close
Schön, dass du auf unserer Seite bist! Wir wollen dir auch weiterhin beste Unterhaltung und tollen Service bieten.
Danke, dass du uns dabei unterstützt. Dafür musst du nur für www.autozeitung.de deinen Ad-Blocker deaktivieren.
Geht auch ganz einfach:

Stellantis-News: PSA & Fiat Chrysler (FCA) Der Triumph der Welt-AG Stellantis

AUTO ZEITUNG 22.08.2022
Inhalt
  1. Stellantis-News 2022: Alle PSA- & FCA-Marken bis 2038 CO2-neutral & neue Lancia-Modelle
  2. Stellantis-News 2021: Bilanz 2021 & Elektro-Strategie für alle Konzernmarken (PSA & FCA)
  3. Darum ist Stellantis (ehemals PSA & FCA) so erfolgreich
  4. Stellantis-Fusion: Status Quo (Stand: August 2022)

Stellantis-News im August 2022: Wir erklären das Erfolgsgeheimnis der Welt-AG, die aus der Fusion von PSA und Fiat Chrysler (FCA) entstanden ist. Und: Das sind die neuen Lancia-Modelle bis 2028. Dieser Artikel wurde zuletzt am 22.08.2022 aktualisiert.

 

Stellantis-News 2022: Alle PSA- & FCA-Marken bis 2038 CO2-neutral & neue Lancia-Modelle

  • Die Stellantis-News im Mai 2022 konkretisieren die Pläne für Lancia bis 2028. Drei neue Modelle, die auch exportiert werden sollen, wurden bestätigt. Den Anfang macht 2024 die Neuauflage des Lancia Ypsilon – dann rund vier Meter lang und nur noch als Hybrid- und Elektroversion. 2024 folgt ein elektrischer Crossover, das – noch nicht bestätigt – den Namen "Aurelia" wiederbelebt. Er wird das Topmodell und rund 4,6 Meter lang. Später, spätestens 2028, folgt ein elektrischer Kompakter mit dem nach wie vor klangvollen Namen "Lancia Delta". Auch hier ist das einzig bestätigte Detail die Länge: 4,4 Meter. Ab 2028 werden nur noch vollelektrische Modelle angeboten – was übrigens auch für die restlichen Premiummarken von Stellantis (Maserati, Alfa Romeo und DS) gilt. Besondere Merkmale der neuen Lancia-Modelle sollen neben einem beleuchteten Kühlergrill nachhaltige Materialien im Innenraum sein. Stellantis plant mit 100 neuen Lancia-Händlern in 60 europäischen Großstädten sowie 50 Prozent der zukünftigen Verkäufe über den Online-Vertrieb. Aktuell verkauft die Stellantis-Tochtermarke nur ein einziges Modell, den Ypsilon, auf einem einzigen Markt, Italien. Das soll sich nach Informationen der Automotive News ab 2024 ändern. Wie Lancia-Chef Luca Napolitano im November 2021 bestätigt, soll die Marke in rund drei Jahren wieder Autos exportieren – beginnend mit Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland und Spanien. Lieferungen nach Großbritannien sind demnach ab 2025 geplant. Lancia plant außerdem, drei neue Modelle auf den Markt bringen: Neben dem neuen Ypsilon sind das ein Crossover und der zurückkehrende Delta. Außerdem möchte die Marke ab 2026 nur noch reine Elektrofahrzeuge verkaufen. Auch interessant: Das ist der Lancia Delta

  • Die neuesten, offiziellen News von Stellantis im März 2022 wurden "Dare Forward 2030" getauft. Dahinter steckt ein Zukunftsplan, der bis 2038 netto null CO2-Emissionen verspricht. Als ersten Schritt will man die CO2-Emissionen bis 2030 halbieren. 2030 sollen alle Neufahrzeuge der Stellantis-Gruppe in Europa batterieelektrisch unterwegs sein – das betrifft, Stand 2022, die Marken Opel, Peugeot, Citroën, DS, Fiat, Abarth, Alfa Romeo, Lancia, Maserati und Jeep. In Amerika soll der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge 2030 50 Prozent betragen. Langfristig ist aber auch die Zukunft von Dodge, Chrysler und Ram vollelektrisch. Bis 2030 will Stellantis mehr als 75 BEV (Battery Electric Vehicle) im Portfolio haben – darunter den ersten vollelektrischen Jeep, der 2023 erscheint und den elektrischen Ram 1500. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Autokauf Zulassungszahlen
Aktuelle Zulassungszahlen Leichte Steigerung zu Vorjahresmonat

Das neue Peugeot-Logo im Video:

 
 

