PSA-News: Peugeot-Logo & Stellantis Neues Peugeot-Logo zum 210-jährigen Bestehen

von Markus Bach 25.08.2020
Inhalt
  1. PSA-News: Neues Peugeot-Logo zum 210-jährigen Bestehen
  2. Peugeot-Comeback in den USA 2023?
  3. PSA macht auch in der Corona-Krise Gewinn
  4. PSA und Fiat Chrysler (FCA): Fusion könnte sich verzögern
  5. PSA und FCA wollen nach Fusion "Stellantis" heißen
  6. EU hat Bedenken wegen Fusion zwischen PSA und FCA
  7. PSA-Strategie mit FCA: Wachstum durch Einstieg auf US-Markt

Trotz der Corona-Krise erwirtschaftet der PSA-Konzern im ersten Halbjahr 2020 einen Gewinn. Und: Platzt die offiziell besiegelte Fusion von Opel-Mutterkonzern PSA und Fiat Chrysler (FCA) mit dem gemeinsamen Namen Stellantis doch noch? Die EU meldet Bedenken an und prüft das Vorhaben. Die Mega-Fusion könnte sich deswegen verzögern. Unabhängig davon feilt Peugeot am USA-Comeback und präsentiert ein neues Logo anlässlich des 210-jährigen Bestehens. Dieser Artikel wurde am 25.08.2020 aktualisiert.

 

PSA-News: Neues Peugeot-Logo zum 210-jährigen Bestehen

Anlässlich des 210-jährigen Bestehens der Marke im Herbst 2020 hat Peugeot ein neues Logo kreiert. Es bezieht sich auf das älteste existierende Logo der Franzosen und zeigt einen Löwen von der Seite auf einem Pfeil. Dieser ist bereits seit 1858 fester Bestandteil der Markenidentität und soll zusammen mit den Sägeblättern und dem Pfeil Eigenschaften wie Flexibiliät und Geschwindigkeit symbolisieren. Neben dem speziellen Logo soll es weitere Aktionen anlässlich des Jubiläums geben: So können die Fans der Löwenmarke vom 1. bis zum 26. September 2020 das beste Modell aus den vergangenen 210 Jahren wählen. Im Anschluss daran soll das Design-Team von Peugeot eine Überraschung erarbeiten, die im Oktober 2020 vorgestellt werden soll. Und am Stichtag des Jubiläums, dem 26. September 2020, wird eine digitale Peugeot-Veranstaltung auf Twitter, Instagram, Facebook und Linkedin ausgestrahlt. 

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Peugeot-Comeback in den USA 2023?

Dass Peugeot auf den US-amerikanischen Markt zurückkehren möchte, ist seit Jahren ein offenes Geheimnis. Bereits 2016 kündigte man entsprechende Pläne an, innerhalb von zehn Jahren wieder Fahrzeuge in den USA anbieten zu wollen. 2019 konkretisierte PSA-Chef Carlos Tavarez im Gespräch mit dem Wall Street Journal, dass man innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre ausgewählte Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt anbieten werde. Nun scheint es tatsächlich auf das Jahr 2023 hinauszulaufen. Dies berichten verschiedene Medien im August 2020, die sich auf Aussagen des PSA-Nordamerika-Chefs Larry Dominique berufen. Beim Vertrieb von Peugeot-Modellen in den USA wolle man verstärkt auf den Online-Verkauf setzen. Gründe für das beschleunigte US-Comeback Peugeots soll auch das Know-how Opels sein, was die Zulassung von Fahrzeugen in den USA betrifft.

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PSA macht auch in der Corona-Krise Gewinn

Die Corona-Krise dämpft die wirtschaftlichen Erwartungen der Automobilindustrie – trotzdem konnte der PSA-Konzern im ersten Halbjahr 2020 einen Gewinn von 595 Millionen Euro netto erzielen. Gemessen am Vorjahreszeitraum (1,83 Milliarden Euro) ist es dennoch ein Rückgang um 1,237 Milliarden Euro. Der Umsatz der Franzosen sank dabei um 34,5 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro im Vergleich zu den ersten sechs Monaten von 2019. Davon fielen 19,595 Milliarden Euro auf das Automobilgeschäft, zu dem die Marken Peugeot, Citroën, DS, Opel und Vauxhall gehören (-35,5 Prozent). Für das gesamte Jahr 2020 geht PSA von einem Rückgang von 25 Prozent auf dem Automobilmarkt in Europa aus. In Russland, Lateinamerika sind es vermutlich 30 Prozent, während der chinesische Markt um zehn Prozent zurückgeht.

