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Ladestation (Elektrofahrzeuge): Kosten/Anbieter Kosten und Anbieter bei Ladestationen

AUTO ZEITUNG 17.06.2022
Inhalt
  1. Ladestation (Elektrofahrzeuge): Kosten hängen stark vom jeweiligen Anbieter ab
  2. Ladestation für Elektroautos mit App oder Karte bedienen
  3. Tarifpaket bei Ladestationen für Elektroautos nach Fahrprofil wählen
  4. Elektroauto: Unterschiede bei Kosten an Ladestationen
  5. Ab 2023: Kartenlesegeräte für Elektroauto-Ladestationen
  6. Kosten wichtiger überregionaler Ladestationen-Anbieter in der Übersicht (Tabelle)

An öffentlichen Ladesäulen herrscht Preischaos: Es gibt zig Apps, Karten und Konditionen für unterschiedliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Mit eigenen Tarifen und Ladekarten bieten Autohersteller ihren Kund:innen deutliche Preisvorteile. AUTO ZEITUNG gibt einen Überblick über die wichtigsten Anbieter von Ladestationen und die Kosten. Und: Ab 2023 werden Kartenlesegeräte in Ladesäulen verpflichtend!

Wer auf ein E-Auto umsteigt, steht an der Ladestation für Elektrofahrzeuge vor ganz neuen Herausforderungen. Statt wie bisher kurz an der Tankstelle anzuhalten, um in rund fünf Minuten Kraftstoff für die nächsten 600, 800 oder gar über 1000 Kilometer zu zapfen, muss man mit einem E-Auto mit heutigen Batterien häufigere und längere Ladeaufenthalte einplanen – bei denen zudem nur Energie für deutlich kürzere Reichweiten gespeichert werden kann. Außerdem erschweren die verschiedenen Zugangs- und Abrechnungsmodelle der unterschiedlichen Ladestrom-Anbieter die Transparenz. So kann – je nach vorher abgeschlossenem (oder auch nicht vorhandenem) Energie-Vertrag – der Preis für die Schnellladung an der Ladesäule enorm differieren und im Verhältnis zu dem für konventionellen Kraftstoff locker das Doppelte oder Dreifache betragen. Dagegen stehen viele Lockangebote, etwa das Strom-Laden auf dem Discounter-Parkplatz, limitierte Subventionen einzelner Kommunen, Stadtwerke und Autofirmen. Doch der Trend geht zum teuren Strom. Schon die Marktmacht lässt keinen anderen Schluss zu, denn der staatlich angekurbelte Verkauf von Autos mit batterieelektrischem oder Hybrid-Antrieb zeigt Wirkung. Doch während die Zulassung von E-Autos Fahrt aufnimmt, kommt der Ausbau öffentlicher Ladepunkte nur mühsam voran. Zudem ist das seit 2019 immer noch gültige Ziel der Bundesregierung, wonach für zehn E-Autos eine Ladestation als ausreichend gilt, nicht zukunftsorientiert, weil diese Rechnung davon aus geht, dass 85 Prozent der Autos an der heimischen Wallbox geladen werden. Doch zunehmend kaufen städtische Laternenparker Autos mit Batterie. Und Ladesäulenbetreiber wollen Geld verdienen – auch, um Investitionen wieder einzufahren, bevor neue Generationen schnellerer und besserer Ladesysteme den Wettbewerb anfeuern. Genau das führte zuletzt zu einem undurchsichtigen Tarifdschungel. Das Preischaos entsteht vor allem dadurch, dass an einer Ladestation eines Anbieters unterschiedlichste Kosten aufgerufen werden – je nachdem, welcher Vertrag zuvor abgeschlossen wurde. Richtig übersichtlich bleibt es damit eigentlich nur für E-Mobilist:innen, die ausschließlich zu Hause an der eigenen Ladestation aufladen, da hier der vereinbarte und garantierte Tarif gilt. Mehr zum Thema: Unsere Produkttipps auf Amazon

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Ladestation (Elektrofahrzeuge): Kosten hängen stark vom jeweiligen Anbieter ab

