Kia PV7 feiert Premiere: Passenger und Cargo vorgestellt
Die PBV genannte Elektro-Transporter-Familie von Kia wächst: Auf der IAA Transportation zeigt die koreanische Marke mit dem PV7 den großen Bruder des PV5 als Passenger mit bis zu neun Sitzplätzen und in der verblechten Cargo-Version. Was wir bisher zu Reichweite und Maßen wissen.
Mit dem Kia PV5 ging 2025 das erste Modell der „Platform Before Vehicle“-Strategie (PBV) an den Start. Knapp ein Jahr später folgt auf der IAA Transportation 2026 in Hannover mit dem PV7 Aufschlag Nummer zwei. Wie erwartet, hält Kia am futuristischen Design des Kleinbusses fest, vergrößert diesen aber in jeglicher Hinsicht. Das Ergebnis ist ein mittelgroßer Transporter, der es mit Konkurrenten wie Fords elektrischem Tourneo/Transit Custom sowie dessen VW-Zwilling e-Transporter/e-Caravelle aufnimmt, genauso mit anderen dezidierten E-Transportern wie dem Renault Trafic E-Tech Electric. Der PV5 kontert dagegen eine Klasse darunter gegen VW ID. Buzz (Cargo) oder auch XL-Hochdachkombis à la Citroën ë-Berlingo.
Doch einfach nur von einem „großen PV5“ zu sprechen wird dem Kia PV7 nicht gerecht. Dennoch sind viele Parallelen vorhanden, so etwa auch die Einteilung in die Pkw-Version Passenger – im PV7 mit bis zu neun Sitzplätzen (PV5 Passsenger: bis zu sieben) – sowie als Cargo mit 6,1 (Normaldach) bis 8,0 m3 (Hochdach) Laderaum. Die Nutzlast liegt bei bis zu 1200 kg in der Standard- und 1165 kg in der gezeigten Langversion. Damit richtet er sich an Shuttle-Services, aber auch an Familien mit viel Platzbedarf oder Speditionen und Kurierdienste, die nicht nur im innerstädtischen Raum unterwegs sind.
Der Kia EV2 im Video

Mehr Platz und mehr Reichweite: PV7 ist mehr als nur ein größerer PV5
Zum geänderten Anspruch des Kia PV7 gegenüber dem kleinen PBV-Bruder PV5 passt auch die gestiegene Reichweite. Der PV7 setzt als Passenger wie als Cargo auf zwei Batteriegrößen, beide mit NMC-Zellchemie (Nickel-Mangan-Kobalt). Bereits der Einstiegsakku fasst 71,5 kWh und ist damit größer als das aktuell größte lieferbare Paket für den PV5. Darüber rangiert ein 96,2 kWh fassender Fahrakku, der für eine Reichweite von bis zu 460 km genügen soll, versprechen die Koreaner:innen. Unabhängig der Batterie sorgt stets ein 200 kW (272 PS) starker Frontmotor mit 420 Nm Drehmoment für Vortrieb. Eine Allradversion sei in Planung, komme aber zu einem späteren Zeitpunkt, heißt es in der Kia-Pressemeldung zur IAA Transportation.
Nachgeladen wird dank 800-V-Architektur mit bis zu 350 kW an der DC-Schnellladesäule. So soll sich der Sprung von zehn auf 80 Prozent State of Charge (SOC) in lediglich 25 min absolvieren lassen – mit welchem Akku, verrät Kia hier nicht. Der Van beherrscht zudem Vehicle-to-Load (V2L) und verfügt daher sogar über 230-V-Steckdosen innen wie außen.
Ähnlich futuristisch wie das reduzierte Exterieurdesign fällt auch das aufgeräumte Cockpit des PV7 aus. Da der mittelgroße Van hauptsächlich als Nutzfahrzeug konzipiert ist, dürfte die Materialauswahl wie beim PV5 robust, aber dadurch pflegeleicht ausfallen. Löblich ist die große Anzahl an Ablagen im Armaturenträger, schließlich müssen Shuttle-Fahrende wie Spediteur:innen gleichermaßen ihre Zettelwirtschaft in den Griff bekommen. Beim Cargo sind diese Ablagen offen, der Passenger kommt „veredelt“ mit Klappen. Das Fahrerhaus lässt sich bei PV7 Passenger wie Cargo zudem mit bis zu drei Sitzplätzen bestücken. Ein „Durchrutschen“ vom Fahrersitz zur Beifahrertüre ist also auch im großen Kia ohne störende Mittelkonsole möglich. Große Fensterflächen erleichtern zudem die Rundumsicht.
Ebenfalls aus dem kleinen PV5 bekannt: Ein schmaler 12,9-Zoll-Digitaltacho gibt die wichtigsten Fahrdaten wider, alles weitere wird über einen zentralen 14,6-Zoll-Touchscreen mit dem Infotainmentsystem „Pleos Connect“ gesteuert. Dank Android Automotive OS und App-Marktplatz soll sich der Screen für Gewerbetreibende auch leicht individualisieren lassen, ohne auf Fremdhardware angewiesen zu sein.
Der Marktstart des PV7 soll laut Kia erst im zweiten Halbjahr 2027 in Europa sowie Südkorea erfolgen. Für eine erste Preiseinschätzung ist es daher zu früh. Zum Markstart wird der PV7 in zwei Längen als Standard- und Langversion angeboten, den Cargo gibts in der Langversion zusätzlich mit Hochdach. Weitere Varianten, etwa ein Chassis Cab (Fahrgestell mit Fahrerhaus) folgen. Mehr Karosserievarianten sind aber auszuschließen, da Kia bei der Vorstellung der PBV-Strategie bereits den nochmals größeren PV9 mit mehr Nutzlast in Aussicht gestellt hat. Für den Konkurrenten zu Ford e-Transit oder Renault Master E-Tech müssen sich Interessent:innen aber noch gedulden.
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