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Einzeltest

Im ausführlichen Test: Mercedes GLB 250+ elektrisch

Der neue Mercedes GLB elektrisch zählt zwar zum Genre der SUV, bringt aber mit seiner Van-artigen Statur mehr Raum und Komfort in den Alltag. Der Mercedes GLB 250+ elektrisch im Einzeltest!

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Blick von schräg vorne auf den fahrenden Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Kompakt-SUV-Form mit Mittelklasse-Maß: der gut 4,70 m lange GLB. Foto: Daniela Loof
Blick von schräg hinten auf den fahrenden Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Im GLB-Heck macht eine kräftige E-Maschine mit Zweistufen-Automatik mächtig Druck nach vorn. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Armaturen im Innenraum des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Tief positionierter, brillanter Superscreen. Foto: Daniela Loof
Detailansicht auf die Lenkradtasten des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Das Kreuz-Bedienfeld im Lenkrad ist nicht optimal. Foto: Daniela Loof
Detailansicht auf die Infotainmentbildschirme des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Der GLB hat das digitale MBUX-Infotainment- und Bediensystem an Bord inklusive intelligenter, sehr verständiger, teils KI-gestützter Sprachsteuerung. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Vordersitze im Innenraum des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
AMG Line-Sportsitze mit ausziehbarer Beinauflage für die entspannte Reise. Foto: Daniela Loof
Blick auf die Fondsitze im Innenraum des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Verschiebbare Bank mit etwas kurzer Sitzfläche, aber viel Kniefreiheit. Foto: Daniela Loof
Blick in den Kofferraum des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Der 540-l-Kofferraum wächst nach Umlegen der dreiteiligen Lehne auf 1715 l. Foto: Daniela Loof
Blick unter den Kofferraumboden des Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
In den 127 Liter großen Frunk unter der Fronthaube passt etwa das Ladekabel, das aber auch hinten unter dem klappbaren Ladeboden Platz findet. Foto: Daniela Loof

Der Mercedes GLB 250+ elektrisch im Einzeltest

Der Mercedes GLB kam bereits 2019 in der ersten Generation ein wenig skurril rüber. Basierend auf einer Kompakt-Plattform wirkte das SUV irgendwie unharmonisch in die Länge gezogen. Die verschobenen Proportionen passten nun eher in
die Kategorie Van, was natürlich der Raumausnutzung, der Variabilität und dem Komfortempfinden zugute kam. Das gleiche Rezept funktioniert immer noch, wie unser vollelektrischer Testwagen namens Mercedes GLB 250+ elektrisch beweist.

Auch den Vorgänger gab es bereits ab 2021 in einer vollelektrischen Version als Mercedes EQB. Damit hat der neue GLB allerdings nichts mehr zu tun, denn 2025 revolutionierte Mercedes mit dem neuen CLA das Elektro-Programm auf Basis der komplett neu konstruierten MMA-Plattform (Mercedes-Benz Modular Architecture) für Fahrzeuge mit extrem effizienten Elektro- und Hybridantrieben. Das bedeutet, der neue Mercedes GLB ist antriebstechnisch ein enger Verwandter des CLA, allerdings in ungleich alltagstauglicherer und familiengerechterer Form.

Der Mercedes GLB 250+ EQ im Fahrbericht (Video)

Video Platzhalter
Video: AUTO ZEITUNG

Jedoch bedeutet der neue, über 4,70 m lange GLB eine Mercedes-typisch hohe Belastung des Familienhaushalts. Der günstigste GLB liegt – als Hybrid-Benziner – bei 50.396 Euro. Als E-Auto
startet der GLB 200 elektrisch mit 165 kW (224 PS) und 58-kWh-Batterie bei 53.455 Euro. Zum Test trat der Mercedes GLB 250+ an, was mehr Leistung (200 kW / 272 PS) und dank der größeren 85-kWh-Batterie auch mehr Reichweite bedeutet – macht mindestens 59.048 Euro. Und das ist auch nur die halbe Wahrheit. Obschon die Basisausstattung des GLB gar nicht mal so mager ausfällt, stecken im Testfahrzeug Extras im Wert von über 20.000 Euro, teils verpackt in umfangreichen Ausstattungspaketen.

Im GLB steckt nicht nur Platz, sondern auch Kraft

Immerhin bekommt man mit dem Mercedes GLB 250+ neben viel Kraft und munteren Fahrleistungen (null auf 100 km/h im Test in 7,1 s, maximal 210 km/h) viel Auto fürs Geld, in mancherlei Hinsicht sogar mehr als im eine Klasse höher angesiedelten GLC. So ist der GLB auch mit einer versenkbaren dritten Sitzreihe verfügbar, womit er zum Siebensitzer wird – wieder so eine Van-Verwandtschaft. Mit der dritten Reihe kann der fünfsitzige Testwagen zwar nicht dienen, dafür erhöht zumindest der leichtgängige optionale Verschiebe-Mechanismus der Rückbank die Variabilität zwischen Lade- und nutzbarem Beinraum im Fond.

