Wagenheber: Welches Modell macht den besten Job?

Wagenheber
Ein Wagenheber ist nicht nur im Notfall ein wertvoller Helfer. Bei Qualität und Komfort gibt es allerdings riesige Unterschiede. © iStock

Ob bei einer Panne oder dem Wechseln von Sommer- zu Winterreifen: Ein Wagenheber gehört für Autobesitzer zur Grundausstattung. Beim Kauf ergeben sich allerdings oft erst mal jede Menge Fragen. Was genau ist der Unterschied zwischen einem hydraulischen Wagenheber, einem Rangierwagenheber und einem Scherenwagenheber? Welches Modell ist für die eigenen Ansprüche am besten geeignet? Und wann sollte man für Qualität mehr Geld ausgeben?

Billigmodelle sind bereits ab etwa zehn Euro zu bekommen. Zum Kauf empfehlen sich aber nur Produkte, die mit offiziellen Qualitätssiegeln wie GS (Geprüfte Sicherheit), CE-Kennzeichnung oder TÜV-Siegel versehen sind. Wenn unter einem Auto hantiert wird, will man sich schließlich darauf verlassen können, dass der Wagenheber seine Dienste verrichtet.

Bei der Entscheidung für den richtigen Wagenheber ist darüber hinaus eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen:

  • Einsatzgebiet:

Wird der Wagenheber nur für den Fall einer Panne benötigt, werden zweimal jährlich selber Reifen gewechselt oder wird gern und häufig am Wagen herumgeschraubt?

  • Hubhöhe:

Die Werte hierzu finden sich meist im Handbuch des Fahrzeugs.

  • Tragkraft:

In den meisten Fällen reicht eine Tragkraft von zwei Tonnen aus.

 

Scherenwagenheber: Der Pannenhelfer

Der Scherenwagenheber ist die simpelste Ausführung unter den Wagenhebern. Er gehört oft zur Standardausstattung des Fahrzeugs und liegt dem Notrad bei. Dieses Model ist in erster Linie dazu gedacht, ein Fahrzeug so weit anzuheben, dass die Reifen ausgetauscht werden können. Die Tragkraft liegt meist bei ein bis zwei Tonnen – bei diesem Modell von Monzana sind es 1,5 Tonnen. Dank seiner speziellen Rautenform ist der Scherenwagenheber sehr platzsparend, leicht und bietet – hohe Qualität voraussetzt – ein stabiles Anheben des Fahrzeugs. Dafür ist hier ein ziemlicher Kraftaufwand vonnöten, um den Pkw in die Höhe zu bekommen. Mithilfe einer Gewindestange wird die Kurbel im Gerät gedreht. Muskelkraft und Hebelwirkung ersetzen also Hydraulik. Kostenpunkt: Rund 10 bis 70 Euro.

 

 
 

Rangierwagenheber: Der Komfortable

Sehr viel bequemer wird die Angelegenheit mit dem Rangierwagenheber. Der Hebelarm betätigt eine Hydraulikpumpe. Dank des Öldrucks ist sehr viel weniger Kraftaufwand nötig, um den Wagen in die Höhe zu heben. Wer regelmäßig selbst Reifen wechselt, für den lohnt sich die Anschaffung. Einfache Rangierwagenheber sind nämlich schon ab etwa 20 Euro zu bekommen und können im Wagenheber-Test durchaus überzeugen – so zum Beispiel der Unitec 10008, der bis zu 2 Tonnen trägt.

Rangierwagenheber

 

Rangierwagenheber verfügen über vier Rollen. Zwei davon sind 360 Grad drehbar. Dadurch lässt sich das Gerät sehr bequem in die gewünschte Position unter dem Auto manövrieren. Der Auflageteller, der an der Karosserie ansetzt, sollte am besten über eine Gummiauflage  verfügen oder mit einer solchen nachgerüstet werden, um einen sicheren Halt zu garantieren. Rangierwagenheber eigenen sich allerdings wegen ihrer sperrigen Maße und dem oft hohen Gewicht bis zu 40 Kilogramm vor allem für den Einsatz in der Garage. Günstige Modelle verfügen meist über eine Tragkraft von zwei Tonnen, höherwertige Ausführungen können auch drei Tonnen stemmen.

Gummiauflage

 

 

 

 

 

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Achtung: Bei minderwertigen Rangierwagenhebern kann sich das Auto mit der Zeit wieder absenken. Wenn längere Zeit am Unterboden gearbeitet werden muss, sollte das Fahrzeug deshalb unbedingt mit Unterstellböcken gesichert werden

Unterstellblock

 

 

 

 

 

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 Hydraulischer Wagenheber: Der Kraftmeier

Der hydraulische Wagenheber ist der Herkules unter den Wagenhebern. Diese Geräte können bis zu 30 Tonnen stemmen und sind deshalb für Besitzer von Wohnmobilen oder Nutzfahrzeugen die erste Wahl. Sie arbeiten entweder ebenfalls hydraulisch oder mit Luftdruck. Hydraulische Wagenheber (auch Stempelwagenheber genannt) erfreuen sich auch wegen der kompakten Form großer Beliebtheit. Hier gibt es ebenfalls ab 20 Euro günstige Varianten mit einer Tragkraft von zwei Tonnen. Insbesondere bei hydraulischen Modellen lohnt sich aber die Investition in höhere Qualität. Sie sorgt unter anderem dafür, dass Wagen kontrolliert herabgelassen werden können und nicht unvermittelt ruckartig absacken. Ein Nachteil: Hydraulische Wagenheber erreichen meist keine großen Hubhöhen.
 

 

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