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PSA und Fiat Chrysler (FCA): Fusion könnte sich verzögern

Die geplante Fusion des Opel Mutterkonzerns PSA und Fiat Chrysler (FCA) namens Stellantis könnte sich verzögern. Grund dafür ist, dass die EU-Kommission ihre Deadline für die vertiefte Prüfung der Frist vorläufig ausgesetzt hat. Das ging aus der Webseite der Brüsseler Aufsichtsbehörde am 22. Juli 2020 hervor. Zuletzt hatte sie sich bis zum 13. November 2020 Zeit genommen, um das Vorhaben genauer daraufhin zu prüfen, ob es dem Wettbewerb in der EU schadet. Die Behörde hat nach der Entscheidung zur tiefgreifenden Prüfung 90 Tage Zeit für eine Entscheidung. Zwischenzeitlich war die Frist aber auch schon einmal um 15 Arbeitstage verlängert worden. Einen konkreten Grund für die Aussetzung der Deadline nannten die Aufseher nicht. Oft setzen die Kartellwächter die Fristen aus, um weitere Informationen von den beteiligten Firmen, hier von PSA und FCA, einzuholen. Hintergrund der Prüfung ist, dass Stellantis auf dem Markt für Lieferwagen in vielen Ländern hohe Marktanteile, erklärte die EU-Kommission. Anders als auf dem Automarkt gebe es weniger Anbieter und hohe Zugangshürden für Wettbewerber. Bisher konkurrierten beide Anbieter bei den Vans Kopf an Kopf in vielen Märkten und richteten ihre Preise entsprechend aus. Dies könnte bei einer Fusion wegfallen, argumentierte die Kommission. Sollten die Bedenken gegen die Fusion von PSA und FCA ausgeräumt werden, streben die beiden Unternehmen ein Zusammenschluss "unter Gleichen" mit einem ausgewogen besetzten Verwaltungsrat an. PSA-Konzernchef Carlos Tavares, der seit rund zwei Jahren die frühere General-Motors-Tochter Opel auf Gewinne und Effizienz trimmt, wird Vorstandsvorsitzender. Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann übernimmt diese Rolle auch in dem neuen Unternehmen.

 

PSA und FCA wollen nach Fusion "Stellantis" heißen

Der Opel-Mutterkonzern PSA und Fiat Chrysler (FCA) wollen nach ihrer Fusion "Stellantis" heißen, wie Mitte Juli 2020 bekannt wurde. "Die lateinischen Ursprünge des Namens sind eine Hommage an die reiche Geschichte der Gründungsunternehmen", hieß es dazu in einer gemeinsamen Mitteilung. "Stella" ist das lateinische Wort für Stern. Die Verbindung zur Astronomie fange den wahren Geist des Optimismus, der Energie und der Erneuerung ein, der dieser Fusion zugrunde liege. Der neue Name soll ausschließlich auf Konzernebene als Unternehmensmarke verwendet werden. Der nächste Schritt in diesem Prozess sei die Enthüllung eines Logos. Die Namen und Logos der konstituierenden Marken der Gruppe sollen derweil unverändert bleiben. Heißt: Ein Fiat 500 beispielsweise bleibt auch zukünftig ein Fiat 500. Die Fusion von PSA und FCA solle Anfang 2021 abgeschlossen werden, bekräftigten beide Unternehmen noch einmal. Allerdings hatten die EU-Wettbewerbshüter unlängst Bedenken geltend gemacht und eine vertiefte Prüfung von "Stellantis" eingeleitet. Diese könnte sich noch bis zum 22. Oktober 2020 hinziehen. 