Stellantis-News 2021: Bilanz 2021 & Elektro-Strategie für alle Konzernmarken (PSA & FCA)

  • Wenn es um erfolgreiche Autokonzerne geht, fallen den meisten wohl VW und Toyota, die größten Autobauer der Welt, ein. Dagegen sagt Stellantis selbst eingefleischten Autofans bisher wenig. Doch der Konzern, zu dem sich erst im Januar 2021 die französische Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler zusammengeschlossen haben, ist derzeit sehr erfolgreich unterwegs und zählt ebenfalls zu den größten Autobauern der Welt. So werden die Verkaufszahlen von Stellantis in Deutschland nur noch vom VW-Konzern übertroffen. Vor allem Opel konnte von Januar bis Oktober 2021 deutlich zulegen, steigerte seine Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 19,3 Prozent. Ein Grund für das Wachstum ist die starke Nachfrage nach den elektrifizierten Modellen des Konzerns: Die rein elektrischen Varianten des Fiat 500, Peugeot 208 und Opel Corsa kamen genau zum richtigen Zeitpunkt. Und bei den Plug-in-Hybriden sorgen Jeep Compass und Opel Grandland für gute Verkaufszahlen. In der EU konnten die insgesamt 14 Marken des Stellantis-Konzerns im Oktober 2021 sogar mehr Neuwagen absetzen als VW mit seinen zwölf Marken. Und in Brasilien stammt mittlerweile jedes dritte verkaufte Auto von Stellantis. War der PSA-Konzern in den USA vor der Fusion überhaupt nicht vertreten, gehört Stellantis dort nun dank Jeep und der Pick-up-Marke RAM zu den vier größten Autobauern. Die Pritschenwagen und SUV sind zudem äußerst profitabel, sorgten im ersten Halbjahr 2021 in Nordamerika für eine Stellantis-Rendite von 16,1 Prozent. Das ist Porsche-Niveau. Kein Wunder, dass es auch wirtschaftlich läuft: Stellantis erwartet für das Gesamtjahr 2021 eine Gewinnmarge von rund zehn Prozent. Der VW-Konzern peilt maximal 7,5 Prozent an. So nutzte Stellantis-Chef Carlos Tavares den Chipmangel dazu, vor allem renditestarke Modelle zu produzieren und die großen Lagerbestände seines Konzerns abzubauen: von rund 1,2 Millionen Neuwagen 2020 auf 689.000. Zudem konnte Tavares, als harter Sanierer bekannt, bereits in den ersten Monaten nach der Fusion durch Synergien mehr als eine Milliarde Euro einsparen. Von dem Technikaustausch profitieren besonders die Marken von Fiat Chrysler: Unter dem Stellantis-Dach finden sie nun schneller Anschluss an die E-Mobilität. Ab 2024 will der Konzern mit drei neuen Software-Technologie-Plattformen seine Modelle besser vernetzen. Neue Dienste sollen bis 2030 einen zusätzlichen Jahresumsatz von 20 Milliarden Euro erlösen. Auch aus der Chipkrise zieht Tavares schnell weitere Konsequenzen: Zusammen mit dem Apple-Zulieferer Foxconn entwickelt man bis 2024 eigene Chips, mit denen über 80 Prozent des Konzernbedarfs gedeckt werden sollen. Und mit dem angekündigten Marktstart einer wettbewerbsfähigen Festkörperbatterie bis 2026 macht Tavares deutlich, dass er Stellantis für die Zukunft aufstellt.

  • Nach der erfolgreichen Fusion von PSA und FCA (Fiat Chrysler) zu Stellantis hat der Konzern am im Juli 2021 seine Elektro-Strategie vorgestellt, die alle Marken umfassen wird. Als Basis fungieren vier Elektroauto-Plattformen: STLA Small (bis zu 500 Kilometer Reichweite), STLA Medium (bis zu 700 Kilometer), STLA Large (bis zu 800 Kilometer) und STLA Frame (bis zu 800 Kilometer), die ab 2023 zum Einsatz kommen sollen. Von jeder Plattform sollen im Jahr bis zu zwei Millionen Einheiten produziert werden können. Zu dem Baukasten kommen drei Antriebseinheiten sowie standardisierte Batterie-Pakete, die miteinander kombiniert werden können. So sollen sowohl Front-, als auch Heck- und Allradversionen möglich sein – passend für alle Stellantis-Marken. Bis 2024 will man zwei unterschiedliche Batterie-Versionen anbieten, die sich in der Chemie differenzieren: Eine davon ist eine kobaltfreie Nickel-Alternative, die andere soll eine besonders hohe Energiedichte bieten. Ab 2026 will man auch Festkörper-Batterien einsetzen. Soft- und Hardware-Aktualisierungen sollen dabei eine lange Lebensdauer garantieren. Stellantis investiert für die ambitionierte Elektro-Strategie bis 2025 über 30 Milliarden Euro. Ab 2028 soll beispielsweise Opel in Europa nur noch Batterie-elektrische Fahrzeuge anbieten.

