H-Kennzeichen-Favoriten 2026: Octavia, Kappa SW, Espace
Die Klasse von 1996 ist reif fürs H-Kennzeichen: Unser Redakteur Tim Neumann erklärt, warum Skoda Octavia, Lancia Kappa SW und Renault Espace zu seinen Favoriten für 2026 zählen.
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Tim Neumanns Highlights von 1996: Skoda Octavia, Lancia Kappa SW und Renault Espace sind reif fürs H-Kennzeichen
Das Jahr 2026 steht vor der Tür, und damit ist ein weiterer Automobil-Jahrgang reif fürs H-Kennzeichen. 1996 tat sich durch alle Segmente und Klassen hinweg einiges, sodass beinahe unzählige Modelle und Modellvarianten debütierten. AUTO ZEITUNG Classic Cars Teamleiter Thomas Pfahl, Autor Karsten Rehmann, die Redakteure Johannes Beck und Tim Neumann sowie unser freier Automobil-Journalist Arne Olerth haben jeweils ihre drei Highlights des Jahres 1996 auserkoren und werden in den kommenden Wochen die neuen 30-Jährigen vorstellen.

Der Skoda Octavia war auf Anhieb ein Erfolg
Schon die AUTO ZEITUNG erkannte bei seinem Erscheinen, dass der Skoda Octavia „für die Marke den Anfang einer neuen Ära“ bedeutete. Tatsächlich war an der fünftürigen Kompaktlimousine alles neu – bis auf den Namen. Nostalgische Trabant- und Wartburg-Verweiger:innen erinnern sich, dass es in den 60ern bereits den 440er als Octavia gab. Der neue Geschäftspartner, Investor und spätere Mutterkonzern VW machte der tschechischen Marke den Kapitalismus mit dem, nun ja, frisch eingespritzten Kapital schmackhaft und setzte den neuen Herausforderer auf die Plattform von Audi A3 und VW Golf IV. IV. Zwischen dem Golf, dem höher sowie konservativer positionierten Bora und dem optischen Vorbild Passat tat er eine Marktlücke auf, die noch größer war als sein 528 bis 1328 l fassender Kofferraum.

Obwohl Skoda bereits 2004 die zweite Generation nachreichte, lief Octavia Nummer eins noch bis 2010 vom Band. Und er hätte sogar noch länger gelebt, hätte ihm die Euro-5-Norm nicht damals den Garaus gemacht. 1.442.100 Stück fertigte Skoda bis dahin insgesamt von der Limousine und vom Kombi. 1997 schickte Skoda fast schon augenzwinkernd einen in planwirtschaftlichem Rot lackierten 1.8er Octavia in die Redaktion, der trotz dieses Umstands mit allen negativen Vorurteilen zu Ost-Autos aufräumen konnte. Er präsentierte sich durchweg solide verarbeitet, besaß ein logisch zu bedienendes Cockpit und leistete sich auch sonst keine echten Schwächen. Gut, man könnte dem Octavia schon unterstellen, dass er zum Lachen in den Keller geht. Dem setzte Skoda vier Jahre später den ersten Octavia RS mit 180 PS und 235 km/h Spitze entgegen.
Edelkombi mit Seltenheitswert: Lancia Kappa SW
Sind Sie Sesselpupser:in? Dann hatte Lancia ab 1996 genau das richtige Fahrzeug für Sie im Angebot. Nicht nur hatte der Kappa SW ein geruchsneutralisierendes Kissen in die feinen, mit Alcantara oder Poltrona-Frau-Leder bezogenen Sitze eingearbeitet, auch der Kombi an sich bot eine willkommene Abwechslung zum Büroalltag – ohne dabei mit seiner klassischen Pininfarina-Linienführung allzu viel ungewollte Aufmerksamkeit auf dem Firmenwagenparkplatz zu erregen.

Neben der todschicken Dachreling mit Knick über der C-Säule und einem variablen Kofferraum samt doppeltem Boden forderte Lancias letzter Kombi-Versuch auch mit einer vorzüglichen Geräuschdämmung die deutschen Premium-Laster heraus.
Rückblickend betrachtet mutet die Stille im Innenraum fast schon frevelhaft an, denn die Marke pflanzte durch die Bank weg charakterstarke Motoren in den Kappa. Fünfzylinder-Benziner und -Diesel waren Standard, darüber rangierten die flinken Turbomotoren aus dem Coupé Fiat und der rauchige Busso-V6 von Alfa Romeo. Die Qualität des Lancia Kappa offenbart sich auch dann, wenn die eigenen Eltern nach 25 Jahren noch vom einstigen Familienmobil schwärmen. Dass er meiner Mutter ausgerechnet das einzige Mal den Dienst verweigerte, als sie hochschwanger unterwegs war – längst vergeben.
Besonders viele Leidensgenöss:innen hatten wir damals jedoch nicht: Bis zu seiner Einstellung im Jahr 2001 entstanden bei Pininfarina lediglich 9193 Exemplare, was nicht einmal zehn Prozent der gesamten Kappa-Produktion entsprach. Eigentlich müsste man sich jetzt einen der letzten Überlebenden sichern, doch um die Ersatzteilversorgung darf man sich zu Recht große Sorgen machen.
Der Renault Espace war der Samba-Bulli der Neuzeit
Während sich viele Marken Mitte der 90er gerade erst an das boomende Van-Segment herantrauten, hatte Renault bereits die dritte Generation des Espace auf Kiel gelegt. Der letzte Espace aus der Matra-Zusammenarbeit lockte innen wie außen mit Raumschiff-Flair und ging mit den optionalen drei Glasdächern glatt als Samba-Bulli der Neuzeit durch.

Die Kundschaft konnte nicht nur zwischen reisefreudigen Vierzylindern als Otto- oder Dieselmotoren sowie schluckfreudigen V6 wählen, sondern sogar erstmals zwischen zwei Außenlängen. Mehr als 365.200 Espace verkaufte Renault bis 2002.



