Für Urlaubsreisen oder längere Fahrten mit dem Elektroauto über die Stadtgrenze hinaus muss man sich mit verschiedenen Ladesäulen und unterschiedlichsten Abrechnungssystemen auseinandersetzen. Viele Autohersteller haben daher eigene Tarife aufgesetzt, um Kund:innen der hauseigenen E- und Hybrid-Modelle kostengünstig Ladestrom zur Verfügung zu stellen. Damit schaffen sie nicht nur mehr Transparenz und Klarheit im unübersichtlichen Tarifdschungel der Ladestation-Anbieter, sondern ermöglichen in vielen Fällen sogar einen deutlichen Preisvorteil. Einen großen Bereich an Lademöglichkeiten decken zudem Roaming-Anbieter wie Plugsurfing und NewMotion ab – sie ermöglichen das Laden an nahezu allen Stationen in Europa. Über sie läuft dann auch die komplette Abrechnung. Allerdings sind die darin enthaltenen Gebühren kein Pappenstiel. Während man bei NewMotion erst an der Ladestation über die aktuell gültigen Tarife informiert wird, kostet das schnelle Laden bei Plugsurfing 69 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Wer zudem an der Ionity-Ladesäule mit Plugsurfing zahlt, muss sogar 1,09 Euro pro Kilowattstunde hinblättern. Damit ist die Wirtschaftlichkeit gegenüber einem vergleichbaren Auto mit Verbrennungsmotor dahin. Beispiel: Während man mit einem VW ID.3 bei einem Real-Verbrauch von 21 kWh (AUTO ZEITUNG-Messung) für 100 Kilometer an der Schnellladesäule mit Plugsurfing-Abrechnung 22,89 Euro zahlt, kostet die gleiche Strecke mit dem Golf Diesel nur 8,84 Euro, mit dem Benziner 12,40 Euro. Bei EnBW (0,79 Euro/kWh) ist die E-Ladung immer noch doppelt so teuer wie die gleiche Energiemenge für Diesel-Fahrer:innen. Attraktiver ist das Laden mit einem Tarifvertrag. Gerade bei Ionity laden Kunden:innen, die ein Fahrzeug der Joint Venture-Firmen (Audi, BMW, Daimler, Ford, Hyundai, Porsche und VW) fahren, deutlich günstiger (0,35 bis 0,49 Euro/kWh). Allerdings könen auch hier monatliche Grundgebühren anfallen (derzeit fünf bis 18 Euro). Den ungünstigsten aller möglichen Tarife kann man im Ausland erleben, dann nämlich, wenn der Anbieter das Ad-hoc-Laden (also ohne Vertrag) mit teurem Strom und üppigen Roaming-Gebühren kombiniert.

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Ladestation für Elektroautos mit App oder Karte bedienen

Elektroautofahrer:innen wissen: Einfach an einer beliebigen Ladestation für Elektroautos anhalten, das Fahrzeug anschließen und zu an einer Tafel ausgewiesenen Kosten aufladen, geht nicht. Zunächst muss nämlich die Registrierung bei einem Anbieter per App oder eine kompatible Ladekarte her, um den Ladepunkt überhaupt zu aktivieren. Diese Karte enthält einen RFID-Chip (Radio Frequency Identification), der eine eindeutige Zuordnung zum:zur Kartenbesitzer:in und damit die Kostenabrechnung ermöglicht. Wie und in welcher Höhe abgerechnet wird, ist vollkommen verschieden und hängt von der Karte/App und dem gebuchten Tarif ab. Kosten pro Ladevorgang, pro Zeiteinheit, pro Kilowattstunde und dann noch die Blockiergebühren nach einer gewissen Standzeit an der Ladestation – allein in Deutschland gibt es mehrere hundert Anbieter und Tarifmodelle. So ist es möglich, an ein und derselben Ladestation mit dem gleichen Elektroauto und der exakt identischen Menge geladenem Strom völlig unterschiedliche Kosten zu produzieren. Im Extremfall ist der Rechnungsbetrag beispielsweise an einer Schnellladesäule mit der einen Karte/App viermal höher als mit einer anderen. Und das erkennt man erst bei der Abbuchung am Ende des Monats, da der aktuelle Tarif nicht am Display der Ladesäule angezeigt wird. Er wird vom Ladesäulenbetreiber bestimmt und muss vorher aktiv über die Smartphone-App des jeweiligen (Ladekarten-)Anbieters gecheckt werden.

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Tarifpaket bei Ladestationen für Elektroautos nach Fahrprofil wählen

Es gibt auch Anbieter von öffentlichen Ladestationen für Elektroautos mit Tarifen, die einheitliche Preise an allen passenden Säulen nutzen. Verträge für diese Ladekarten/Apps schließt man übrigens mit einem E-Mobility-Provider (kurz: EMP) ab. Dies können die heimischen Stadtwerke sein, das Ladenetzwerk des Autoherstellers oder die vielen europaweiten Roaming-Anbieter. Nicht verwechseln sollte man diese Anbieter mit den Ladepunkt-Betreibern (Charge-Point-Operator, CPO), von denen es noch deutlich mehr gibt. Der bekannteste unter ihnen dürfte Ionity sein – ein Joint Venture von BMW, Daimler, Ford, Volkswagen, Audi, Porsche und Hyundai. Ionity betreibt zwar ein dichtes Netz von Schnellladesäulen mit bis zu 350 kW maximaler Ladeleistung an Autobahnen, bietet aber keine eigene Ladekarte an. Stattdessen wird zu unterschiedlichen Konditionen über die Mobilitätsdienstanbieter (EMP) abgerechnet. Darunter fallen auch die Netzwerke der oben genannten Autohersteller, die vermehrt als überregionale Roaming-Anbieter auftreten. Kein Wunder also, dass man mit dem Audi e-tron Charging Service, der Ladekarte von BMW Charging, Mercedes me Charge oder We Charge von Volkswagen die besten Tarife bei Ionity bekommt. Die meisten Autohersteller schnüren mehrere Tarifpakete (mindestens zwei) – zum Teil mit und ohne Monats-Grundgebühr und unterschiedlichen Preisen für verschiedene Ladegeschwindigkeiten. Deshalb sollte man seine individuellen Fahrgewohnheiten gut kennen – je nach Fahrprofil lohnt sich in der Praxis mal der eine oder mal der andere Tarif. Um mehr Klarheit in die recht unübersichtliche Preisstruktur zu bringen, haben wir uns für die wichtigsten Hersteller-Ladekarten die populärsten Tarife näher angesehen und für unterschiedliche Nutzergewohnheiten durchgerechnet. Die Details zum Tarifvergleich der Hersteller finden sich in der Bildergalerie.

