Ionity: Ladestationen, Standorte, Preise/Tarife VW-Chef kritisiert Ionity

von AUTO ZEITUNG 11.08.2021

Unter dem Label "Ionity", einem Gemeinschaftsunternehmen von Audi, BMW, Daimler, Ford, Hyundai, Porsche und VW, startete 2017 der Ausbau eines Ladestationen-Netzes für Elektroautos an Standorten in Europa. Kritik erntete das Unternehmen im August 2021 von VW-Chef Herbert Diess. Das sind die Preise und Tarife!

Ionity – die 2017 gegründete Kooperation von Daimler, BMW, Audi, Porsche und Ford zum Ausbau des Ladestationen-Netzes – wird seit September 2019 durch Hyundai ergänzt. Das Ziel des gemeinsamen Unternehmens war es, bis 2020 an Autobahnen und anderen Hauptverkehrsachsen in Deutschland, Norwegen und Österreich eine Ladeinfrastruktur von über 400 Schnellladestationen aufzubauen. Stand August 2021 sind es 363. Die Ladestationen an Autobahnen und hoch frequentierten Durchgangsstraßen sollen dabei öffentlich zugänglich sein und somit das elektrische Fahren über längere Strecken ermöglichen. Dabei verfügt jede Station über mehrere Ladesäulen und soll nicht weiter als 120 Kilometer von der nächsten Station entfernt liegen. Außerdem soll die geplante Infrastruktur eine Ladeleistung von bis zu 350 kW unterstützen und somit ein wesentlich schnelleres Laden als gegenwärtige Ladestationen-Netze ermöglichen. Zuletzt schloss sich der Mineralölkonzern Shell der Ionity-Gruppe an.  Mehr zum Thema: Elektroauto kaufen

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Ladestationen-Netz von Ionity: Preise/Tarife an den Standorten

Kostete ein Ladevorgang an einer Ionity-Ladestation unabhängig von Länge und Kapazität bislang acht Euro, verschärfte das Gemeinschaftsunternehmen die Preise und stellte auf eine verbrauchsbasierte Abrechnung um. Bedeutet: Seit dem 31. Januar 2020 kostet eine Kilowattstunde an der CSS-Schnellladesäule 79 Cent – unabhängig vom Zeitaufwand des Ladevorgangs. Mit dem bisherigen Einheitstarifs lässt sich somit nur noch die Batterie eines handelsüblichen Plug-in-Hybriden aufladen. Für Fahrer:innen von Elektroautos wie dem Audi e-tron, der einen 95 kWh großen Akku hat, bedeutet die neue Preispolitik eine auf 75,05 Euro verteuerte Akkuladung. Mit dem kWh-Preis liegt Ionity über dem Marktdurchschnitt von rund 59 Cent je Kilowattstunde. Dafür aber bietet das Unternehmen Ladestationen mit bis zu 350 kW Ladeleistung, während Konkurrenten oft nur über 50- oder 150-kW-Schnellladesäulen mit langsamerem AC-Laden mit bis zu 22 kW Ladeleistung verfügen.

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"Traurige Angelegenheit" – VW-Chef Diess kritisiert Ionity

Obwohl VW an Ionity beteiligt ist, hat Volkswagen-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess Anfang August öffentlich Kritik am Lade-Unternehmen geäußert. Über LinkedIn antwortete er auf einen Fahrbericht von Andreas Groß, VW-Sprecher für E-Mobilität, der mit einem VW ID.3 von Berlin über den Bodensee, Gardasee und über Basel zurück nach Berlin gefahren war. Denn auch Diess war mit einem ID.3 über den Brenner unterwegs gewesen und hatte versucht, bei Ionity den ID.3 zu laden, was alles andere als optimal verlief: "Zu wenige Ladepunkte am Brenner! Nur 4 - klar, da hält jeder am Shopping Center. Besetzt. Also weitergefahren nach Trento. Auch nach der Kritik im letzten Jahr: kein WC, kein Kaffee, eine Säule außer Betrieb/defekt, traurige Angelegenheit. Das ist alles andere als ein Premium-Ladeerlebnis, IONITY!" Ionity reagierte prompt auf die Kritik und erklärte, dass der Brenner auf der Liste für überarbeitungswürdige Standorte stehe. Außerdem sei die defekte Ladesäule bereits repariert worden.

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