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Alle Tests zum Mazda CX-60

Neuer Mazda CX-60 (2022): Erste Testfahrt Mazdas Chance zum Aufstieg

Jürgen Voigt 27.04.2022
Inhalt
  1. Erste Testfahrt mit dem neuen Mazda CX-60 (2022)
  2. Geräumig, komfortabel, guter Qualitätseindruck, komplettes Infotainment
  3. Neuer Mazda CX-60 (2022) in der Stadt etwas ungelenk, aber guter Kurven- und Langstreckenläufer
  4. Elektrische Reserven für smarte Kurzstrecken: flott, leise, abgasfrei
  5. Die Antriebe des neuen Mazda CX-60 (2022)
  6. Technische Daten des neuen Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV

Mit dem neuen Mazda CX-60 bietet die Marke ab Sommer 2022 die Chance zum Aufstieg. Zumindest, wenn man sich für ein geräumiges, komfortables, Familien- und Freizeit-taugliches SUV interessiert. Erste Testfahrt!

 

Erste Testfahrt mit dem neuen Mazda CX-60 (2022)

Bislang markiert auf dem europäischen Markt der kompakte und erfolgreiche CX-5 das obere Ende im Mazda-SUV-Ranking, und der bleibt auch weiterhin im Programm. Darüber sortiert sich nun der komplett neue Mazda CX-60 ein, den wir so etwa für Ende Juni 2022 beim Händler erwarten und nun für eine erste Testfahrt zur Verfügung gestellt bekommen. Zunächst ist er nur als Plug-in-Hybrid namens CX-60 e-Skyactiv PHEV erhältlich, in der keineswegs knauserigen Basisausstattung Prime-Line ab 47.390 Euro, abzüglich der aktuellen Förderprämie von 7178 Euro (Stand: April 2022). Mit an Bord sind zum Beispiel auch zahlreiche Assistenzsysteme (Spurhalte-/-wechsel-, Geschwindigkeits-, Verkehrszeichen-, Bergan-/abfahrts- und Notbrems-Assistent sowie die Ausparkhilfe). Damit ist der CX-60 Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 327 PS (241 kW) schon mal ziemlich fair eingepreist, zumindest was seine Positionierung betrifft. Denn mit einer Länge von gut 4,75 Meter, reichlich Platz, und das Ganze auch noch stilvoll verpackt und sorgfältig verarbeitet, meldet sich der neue Mazda CX-60 (2022) durchaus berechtigt im Premium-Segment an. In den weiteren drei Ausstattungslinien staffelt sich die Preisliste über die Exclusive-Line (49.090 Euro), den CX-60 Homura (51.390 Euro) bis hin zum 52.890 Euro teuren Topmodell CX-60 Takumi, das sich darüber hinaus mit den Top-Komfort-, -Assistenz- und -Soundpaketen noch weiter aufwerten lässt. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Leslie checkt den Mazda CX-60 (2022) im Video:

 
 

Geräumig, komfortabel, guter Qualitätseindruck, komplettes Infotainment

Bei der ersten Testfahrt des neuen Mazda CX-60 (2022) handelt es sich noch um ein Probierstück, das noch nicht bis ins letzte Detail dem Serienstand entspricht, aber sehr dicht dran ist. Dass es sich hier um ein Fahrzeug auf der komplett neuen, sogenannten "Large Platform" handelt, merkt man nicht nur an der schieren Größe des CX-60, der sich dadurch deutlich vom CX-5 nach oben absetzt. Im Innenraum spürt man dies nicht nur an der im Vergleich zum CX-5 natürlich großzügigeren Bewegungsfreiheit vorn wie hinten, vor allem in der Breite. Auch bei der Auswahl der Materialien oder der Qualität der hochauflösenden Cockpitdisplays rückt der CX-60 den Mazda-Standard weiter nach oben und wird damit dem angestrebten Premium-Anspruch durchaus gerecht. Neu ist zum Beispiel auch das optionale Driver Personalisation System: Noch vor der ersten Testfahrt findet der neue Mazda CX-60 (2022) nach Eingabe der Körpergröße und durch automatische Erkennung der Augenhöhe wie von selbst die optimale Sitzposition. Das klappt nicht immer bis ins letzte Detail, sodass man noch leicht nachkorrigieren muss. Doch die dann gefundene Position lässt sich personalisiert abspeichern und stellt sich automatisch auf den Fahrenden ein – praktisch, wenn das Auto von mehreren Personen genutzt wird. Des Weiteren sieht man sich mit einem – dem ersten Eindruck nach – leicht handhabbaren vernetzten Infotainment konfrontiert, das serienmäßig nicht nur die die drahtlose Smartphone-Integration (Apple CarPlay und Android Auto) umfasst, sondern auch die onlineunterstützte SD-Navigation, das Bose-Soundsystem sowie ein Head-up-Display und noch einiges mehr. Auch für die Passagier:innen in der zweiten Reihe ist gesorgt, die nach dem Zustieg über die für die Fahrzeuggröße relativ schmalen Türausschnitte auf einer großzügigen Rückbank mit einstellbarer Lehnenneigung komfortabel unterkommen. Das Testfahrzeug war mit einem optionalen Panorama-Glasschiebedach (1300 Euro) ausgerüstet, das zwar bei Bedarf viel Licht und Luft ins Auto lässt, aber den Kopfraum hinten etwas einschränkt. Standesgemäß schließt sich im Heck ein Kofferraumvolumen von 570 Litern an, das sich auf einen Laderaum von maximal 1726 Liter Inhalt erweitern lässt.

