VW Käfer "Hammerhead": Wenn ein Wrack zum Showstar wird

Aus einem verwitterten 1968er VW Käfer ist in den USA ein spektakulärer Einzelbau entstanden, der sogar das Halbfinale der Hot Wheels Legends Tour 2022 erreichte.

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Blick von schräg vorne auf den VW Käfer Hammerhead.
VW Käfer Hammerhead Foto: Reddit/wigovsky

Kaum zu glauben, aber wahr: Dieser VW Käfer wurde aus einem Wrack aufgebaut, das jahrzehntelang auf einem Feld im US-Bundesstaat Georgia stand.

Blick von schräg hinten auf den VW Käfer Hammerhead.
VW Käfer Hammerhead Foto: Reddit/wigovsky

Die Karosserie wurde extrem verbreitert, Kotflügel und Motorhaube fast gänzlich entfernt.

Blick von hinten auf den VW Käfer Hammerhead.
VW Käfer Hammerhead Foto: Reddit/wigovsky

Unter der Haube: ein Volvo-Fünfzylinder mit XXL-Turbolader.

Was einst als verrostete Karosse auf einem Feld in Georgia stand, mutierte in einem mehrjährigen Projekt zum radikalen Custom-Car – inklusive komplett neu aufgebautem Unterbau, schwedischem Fünfzylindermotor und einer Optik, die den Spitznamen "Hammerhead" mehr als rechtfertigt. Doch zurück zum Anfang – dort, wo alles begann.

Als Austin McNeil gemeinsam mit seinem Vater den VW Käfer auf einem Feld im US-Bundesstaat Georgia entdeckte, war es gleich um sie geschehen: Das Ding soll mit nach Hause kommen! An eine klassische Restaurierung war allerdings schon jetzt nicht mehr zu denken. Zu viele Bereiche der Karosserie waren irreparabel beschädigt, einige Teile fehlten ganz. Kein Wunder, schließlich stand der Käfer Jahre, möglicherweise sogar Jahrzehnte ungeschützt auf einem Feld und war Wind und Wetter ausgesetzt.

Lange haben Vater und Sohn überlegt, was sich mit den Käfer-Überresten anstellen lässt, ehe sie den Entschluss fassten, den Wagen vollständig neu aufzubauen. Das Duo entschied sich, die verbliebenen Karosserieelemente zu retten und alles Weitere durch selbstgefertigte Komponenten und Aftermarket-Teile zu ersetzen. Das Chassis wurde komplett neu konstruiert, breiter und länger ausgelegt und mit moderner Technik ausgestattet.
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Der VW T-Roc im Fahrbericht:

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Video: AUTO ZEITUNG

VW Käfer Hot-Rod-Tuning: Hammerhai als Gestaltungsvorbild

Neben dem Chassis haben Austin und seinen Vater auch die Karosserie auf links gekrempelt. Während der Rumpf recht seriennah geblieben ist, sind Front und Heck dagegen kaum mehr wiederzuerkennen. Die Heckpartie wurde mitsamt der Motorhaube kurzerhand entfernt. Das schafft Platz für den Motor und Fahrwerkskomponenten, auf die wir später eingehen. Stattdessen findet sich hier eine minimalistische Stoßstange, die nicht viel mehr als ihren Zweck erfüllt.

Die weit herausstehenden Hinterräder werden indessen nur teilweise von den extrem breiten Custom-Kotflügeln verdeckt, die in nicht minder breite Seitenschweller münden. Die Front erhielt eine komplett neue Form mit breiten Kotflügeln, großen offenen Radhäusern und einer Silhouette, die stark an einen Hammerhai erinnert. Aus dieser Assoziation entstand sowohl der Name "Hammerhead" als auch die weitere Linienführung: Die Seitenschweller wirken wie Brustflossen, der graue Lack erinnert an die Haut eines Raubfisches.

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Im Heck prangt ein Volvo-Fünfzylinder mit übergroßem Turbolader

Der originale Boxermotor fehlte bereits, als Austin und sein Vater das Käfer-Wrack in Georgia geborgen haben. Ein Ersatz musste also her! Mit Blick auf das radikale Konzept würde ein Serienmotor dem Vorhaben nicht mehr gerecht werden. Stattdessen fand ein gut erhaltener Volvo-Fünfzylinder seinen Weg in den Hammerhead-Käfer. Den Motor haben die beiden umfangreich überarbeitet und mit einem groß dimensionierten Turbolader kombiniert, der stolz über dem Fünfzylinder thront. Leistungsdaten nennen die Erbauer nicht, doch die Bilder deuten auf ein hohes Newtonmeter-Niveau und eine Motorleistung unweit der 500 PS-Marke (367 kW) hin. Die Leistung sortiert übrigens das Automatikgetriebe des schwedischen Spenderfahrzeugs.

Für ein sicheres Fahrverhalten erhielt der Einzelbau eine vollständig unabhängige Radaufhängung, verstellbare Stoßdämpfer und eine leistungsstarke Bremsanlage. Das verlängerte und verbreiterte Chassis trägt wesentlich dazu bei, dass der Umbau eher an einen Hot Rod als an einen klassischen Käfer erinnert. Eine Augenweide sind übrigens die hinteren Stoßdämpfer, die außerhalb der Karosserie angebracht wurden.

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Im Innenraum dominieren Volvo- und Motorsportelemente

Im Innenraum blieb ebenfalls kaum etwas  im Originalzustand. Große Teile des Armaturenbretts und das Lenkrad stammen vom Volvo-Spenderfahrzeug. Ergänzt wird die Kabine durch einen vollwertigen Überrollkäfig, zwei lederbezogene Schalensitze und eine Audioanlage, deren Subwoofer prominent im Fußraum des Beifahrers platziert ist. Damit verbindet der Umbau Motorsport-Anklänge mit ungewöhnlichen Showcar-Elementen.

Nach über drei Jahren Bauzeit war das Projekt abgeschlossen – rechtzeitig zu Austins letztem Schuljahr, denn nicht selten fuhr der Sohnemann mit dem Hammerhead zur Schule. Der auffällige Einzelbau wurde so zum lokalen Gesprächsthema und zu einem gern gesehenen Gast bei Treffen und auf Shows. Seine öffentliche Feuertaufe erlebte der Hammerhead aber bei der Hot Wheels Legends Tour in Atlanta. Dort überzeugte der Umbau die Jury auf Anhieb und qualifizierte sich für das weltweite Halbfinale.