Vorstellung

McLaren F1 GTR: Ehemaliges Pink-Floyd-Mobil unterm Hammer

In diesem Auto fahren die 24h von Le Mans ebenso mit wie das epische Gitarrensolo von „Comfortably Numb“: Pink Floyd-Drummer Nick Mason besaß den rot-gelben McLaren F1 GTR 25 Jahre lang. Nun wird RM Sotheby's den ehemaligen Rennprototypen versteigern – für mindestens 30 Mio. Euro!

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Der McLaren F1 GTR fahrend von schräg vorne
Ikonischer wirds so schnell nicht mehr: Der ehemalige McLaren F1 GTR von Pink Floyd-Drummer Nick Mason ist nicht nur das wohl schnellste Auto der britischen Popkultur, sondern vermutlich auch eines der kostspieligsten. Im August 2026 kommt der Bolide unter den Hammer. Foto: RM Sotheby's
Der McLaren F1 GTR fahrend von schräg hinten
An Chassisnummer 10R erprobte McLaren die Änderungen an seinem Le Mans-Sieger für die 1996er-Saison. Das Rennen an der Sarthe bestritt der rot-gelbe F1 aber nie. Foto: RM Sotheby's
Der McLaren F1 GTR stehend von vorne
Stattdessen wurde er später zum Straßenfahrzeug umgebaut und von Auto-Sammler Mason gekauft. Foto: RM Sotheby's
Der McLaren F1 GTR stehend seitlich
Kein anderer F1 erhielt ab Werk eine derartige Lackierung, weshalb 10R auch als der „Pop-Art F1“ bekannt ist. Foto: RM Sotheby's
Der McLaren F1 GTR stehend von hinten
Wegen des Heckspoilers erreicht der GTR nicht denselben Speed wie die windschnittigeren Straßenmodelle. Auf der Mulsanne-Gerade war trotzdem kein McLaren F1 je schneller. Foto: RM Sotheby's
Das Cockpit des McLaren F1 GTR
Das zweckmäßige Renncockpit macht keinen Hehl aus seiner Bestimmung. Foto: RM Sotheby's
Der Sitz des McLaren F1 GTR
Auch für die Rennwagen behielt Gordon Murray die Kombination aus Schmetterlingstüren und zentralem Fahrersitz bei. Foto: RM Sotheby's
Der Motor des McLaren F1 GTR
Für den Renneinsatz erhielt der 6,1 l große V12 einen Luftmengenbegrenzer. Mit dem Umbau zum Straßenfahrzeug war die Leistungsdeckelung natürlich obsolet. Foto: RM Sotheby's

Der ex-Nick-Mason-McLaren ist selbst für einen F1 extrem teuer

McLaren F1 ließen in den vergangenen Jahren bei Auktionen immer wieder mit zweistelligen Millionen-Erlösen aufhorchen. „Learning to fly“ – das hat der schnellste Straßenwagen seiner Zeit preislich längst verinnerlicht. Nicht nur unter Fans gilt der britische Supersportwagen als Ferrari 250 GTO der 90er.

Wenn dann auch noch mit Pink Floyds Nick Mason einer der berühmtesten Musiker und Autosammler der Welt ein Vierteljahrhundert seinen Basedrum-Fuß auf dem Gaspedal geparkt hat, es sich beim besagten F1 um nur einen von zwei GT-R-Prototypen für die 24h von Le Mans 1996 handelt und dieser auch noch mit einzigartiger, rot-gelber Pop-Art-Werkslackierung unterwegs war, läuft der Geifer der internationalen Sammlerszene literweise am Auktionspult herunter.

Auf 35 Millionen US-Dollar (umgerechnet 30,5 Millionen Euro) schätzt RM Sotheby’s den Wert des F1 GTR mit der Chassisnummer 10R. Damit dürfte das Pink-Floyd-Mobil nochmal rund zehn Millionen US-Dollar mehr bringen als der ebenfalls rekordverdächtige, weiße F1 des Sultans von Brunei 2025 in Abu Dhabi. Hier bitte gedanklich einmal das Intro von „Money“ einspielen. Wer aber den Blick vorbeiwagt an all diesen Extremen, Stammtischkrachern und Atemstockern, könnte feststellen, dass der F1 10R am Ende auch nur ein Auto ist. Und zwar eines, was an den 24h von Le Mans nicht einmal regulär teilgenommen hat.

Nach dem 1995er-Sieg an der Sarthe hatte F1-Vater Gordon Murray den Supersportler weiterentwickelt, um auch gegen frische Konkurrenz in Gestalt des Porsche 911 GT1 bestehen zu können. Dabei testete das amtierende Siegerteam Kokusai Kaihatsu Racing 10R in Le Mans und nahm auch am Pre-Qualifying mit dem blutroten Briten teil. Zum Renneinsatz kam es aber nicht.

Der Mercedes 560 SEC von Bruno Sacco im Fahrbericht (Video)

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Video: AUTO ZEITUNG

Shine on you crazy Diamond – auch nach zwei heftigen Crashs

Stattdessen wanderte der Prototyp zurück in die Hände des McLaren-Werks, wo er bis 1999 für Promotionszwecke eingesetzt und zum Straßenauto umgebaut wurde. Dann klopfte Mason bei Murray an und handelte den Deal mit dem Ausnahme-Auto aus. Trotz der Straßenzulassung trommelte der Schlagzeuger nur selten auf dem zweckmäßigen Rennvolant herum. Was den F1 GTR nicht davor schützte, 2009 bei einem Test von einem übereifrigen Motorjournalisten in ein Weizenfeld entführt zu werden, was aufwendige Reparaturen nach sich zog.

Acht Jahre später benötigte 10R einen zweiten Wiederaufbau. Dieses Mal hatte sich Mason höchstselbst mit der Front voran in die Reifenstapel von Goodwood gestürzt. 2024 trennte sich der inzwischen 80-jährige Rockstar von seinem „Crazy Diamond“. Sein neuer Besitzer scheint für den kostspieligen Unterhalt des GTR weniger Durchhaltevermögen aufzubringen, weshalb der Pop-Art-Prototyp am 15. August in Monterey (USA) unter den Hammer kommt.

„Wish you were cheaper“, möchte man ihm andächtig zuraunen. So ein bunter F1 macht sich – mal abgesehen vom Sozialneid – wohl in jeder Garage gut. Zumal man seinen Kumpels davon erzählen könnte, dass kein anderer F1 auf der Mulsanne-Geraden je schneller war: 330 km/h. Und nebenbei noch erwähnen, dass hier die unbegrenzte Leistung des Straßenautos auf die nur gut eine Tonne Gewicht des Rennwagens trifft. Der Luftmengenbegrenzer für den 6,1 l großen V12 durfte für die Straßenzulassung nämlich raus, womit die vollen 680 statt 600 PS (500 statt 441 kW) auf die Hinterräder losgelassen werden.