Neuer Mini Electric (2019): Erste Testfahrt So fährt sich der elektrische Mini

von Caspar Winkelmann 07.03.2019

Mit dem neuen Mini Electric (2019) bringt die britische BMW-Tochter ihr erstes vollelektrisches Serienauto auf den Markt. Wir haben schon jetzt eine erste Testfahrt mit einem Prototypen unternommen!

Schon bei der ersten Testfahrt im neuen Mini Electric (2019) wird deutlich: Der City-Stromer steht den Versionen mit Verbrennungsmotoren in Sachen Dynamik und Raumangebot in nichts nach. Zwar kommt der E-Mini vergleichsweite spät, doch derzeit häufen sich bei den Stromern vor allem große und damit stadtuntaugliche SUV-Modelle. Dabei spielt die E-Mobilität doch vor allem im urbanen Raum ihre Vorteile aus. Hinzu kommt, dass die vorgestellten vollelektrischen Oberklassefahrzeuge von Audi, Mercedes, Tesla oder Jaguar aufgrund ihrer immensen Anschaffungskosten nur einer kleinen Anzahl Käufern vorbehalten sind. Ein positives Gegenbeispiel stellt der Elektro-Kleinwagen Renault Zoe dar: Citytaugliche Abmessungen treffen hier auf eine sozialverträgliche Preisgestaltung und machen den Franzosen zum meistverkauften Stromer der Republik. Was dem Renault allerdings fehlt, ist eine gehörige Prise Coolness. Ein Attribut also, das vor allem bei jüngeren Großstädtern echte Begehrlichkeiten weckt. Gradmesser für Lifestyle im Kleinwagensegment ist seit Jahren der Mini mit seinen zahlreichen Möglichkeiten zur Individualisierung. Dass die britische BMW-Tochter ihr Erfolgsmodell Ende 2019 nun endlich auch als Serienauto elektrisiert, ist ein logischer Schritt. Zumal Technik und Knowhow im Konzern vorhanden sind, und der Elektro-Pionier BMW i3 bereits seit über fünf Jahren im Großstadtdschungel unterwegs ist. Im Juli 2019 wird der neue Mini Electric (2019) offiziell präsentiert, Ende des Jahres beginnt dann die Auslieferung an die Kunden. Mehr zum Thema: Das ist das Mini Cooper S Facelift

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Erste Testfahrt mit dem neuen Mini Electric (2019)

Wir hatten bereits Gelegenheit, bei einer ersten Testfahrt mit einem Prototypen des neuen Mini Electric (2019) erste Eindrücke von dem City-Stromer zu gewinnen. Trotz greller Tarnfolie erkennt man, dass sich die Elektro-Version optisch kaum vom normalen Mini Cooper Dreitürer unterscheidet. Die größten Alleinstellungsmerkmale werden ein neu designter Kühlergrill sowie eine anders gestaltete Heckschürze  sein. Wie seine Brüder wird der Mini Electric (2019) im britischen Oxford produziert. Am selben Band können dann Fahrzeuge mit Elektro-, Diesel- oder Benzinmotor gefertigt werden, ohne dass die Produktionsabläufe verändert werden müssen – ein Novum für die BMW Group. Bekannt ist dagegen der aus dem BMW i3 stammende E-Antrieb:  Mini verspricht eine Leistung von rund 190 PS (i3s: 184 PS), sodass der Cityflitzer in sieben bis acht Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen soll. Glaubhafte Angaben, denn auf unseren ersten Testfahrten sprintet der Mini Electric (2019) ansatzlos nach vorn, und  das Beschleunigungspotenzial lässt selbst nach einigen flotten Runden auf dem Handlingparcours nicht nach. Auch sonst fühlt sich der Stromer zwischen den Pylonen pudelwohl: Wie seine Brüder mit Verbrennungsmotor wieselt er zackig um enge Kehren und absolviert doppelte Spurwechsel auch dank präziser Lenkung und geringer Aufbaubewegungen ohne Mühen. Mehr zum Thema: Mini 5-Türer überarbeitet

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Neuer Mini Electric (2019): Erste Testfahrt ohne Einschränkungen

Das Batterie-Paket des neuen Mini Electric (2019) mit einer Kapazität von 33 kWh ist in T-Form angeordnet und befindet sich im Mitteltunnel sowie dort, wo bei normalen Mini der Kraftstofftank liegt. Das Mehrgewicht der rund 1350 Kilogramm schweren Elektro-Version zum mit 192 PS ähnlich starken Cooper S beträgt gerade einmal 130 Kilo. Erfreulich: In puncto Raumangebot für Passagiere und Gepäck erfordert der E-Mini keinerlei Einschränkungen. Das Ladevolumen beträgt wie gehabt 211 bis 731 Liter. Auch aufgrund des Mehrgewichts rollt der Stromer noch etwas satter ab als die anderen Versionen und hinterlässt auf welliger Fahrbahn oder Querfugen einen harmonischen Komforteindruck. Über die bei einem E-Auto so wichtige Reichweite geben die Mini-Verantwortlichen noch keine Auskunft. Wir rechnen mit rund 300 Kilometern nach WLTP-Zyklus. Wie der i3 wird sich auch der neue Mini Electric (2019) an Schnellladesäulenbetanken lassen. Bei der Preisgestaltung distanziert er sich jedoch deutlich von seinem Stromer-Kollegen aus München: Während der i3s mindestens 41.600 Euro kostet, orientiert sich der E-Mini am Cooper S. Der steht mit Doppelkupplungsgetriebe bereits für 27.800 Euro in der Preisliste. Mehr zum Thema: Mehr Reichweite für den i3

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von Caspar Winkelmann von Caspar Winkelmann
Unser Fazit

Der neue Mini Electric (2019) kommt vergleichsweise spät. Sein Erfolg dürfte dennoch programmiert sein, denn er erfordert in puncto Dynamik und Raumangebot keine Einschränkungen zu den Versionen mit Verbrennungsmotor. Auch der avisierte Grundpreis geht in Ordnung. Und: An das coole Markenimage des Briten reich kein Konkurrent heran. 

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