Fahrbericht

Mercedes-AMG GLC 53: Erste Testfahrt im Power-Sechszylinder

Der Mercedes-AMG GLC 53 ist eines dieser Autos, die auf dem Papier kaum Wünsche offenlassen. Die Frage ist nur: Fühlt sich das Ganze auch so besonders an, wie es die technischen Daten versprechen? Erste Testfahrt!

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Video: AUTO ZEITUNG

Der Mercedes-AMG GLC 53 tritt markant auf

Schon auf den ersten Blick fällt der Mercedes-AMG GLC 53 auf. Vor allem der matte Lack verleiht dem SUV eine besonders markante Präsenz. Dazu kommen die typischen AMG-Merkmale wie der Kühlergrill mit seinen vertikalen Streben und der große AMG-Schriftzug an der Front.

Interessant ist auch das sogenannte „Golden Accents“-Paket, das AMG ausschließlich im ersten Jahr nach der Markteinführung anbietet. Dabei werden die Lackierungen Obsidianschwarz oder Graphitgrau Magno mit Akzenten in „Techgold“ kombiniert. Dazu zählen unter anderem goldene Details an den 21-Zoll-Rädern, schwarze Bremssättel sowie eine dezente AMG-Folierung an den Fahrzeugseiten.

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Blick von schräg vorne auf den fahrenden Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Nachdem Mercedes zuletzt auf hochgezüchtete Turbo-Vierzylinder gesetzt hat, arbeitet unter der Haube nun wieder ein 3,0-l-Reihensechszylinder. Foto: Mercedes
Blick von hinten auf den fahrenden Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Passend zum sportlichen Anspruch fällt die Fahrwerksabstimmung straff aus. Die angepassten Federraten sorgen für ein direktes Fahrgefühl, verlangen auf schlechten Straßen allerdings gewisse Kompromisse beim Komfort. Foto: Mercedes
Blick in das Cockpit des Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Klassisches AMG-Interieur mit Sportsitzen und viele Alu-Akzente. Foto: Mercedes
Blick in den Motorraum des Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Das Aggregat leistet 449 PS (330 kW) und wird von einem elektrischen Zusatzverdichter unterstützt. Dank des 48-V-Systems stehen per Boostfunktion kurzzeitig bis zu 472 PS (347 kW) und 640 Nm Drehmoment zur Verfügung. Foto: Mercedes
Detailansicht auf den Dachkantenspoiler des Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Als AMG erhält der GLC einen markanten Dachkantenspoiler. Foto: Mercedes
Blick von schräg vorne auf den Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Im schärfsten Fahrmodus wirkt der Mercedes-AMG GLC 53 bei seiner ersten Testfahrt wie ein ungeduldiges Rennpferd in der Startbox, das darauf wartet, endlich von der Leine gelassen zu werden. Foto: Mercedes
Blick von schräg hinten auf den Mercedes-AMG GLC 53 (2026).
Die Hinterachslenkung unterstützt spürbar beim Einlenken, das adaptive Fahrwerk hält die Karosserie wirkungsvoll unter Kontrolle und der variable Allradantrieb verteilt die Kraft äußerst effizient. Foto: Mercedes
Blick von schräg vorne auf das fahrende Mercedes-AMG GLC 53 Coupé (2026).
Auch der GLC 53 ist als SUV mit Fließheck erhältlich. Foto: Mercedes

Erste Testfahrt: Leistung satt und straffes Fahrwerk

Nachdem Mercedes zuletzt auf hochgezüchtete Turbo-Vierzylinder gesetzt hat, arbeitet nun wieder ein 3,0-l-Reihensechszylinder unter der Haube. Das Aggregat leistet 449 PS (330 kW) und wird von einem elektrischen Zusatzverdichter unterstützt. Dank des 48-V-Systems stehen per Boostfunktion kurzzeitig bis zu 472 PS (347 kW) und 640 Nm Drehmoment zur Verfügung.

