Firmenwagen: Geldwerter Vorteil & Steuern (1-%-Regel) Private Nutzung wird besteuert

von AUTO ZEITUNG 27.02.2019
Inhalt
  1. Muss für einen Firmenwagen Steuer gezahlt werden?
  2. Was bedeutet "geldwerter Vorteil"?
  3. So wird die Steuerlast errechnet: Fahrtenbuch oder 1-%-Regel
  4. Rechenbeispiel 1-%-Regel
  5. Steuerlast beim geldwerten Vorteil reduzieren

"Geldwerter Vorteil" ist im Zusammenhang mit Steuern auf Firmenwagen ein Begriff der immer wieder genannt wird. Wir erklären, was das bedeutet, wie 1-%-Regel funktioniert und wie sich die Steuerlast senken lässt.

 

Muss für einen Firmenwagen Steuer gezahlt werden?

Ja, lautet die Antwort. Das Überlassen eines Firmenwagens bzw. Dienstwagen gilt im Finanzdeutsch als Sachzuwendung. Und für diese Sachzuwendung muss Einkommensteuer gezahlt werden. Zusammengefasst wird dies als "geldwerter Vorteil" betrachtet.

 

Was bedeutet "geldwerter Vorteil"?

Durch die Überlassung und Nutzung eines Firmenwagens kommen Mitarbeiter in den Genuss einer Leistung, die sich zwar nicht direkt aufs Einkommen niederschlägt, jedoch einen deutlichen Vorteil mit sich bringt: Die Kosten für die Anschaffung eines Fahrzeugs, die Beiträge zur Kfz-Steuer & oft auch die Versicherungsbeiträge entfallen und werden vom Arbeitgeber bezahlt. Mehr zum Thema: Alles zur KFZ-Steuer 2018

 

So wird die Steuerlast errechnet: Fahrtenbuch oder 1-%-Regel

Für den ordentlichen Nachweis über die Nutzung des Firmenwagens muss entweder ein Fahrtenbuch-Nutzungsnachweis geführt werden oder es gilt pauschal die Ein-Prozent-Regel. Pro Kalendermonat sind also ein Prozent des Listen-Neupreises – auch, wenn das Auto geleast ist – abzuführen. Sogar auf diesen Betrag sind Lohn- und Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeitrag zu entrichten. Nur bei nachgewiesener Fahruntüchtigkeit entfallen die Kosten für den betreffenden Zeitraum. Mehr zum Thema: E-Auto als Firmenwagen

Ratgeber
Firmenwagen: Nutzung und Rückgabe! 15 Tipps für Dienstwagen-Fahrer

 

Rechenbeispiel 1-%-Regel

Einen Dienstwagen auch privat zu nutzen zu können ist einerseits praktisch, andererseits fallen für diesen geldwerten Vorteil Steuern an. Zumeist greift die pauschale Ein-Prozent-Regelung, die sich auf den Listenpreis des genutzten Fahrzeugs bezieht. Das zu versteuernde Gehalt erhöht sich dabei pro Monat um ein Prozent des Fahrzeug-Listenpreises. Beispiel: Beträgt der Neupreis des genutzten Autos 35.000 Euro, müssen zusätzlich zum Gehalt 350 Euro versteuert werden. Darüber hinaus fallen noch 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Betrieb an. Werden beispielsweise zehn Kilometer pro Tag gefahren, ergeben sich daraus weitere 105 zu versteuernde Euro pro Monat. Aufs Jahr berechnet ergibt sich aus diesem<br>Beispiel also ein zu versteuernder geldwerter Vorteil von 5460 Euro. Wer wenig fährt, kann durch das Führen eines Fahrtenbuches Geld sparen. Ein solches wird heutzutage hauptsächlich per App verwaltet. Via GPS-Tracking werden dabei Autostart und -stop automatisch ermittelt und als Notiz mit Kalender- sowie Uhrzeit- Eintrag abgelegt. Der Fahrer gibt nur noch an, ob es sich um eine Dienst- oder eine Privatfahrt handelt

 

Steuerlast beim geldwerten Vorteil reduzieren

  • Durch Entrichtung einer Monats- oder Kilometerpauschale
  • Durch eigene Betankung (Spritkosten)
  • Durch die Übernahme von Reparaturkosten

Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen privat nutzen, können unter Umständen den geldwerten Vorteil und damit die Steuerlast reduzieren. Denn: je höher der geldwerte Vorteil, desto höher auch die zu zahlenden Steuern. Erich Nöll vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) erklärt, dass Voraussetzung ist, dass es sich bei den getätigten Ausgaben um Nutzungsentgelte handeln muss. Darunter fallen beispielsweise zwischen Arbeitgeber und -nehmer ausgehandelte Monats- oder Kilometerpauschalen. Auch eine Betankung auf eigene Kosten und selbst gezahlte Reparaturkosten werden zu den Nutzungsentgelten gezählt. Unbedingt notwendig ist, dass man Kassenbelege und Rechnungen als Nachweis behält. Wichtig: Die Übernahme der Kosten zum Firmenwagen muss im Arbeitsvertrag oder durch eine andere arbeits-, beziehungsweise dienstrechlichen Grundlage geregelt sein. So lässt sich der geldwerte Vorteil im Extremfall auf 0 Euro verringern. Mehr ist nicht möglich und ein übersteigender Betrag steuerlich nicht nutzbar, so der Fachmann vom BVL.

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