  • Wie man am 18. März 2021 bekannt gab, bündelt Stellantis sein Deutschland-Geschäft in Rüsselsheim. Nach der Opel-Übernahme durch PSA und dem Umzug der Citroën-, DS- und Peugeot-Verwaltung von Köln nach Rüsselsheim, folgen nun die Verwaltungen der FCA-Marken Fiat, Fiat Professional, Alfa Romeo, Abarth und Jeep, die bislang in Frankfurt am Main ansässig waren. Man erhofft sich eine größere Effizienz dank kürzerer Entscheidungswege. Gleichzeitig betonte man, dass es bei eigenständigen Marken und einer individuellen Ansprache der Kundschaft bleibt. Die Umsetzung des Umzugs von Frankfurt am Main nach Rüsselsheim wird zusammen mit den Sozialpartner:innen erarbeitet.

  • Eine weitere Entscheidung zur Neustrukturierung innerhalb des Stellantis-Konzerns betrifft SRT (Street and Racing Technology) in Nordamerika. Die Performance-Abteilung der Marken Chrysler, Dodge und Jeep hat kein eigenes Entwicklungsteam mehr. Wie ein Sprecher des Konzerns gegenüber US-amerikanischen Medien im Februar 2021 bestätigte, wurden Mitarbeitende in die globale Entwicklungsabteilung integriert. Nachdem zunächst Unklarheit über die Zukunft des legendären SRT-Kürzels geherrscht hatte, ist mittlerweile klar, dass die drei Buchstaben auch in Zukunft Performance-Modelle der verschiedenen Marken zieren werden. Allerdings dann ohne den legendären 6,2 Liter großen Hellcat-V8. An seine Stelle sollen kleinere Aggregate mit Performance-orientierter Elektrifizierung treten.

    Elektroauto Dodge Charger Daytona SRT Concept (2022)
    Dodge Charger Daytona SRT Concept (2022) Elektrisch, stark und laut

 

Darum ist Stellantis (ehemals PSA & FCA) so erfolgreich

Der verstorbene VW-Chef Ferdinand Piëch hatte eine eindeutige Meinung: "Zwei Kranke in einem Doppelbett oder gar drei geben noch keinen Gesunden." So äußerte er sich 2009 zum geplanten Zusammenschluss von Fiat, Opel und Chrysler. Mit der Fusion der Marken sollte es noch ein wenig dauern, doch seit 2021 finden sie sich unter dem Dach des Stellantis-Konzerns wieder. Als dieser vom heutigen Vorstandsvorsitzenden Carlos Tavares aus dem französischen PSA-Konzern und FiatChrysler geschmiedet wurde, stießen viele Kritiker:innen ins gleiche Horn wie Piëch zuvor: Beide Konzerne seien technisch abgehängt, ihren Marken fehle es an Strahlkraft und sie würden sich nur auf die alten, stagnierenden Automärkte USA und Europa stützen. Zwei Kranke eben. Doch ein Jahr später steht die neue Welt-AG hervorragend da: Trotz weltweiter Krisen verbucht Stellantis im ersten Halbjahr 2022 mit 12,4 Mrd. Euro einen Rekordgewinn, satte 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Umsatzrendite stieg auf 14,1 Prozent. In diesen Höhen tummeln sich sonst nur Premiummarken wie BMW oder Daimler, keine Volumenhersteller. Zum Vergleich: Konkurrent VW erzielte eine Umsatzrendite von 9,7 Prozent. Zudem zeigt sich Stellantis auch bei den Verkäufen robuster als VW. Die weltweiten Auslieferungen der Welt-AG sanken bis Juni um sieben Prozent auf 3,03 Mio. Neuwagen – der Absatz der Wolfsburger:innen brach dagegen um 23 Prozent auf 3,74 Mio. Fahrzeuge ein. Was noch mehr überrascht: Stellantis konnte in allen Regionen zweistellige Gewinnmargen erwirtschaften. Allen voran in Nordamerika glänzte der Konzern. Dort wurde eine Rekordrentabilität von 18,1 Prozent erreicht. In den USA stieg der Stellantis-Marktanteil auf 11,7 Prozent. Neben der Pick-up-Marke RAM, deren technisch einfache Fahrzeuge hohe Gewinne abwerfen, punktet besonders Jeep. So war der Wrangler 4xe mit 19.000 Exemplaren erneut der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in den Staaten. Und der neue Grand Cherokee legte in einem schrumpfenden Markt um 24,5 Prozent auf über 134.000 Neuwagen zu. Auch das nach 30 Jahren wiederbelebte und besonders margenstarke Luxus-SUV Jeep Wagoneer überzeugte in den ersten sechs Monaten mit 24.000 Verkäufen.