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Neuer Mazda CX-60 (2022) in der Stadt etwas ungelenk, aber guter Kurven- und Langstreckenläufer

Den Aufstiegsambitionen trägt auch die Technik der komplett neuen "Large Platform" Rechnung. Mit längs eingebauten Motoren, durchweg in Kombination mit einer Acht-Stufen-Automatik aus eigener Entwicklung einschließlich integriertem E-Motor für Hybrid-Anwendungen sowie Hinterrad- oder Allradantrieb, schließt Mazda nun nach oben auf. Eine vollelektrische Version des neuen Mazda CX-60 (2022) wird es aber nicht geben, dafür aber eine Langversion, die CX-80 heißen wird, bis zu sieben Sitze bietet, aber noch etwa bis 2023 oder 2024 auf sich warten lassen wird. Zurück zum aktuellen CX-60 PHEV-Probestück: Die größeren Abmessungen sind vor allem im Stadtverkehr deutlich spürbar, beim Rangieren sind da die Kamera- und Einparksysteme sehr hilfreich. Auf urbanen Holperstrecken fühlt sich der um die zwei Tonnen schwere Plug-in-Hybrid nicht so richtig zu Hause, was zum einen an der – zumindest bei langsamer Testfahrt – etwas unwillig ansprechenden Federung liegt, die übrigens ohne adaptive Dämpfer auskommen muss. Zum anderen fühlt sich die Lenkung je nach Tempo und Fahrsituation unnötig schwergängig an, und beim Ausrollen ruckelt es manchmal noch ein wenig aus der Automatik. Beides lässt sich jedoch bis zum Serienstart mit entsprechend modifizierter Kalibrierung der elektronischen Steuersysteme noch korrigieren. Sehr harmonisch, komfortabel und angenehm direkt fühlt sich der neue Mazda CX-60 (2022) hingegen an, wenn es raus auf die kurvige Landstraße oder auf die Autobahn geht. Dieses Fahrgefühl kannten wir bei Mazda bislang nicht. Das bestätigt sich sowohl im Sport- als auch im Hybrid- oder auch im rein elektrischen EV-Modus. Der CX-60 ist geprägt durch die starke Traktion des Allradantriebs (automatische Momentenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, je nach Fahrsituation bis zu 50 Prozent auf der Vorderachse, maximal 100 Prozent hinten), die guten Kontakt zur Straße vermittelnden Lenkung und die erstmals eingesetzte neurartige Kinematic Posture Control (KPC), die in Kurven durch für den Fahrer nicht spürbaren Bremseingriff die Bewegung des Fahrzeugaufbaus minimiert. Das soll nicht nur die Fahrdynamik, sondern auch den Komfort verbessern. Das schauen wir uns dann im Rahmen eines ausführlichen, späteren Tests noch mal genauer an.

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Elektrische Reserven für smarte Kurzstrecken: flott, leise, abgasfrei

