Mercedes GLA präsentiert: Nummer drei mit E- und Hybridantrieb
Größer als ein CLA Shooting Brake, kompakter als der GLB – mit ähnlichem Technikpaket samt E- und Hybridantrieben aber anderem Anspruch landet der neue Mercedes GLA exakt zwischen seinen Plattform-Geschwistern. Hat die dritte Generation des Kompakt-SUV das Zeug zum Bestseller?
- Preis: Marke Modell ab Preis in Zahlen
- Die goldene Mitte: GLA platziert sich zwischen CLA Shooting Brake und GLB
- Interieur mit viel Nutzwert unter hektischem Zeitgeist-Entertainment
- Bekannte 800-V-E-Antriebe aus CLA und GLB: Viel Reichweite und Schnellladen serienmäßig
- Mehr Antriebsvielfalt ab Anfang 2027: Einstiegs-Stromer und hybridisierte Verbrenner
Preis: Marke Modell ab Preis in Zahlen
Wer C und B sagt, muss irgendwann auch A sagen – so scheint man das zumindest bei Mercedes zu sehen. Nach Einführung der neuen CLA-Generation und dem technisch verwandten GLB setzt sich der neue GLA nun genau in die Lücke dazwischen. Mit 2790 mm Radstand landet er exakt auf der Position des sportlichen CLA, vertritt aber die Charaktermerkmale und den Nutzwert-Anspruch eines SUV: Höhere Sitzposition, Kofferraum zwischen 410 und 1400 l, wer die vollelektrische Version wählt, darf sich über einen zusätzlichen 107-l-Frunk vorne freuen.
Der Mercedes GLB 250+ EQ im Fahrbericht (Video)

Die goldene Mitte: GLA platziert sich zwischen CLA Shooting Brake und GLB
Trotz dieser recht praxistauglichen Werte ist schiere Größe aber kein Hauptargument für den GLA. Zum Vergleich: Der CLA Shooting Brake besitzt sogar einen 45 l größeren Kofferraum, erst mit umgelegten Fondsitzlehnen zieht der GLA am Kombi-CLA vorbei – 1400 zu 1290 l. Reiselustige Familienfreunde sollten also definitiv zum GLB greifen, der auf 2889 mm Radstand einen Kofferraum von 540 bis 1715 l samt 127-l-Frunk arrangiert und optional sogar eine dritte Sitzreihe unterbringt.
Für sportive „Empty Nester“ dürfte der Mercedes GLA aber die goldene Mitte sein, innen geräumig geschnitten, außen ohne Größen-Fettrand. Hinzu kommt ein Design, das die aktuelle Mercedes-Linie ausgesprochen eigenständig interpretiert. Die Proportionen sind knackig, an der Front gibt es den imposanten „Iconic Grille“ und LED-Scheinwerfer mit sternförmigen Tagfahrleuchten. Besonders charakteristisch und gelungen ist die Ansicht von hinten, Mercedes ziert das athletische Heck mit einer LED-Spange, die sich aus den Leuchten quer über die Fahrzeugbreite zieht.
Interieur mit viel Nutzwert unter hektischem Zeitgeist-Entertainment

Im Innenraum meint man einen alten Bekannten zu treffen – das Layout mit dem dominanten Superscreen (optional) ist aus CLA und GLB ebenso bekannt, wie die zweistöckige Mittelkonsole und das serienmäßige Panorama-Glasdach samt optionaler Beleuchtung und schaltbarer Dimmung. Auch die Infotainment-Technologie samt integrierter KI-Funktionen sowie Assistenzsysteme des GLA entsprechen dem restlichen Baukasten der Entry-Level-Baureihen.
Es gibt viel zu bestaunen, einiges zu verdauen – und nach der ersten Aufregung über mächtige Funktionstiefe, Touch-Bedienung, extrovertiert schillernde Ambientewelten hat man es dann doch mit einem recht sinnvoll gemachten, wenn auch detailreich arrangierten Automobil zu tun. Zupackender Nutzwert, freundliche Ergonomie und gelassener Komfort sind vollständig angetreten, der GLA trägt seinen inneren Mercedes eben unter einer gelegentlich etwas hektisch wirkenden Schicht aus Zeitgeist-Entertainment.
Bekannte 800-V-E-Antriebe aus CLA und GLB: Viel Reichweite und Schnellladen serienmäßig
Eigentliche Stärke des Mercedes GLA dürfte – wir kennen ihn von CLA und GLB – der vollelektrische Antriebsstrang der GLA 200, GLA 250+ und GLA 350 4MATIC-Modelle sein. Mit staubtrockenem Antritt, extrem hohem Antriebskomfort, hervorragender Effizienz und problemlosen Reichweiten stellt dieses Technologiepaket auch im GLA klar, dass Mercedes Elektroautos bauen kann, die Antworten statt Ausreden präsentieren.
Der 165 kW (224 PS) starke GLA 200 markiert mit seiner 58 kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) und 48.600 Euro Basispreis den Einstieg in die Modellpalette. Der GLA 250+ (54.978 Euro) dürfte offensichtliche Empfehlung sein, hier sorgt eine leistungsfähigere und größere 85 kWh-NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Kobalt) für wahre Elektro-Fabelwerte: Deutlich über 600 km Reichweite, schnelles 800 V DC-Laden mit bis zu 320 kW. Ob man den Aufpreis zum 58.108 Euro (Alle Preise: Stand Juli 2026) teuren GLA 350 4Matic bezahlen möchte, hängt davon ab, wie wichtig einem Allradantrieb, zwei Tonnen Anhängelast und brachiales Sprintvermögen (5,4 s von 0 – 100 km/h) sind.
Mehr Antriebsvielfalt ab Anfang 2027: Einstiegs-Stromer und hybridisierte Verbrenner
Neben einem weiteren Modell mit kleinerer 71-kWh-NMC-Batterie folgen Anfang 2027 auch GLA-Verbrennermodelle – zwei Leistungsstufen mit Front- und Allradantrieb sind dann erhältlich. Auch diesen Antriebsstrang kennt man aus dem CLA: 1,5-l-Vierzylinder-Turbomotor mit Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe samt integrierter 22 kW (30 PS) E-Maschine, versorgt aus einer 1,3-kWh-48-V-Batterie. Bei urbanem Tempo können die Hybridmodelle rein elektrisch fahren, Segeln mit abgekoppeltem Antriebsstrang ist auch über 100 km/h möglich, wenn weniger als 22 kW Leistung benötigt werden. Dass der Elektromotor in allen acht Gängen boosten und rekuperieren und dabei bis zu 25 kW Energie zurückgewinnen kann, soll ihn besonders effizient machen – ob sich die Verbrenner-GLA aber mit ihren bekannt durchsetzungsfähigen Elektro-Geschwistern messen können, werden nur erste Tests zeigen.
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