Dem Van-Charakter entspricht der GLB jedenfalls mit einem großzügigen Laderaum von 540 bis 1715 l zuzüglich 127 l im Frunk unter der Fronthaube. Diesen muss man nicht unbedingt fürs Ladekabel nutzen, denn das kann auch unter dem klappbaren Laderaumboden im Heck verschwinden. Wenn dann Gepäck und Sperrgut in ihrer hochwertig ausgekleideten Behausung untergebracht sind, können auch Fahrer:in und Mitreisende zusteigen – sofern ihnen denn die versenkten Türgriffe per automatischer Keyless-Go-Funktion entgegenkommen, was ihnen allerdings nicht immer auf Anhieb gelingt.

Reisetauglicher Sitzkomfort vorn wie hinten

Fahrer:in und Beifahrer:in finden auf den optionalen AMG Line-Sportsitzen mit ausziehbarer Beinauflage eine bequeme, ausdauernd ermüdungsfreie Sitzposition vor. Massive Beschwerden von der Rückbank gibt es – allein wegen der angenehmen Bewegungsfreiheit – im Test zwar keine, jedoch fallen die Sitzflächen mit gerade mal 46 cm etwas kurz aus.

Die Vornsitzenden lassen sich derweil vom vollen, teils optionalen Umfang der Digitalausstattung beeindrucken. Das bezieht auch Beifahrer:innen mit ein, die mit dem – insgesamt etwas zu tief positionierten – MBUX Superscreen ein eigenes Programm aus dem umfangreichen Mercedes-Infotainmentangebot wahrnehmen können – allerdings nur, wenn die fahrzeugführende Person während der Fahrt nicht versucht, mitzuschauen, denn der Mercedes GLB beherrscht auch Gesichtserkennung und Blickverfolgung und greift gegebenenfalls sogar ein.

Reichlich Einstellmöglichkeiten für das Ambiente

Zuvor kann sich die Person am Steuer erst einmal der Einstellung der umfangreichen Energizing Comfort-Funktionen (Option) widmen, um Sound, Ambientelicht, Massagefunktionen oder auch die variable Abschattung des Sky Control-Glaspanoramadachs in harmonischen Einklang zu bringen. Das verständige und auch sprachbegabte MBUX-Bedien- sowie Infotainmentsystem mit transparenter Menüführung und treffsicher aufgebauter Touchgrafik ist dabei im Test eine große Hilfe. Das gilt auch für andere Bedien-Routinen wie das schnelle Kalibrieren der Assistenzsysteme oder die weitgehend automatisch erfolgende Ladeplanung im onlineunterstützten Navigationssystem.

Wer dabei auf erstklassige akustische Untermalung Wert legt und nicht zu sehr mit Fahren beschäftigt sein möchte, sollte 1077 Euro in das Burmester-Soundsystem sowie 1785 Euro in das Paket MB.Drive Assist investieren. Das teilautonome Fahren funktioniert meist zuverlässig, sogar im Markierungs-Wirrwarr mancher Autobahnbaustelle. Nur die Spurmitte findet der selbstlenkende Mercedes GLB manchmal nicht ganz exakt.

Besonders auf Langstrecken steigern die selbsttätig agierenden Assistenten den Fahrkomfort ungemein. Das harmoniert auch sehr gut mit dem Federungskomfort des GLB-Testwagens, der mit optionalen adaptiven Dämpfern sowie 20-Zoll-Mischbereifung der sportlichen Art (Michelin Pilot Sport 5) ausgerüstet ist. Deshalb überrascht es umso mehr, wie sanft der Mercedes etwa auf Querfugen anfedert, selbst bei geringem Tempo. Zudem rollen die Gummiwalzen im Format 235/45 R 20 (vorn) und 255/40 R 20 (hinten) sogar bei Autobahn-Tempo recht leise ab, was im Einklang mit der guten Windgeräuschdämmung für einen hohen Akustik-Komfort im GLB sorgt.

