Premiere

Hyundai Tucson mit Mut zur Kante: Generation vier vorgestellt

In Südkorea stellt Hyundai im August 2026 die vierte Generation des kompakten Bestseller-SUV Tucson vor – und wagt erneut einen stiltechnischen Neuanfang. Der Neue zeigt klare Kante und führt die neue „Art of Steel“-Designphilosophie ein. Was bisher zu Maßen und Antrieben bekannt ist, verraten wir hier.

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Der Hyundai Tucson (2027) statisch von schräg vorne links.
„Art of Steel“: So nennt Hyundai die neue Designphilosophie, die nach Nexo, Ioniq 3 und der Stufenhecklimousine Elantra nun auch beim Tuscon eingeführt wird. Foto: Hyundai
Der Hyundai Tucson (2027) statisch in der Seitenansicht von links.
Kanten und Sicken dominieren die Seitenansicht. In der Länge legt der Tucson zu: 4,70 m soll die neue Generation messen, beim Vorgänger waren es hierzulande 4,51 m, Modelle für Nordamerika und Südkorea waren 4,63 m lang. Foto: Hyundai
Der Hyundai Tucson (2027) fahrend von schräg hinten rechts.
Zu den Antrieben hält sich Hyundai bislang bedeckt. Gut möglich, dass unter der Haube nur noch elektrifizierte Antriebe in Form von 48-V-Mild-, Voll- und Plug-in-Hybriden zum Einsatz kommen. Auch, ob der Diesel eine Zukunft hat, bleibt offen. Foto: Hyundai
Der Hyundai Tucson (2027) als Standardmodell und als XRT-Modell nebeneinander fahrend von schräg vorne.
Neben dem Standardmodell führt Hyundai – zumindest auf einigen Märkten – auch den optisch auf Offroad getrimmten XRT (rechts) ein. Foto: Hyundai
Das Cockpit des Hyundai Tucson (2027) mit Blick von der Seite links.
Das Cockpit setzt im neuen Tuscon auf eine „schwebende Struktur“, so der Autobauer. Neue Elemente sind etwa das große, schlanke Zentraldisplay und ein schmaler Digitaltacho im Fahrersichtfeld, wie ihn auch der Ioniq 3 nutzt. Foto: Hyundai
Das Cockpit des Hyundai Tucson (2027) mit Blick von der Seite rechts.
Das Infotainmentsystem „Pleos Connect“ kennen wir in ähnlicher Dimension aus dem Ioniq 3. Dort sind bis zu 14,6 Zoll Bildschirmdiagonale möglich. Foto: Hyundai

Seit knapp einem Jahr drehte der kommende Tucson als mal mehr und mal weniger getarnter Erlkönig seine Runden, im August 2026 zieht Hyundai in Südkorea endlich das Tuch von der vierten Generation des kompakten Bestsellers. Und mit ihm machen die Koreaner:innen das, was sie in jüngerer Vergangenheit am besten konnten: zum Generationswechsel mit alten Designphilosophien brechen.

Und so unterscheidet sich auch der neue Hyundai Tucson, der wohl Anfang 2027 seinen Marktstart feiern dürfte, in jeglicher Hinsicht vom Vorgänger. Das Kompakt-SUV greift nun auch die bereits mit dem Wasserstoffauto Nexo, dem Kompakt-Stromer Ioniq 3 und der in Westeuropa nicht erhältlichen Stufenhecklimo Avante/Elantra eingeführte „Art of Steel“-Design auf. Harte Kanten, tiefe Sicken und gerade Linien sollen von „der rohen Spannung und puristischen Reinheit von Industriestahl“ inspiriert sein, so erklärt der Autobauer die Designphilosophie.

Und auch die Leuchteinheiten an Front und Heck wirken nun „industriell“. Während der Vorgänger noch organisch wirkende Elemente in den geschwungenen Kühlergrill integrierte, setzt der Nachfolger auf durchgehende, kerzengerade Lichtleisten über (fast) die gesamte Fahrzeugbreite sowie seitlich begrenzende, senkrechte LED-Linien. Das Abblendlicht bleibt separiert im Stoßfänger untergebracht.