Viel mehr als beim darunter positionierten Modell AMG GLC 43 ist das zwar nicht, dennoch dürften sich eingefleischte AMG-Fans über die Rückkehr des Reihensechszylinders freuen. Leistungstechnisch haben sie ebenfalls Grund zur Freude: Selbst dem neuen vollelektrischen GLC nimmt der Verbrenner im Sprint auf 100 km/h noch eine Zehntelsekunde ab.

Im schärfsten Fahrmodus wirkt der Mercedes-AMG GLC 53 bei unserer ersten Testfahrt wie ein ungeduldiges Rennpferd in der Startbox, das darauf wartet, endlich von der Leine gelassen zu werden. Die Leistung steht spontan zur Verfügung, und das AMG Speedshift TCT 9G weiß genau, wann es Zeit ist, auch einmal zwei Gänge auf einen Schlag herunterzuschalten. Passend zum sportlichen Anspruch fällt die Fahrwerksabstimmung straff aus. Die angepassten Federraten sorgen für ein direktes Fahrgefühl, verlangen auf schlechten Straßen allerdings gewisse Kompromisse beim Komfort.

Die Physik fährt trotzdem mit

Trotzdem gibt es einen Punkt, an dem selbst die beste Technik an ihre Grenzen stößt: das Gewicht. Der Mercedes-AMG GLC 53 ist und bleibt ein mittelgroßes SUV mit rund zwei Tonnen Masse. Auch wenn vieles darüber hinwegtäuschen soll: Die Hinterachslenkung unterstützt spürbar beim Einlenken, das adaptive Fahrwerk hält die Karosserie wirkungsvoll unter Kontrolle und der variable Allradantrieb verteilt die Kraft äußerst effizient. Auch beim Verzögern zeigt sich der AMG auf seiner ersten Testfahrt souverän: An der Vorderachse arbeitet eine Bremsanlage mit Vierkolben-Festsätteln und großen Bremsscheiben, die das hohe Fahrzeuggewicht zuverlässig in Schach hält.

Dennoch wird schnell klar, dass hier keine Sportlimousine unterwegs ist. In schnellen Kurven fühlt sich der GLC zwar erstaunlich kompetent an, die Masse verschwindet jedoch nie vollständig aus dem Fahrerlebnis. Wer erwartet, dass sich ein Performance-SUV wie ein C 63 oder gar ein AMG GT anfühlt, wird zwangsläufig enttäuscht. Dafür liegt der Schwerpunkt schlicht zu hoch. Aber: In den Radhäusern ist tatsächlich noch sehr viel Luft nach unten.

Seine Stärke liegt woanders

Eigentlich zeigt der Mercedes-AMG GLC 53 seine Qualitäten dort, wo die meisten Kund:innen ihn auch bewegen werden: auf langen Autobahnetappen, schnellen Landstraßen und im Alltag. Hier wirkt das Auto bei der ersten Testfahrt sehr souverän. Es fährt komfortabel, wenn man es möchte, wird auf Knopfdruck deutlich schärfer und hat jederzeit genügend Leistungsreserven. Gerade diese Vielseitigkeit macht ihn interessant. Auch wenn die sehr sportlich ausgelegten Sitze nicht gerade zur Langstrecke einladen.

Fazit

Der Mercedes-AMG GLC 53 ist kein kompromissloser Sportwagen auf Stelzen. Dafür ist er zu schwer und zu sehr auf den Alltag ausgelegt. Aber genau deshalb dürfte er eine große Käuferschicht überzeugen. Das Fahrwerk schafft einen bemerkenswert guten Spagat zwischen Dynamik und Komfort. Wer einen AMG sucht, der jeden Morgen problemlos zur Arbeit fährt und am Wochenende trotzdem richtig Tempo machen kann, findet im AMG GLC 53 ein sehr stimmiges Gesamtpaket.