News Opel GSe
Opel-News (September 2022) Opel reaktiviert das GSe-Label

 

Stellantis-Fusion: Status Quo (Stand: August 2022)

In Europa behauptete Stellantis seine Position als Nummer zwei hinter dem VW-Konzern. Zwar verkaufte die Welt-AG im ersten Halbjahr 22,5 Prozent weniger Neuwagen, konnte ihre Gewinnmarge aber auf 10,4 Prozent steigern. Vier der zehn meistverkauften Autos in Europa stammen aus dem Stellantis-Konzern, der Peugeot 208 liegt sogar an der Spitze. Aus dem VW-Konzern haben es nur Golf und T-Roc unter die Top-10 geschafft. Vor allem in der EU punktet Stellantis mit seinen Elektro-Modellen. Noch vor wenigen Jahren schien es, als hätten FiatChrysler und PSA den Anschluss an die Elektro-Mobilität komplett verloren. Doch nun führt der elektrische Fiat 500 die Hitliste der meistverkauften Stromer in Italien und sogar in Deutschland an. Und in der Bundesrepublik ist der Opel Corsa-e erfolgreicher als der VW ID.3. Insgesamt bieten die Marken des Stellantis-Konzerns nun 20 reine E-Autos an. In Brasilien überholte Fiat sogar den einstigen Marktführer VW und konnte sich deutlich absetzen: Mittlerweile verkaufen die Italiener:innen doppelt so viele Neuwagen wie die Wolfsburger:innen. Auf Konzernebene fällt der Abstand sogar noch größer aus. Zudem zeigt Stellantis am Zuckerhut, dass man mit Billigautos wie dem seit 2017 produzierten Kleinwagen Fiat Argo auch eine ordentliche Rendite erzielen kann: Unter Konzernchef Carlos Tavares wuchs der Gewinn in Südamerika auf eine Milliarde Euro – das ist mehr als dreimal so viel wie im ersten Halbjahr 2021. Dieses Kunststück gelingt Stellantis auch in Afrika und im Nahen Osten. Hier verbucht der Konzern eine Rekordmarge von 15,5 Prozent, der Marktanteil stieg auf 11,9 Prozent. Und in Indien unternimmt Stellantis einen neuen Versuch, den Markt zu erobern: Mit dem exklusiv für asiatische Kund:innen produzierten Jeep Meridian und einer landesspezifischen Variante des Citroën C3 bringt Carlos Tavares hier zwei neue Produkte an den Start. Die größte Baustelle von Stellantis bleibt dagegen China. Während VW in der Volksrepublik im ersten Halbjahr 2022 fast 1,5 Mio. Neuwagen verkaufte, konnte die Welt-AG gerade einmal 57.553 Fahrzeuge absetzen. Und es kommt noch schlimmer: Ursprünglich wollte der Konzern seine Anteile am chinesischen Gemeinschaftsunternehmen für die lokale Jeep-Produktion von 50 auf 75 Prozent aufstocken. Doch die chinesische Politik mischte sich immer stärker in die Geschäfte ein. Nun zieht Stellantis die Reißleine und beendet die Kooperation. Fortan werden in China nur noch aus dem Ausland importierte Jeep verkauft. Die "drei Kranken" sind mittlerweile so stark geworden, dass sie sich sogar mit dem mächtigen chinesischen Staat anlegen.

News Peugeot Deutschland-Chef Haico van der Luyt
Peugeot Deutschland-Chef: Interview "An die Spitze des Segments"

AUTO ZEITUNG AUTO ZEITUNG
Unser Fazit

In den aktuellen Krisen erweist sich Stellantis als überraschend robust. Die branchenweiten Lieferprobleme ermöglichen es, weltweit höhere Preise durchzusetzen. Das lässt die Gewinne steigen. Zudem spielt Konzernchef Carlos Tavares die Stärken seiner Kernmarken gekonnt aus: Jeep und RAM brillieren in den USA, Fiat punktet in Brasilien. Peugeot und vor allem Opel stehen in Europa wieder gut da. Bei den E-Modellen setzt Stellantis als einer der wenigen Hersteller auf Kleinwagen – und die Kund:innen greifen zu. Angesichts der Taiwan-Krise erscheint auch das schwache China-Geschäft plötzlich als Vorteil.

Tags:
Copyright 2022 autozeitung.de. All rights reserved.