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Elektroauto: Unterschiede bei Kosten an Ladestationen

Wichtiger bei der Wahl des Anbieters ist für viele Elektroautofahrer:innen auch, welche Ladestationen überhaupt im Netzwerk auftauchen. Wer mit seinem Elektroauto vor allem in einer bestimmten Region unterwegs ist, sollte vorher checken, welcher EMP dort die niedrigsten Gebühren oder die meisten Ladesäulen anbietet. Hier und da locken Stadtwerke nämlich auch mit kostenlosen Lademöglichkeiten. Autobahn-Vielfahrer:innen werden sich dagegen auf die Karten mit den günstigsten Tarifen für Schnellladesäulen von CPOs Ionity, EnBW, Fastned oder Allego konzentrieren. Denn vor allem das ultraschnelle High-Power-Charging-Netz (HPC) mit mehr als 50 kW Ladeleistung, das vor allem an Autobahnraststätten und Autohöfen zu finden ist, lassen sich einige Anbieter von öffentlich zugänglichen Ladepunkten teuer bezahlen.

 

Ab 2023: Kartenlesegeräte für Elektroauto-Ladestationen

Immerhin könnte das Bezahlchaos an Ladestationen für Elektroautos 2023 endgültig ein Ende haben: Am 17. September 2021 stimmte der Bundesrat einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung ohne Änderungen zu. Demnach müssen neue öffentliche Ladesäulen in Deutschland ab 2023 mit einem Kartenlesegerät für Debit- oder Kreditkarten ausgestattet sein. Eine Umrüstung älterer Ladestationen wird allerdings nicht verpflichtend. Während die Auto- und Energiebranche gerne verstärkt auf eine Bezahlung per App gesetzt hätte, begrüßen Banken, Städte und Gemeinden die Pläne der Bundesregierung. Ob es auch dem Preischaos Einhalt gebieten wird, wird sich spätestens ab 2023 an den Ladestationen für Elektroautos zeigen.
Von Holger Ippen und Markus Schönfeld

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Kosten wichtiger überregionaler Ladestationen-Anbieter in der Übersicht (Tabelle)

AnbieterKosten
Ladekarte
Gebühr
monatlich
Preis AC
(€/kWh)
Preis DC
(€/kWh)
Preis HPC/
Ionity
(€/kWh)
ADAC
e-Charge
kostenloskeine0,38 bis
0,42 €
0,48 bis
0,52 €
0,79 €
Alegokostenloskeine0,41 €0,59 €-
BMW (Mini)
Charging/
ChargeNow
kostenlos4,99 €0,33 €0,39 €0,79 €
EnBW Standard9,90 €keine0,45 €0,55 €0,79 €
EnBW Viellader
(EnBW-Kunde)
kostenlos5,99 €0,36 €0,46 €0,79 €
EnBW Viellader
(andere)
kostenlos5,99 €0,39 €0,49 €0,79 €
E.ON/Innogykostenlos4,95 €0,39 €0,49 €0,49 €
EWE9,90 €keine0,39 €0,49 €0,49 €
Fastnedkostenloskeine--0,59 €
Fastned
Gold Member
kostenlos11,99 €--0,35 €
Maingaukostenloskeine0,380,48 €0,75 €
Naturstromkostenloskeine10,15 € pro
Ladevorgang
14,26 € pro
Ladevorgang
14,25 € pro
Ladevorgang
NewMotion/
Shell
kostenloskeinevariabel, via
App einsehbar
variabel, via
App einsehbar
variabel, via
App einsehbar
Plugsurfing9,95 €keine0,490,691,09 €
Superchargerkostenloskeine--variabel, ab 0,37 €
We Charge
(VW)
9,99 €keinevariabel;
+ 0,29 pro
Ladevorgang
variabel;
+ 0,29 € pro
Ladevorgang
0,79 €
We Charge Plus
(VW)
9,99 €17,49 €variabelvariabel0,30 €

Weitere Informationen zu den Blockiergebühren und anderne Besonderheiten finden Sie hier: Die wichtigsten überregionalen Ladeanbieter (PDF)
(Preisangaben ohne Gewähr, Stand: November 2021)

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