35,5 Prozent). Für das gesamte Jahr 2020 geht PSA von einem Rückgang von 25 Prozent auf dem Automobilmarkt in Europa aus. In Russland, Lateinamerika sind es vermutlich 30 Prozent, während der chinesische Markt um zehn Prozent zurückgeht.

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PSA-News im Herbst 2020: Peugeot-Logo zum 210-jährigen Bestehen

Anlässlich des 210-jährigen Bestehens der Marke im Herbst 2020 hat Peugeot ein neues Logo kreiert. Es bezieht sich auf das älteste existierende Logo der Franzosen und zeigt einen Löwen von der Seite auf einem Pfeil. Dieser ist bereits seit 1858 fester Bestandteil der Markenidentität und soll zusammen mit den Sägeblättern und dem Pfeil Eigenschaften wie Flexibiliät und Geschwindigkeit symbolisieren.

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