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EU hat Bedenken wegen Fusion zwischen PSA und FCA

Beide Fusionspartner – PSA und FCA – kennen den Blick in den Abgrund: PSA mit seinen Kernmarken Peugeot und Citroën war 2014 am Ende und konnte nur durch Investitionen des französischen Staats und des chinesischen Autoherstellers Dongfeng gerettet werden. Dann jedoch sanierte Tavares den Konzern im Eiltempo: Er reduzierte Kosten, schloss Werke, investierte in neue Plattformen und Fahrzeuge. Mit der Konzentration auf renditestarke Modelle formte er PSA zu einem der profitabelsten Volumenhersteller. Drei Jahre später konnte Tavares bereits Opel übernehmen und sanieren. Fiat stand 2004 am finanziellen Abgrund, Chrysler musste 2009 Insolvenz anmelden. Daraufhin schloss Fiat-Chef Sergio Marchionne beide Krisenfirmen zu einem Konzern zusammen. Geschickt nutzte er die vorhandenen Plattformen und Motoren für neue Modelle. Bis zu seinem Tod 2018 gelang es ihm auf diese Weise, Fiat Chrysler (FCA) zu sanieren und wieder Gewinne zu erwirtschaften. Doch FCA lebt von der Substanz, Investitionen in Technik und Plattformen unterblieben. Dabei steht die Autoindustrie vor riesigen Herausforderungen: Der Umstieg zur Elektromobilität, Konnektivität sowie das Autonome Fahren verursachen enorme Entwicklungskosten. Dazu kommen ehrgeizige Abgasziele, die – besonders in der EU – mit hohen Strafzahlungen im Milliardenbereich einhergehen. Um diese Herausforderungen zu meistern, schließen sich PSA und FCA zur Fusion Stellantis zusammen. 

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PSA-Strategie mit FCA: Wachstum durch Einstieg auf US-Markt

In der Fusion Stellantis sollen PSA und FCA je 50 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen erhalten. Damit entsteht der nach VW, Renault-Nissan und Toyota viertgrößte Autobauer mit einem jährlichen Absatzvolumen von über 8,7 Millionen Fahrzeugen. Der Umsatz des neuen Giganten mit insgesamt 14 Marken würde bei 170 Milliarden Euro liegen, der Gewinn bei mehr als elf Milliarden Euro im Jahr. Durch die Zusammenarbeit bei Plattformen, Motoren und Technologien erwarten beide Partner jährliche Einsparungen von 3,7 Milliarden Euro. Die Zusammenlegung der beiden Konzerne soll ohne Werksschließungen auskommen. Allerdings rechnen die Verantwortlichen damit, dass 80 Prozent der Synergien erst vier Jahre nach dem Zusammenschluss wirksam werden. Die einmaligen Kosten für die Fusion beziffern PSA und FCA mit 2,8 Milliarden Euro. Beide Konzerne ergänzen sich markentechnisch gut, es gibt kaum direkten Wettbewerb. Selbst Fiat ist mit der Konzentration auf die 500er-Familie und Billigautos für den Mittelmeerraum und Südamerika kein Konkurrent zu den PSA-Volumenmarken Peugeot, Citroën und Opel. Im Gegenteil: FCA bringt in den neuen Konzern hochspezialisierte Marken ein, die PSA fehlen, etwa RAM für Pick-ups oder Jeep für Geländewagen und SUV. Und die FCA-Premiummarken Alfa Romeo sowie Maserati sind vom Image her international meilenweit von der sich erst im Aufbau befindenden PSA-Marke DS entfernt. FCA gewinnt durch die Fusion Zugang zu neuen Plattformen und Motoren sowie zur Elektromobilität. Damit ließe sich auch das Emissionsproblem der US-Italiener angehen, das durch die erfolgreich laufenden Jeep-SUV und RAM-Pick-ups entstanden ist. Für PSA dürfte dagegen der gewonnene Zugang zum US-amerikanischen Markt über das Chrysler-Vertriebsnetz entscheidend sein. Aus heutiger Sicht ist die Fusion für beide Konzerne gewinnbringend, für FCA sogar überlebenswichtig. Alle Probleme werden damit jedoch nicht gelöst: So zeigt sich der neue Gigant ausgerechnet in China, dem größten Automarkt der Welt, in schlechter Verfassung: Während PSA mit Citroën in der Volksrepublik stagniert, ist FCA mit Ausnahme von Jeep auf dem Markt überhaupt nicht präsent.

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