Sollte der kantig-futuristische Look der Serienversion Abenteurer:innen nicht genügen, legt Hyundai mit dem Tucson XRT noch eine Schippe drauf. Der farblich abgesetzte, rechteckige Kühlergrill reicht dann deutlich höher, angedeutete Unterfahrschutze, schwarze Radlaufverkleidungen und exklusive Felgen sollen das Kompakt-SUV robuster wirken lassen, beziehungsweise einen „robusten und dynamischen Offroad-Look“ verleihen, wie die Koreaner:innen die Ausstattung vorstellen. Aber: An Motorisierung und tatsächlichen Offroad-Talenten dürfte der XRT dem Serien-Tucson wenig voraushaben, es handelt sich nur um ein Optikpaket.

Der Hyundai Ioniq 3 im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Hyundai Tucson mit mehr Platz und modernem Infotainment

Die kantige Gestaltung lässt den Koreaner nicht nur optisch größer wirken – er wächst tatsächlich. Generation vier soll nun 4700 mm in der Länge messen und überragt die Europaversion des Vorgängers so um knapp 60 mm (ca. 30 mm beim internationalen Modell mit langem Radstand). Auch in der Breite (1905 mm) und beim Radstand (2785 mm) legt die neue Generation zu, die Höhe ist mit 1685 mm kaum verändert.

Der Platz soll vor allem Mitreisenden zugutekommen: Die Kopffreiheit in Reihe zwei soll etwa um 29 mm zugelegt haben. Für einen einfacheren Einstieg hinten wurde auch der Türöffnungswinkel hinten von 73° auf 83° erhöht. Das dürften vor allem Eltern mit kindersitzpflichtigem Nachwuchs zu schätzen wissen.

Im Cockpit setzt der Hyundai Tuscon ab 2027 auf ein komplett neues Design mit schwebenden Elementen, die für weniger Schwere sorgen sollen. Der neue Armaturenträger ist nun horizontal angeordnet, der zentrale Touchscreen besonders schlank ausgeführt und im Gegensatz zum Vorgänger nun getrennt vom Digitaltacho angeordnet. Letzterer wandert als schmaler Streifen ähnlich wie beim Hyundai Ioniq 3 weiter nach oben und liegt so im Sichtfeld der Person am Steuer.

Auch das Infotainmentsystem „Pleos Connect“ kennen wir in ähnlicher Dimension aus dem Ioniq 3. Dort sind bis zu 14,6 Zoll Bildschirmdiagonale möglich, beim Tuscon erwarten wir ähnliche Werte. Das System beherrscht unter anderem KI-gestützte Spracherkennung und soll insbesondere durch klare Darstellungen und intuitive Bedienung brillieren.

Zur Antriebstechnik des neuen Hyundai Tucson halten sich die Südkoreaner:innen bislang jedoch bedeckt. Gut möglich, dass unter der Haube nur noch elektrifizierte Antriebe in Form von mildhybridisierten Verbrennern mit 48-V-Bordnetz sowie Voll- und Plug-in-Hybride zum Einsatz kommen. Ob der bisher noch im Vorgänger angebotene Diesel eine Zukunft hat, bleibt offen. Schließlich verabschiedete sich selbst das Mittelklasse-SUV Santa Fe seit dem letzten Modellwechsel 2024 von den Selbstzündern und auch der Van Staria ist nur noch mit Hybrid- und E-Antrieb verfügbar.

Einen reinen Stromer-Tuscon oder Wasserstoffantriebe lassen sich dagegen für das Kompakt-SUV kategorisch ausschließen, diese Lücken füllen Ioniq 5 und Nexo bereits in ihren Antriebsnischen. Und auch die Preise bleiben unter Verschluss, den Vorgänger bietet Hyundai aktuell ab 36.490 Euro (Stand: August 2026) an.

Fazit

Die Kante ist im Trend: Nachdem Toyota bereits den RAV4 mit rechten Winkeln versehen hat, tut es Hyundai beim Tucson-Nachfolger den Japaner:innen gleich, legt aber nochmal eine ordentliche Schippe Futurismus obendrauf. Optisch tritt der Neue nun noch selbstbewusster der Konkurrenz entgegen, gewinnt zudem auch noch an Platz für Mitreisende hinzu und ist dank Pleos Connect so vernetzt wie nie zuvor. Bleibt noch abzuwarten, welche Triebwerke unter der kastigen Haube arbeiten.