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Getarnter Audi RS Q5: SUV-Bestseller erhält 600 PS mit Anhang

Audi will seinen Vorsprung durch Technik zurück: Dafür legen die vier Ringe sogar zum allerersten Mal überhaupt einen RS Q5 auf. Auf den ersten Erlkönig-Fotos schleppt das Performance-SUV einen Anhänger über die österreichischen Alpen. Was man nicht sieht: Mit dem Hybrid-Antriebsstrang des RS 5 wird der Q5 auch auf den eigenen zwei Achsen was zu schleppen haben.

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Der Audi RS Q5 stehend von schräg vorne
In schweren Zeiten muss sogar der Q5 als RS-Modell ackern. Mit voraussichtlich 639 PS (470 kW) Systemleistung dürfte die Arbeit aber immerhin Spaß machen. Foto: SH Proshots
Der Audi RS Q5 fahrend von vorne
Wir erwarten nicht nur einen Techniktransfer, sondern auch viele optische Details aus dem RS 5. Foto: SH Proshots
Der Audi RS Q5 stehend von schräg vorne
In einer Zeit, in der sich BMW einen X3 M spart und auch der vierzylindrige Mercedes-AMG GLC 63 schon wieder Geschichte ist, tappt der RS Q5 in eine unverhofft große Marktlücke. Foto: SH Proshots
Der Audi RS Q5 stehend von schräg vorne
Wie groß diese Lücke bei einem Neupreis von mindestens 100.000 Euro ausfällt, bleibt abzuwarten. Foto: SH Proshots

Kaum zu glauben, aber der Audi Q5 kam in seinen bislang drei Generationen und insgesamt 18 Jahren Bauzeit komplett ohne RS-Ableger aus. Klar, für Leistungshungrige gabs immer mal wieder das S-Modell mit recht potenten Diesel- und Benzin-Antrieben, aber eine richtig knackige Variante hatte der Bestseller im Gegensatz zu RS Q3 und RS Q8 nicht nötig. Bis jetzt.

Nun aber ist die Lage für Audi angespannt wie lange nicht mehr. Es mangelt an Charakter und Definition. Dazu kommt, dass man mit dem Formel-1-Engagement ein dynamischeres Image aufbauen möchte, welches dann aber auch im Serienbau ankommen muss – beispielsweise über neue RS-Modelle wie den Q5.

Der Audi Q5 (2024) im Video

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Video: AUTO ZEITUNG

Wird der Audi RS Q5 ein aufgebockter RS 5 im besten Sinne?

Der günstigste Techniktransfer würde mit dem RS 5 gelingen, was dem stärksten Q5 einen Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang mit rund 639 PS (470 kW) Systemleistung bescheren dürfte. Das jedenfalls leistet die jüngste Ausbaustufe der Mittelklasse mit ihrem elektrisch hochgeboosteten V6. Ebenfalls auf der Habenseite: ein Berg von rund 825 Nm Drehmoment, auf die Räder verteilt vom bewährten Quattro-Allradantrieb.

Apropos Berg: Dort, in den österreichischen Alpen, hat unser Erlkönig-Scharfschütze SH Proshots den halb getarnten Prototypen des RS Q5 erwischt. Die Tarnung des unteren Fahrzeugbereichs sowie an Front und Heck offenbart, wo Änderungen im Vergleich zu den milderen Varianten zu erwarten sein dürften. Allen Voran fällt natürlich die Front des Neuen auf: Im Gegensatz zum recht human dimensionierten Grill des normalen Q5 gibts hier einen hoch aufragenden Singleframe bis zum Abwinken.

Die seitlichen, kaum weniger hohen Lufteinlässe dürften den Grill optisch nach außen hin verbreitern und damit noch mehr Aggressivität suggerieren – ebenfalls analog zum RS 5. Die Schweller erhalten allem Anschein nach die erwartbare Schärfe, ebenso wie der Dachkantenspoiler. Am Diffusor wiederum scheint die Differenz zum RS 5 größer, erkennen wir am Erlkönig doch keine halbmittig angeordneten XXL-Endrohre. Die derzeit im Audi-Designstudio angesagte Nebelschlussleuchte in Schießscharten-Form scheint ebenfalls zu fehlen. Womöglich wird sie aber auch nur von der Anhängerkupplung überdeckt.

Schwer zu schleppen hat der Audi RS Q5 aber nicht nur in diesem Fall: An die 2,4 t dürfte das PS-Schwergewicht wegen der Hybrid-Technik auf die Waage bringen. Und auch beim Kofferraumvolumen wird die üppige Antriebsverkabelung mit ziemlicher Sicherheit ihren Tribut fordern. Im restlichen Innenraum erwarten wir viel Rot, ein bisschen Kohlefaser, ein bisschen Show und natürlich reichlich RS-Signaturen. Sollte Audi dieses Paket in etwa so schnüren, wie von uns prophezeit, dürfte der Preis bei gut 100.000 Euro starten. Auch das wäre in 18 Jahren Q5 ein Novum.

Fazit

Mit 18 Jahren ist der Audi Q5 als RS-Modell endlich reif fürs Gasgeben. Und das tut er bei seinem Erscheinen auch weitestgehend ohne Konkurrenz, denn BMW und Mercedes haben ihre performantesten Mittelklasse-SUV noch nicht auf dem Markt beziehungsweise im Falle des GLC schon wieder aus dem Programm genommen. Die Weichen für ein Audi-Comeback stehen also zumindest in diesem Segment nicht allzu schlecht. Vor 2027 wird hier aber noch nichts passieren.