Blick von schräg hinten auf den fahrenden Mercedes GLB 250+ elektrisch (2026).
Foto: Daniela Loof

Die Bremsanlage ist eine Wucht

Zwar versucht der feist bereifte Mercedes GLB – hier im optionalen AMG Line-Trimm – einen auf Dynamik zu machen, ein Sportler ist er aber nicht, allein schon wegen des recht synthetischen Lenkgefühls ohne präzise Rückmeldung. In schnellen Kurven gerät die SUV-Karosserie zudem spürbar in Bewegung – selbst im Sport-Modus, was das ESP dann zum Eingreifen bewegt. Allerdings erfolgen die Bremseingriffe im Test nicht abrupt oder brachial, sondern exakt dosiert, sodass der Schwabe stets im Flow bleibt.

Auf der Bremse ist der Benz eine Macht und steht aus Tempo 100 auch nach zehn Vollbremsungen nach deutlich unter 33 m Bremsweg. Das Dosieren der Bremskraft fällt leicht, selbst wenn der GLB im automatischen Rekuperationsmodus die mitverzögernde Energierückgewinnung selbstständig dosiert. Das passiert meist sehr zuverlässig und vorausschauend in Abhängigkeit von der Fahrsituation – mit dem Fokus auf eine effiziente Energienutzung, nicht nur im Eco-Modus. Das mündet in einen Testverbrauch von 21,1 kWh/100 km und einer Reichweite von 403 km.

Das liegt zwar deutlich unter dem WLTP-Wert (631 km), wer aber Volllast vermeidet, schafft auch über 540 km am Stück. An der Schnellladesäule wird es dank der 800-V-Architektur dann doch noch einmal richtig dynamisch. Bereits nach 30 s ist eine Ladeleistung von 341 kW erreicht, sodass der Ladehub der 85-kWh-Batterie von zehn auf 80 Prozent in 23 min erledigt ist. Damit unterstreicht der elektrische Mercedes GLB nicht nur seine Alltags-, sondern auch seine Reisetauglichkeit.

Fazit

Der brandneue Mercedes GLB kleidet die neue, hocheffiziente MMA-800-V-Elektrotechnik in eine funktionale, familientaugliche Form mit viel Platz, hohem Fahrkomfort und kompletter Digitalausstattung. Doch bereits der Basis-GLB ist teuer, vom üppig ausgestatteten Testwagen ganz zu schweigen.

Technische Daten & Messwerte des Mercedes GLB 250+ elektrisch

AUTO ZEITUNG 18/2026

Mercedes GLB 250+ elektrisch

Technik

Motor

Zwei permanente Synchronmaschinen

Systemleistung

200 kW / 272 PS

Max. Drehmoment

335 Nm

Antrieb

Konstantübersetzung, Allrad

Akku

Lithium-Ionen

Spannung

800 V

Kapazität brutto / netto

k. A. / 85 kWh

Ladeleistung AC / DC (Werk)

11 (opt. 22) / 320 kW

Gewicht

Leergewicht (Werk / Test)

2125 / 2180 kg

Zulässiges Gesamtgewicht

2700 kg

Effektive Zuladung

575 kg

Gewichtsverteilung (v / h)

47,3 / 52,7 %

Anhängelast (gebr. / ungebr.)

1500 / 750 kg

Dachlast / Stützlast

75 / 100 kg

Abmessungen

Gesamtmaße (L / B / H)

4732 / 1861 (2029)* / 1687 mm

Radstand

2889 mm

Kofferraumvolumen

540 – 1715 l

Fahrleistung

0 – 50 km/h

3,2 s

0 – 100 km/h

7,1 s

0 – 150 km/h

14,8 s

Höchstgeschwindigkeit

210 km/h

Bremsweg

100 – 0 km/h (kalt / warm)

32,8 / 32,4 m

50 – 0 km/h / 150 – 0 km/h

8,8 / 73,4 m

Verbrauch & Reichweite

WLTP-Reichweite

631 km

WLTP-Verbrauch auf 100 km

15,8 kWh

Test-Reichweite

403 km

Test-Verbrauch auf 100 km

21,1 kWh

Ladevorgang 10 – 80 % SoC

Ladedauer

23 min

Ladeleistung Ø

175,0 kW

Nachgeladene Energie

70,4 kWh

Nachgeladene Reichweite

322 km

Preis

Grundpreis

59.048 €

Testwagenpreis

81.664 €

Rabatt

2953 €

Steuer & Versicherung

Kfz-Steuer pro Jahr

0 €

KH / VK / TK Typklassen

17 / 27 / 23

KH / VK / TK Versicherung

704 / 1322 / 192 €

Wartung & Garantie

Serviceintervall

24 Monate / lt. Anzeige

Garantie Gesamtfahrzeug

2 Jahre / k. A. km

Garantie Hochvolt-Akku

8 Jahre / 160.000 km

Garantie Lack / Rost

2 / 30 Jahre

Mobilitätsgarantie

30 Jahre