In der zunächst einzigen verfügbaren Motorisierung beim neuen Mazda CX-60 (2022) kooperiert ein längs eingebauter 2,5-Liter-Vierzylinder-Skyactiv-G-Benziner mit 192 PS mit einem in der Automatik zwischen Vierzylinder und wandlerlosem Getriebeeingang positioniertem E-Motor mit 129 kW (175 PS), der von einer 17,8-kWh-Batterie im Unterboden gespeist wird. Das Hybridsystem generiert eine Gesamtleistung von 327 PS (241 kW) und bis zu 500 Newtonmeter. Die rein elektrischen Reserven sollen nach WLTP-Norm bis zu 63 Kilometer weit reichen. Das erscheint dem ersten Eindruck nach durchaus plausibel, sofern man nicht ständig auf der Autobahn die im Elektro-Modus mögliche Spitzengeschwindigkeit von 140 km/h auskostet. In der Stadt und auf der Landstraße bewältigt der Mazda somit kürzere Strecken emissionsfrei, und dies sogar flott und komfortabel. Doch auch wenn sich dann der Vierzylinder hinzuschaltet, läuft das bei der ersten Testfahrt in der Regel völlig entspannt und kaum spür- oder hörbar. Erst bei voller Leistungsanforderung lässt der Benziner seinen kernigen Sound raus, und zwar nicht nur im Sport-Modus. Unter vollem Einsatz beider Motoren soll der neue Mazda CX-60 (2022) als e-Skyactiv PHEV aus dem Stand in 5,8 Sekunden Tempo 100 und maximal elektronisch limitierte 200 km/h erreichen. Nachschub für den elektrischen Energiespeicher gibt es während Fahrt per Rekuperation – zum Beispiel beim Bremsen oder auf Bergab-Passagen – oder stationär per Ladekabel an der heimischen Steckdose/Wallbox oder der 11 kW-Wechselstrom-Ladesäule. Dort erlaubt der zweiphasige 7,2-kW-Onboard-Lader eine Vollladung in zwei Stunden und 20 Minuten. Der Verbrauch nach WLTP-Norm von 1,5 Litern und 22,9 kWh Strom auf 100 Kilometer ist in der Praxis nur schwer beziehungsweise nur mit eng getakteten Ladestopps umsetzbar.

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Die Antriebe des neuen Mazda CX-60 (2022)

Der Plug-in-Hybrid wird aber nicht der einzige verfügbare Antrieb für den neuen Mazda CX-60 (2022) bleiben. Mindestens genauso gespannt sind wir auf die neuen Reihensechszylinder-Motoren, jeweils in Kombination mit einem 48-Volt M Hybridsystem. Der Antriebsstrang ist hier im Grunde genauso mit Achtstufen-Automatik und darin integriertem E-Motor ähnlich aufgebaut wie beim Plug-in-Hybrid, eben nur mit Sechs- statt Vierzylinder, kleinerer Batterie ohne externem Ladeanschluss sowie schwächerer E-Maschine. Der 3,3-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel kommt wahrscheinlich Anfang 2023 in zwei Leistungsstufen (Allrad- und Hinterradantrieb) und zeichnet sich unter anderem durch ein neues, emissionsarmes Diesel-Brennverfahren aus. Der später folgende 3,0-Liter Reihensechszylinder-Benziner arbeitet mit dem bereits aus den Vierzylindern in Mazda3 und Mazda CX-30 bekannten, sehr effektiven Skyactiv-X-Brennverfahren mit der revolutionären Kompressionszündung – und die gibt's nur direkt beim Erfinder, also bei Mazda.

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Technische Daten des neuen Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV

AUTO ZEITUNG 11/2022Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV
Technik
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4
Hubraum2488 ccm
Gesamtleistung327 PS/241 kW
Leistung Verbrenner/E-Motor191 PS (141 kW)/129 kW (175 PS)
Max. Gesamtdrehmoment500 Nm
BatterieLithium-Ionen
Spannung/Kapazität355 Volt/17,8 kWh
Getriebe/Antrieb8-Stufen-Automatik/Allradantrieb, permanent
Messwerte
Leergewicht (Werk)1995-2072 kg
Beschleunigung 0-100 km/h (Werk)5,8 s
Höchstgeschwindigkeit (Werk)200 km/h (abgeregelt)
Verbrauch auf 100 km (WLTP)1,5 l S + 22,9 kWh
elektr. Reichweite (WLTP)63 km
Preise
Grundpreis47.390 Euro (abzüglich Umweltbonus)

Jürgen Voigt Jürgen Voigt
Unser Fazit

Der Mazda CX-60 e-Skyactiv PHEV kommt zwar etwas spät, könnte sich aber schnell als Geheimtipp unter den Midsize-SUV entwickeln. Denn sowohl Ausstattung als auch Verarbeitung, Design und technische Innovation erfüllen selbst gehobene Premium-Ansprüche, auch wenn wir auf die brandneuen Reihensechszylinder noch ein wenig warten müssen. Einen rein elektrisch fahrenden CX-60 wird es zunächst hingegen nicht geben. Diese Aufgabe werden dann andere künftige Mazda-Modelle übernehmen müssen, die wir in den kommenden Jahren erwarten.

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