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Neuer Nissan Juke (2019): Erste Testfahrt So fährt sich der neue Juke

von Thomas Geiger 11.10.2019

Der neue Nissan Juke (2019) behält seine provozierende Linie bei, wird aber – das zeigt die erste Testfahrt – spürbar praktischer. Zum dynamischen Auftritt mag der Motor allerdings nicht recht passen!

Vor der ersten Testfahrt des neuen Nissan Juke (2019) führen uns seine Wurzeln nochmal vor Augen: Beim Debüt der ersten Generation vor gut zehn Jahren war der Juke das erste SUV seiner Art – und er hat es wilder getrieben als alle anderen. Niemand war so schräg und provozierend gezeichnet wie er. Doch die Welt und der Automarkt haben sich verändert, SUV aller Couleur sind gewöhnlich geworden. Als Reaktion darauf haben die Japaner ihren Bestseller neu positioniert. Provozierend und polarisierend ist er zwar noch immer, hat wie bisher kugelrunde Scheinwerfer, weit ausgestellte Kotflügel wie ein Sportwagen und ein Schrägheck wie ein Coupé, er ist aber auch größer und praktischer geworden. Damit sich der Avantgardist im Alltag nun besser bewährt, streckt sich der neue Nissan Juke (2019) in der Länge auf 4,21 Meter Länge und geht auf 1,80 Meter Breite sowie 1,60 Meter Höhe. Weil der Radstand ebenfalls um knapp elf Zentimeter wächst, profitieren Hinterbänkler und Lademeister: Im Fond gibt es gute fünf Zentimeter mehr Knie- und immerhin einen Zentimeter mehr Kopffreiheit, sodass es Erwachsene dort nun deutlich besser aushalten können. Zumal der Kofferraum um 20 Prozent auf familientaugliche 422 Liter gewachsen ist. Trotz des neuen Formats hat der Juke – einer neuen Konzernplattform sei Dank – abgespeckt und bringt nun 23 Kilogramm weniger auf die Waage.

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Erste Testfahrt im neuen Nissan Juke (2019)

Da der Fahrer in den serienmäßigen Integralsitzen des neuen Nissan Juke (2019) näher am Asphalt kauert, das Lenkrad besser einstellen und den nach oben gerückten Schaltknauf schneller erreichen kann, fühlt sich das SUV im Stand agiler und sportlicher an. Aber ist er es auch? Nun, zu viel Dynamik darf man nicht erwarten. Unter der Haube regiert die Vernunft und die gebietet als einzigen Motor einen 1,0 Liter großen Dreizylinder, der auf 117 PS kommt und die vom sportlichen Design geweckten Erwartungen nur bedingt erfüllen kann. Selbst wenn das maximale Drehmoment per Kickdown für 25 Sekunden von 180 auf 200 Newtonmeter steigt, gönnt sich das kleine SUV im besten Fall 10,4 Sekunden für den Spurt auf 100 und schafft nicht mehr als 180 km/h. Vom üblichen Pöttern des Dreizylinders ganz zu schweigen. Eine selbstzündende Alternative haben die Japaner wegen der geringen Nachfrage und der hohen Anforderungen an die Abgasreinigung aus dem Programm genommen. Eine nachvollziehbare Entscheidung, da der neue Nissan Juke (2019) mit seinen 4,9 Litern Durchschnittsverbrauch rund 30 Prozent sparsamer ist als der vergleichbare 1,6-Liter des Vorgängers.

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Dynamischer Auftritt, schwacher Motor

Während beim Antrieb also Sparkurs angesagt ist, gibt sich der neue Nissan Juke (2019) innen liebevoller und die Liste der verfügbaren Extras länger: So gibt es nun LED-Scheinwerfer serienmäßig, das Infotainment geht online und integriert alle gängigen Smartphones und erstmals ist der sogenannte Propilot erhältlich. Als Kombination aus Abstandstempomat und Spurführungshilfe soll das System auf der Autobahn zur Entspannung beitragen und dem Fahrer die meiste Arbeit abnehmen. Dazu gibt es eine 360 Grad-Kamera und auf Wunsch auch ein spezielles Soundsystem, das direkt in den Kopfstützen der Sitze montiert ist. Nicht für gutes Geld oder warme Worte zu kriegen ist hingegen ein Allradantrieb. Zwar kann man zwischen Handschalter und Doppelkupplung wählen, doch egal wie die Kraft übertragen wird, landet sie immer und ausschließlich an der Vorderachse: Schließlich ist der neue Nissan Juke (2019) wie schon in der ersten Generation vor allem für die Stadt gebaut. Im Januar 2019 feiert das SUV zum Preis ab 18.990 Euro seine Markteinführung, das sind selbstbewusste 2500 Euro mehr als bislang.

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